100 Folgen "Lebensretter"- Pierre-Enric Steiger im Gespräch
Shownotes
100 Folgen „Lebensretter“ – eine Bilanz und ein Blick in die Zukunft des Rettungswesens
Zum Jubiläum spricht Moderator Béla Anda mit Pierre-Enric Steiger, Präsident der Björn Steiger Stiftung, über die Geschichte, die Erfolge und die Zukunft einer Stiftung, die das deutsche Rettungswesen wie kaum eine andere Organisation geprägt hat.
Ausgehend von der persönlichen Tragödie um Björn Steiger entstand innerhalb weniger Wochen eine Bewegung, die den Rettungsdienst in Deutschland grundlegend veränderte. Im Gespräch wird deutlich, wie aus einer Vision konkrete Innovationen entstanden – von der Einführung des BOS-Funks über moderne Rettungswagen bis hin zur bundesweiten Notrufnummer 112.
Gleichzeitig richtet Pierre-Enric Steiger den Blick auf die aktuellen Herausforderungen. Trotz hervorragend ausgebildeter Rettungskräfte und modernster Fahrzeuge sieht er Deutschland im internationalen Vergleich deutlich zurückgefallen. Besonders die Leitstellenstruktur, fehlende Digitalisierung und mangelnde Vernetzung betrachtet die Stiftung als zentrale Schwachstellen.
Ein Schwerpunkt der Folge ist die Forderung nach einer grundlegenden Reform des Rettungswesens. Pierre-Enric Steiger erläutert, weshalb Länder wie Österreich, die Benelux-Staaten oder Skandinavien heute als Vorbilder gelten und wie moderne, KI-gestützte Leitstellensysteme Patienten deutlich schneller und effizienter versorgen können.
Außerdem spricht er über die Verfassungsbeschwerde der Björn Steiger Stiftung, die das Bundesverfassungsgericht derzeit beschäftigt. Ziel ist es, bundesweit verbindliche Qualitätsstandards im Rettungswesen durchzusetzen und die staatliche Schutzpflicht für Bürgerinnen und Bürger neu zu definieren.
Zum Abschluss wagt Pierre-Enric Steiger einen Blick zehn Jahre in die Zukunft und beschreibt seine Vision eines vollständig digitalisierten, intelligent vernetzten Rettungssystems, das Deutschland wieder an die internationale Spitze führen könnte.
Themen dieser Folge Die Entstehung der Björn Steiger Stiftung aus persönlicher Tragödie Die wichtigsten Meilensteine: 112, BOS-Funk, Rettungswagen und Luftrettung Warum Deutschland im internationalen Vergleich zurückgefallen ist Leitstellen als Herzstück moderner Notfallversorgung Was Deutschland von Österreich und Skandinavien lernen kann Digitalisierung und Künstliche Intelligenz im Rettungswesen Die Verfassungsbeschwerde der Björn Steiger Stiftung Internationale Qualitätsstandards und notwendige Reformen Die Vision eines modernen, vernetzten Rettungssystems
Eine besondere Jubiläumsfolge über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Notfallversorgung – und darüber, weshalb Innovation im Rettungswesen niemals Selbstzweck ist, sondern immer dem Schutz von Menschenleben dient.
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00:00:01: Wir leisten uns einfach immer noch den Luxus von viel zu vielen Leitstellen und den vielen unterschiedlichen Leitstellensystemen.
00:00:08: Ich möchte dazu auch dann sagen, ich habe mir an manchen Stellen schon gesagt eigentlich reicht es für Deutschland eine einzige Leitstelle.
00:00:15: Damit ist aber nicht gemeint das das Missverständnis was viele nicht verstehen, damit ist nicht gemein dass wir eine Leitstelle physikalisch in einem Ort haben sondern Da kann meinetwegen in jedem Landkreis, können weiterhin Disponenten sitzen.
00:00:29: Aber wir reden bitte über ein einziges System!
00:00:53: Dabei setzt sie entscheidende Impulse wie die Einführung der «Eins, eins, zwei».
00:00:58: Die Björn Steigerstiftung.
00:00:59: Gemeinsam Leben retten!
00:01:12: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge unseres Podcasts «Lebensretter der Björnen Steiger Stiftungen».
00:01:18: Ich freue mich ganz besonders, einen ganz besonderen Gast zu haben.
00:01:21: Ich weiß das eigentlich jedes Mal aber heute ist es wirklich so, dass ein ganz besonderer Gast ist.
00:01:25: Das ist nämlich Pierre-Ensich Steiger der Präsident der Börnsteiger Stiftung und freue mich sehr, dass Sie heute hier sind zu unserer einhundertsten Podcast-Polge.
00:01:34: Steiger herzlich willkommen!
00:01:36: Herzlich Willkommen und herzlichen Dank, dass wir jetzt tatsächlich schon den hundertsten podcast mit Ihnen feiern dürfen.
00:01:42: Ja, mit Ihnen auch weil das ist ja der Podcast Ihrer Stiftungen.
00:01:46: Insofern freu ich mich, dazu beitragen kann, den Sinn und den Kern dieser Stiftung nach außen zu tragen mit vielen, vielen spannenden Gästen.
00:01:55: Wir wollen heute reden über die Stiftungen selbst, über die Innovationen, die sie immer weiter voranpreiben auch sie persönlich mit der Stiftigung.
00:02:04: Und warum die Björnsteigerstiftung immer wieder diese Veränderungen im Rettungswesen und darüber hinaus anstößt?
00:02:12: Wenn Sie ja steigen jetzt auf die fünf Jahrzehnte zurückblicken Gibt es eine Idee und wenn ja, welche ist das die sich wie ein roter Faden durch all diese Jahre zieht?
00:02:26: Spannende interessante Frage.
00:02:29: Der rote Fahrten ist eigentlich tatsächlich immer derselbe, das heißt es geht immer um die Innovation.
00:02:33: Es geht immer über den weiteren Fortschritts.
00:02:36: was kann man tatsächlich alles verbessern?
00:02:38: Um einfach die Situation für Notfallpatienten in Deutschland und auch darüber hinaus tatsächlich immer weiter zu optimieren und das bestmöglichste tatsächlich herauszuholen?
00:02:49: ich glaube dass ist der größte rote fahrten denn wir bei all unseren ganzen Initiativen und sonstigen Projekten tatsächlich haben
00:02:57: Die Stiftung selbst, der Steiger entstand ja durch eine persönliche Tragödie.
00:03:03: Ihr älterer Bruder verstarb die Geschichte ist häufig erzählt an einem Schock nachdem er auf dem Nachhauseweg vom Schwimmbad mit seinem Fahrer angefahren worden ist und der Rettungswagen mehr als ein Stunde brauchte um am Unfallort zu sein.
00:03:21: ihre Eltern die wir im Hintergrund von ihnen sehen haben dann diesen schockt dann auch dadurch bewältigt, dass sie gesagt haben was können wir tun um andere Menschen zu helfen damit diese Tragödie nicht eine ist die sich tausend und hunderttausendfach wiederholt.
00:03:39: Wann wurde aus dieser persönlichen Tragödien der Anspruch das Rettungswesen dauerhaft neu zu gestalten ist mitzugestellt?
00:03:50: Also ich denke der Entbruch war eigentlich schon ganz wenige Tage bei meinen Eltern einfach schon geboren.
00:03:57: Also mein Vater hat immer die Geschichte erzählt, es war ihn noch in der selten Nacht also wo sie die erste Nacht hatten ohne ihn, war für sich klar man will seine Hilfsbereitschaft auf jeden Fall irgendwie am Leben halten Denn das hat anscheinend sein Leben.
00:04:15: Ich habe ihn ja persönlich nicht kennengelernt, aber sagen auch tatsächlich ganz viele hier in Winnenden, die ihn erlebt haben, die Bereitschaft von ihm war außergewöhnlich und zumindest die Geschichten, die ich dann immer wieder dazu höre.
00:04:28: Aber das wollte man eigentlich ursprünglich machen.
00:04:31: Und dann war die erste Idee meiner Eltern – und das haben sie oft genug selber kommuniziert – dass Sie eigentlich ein Weißenhaus gründen wollten so als Basis um ihn irgendwie tatsächlich nicht vergessen werden zu lassen.
00:04:44: Und dann stellte sich aber innerhalb der ersten fünf, sechs Tage heraus dass das was mein Bruder passiert ist gar kein, ich sag mal Einzel-Schicksal war sondern dass es wirklich ein Symptom für Deutschland war und das konnte meinen Vater damals als Architekt ja Gebäudetechnisch am Wiederaufbau der Bundesrepublik Deutschland heftig beteiligt war, denn er hat ja auch in seinem Architekturleben mehr als zehntausend Wohnungen und Häuser gebaut.
00:05:15: Also bundesweit von Flensburg bis Konstanz.
00:05:18: Das war eigentlich so die Triebfeder, wo er dann gesagt hat das muss sich ändern.
00:05:22: Es kann ja nicht wahr sein dass Deutschland der Aufstrebnis Landwirtschaftsnation ausgerechnet dem Rettungsdienst keine Struktur keine Zuständigkeiten nichts hatte.
00:05:32: Das kann man sich heute überhaupt nicht mehr vorstellen.
00:05:35: Der Rettungstienst war in weiten Teilen der Republik im Ehrenamt organisiert d.h es gab Kein vierundzwanzig Stunden Sieben-Rettungsdienst in weiten Teilen der Republik.
00:05:48: Das war eben undenkbar, das war auch den meisten Menschen nicht klar ähnlich wie es heute den Menschen nicht klarsen welcher Situation sich heutiger Rettungs Dienste befindet.
00:05:57: also wir haben gewisse Parallelen von über fünfzig Jahren zu eben auch zur heutigen Zeit.
00:06:04: Und dann war das eben seine Aufgabe zu sagen, nein da muss man was ändern.
00:06:07: Das muss man alles anders strukturieren es braucht Zuständigkeiten.
00:06:12: und dann ist er eben in seiner Art wirsens auch auf dem Bausens agierte.
00:06:18: so hat er dann eben auch plötzlich in der Politik agiert und hat alle wachgerüttelt die Medien wach gerüttet und die Bevölkerung wach Gerüttelte.
00:06:25: und dann entstand und zwar wirklich innerhalb der ersten sechs Wochen bereits eine richtige Bewegung.
00:06:33: So kam eben da die Gründung der Stiftung dann zum siebten, sehnzehntneunundsechzig Zustande.
00:06:40: Da sehen Sie ja schon vom Zeitabstand das Ereignis vom dritten Mai bis eben zum sieben Juli.
00:06:46: Das sind nicht viele Wochen bis zur eigentlichen Gründungsstiftung.
00:06:51: Und was die Stiftungen alles auf den Weg gebracht hat?
00:06:53: Das ist ja wirklich phänomenal von der Notrufnummer vor dem Einsetzen, der notrufenummer bis hin zu Luftrettung.
00:07:00: und die Krankenwagen In diesen Zeiten, ich kann mich noch erinnern.
00:07:05: Hat man ja wirklich wenige Rettungswagen auf den Straßen gesehen und sie sahen natürlich ganz anders aus als die heute.
00:07:12: Und da sieht man das noch etwas Makabe der Vergleiche.
00:07:15: aber wie Leichenbagen so sahen die damals aus?
00:07:18: Natürlich nicht den schwarz, sondern zu einem Cremeton.
00:07:20: also ein langer Mercedes meistens und die Menschen wurden da reingelegt hinten und es gab so einen bestimmten Drift glaube ich rückspiegel Rückspiegelrettung.
00:07:31: Was war das nochmal genau?
00:07:34: Zum einen waren es tatsächlich, gab damals keinen Rettungswagen.
00:07:38: Es gab nur die Krankentransportfahrzeuge haben die Waren weitestgehend nur mit einem Sanitäter besetzt und der Sanitäther hat einfach nur den Patienten eingeladen und es gab keine wirkliche Versorgung, sondern das einzigste Ziel war den Patienten so schnell wie möglich ins nächste Krankenhaus zu transportieren.
00:07:58: Und der Rückspiegel wurde vom Sanitäter ebenso eingestellt, dass er im Rückspiel immer beobachten konnte ob der Patient noch atmet oder nicht atmet.
00:08:06: und wenn er nicht mehr geatmet hat dann würde das Blaulicht auch wieder ausgeschalten.
00:08:11: Das war tatsächlich ein feststehender Begriff, also die alten Hautdäken, die heute auch achtzig Jahre und älter sind.
00:08:19: Die erzählen das immer noch wo sie sagen ja das war so, das mag man sich heute nicht mehr vorstellen.
00:08:26: Und manche reden auch das war eigentlich noch das Zeitalter der Pferdekutsche weil es sich nicht anders ergeben hat.
00:08:33: und ihr vergleich mit dem Leichenwagenpastion Es war das Mercedes T-Modell, wobei es gab ähnliche Modelle auch von Opel und Ford.
00:08:42: Und es gab keinen baulichen Unterschied zwischen tatsächlich einem leichen Wagen und einem kranken Transportwagen außer eben die Wakenfarbe.
00:08:51: Das waren die damaligen Zeiten.
00:08:53: Sie haben recht!
00:08:55: Die allererste Initialzündung dieser gegeben hat – das vergisst man heute schon wieder fast Waren noch gar nicht die Notrufnummer, sondern bei meinem Bruder war ja das erste Problem.
00:09:08: Man hätte ihn schneller abtransportieren können weil nämlich in unmittelbaren Nähe ist damals ein Krankentransportwagen gerade gefahren und zwar leer.
00:09:19: aber es gab kein Funkverkehr für den Rettungsdienst.
00:09:22: also es heißt Taxen hatten funk Die Polizei hatte Funk, die Feuerwehr hatte größtenteils Funk.
00:09:29: Aber der Rettungsdienst hatte damals keinen Funk!
00:09:32: Und dementsprechend waren tatsächlich die ersten Ausgaben der Stiftung, die Finanzierung zur Einführung der Funkgeräte damit der Rettungsdienst im sogenannten BOS-Funksystem mit dabei ist.
00:09:47: Die Besonderheit war als damals die Stiftungen die ersten Funkgerät übergeben hat.
00:09:51: Hat mein Vater immer gesagt bitte das Funkgerädt mitversichern extra weil das Funkerät war teurer als der gesamte Rettung oder Krankentransportwagen damals.
00:10:03: Und das war so die erste Stufe.
00:10:05: und nachdem die Krankentransportfahrzeuge mit Funke ausgestattet waren, und es dann sich recht schnell innerhalb von zwei drei Jahren klar war dass sie jetzt alle diesen Funkstandard bekommen Dann kam die nächste Stufe, die Entwicklung vom Krankentransportwagen zum Rettungswagen.
00:10:23: Das heißt zum ersten Mal medizinisches Equipment mit an Bord das erste mal eine medizinische Versorgung des Patienten vor und während dem Transport.
00:10:34: Das alles hat es dann nicht gegeben.
00:10:35: und dann kam eben auch schrittweise die Einführung des vierundzwanzig Stunden Notarztsystems alleine.
00:10:42: da kann man wahnsinnige Geschichten erzählen, welche Hürden es da gegeben hat.
00:10:48: Denn das wurde am Anfang abgelehnt, wenn man das jetzt nicht so relevant betrachtet hat vor allen Dingen von der Kostenseite, der Oberbürgermeister von den Stuttgart damals der OB Klett Sagte zu meinem Vater, es ist nett, dass sie uns in Notarzt wagen und finanzieren wollen.
00:11:04: Der kostet so viel wie ein Müllwagen.
00:11:05: Ein Müllwagen wäre für uns momentan hilfreicher.
00:11:08: Können Sie uns das nicht für den Müllwagen geben?
00:11:10: Und wie gesagt, da gibt's noch ganz andere Geschichten dazu.
00:11:17: Und so entwickelt es sich das dann eben weiter.
00:11:19: Dann kam auch ganz schnell die Idee, diese bundeseinheitliche Notrufnummer, für die Polizei, für Feuerwehr- und Rettungsdienst.
00:11:29: Da muss man auch noch erklären, damals haben meine Eltern natürlich mehr die Einseins Null sogar propagiert als die Einzeins Zwo, weil die Polizei deutlich besser in ihren Strukturen organisiert war und eben für Unfälle zum damaligen Zeitpunkt vorrangig sozusagen zuständig war, weil sie ja auch was mit der Absicherung von Unfällen und so weiter zu tun hatten.
00:11:54: Aber mein Vater hat sich damals immer gesagt politisch ist die Polizei wichtiger momentan als der Rettungsdienst.
00:12:01: deshalb pushe ich die Hundertzehn mehr.
00:12:04: aber ich versuche durch die Hintertüre die Eins und Zwo gleich mitzunehmen, weil es war ihm damals klar dass die hundert zwölf politisch keine Relevanz hatte.
00:12:14: das Das wollte man nicht.
00:12:16: Und dementsprechend war es einfach wichtig, beide Nummern im Doppelpark gemeinsam durchzupauken was ihm ja dann auch letztendlich gelang.
00:12:25: aber es hat vier Jahre gedauert also er hat vier jahre gebraucht bis er tatsächlich das da durchsetzen konnte und sie dann eben am zwanzigsten september drei und siebzig endlich in der konferenz des bundeskanzlers mit den damaligen ministerpräsidenten tatsächlich beschlossen hat.
00:12:43: Aber es war ein langer Kampf.
00:12:44: Und so gibt's eben vieles, die Notrufsäulen an den Autobahnen und an den Bundeslandes- und Kreisstraßen.
00:12:53: Da gibt es unzählige Geschichten – da könnte man fast zu jeder einzelne Geschichte in einem eigenen Podcast draus machen – weil das sind tatsächlich Zeithistorische Erzählungen, die man eigentlich von sich geben könnte.
00:13:06: Dieser Kampf, den Sie beschreiben gegen Institutionen und auch Amtsinhaberinnen.
00:13:14: Der zeichnet ja ihre Eltern aus, die Steigeschriftung aus.
00:13:20: Er zeichnete auch sie aus, denn sie führen es weiter mit ähnlicher Beharrlichkeit und mit ähnelter Mut voran zu treiben.
00:13:32: Was ist eigentlich Aufschlaggebend für das Erkennen von solchen Missständen?
00:13:37: Ist vielleicht eine etwas philosophische Frage jetzt, aber sieht man den Missstand zuerst wie ganz konkret bei der Gründung der Stiftung hier ist ein Rettungswagen, der nicht kommt.
00:13:47: Einer, der vorbei fährt leer, man erkennt hätte helfen können, aber konnte nicht weil er keinen Funk hatte.
00:13:53: also mussten wir das beheben.
00:13:55: oder sind es wissenschaftliche Erkenntnisse die auch dazu führen, dass sie sagen oh ist ein Punkt im Rettungswesen den müssen wir verbessern.
00:14:03: Wie ist es heute und was sind die großen Treiber für Veränderungen auch für Sie persönlich?
00:14:10: Also das ist eine Mixtur aus vielem.
00:14:12: also Punkt eins weil wir natürlich immer genau hingucken versuchen und wir versuchen ja auch viele Dinge erstmal zu verstehen.
00:14:20: und mein Vater hat immer gesagt Eigentlich ist die Kunst oder liegt darin, dass wir gar keine Ahnung von dem Ganzen haben und deshalb fangen wir erst mal an ganz dumm zu fragen.
00:14:31: Ein bisschen untertrieben
00:14:33: war und heute sicher liest aber ein guter Ansatz?
00:14:37: Ja also das... Wir machen es aber zum Teil bis heute.
00:14:41: Also das heißt, wir haben bis heute tatsächlich auch Leute, die wir extra holen, die nicht zwingend von der Materie eine ich sage mal das tiefe Verständnis haben und die sich's angucken sollen und mal ganz naiv Fragen stellen sollen.
00:14:54: Das gibt es bis heute, aber dazu kommt – deshalb sage ich auch Mixtur und das ist der viel größere Teil – die in diesem System arbeiten, die das tagtäglich erleben haben natürlich auch ein Gefühl für die Missstände und was sich eigentlich ändern müsste und ja gleichen.
00:15:14: Für diese Menschen sind wir eben auch einen Anlaufpunkt.
00:15:18: erklären, dies uns dann aufzeigen.
00:15:20: Wir gehen den Spuren nach und dann versuchen wir eben da auch immer wieder den Finger in die Wunde zu legen und prangern diese Missstände an abzustellen.
00:15:32: Und ja, natürlich wir machen aber auch eigene Studien.
00:15:36: also das heißt auch dass wir mit dritten auch zusammenarbeiten.
00:15:39: als.
00:15:39: wir haben ja auch mit der Bertelsmann Stiftung oder auch mit Universität Maastricht zum Beispiel in einer Studie vor einigen Jahren auf den Weg gebracht die er ziemlich aufsehen sorgte wo es auch um den Zustand des eigentlichen Rettungsdienstlichen Versorgungen ganz Deutschland ging.
00:15:57: Da sind wir natürlich auch immer wieder dran und wir gucken uns die Best Practice Beispiele im Ausland an.
00:16:05: Wir müssen das Rad nicht immer neu erfinden, sondern da wo etwas gut ist sollte man vielleicht dann auch kopieren.
00:16:12: Momentan ist es nur so... Lange Zeit wurde halt Deutschland kopiert, weil wir waren die Speerspitze und auch das System was mein Vater damals erbaut hat.
00:16:22: Das kann man sich ja heute gar nicht mehr vorstellen dass sie eigentlich ein Grundlagen des gesamten Rettungsdienstes wie wir ihn heute haben inklusive aller politischen Zustände die ganzen Arbeitsgruppen und Ausschüsse diesem Rettungsthins gibt.
00:16:35: Die sind alle von meinem Vater für den Dreh überhaupt erst gegründet und einberufen worden.
00:16:46: Heute müssen wir zum Teil gegen genau diese Gruppierungen antreten, weil die sich in diesem System auch über die Jahrzehnte hinweg... klingt salopp bequem gemacht haben und sie dann dementsprechend über den Tellerrand hinausgucken nicht so richtig mehr rauskommen.
00:17:03: Und dahin sehen wir jetzt halt unsere Aufgabe zu sagen, nee, wir waren Spitze die Welt hat sich bei uns orientiert bis ungefähr Mitte der neunziger Jahre aber dann sind wir leider stehen geblieben und schon mein Vater das System so wie es ist, nicht dauerhaft betrieben werden kann.
00:17:24: Sondern dass sich die Rahmenbedingungen immer wieder ändern und es bedarf grundlegender Reformen.
00:17:30: Es ist eigentlich für ihn ein bisschen schade, dass er jetzt die wichtigste Reform, die eben auch ansteht – auch über die Notfallreform -, dass er das tatsächlich gar nicht mehr erleben kann.
00:17:41: am Ende eigentlich sein langgesehener Traum zu sagen, das braucht es nochmal.
00:17:45: Es braucht noch mal einen kompletten Neustart weil das Ausland und das hat er deutlichst gesehen ist links und rechts eine Unsinn zwischen
00:17:54: vorbeigelaufen.".
00:17:55: Ja und deswegen Herr Steiger sollten wir wirklich nochmal in Erinnerung rufen denn es wissen zwar viele aber nicht gänzlich alle tatsächlich wofür die Björnsteiger Stiftung hier steht... in der Vergangenheit innovativ verantwortlich war und ist im Positiv.
00:18:12: Sie haben es erwähnt, die Einseins Null, die Einsains Zwei wären nicht denkbar ohne den Einsatz der Steigerstiftung.
00:18:19: Die Rettungswagen in ihrer Form bis sie heute sind überhaupt der Einsatz wäre nicht denkbare Luftrettung.
00:18:25: Dies gibt während ich denkbar die Notruf sollen.
00:18:28: das gibt jetzt neu oder relativ neu eben auch an Gewässern Weil Menschen eben an Bade sehen, ihre Handys im Auto oder sonstwo lassen und gerettet werden müssen.
00:18:38: Also ganz viele Sachen in der Vergangenheit Und jetzt auch in der Gegenwart hat die Björn Steiger Stiftung aufs Weg gebracht.
00:18:45: Sie haben es erwähnt Die Reform des Rettungswesens ist sehr sehr interessant und gleichzeitig ein großes Ziel für die Stiftungen immer gewesen.
00:18:55: Warum?
00:18:56: Weil im Prinzip der Rettungstienst Die Achillesverse für alles und zwar ist es das wichtigste Element, weil es ist das erste was tatsächlich greift.
00:19:08: Damit meine ich noch nicht einmal in erster Linie die Rettungsfahrzeuge oder die Notfallsanitäter und Rettungssistenten sondern beginnt mit dem Notruf in der Leitstelle.
00:19:20: dort ist sozusagen der Herzschlag, der Puls da wird das gesamte der ganze Kreislauf sozusagen eigentlich am Leben gehalten und deshalb ist es so elementar wichtig, dass die Leitstelle wirklich auf Top-Niveau da steht.
00:19:38: Und das sie eben vieles leisten können muss.
00:19:42: und es heißt auch, dass sie in die Lage versetzt wird nicht nur Rettungswagen zu schicken oder ein Rettungshubschrauber sondern was ja auch in der Lage ist selbst Erste Anweisungen für die erste Hilfemaßnahmen mit anzuleiten, dass sie auf andere Ressourcen zurückgreifen kann.
00:20:02: Wir nehmen immer das Beispiel Niederösterreich oder generell Österreich weil es ist uns sprachlich nahe aber Sie finden es in den skandinavischen Ländern Benelux-Staaten und dergleichen ebenfalls.
00:20:12: Da können die dann auch direkt auf die niedergelassenen Ärzte noch mit zugreifen.
00:20:15: Da können sie auf Pflegekräfte mitzugreifen, wenn es klar ist das ist doch nur ein Katheterwechsel, das ist kein Notfall für den Rettungsdienst und es braucht jetzt nicht in den nächsten zehn Minuten sondern da reicht's, wenn in der nächsten zwei drei oder vier Stunden jemand vorbeikommt und einen einfachen Katheterwechsel zu Hause vornimmt oder im Pflegeheim und dergleichen.
00:20:36: und das sind alles Fälle wo heute immer der Rettungstienst alarmiert wird und dafür ist er nicht da Das heißt die Leitstelle als Ausgangspunkt einer kompletten Patientensteuerung.
00:20:47: Das ist für uns ganz, ganz wichtig und wir gehen auch noch weiter weil es gibt ja immer die Diskussion der Bürger ist so blöd weil er bei jeder Kleinigkeit anruft.
00:20:58: Für den Bürger ist das ein Notfall und er weiß sonst nicht, wo sich hinwenden soll.
00:21:03: Also geht es nicht darum, dass er sich auch überlegt welchen Nummer muss ich jetzt eigentlich wählen?
00:21:08: Ist das jetzt die F-sechs, F-sieben?
00:21:10: Ist dies jetzt die Giftnotrufzentrale?
00:21:13: Ist dieses was auch immer sondern eigentlich und dafür Appel?
00:21:17: oder das ist unser Ziel?
00:21:19: da wollen wir hin.
00:21:20: Die Leitstelle selber ist der Anlauf für alles und die Leitstelle muss ganz schnell innerhalb von Sekunden entscheiden können auch.
00:21:29: Ja, ich bearbeite das komplett zu Ende oder nein, der ist bei mir falsch!
00:21:33: Ich verbinde ihn aber direkt mit den Menschen, die für ihn jetzt auch zuständig und richtig sind weil es kann nicht sein dass wir das der Versuchenden im Bürger beizubringen.
00:21:46: Das kann keiner mehr erfassen, für was wer tatsächlich zuständig ist.
00:21:49: Und deshalb ist es so wichtig dass die Leitstellen mit allen vernetzt sind und nicht nur Rettungswagen und Rettungshubschraube entsenden können, sondern sie müssen sehr viel mehr leisten können.
00:22:02: Was in wenigen Leitställen in Deutschland der Fall ist genannt wird immer Oldenburg und die umgrenzenden Kreise da, die dazu gehören Fechter, Klappenburg und dergleichen wohl vorbildliche Leitstelle haben, ähnlich wie das österreichische Modell, was Sie erwähnt haben oder auch das Skandinavische.
00:22:21: Nehmen sie uns doch mal mit Herr Steiger für all die, die es nicht konkret wissen, wo viele Zuhörer und Zuhöre haben, die natürlich hier im Rettungswesen zu Hause sind.
00:22:29: aber trotzdem BAS ist in Österreich anders beispielsweise als an Költen wenn ich da die Equivalenz von eins ein zwei anrufe als wenn ich mich hier bei der Feuerwehr, Notruf, Nummer, Wilde.
00:22:45: Ich mache es vielleicht mal mit dem klassischen Beispiel... Weil den Fall habe ich ja selber tatsächlich erleben dürfen, beim Mithören in der Leitstelle.
00:22:54: Dass da einer am Samstag anruft und sagt erst mal Patient, er hat einen Anfall, sein Asthma-Spray ist alle Und die Leitstele denn direkt sagen kann okay wir haben ja Zugriff auf ihre Patientenakte Wir sehen ihr niedergelassener Arzt verschreibt ihn immer dies aus ein jenes Medikament.
00:23:12: Wir als Leitstelle stellen jetzt von hier sofort ein Folgerezept aus.
00:23:17: Also die können keine neue Rezepte ausstellen, aber Folgerezepte kann die Leitstellen ausstellen.
00:23:23: damit ist schon mal... das Rezept direkt da.
00:23:25: Aber es geht noch darüber hinaus, dass die dann eben auch sagen können und sie sind so insoviel Meter von der nächsten Apotheke entfernt, die eben gerade offen hat.
00:23:34: Und wir können auch sagen, die Apotheker hat das Medikament vorrätig.
00:23:38: Wir blocken das jetzt ganz für Sie.
00:23:41: Sie gehen da jetzt grade mal noch die Fünfhundert Meter weiter und können das abholen.
00:23:46: Die Apothek bekommt direkt von der Leitstelle auf Ihre Monitor angezeigt.
00:23:50: Da kommt gleich einmal einer, der braucht dieses Medikamente können die das sozusagen schon mal aus dem Schrank holen und der kriegt es sofort verabreicht beim Betreten der Apotheke.
00:24:00: Und dann ist es auch noch so, dass wenn das ausgehändigt wird – der Patient hat ein QR-Code von der Leitstelle, die Apotheker hat einen, die beiden werden miteinander gemetscht und in dem Moment wo diese Codes miteinander gemetzt werden, wird hinter Patientenaktiv beim niedergelassenen Hausarzt voll automatisch eingetragen.
00:24:19: Folge Rezepte ausgestellt, Medikament ausgehandigt, Patient ist wieder versorgt.
00:24:23: wenn denn am Montag der Niedeglassene Arzt sein Rechner hochfährt und seine Liste guckt dann sieht er okay der Patient wird jetzt wieder längers nicht bei mir sein.
00:24:32: Der braucht kein neues weil der hat ja gerade eben ein neues Medikamente erhalten.
00:24:37: Das ist der Unterschied.
00:24:38: Bei uns geht er der Rettungsdienst raus, bringt ihn ins Krankenhaus dort wird er stabilisiert.
00:24:42: zur Sicherheit behalten ihnen dann viele noch bis Montag früh da weil das Krankenhaus darf kein Rezept ausstellen und dann geht erst am Montag zu seinem Hausarzt holt sich ein neues Rezept und dann wird eine ganze Prozesskette sozusagen oder nicht lahmgelegt, sondern belastet.
00:25:02: Und das wird es eben in dem Fall in Österreich eben nicht und der Patient ist glücklich weil er eben auch sofort wieder nach Hause gehen kann und dementsprechend versorgt ist.
00:25:10: oder ich lasse mich ein anderes Beispiel nennen wenn Menschen anrufen die dann einfach sagen ja sie haben jetzt hier irgendwie vierzig grad Fieber oder was auch immer dann wird den halt am Telefon erklärt, wie Wartenwickel funktionieren.
00:25:22: Also das heißt auch die Anleitung zur Selbsthilfe ist in Österreich auf einem vollkommen anderen Level als bei uns.
00:25:30: also sie haben ja auch im sozusagen nicht Notfall medizinischen Bereich den Anspruch dass Sie Achtzig Prozent der Anrufer am Telefone entbehandeln.
00:25:43: und Wenn man sich das dann mal bei uns vorstellt, da wird die nur mitgeteilt.
00:25:49: Wer der nächste Arzt ist, der gerade Dienst hat, wenn ich es jetzt mal böse sagen kann, naja, das kann ich auch googeln im Internet.
00:25:57: Dazu bräuchte ich eigentlich die Sechs Elf Sieben nicht.
00:26:01: und wenn sie sich dann auch die Reaktionszeiten einfach angucken, dass in Österreich bei dem ähnlichen, mit der ähnischen Rufnummer F-sechs, F sieben.
00:26:11: Bei denen ist das dann die vierzehntfünfzig anrufen?
00:26:15: Der wird halt nach zwanzig Sekunden abgenommen.
00:26:17: Das ist ja erstes Notdienst genau und wir haben mal versucht da anzurufen auch ich gehört dazu, der weiß Sie haben es erwähnt, zwanzich Minuten.
00:26:25: Da kann auch länger dauern und man isst ja meistens in einer Notlage oder zumindest kurz davor wie eins, ein, zwei.
00:26:32: also den Notruf zu wählen geht nochmal diesen Zwischenschritt und ist natürlich dann hoch frustriert, weil das nicht passt.
00:26:38: Und beim nächsten Mal weht man dann wahrscheinlich wieder die Einzeilen zwei.
00:26:41: Aber Steiger für alle, die dies nicht wissen sind die Österreicher so viel klüger als wir?
00:26:46: oder warum können sie solche Anleitungen geben über ihre Systeme?
00:26:53: Na ja, weil Sie einfach hochdigitalisiert sind.
00:26:56: also das heißt Sie haben riesige KI-Systeme im Hintergrund, die damit arbeiten.
00:27:02: Da ist unglaublich viel vernetzt und da ist einfach alles digitalisiert!
00:27:08: Also ich meine, wenn Sie sich alleine mal angucken.
00:27:10: Wir sind jetzt gerade glücklich dass wir im letzten Jahr die digitale Patienten Akte eingeführt haben.
00:27:16: Die Österreicher haben das vor fast zwanzig Jahren in Prinzip schon mit eingeführt.
00:27:21: Zwar effektiv läuft sie glaube ich jetzt fünfzehn Jahre.
00:27:24: aber ich mein das sind ja Zeitspannen einfach dazwischen.
00:27:28: und vor allen Dingen wenn man dann einfach sieht was bei uns unsere Akte kann und was dann wiederum die österreich oder die skandinavischen und die Benelux Daten mit ihren Akten können.
00:27:40: Entschuldigung, da haben wir dann tatsächlich in dem Verhältnis wirklich nur ein Bruchteil... des Leistungsspektrums.
00:27:48: Und das ist nicht mehr nachvollziehbar, man hätte es von der Stange direkt kaufen können.
00:27:54: aber nein!
00:27:54: Man ist ja wieder neunmal klug und muss dementsprechend wieder alles selber entwickeln.
00:28:00: und ich zeige jetzt schon dass im Jahre zwanzig achtundzwanzig Deutschland die EU-Vorgabe nicht erfüllen werden kann, dass unsere elektronische Patientenakte in der europäischen Harmonisierung in der gesamten EU zur Verfügung gestellt werden und abgerufen werden kann, wenn ein Deutscher in Schweden oder sonst wo ist und ein medizinisches Problem hat.
00:28:22: Da mache ich jetzt schon die Wette drauf dass wir uns da nicht mit einklinken können.
00:28:26: aber alle anderen EU-Staaten können das und wir sind – und es muss man aller Deutlichkeit zu sagen in Deutschland eine Insel in Europa.
00:28:36: also wir sind von allen EU Staaten gehängt worden.
00:28:40: Also die disponieren auch Länder übergreifen, die tauschen auch Länderübergreifen mittlerweile zum Teil Notrufe aus.
00:28:47: also ich habe es auch jetzt erst wieder erlebt in Wien in der Leitstelle.
00:28:50: da hat die Leitstele Wien einen Notruf entgegengenommen der gar nicht in ihrem Bezirk war.
00:28:55: er war auch in dem Fall wieder Niederösterreich und singelt von Nieder Österreich.
00:29:00: Aber der Notruf kam tatsächlich aus der tschechischen Grenzregion heraus und die Wiener haben diesen Notruff vollständig abgearbeitet, der am Ende auch noch von Rettungskräften in Tschechien durchgeführt worden ist.
00:29:14: Und das Ganze läuft voll digital, voll automatisch... Und wir schaffen es noch nicht einmal von einer Landkreisgrenze zu anderen in irgendeiner Form jemanden zu disponieren oder zu informieren und sehen die einfach nicht.
00:29:28: Das geht auch bei den Ersthelfer-Apps los, Österreich hat landesweit eine einzige App das heißt wenn einer aus Innsbruck gerade in Salzburg ist und der ist fünfzig Meter oder hundert Meter von jemandem entfernt, der reanimiert werden muss dann sieht dass die Leitstelle denn ist es vollkommen egal wo er in Österreich sonst wo lebt und wohnt.
00:29:49: Und bei uns funktioniert das dann halt in der Form nur mit, wenn ich in München registriert bin aber ich bin in Hamburg.
00:29:57: Dann können die Hamburger mich dort nicht sehen, dann können sie diese Ressource einfach nicht nutzen.
00:30:03: und wenn man sich anguckt was wir an Ressourcenverschwendung betreiben, ist es absolut verrückt!
00:30:10: Wenn man sich ankuckt dass bei uns kostentechnisch der Rettungsdienst Teuerste in der Welt ist die Ergebnis meiste Geld dafür aus.
00:30:19: Aber wir sind gleichzeitig ineffizient bis zum Umfallen, dann steht es in keinem Verhältnis mehr und das muss sich ändern.
00:30:27: Und ich werde auch nie müde genau an dieser Stelle immer zu betonen.
00:30:31: Das ist nicht ein Problem, dass wir schlechtes Personal haben.
00:30:34: Wir haben – das ist nämlich das Verrückte dabei!
00:30:36: Wir haben mit dem bestausgebildeten Personal weltweit.
00:30:41: Am besten ausgestattete Material an Fahrzeugen und Equipment in der gleichen Welt.
00:30:47: weiter sind wir führend.
00:30:49: Aber das System, indem wir die Menschen arbeiten lassen, dieses System, in dem wird diese Technik sozusagen vorhalten.
00:30:57: Dieses System ist so kaputt – ich sage an dieser Stelle immer Wie das Bandsystem auch denn keiner würde sagen der ICE als Zug ist jetzt unmodern oder die Lokführer wären schlechte Lokführern Deutschland.
00:31:11: Und trotzdem weiß jeder, dass System an sich ist komplett in die Krütze gefahren und genau so ist es eins zu eins identisch mit dem Rettungsdienst.
00:31:22: Das muss man auch in seiner Dramatik einfach nur sozusagen.
00:31:25: beim Zug kommt halt der Zug Verspätet oder manchmal auch gar nicht und im Rettungsdienst sterben Menschen schlicht und ergreifend an diesen Fehlern.
00:31:33: Und das andere Problem ist, am Bandgleich stehen eben vier, fünfhundert Menschen die das zeitgleich erleben und im Redungsdiensten sind es Einzelschicksale.
00:31:42: Das heißt sie erleben immer nur die einzelnen Menschen und die glauben dann immer naja das war halt Pech!
00:31:48: Sie hatten Pech?
00:31:50: Nein es ist kein Pech Es ist systematisch
00:31:54: Und das ist schlimm.
00:31:55: Es ist gut, dass ich das so klar sage, Herr Steiger, denn sowas schlägt sich ja durch.
00:32:00: Irgendwann ist auch ein kaputtes Bahnsystem mehr als ein kaputes Bahnssystem.
00:32:04: und viele Menschen jetzt ist ein Symbol dafür wie wenig noch funktioniert und auf wie wenig sie sich verlassen können.
00:32:11: Man merkt es ja auch, das hat dann auch irgendwann Auswirkungen auf Umfragen und dergleichen.
00:32:17: Das Rettungswesen gehört natürlich zu diesen staatlichen oder hoheitlichen Aufgaben dazu die oder auch Länderaufgaben.
00:32:26: in diesem Fall ist ja auch staatlich.
00:32:28: Die entsprechend, auch von denen die Menschen erwarten dass sie funktionieren.
00:32:31: wann haben wir eigentlich begonnen in dieser Richtung falsch abzubiegen?
00:32:37: das heißt also wo sehen Sie die Gründe das auf einmal gar nichts mehr oder so wenig funktioniert obwohl wir so gutes Equipment haben so gute Menschen in Rettungswesen arbeiten so engagiert sind?
00:32:50: aber Was ist der Initialpunkt von diesem Punkt an?
00:32:54: Haben uns andere überholt und zwar massiv in Europa.
00:32:59: Die Frage habe ich mir lange gestellt, beweisen kann ich es natürlich nicht aber ich hab eine Theorie.
00:33:04: Und zwar die Theorie ist tatsächlich die Wiedervereinigung.
00:33:08: bisschen seltsam.
00:33:11: Wir waren damals in einer gewissen Euphorie, wir waren dann auch ganz stark und zu dem Zeitpunkt waren wir auch rettungsdienstlich die Spitze der Welt.
00:33:20: Fußballweltmeister!
00:33:22: Und FußballweltMeister kamen auch noch hinzu.
00:33:28: Das muss man mit aller Selbstkritik auch so sagen.
00:33:30: Wir haben im Eiltempo der ehemaligen DDR sprich den neuen Bundesländern unser System direkt aufgepropft.
00:33:40: Und zwar mit allen Konsequenzen, also das bedeutet auch dass wir uns überhaupt nicht die Mühe gemacht haben zu gucken.
00:33:48: was hat denn möglicherweise die DDRs zu ihrer Zeit ganz gut gemacht?
00:33:52: und da gab es Dinge besser waren als bei uns.
00:33:56: Das ging schon mit der Gemeindeschwester los, die hatten ihre schnelle medizinische Hilfe, die anders strukturierten aufgebaut war.
00:34:05: Es waren die Polykliniken und Ergleichen aber das zählte plötzlich alles nichts mehr weil es war ja die DDR und die DDR ist gescheitert und bei einem gescheiterten Staat wird nichts übernommen.
00:34:18: Das war ganz große Fehler.
00:34:22: Warum sage ich das an der Stelle?
00:34:24: Weil wir haben die ganzen Strukturen genau zu dem Zeitpunkt dann eben in den neuen Ländern gerade eingeführt, mit viel Geld neue Leitstellen geschaffen und unsere eigentlich schon zu demzeitpunkt über zwanzig Jahre alte Struktur dort nochmal neu aufgesetzt.
00:34:44: Und das ist genau der Zeitpunkt.
00:34:46: ab Mitte der neunziger Jahre und Ende der neunsiger Jahre war eben in anderen Ländern, kam der Gedanke da müssen wir was an der Struktur wahrscheinlich verändern.
00:34:57: Das ist so nicht mehr tragfähig und wir waren dann nicht mehr bereit das zu akzeptieren weil wir haben es ja gerade eben Hochmodernen eben auch in den neuen Ländern eingeführt und haben dann schon Anfang der zweitausender Jahre sozusagen die nächste Renovierung will ich mal nennen.
00:35:17: In Deutschland durchgeführt, aber eben weiterhin auf dem gleichen Prinzip wie wir das die ganzen Jahrzehnte hatten.
00:35:24: man hat vielleicht am Leitstellenrechner noch ein bisschen rumgeschraubt und was auch immer, aber man hatte Grundstruktur in keinster Weise hinterfragt.
00:35:33: Und dass ist eben in den anderen Ländern passiert.
00:35:35: dort wurde ab dem Jahre zweitausend tatsächlich massiv Die Grundstrukturen hinterfragen.
00:35:41: da war dann auch tatsächlich Österreich identisch waren bis zu dem Zeitpunkt zu Deutschland, die ein Abziehbild von Deutschland waren.
00:35:49: Die waren sozusagen unser siebzehntes Bundesland wenn man so will und die haben für sich erkannt das geht es so nicht und die dann ab dem Jahre zwei, zwei, drei tatsächlich gesagt wir müssen die ganze Struktur vollständig umbauen und somit wurde eben von der ich sag mal vom Marktführer Deutschland plötzlich die Innovationskraft Österreich zum eigentlichen Vorbild.
00:36:13: Also das muss man auch so deutlich sagen, auch die USA, Südafrika, Australien und Neuseeland, die skandinavischen Länder orientieren sich tatsächlich alle an den Grundstrukturen von Österreich.
00:36:26: natürlich hat es dann jeder noch versucht ein bisschen weiter zu adaptieren aber im Grunde sind sie alle da gleich.
00:36:35: Das heißt, nicht mehr Deutschland ist der Taggeber, Österreich ist jetzt der Tag Geber und das ist für uns natürlich schon ein bisschen bitter.
00:36:42: Sie haben ja gute Kontakte auch in die Politik.
00:36:44: Sie äußern diese Kritik auch klar und unmissverständlich.
00:36:49: Hören Sie da oder wird diese Kritika jetzt noch mehr wahrgenommen als in den vergangenen Jahren?
00:36:55: Oder führt Sie Ihre Meinung nach dazu, dass sich etwas ändert?
00:36:59: Ja und nein!
00:37:01: Also ich will es mal so rum sagen, unser Schmerzpunkt der Finanzierung ist immer noch nicht erreicht.
00:37:07: Es ist immer viel zu viel Geld in diesem System und ich sage es mal hart wir bräuchten eigentlich noch weniger Geld in dem System damit es wirklich die Notwendigkeiten die Bereitschaft gibt ernsthaft etwas zu verändern.
00:37:22: Das
00:37:22: ist ja ein bisschen überraschter steiger, weil genau.
00:37:25: Weil immer die Rede davon ist dass im System zu wenig Geld ist das Gesundheitssystem echt unter den Belastungen.
00:37:33: aber sie sagen man kann da viel effizienter sein und das Geld sinnvolle einsetzen.
00:37:37: Genau!
00:37:38: Das heißt wir leisten uns einfach immer noch den Luxus von vielen zu vielen Leitstellen und den vielen unterschiedlichen Leitstellensystemen.
00:37:46: ich möchte dazu auch dann sagen Ich habe ja an manchen Stellen schon gesagt, eigentlich reicht es für Deutschland eine einzige Leitstelle.
00:37:53: Damit ist aber nicht gemeinten das das Missverständnis was viele nicht verstehen, mir ist nicht gemein dass wir eine Leitstelle physikalisch in einem Ort haben sondern da kann meinetwegen in jedem Landkreis können weiterhin Disponenten sitzen.
00:38:07: Aber wir reden bitte über ein einzige System.
00:38:10: Und es muss dann auch in einem Katastrophenfall möglich sein, dass eben jemand aus Hamburg Notrufe aus München genauso schnell bearbeitet und annehmen kann so wie das eben in anderen Ländern auch der Fall ist wo die Örtlichkeit keine Rolle mehr spielt weil wir nicht mehr über Systeme sprechen wo ein dezidierter Leitstellenrechner atomgesichert im Keller verbaut ist sondern wir reden hier über Cloud-Systeme.
00:38:36: wenn sie sich zum Ausland angucken Teil bis zu neunzig Prozent der Leitstellendisponenten im Homeoffice agieren dürfen.
00:38:44: Das ist für deutsche Verhältnisse unfassbar, das kann man sich nicht vorstellen.
00:38:49: aber genau das braucht es.
00:38:50: wir müssen ganz anders denken.
00:38:52: und diese Systeme die dann eben auch wirklich in diesen cloud basierten Abfragesystem funktionieren die mit hohen KI Parametern gefüttert sind und begleitet Da gehen die Kosten dramatisch runter.
00:39:07: Die kosten viel, viel weniger und wenn ich mir alleine mal angucke was momentan veranschlagt worden ist in Bayern was dort an neuen Leitstellen gerade gebaut wird und welche Kosten dafür ausgegeben werden also wenn ich es jetzt richtig überschlagen habe sind das fast allein nur für Bayern fast eine Milliarde Euro.
00:39:26: nur ein leitstellen bauten Im Rest Europa gehen die in Mietz Büros, da wird gar nicht dezidiert gebaut weil ihnen die Infrastruktur irrelevant ist.
00:39:36: Weil es geht nur um das System wo sie sich jederzeit ich sage mal ganz hart sogar von der Parkbank einlocken könnten wenn's erlaubt ist.
00:39:47: Aber so weit denken wir gar nicht, bei uns sind wir einfach so dermaßen betoniert und das kostet Geld.
00:39:54: Und das kostete aber am Ende des Tages auch Menschenleben.
00:39:57: Das muss man auch ganz deutlich sagen.
00:40:00: Ich möchte jetzt auch noch mal ganz deutliche betonen Es ist nicht dass wir schlechte Leitstellendisponenten haben.
00:40:07: Wir versetzen die Leitstellendisponentin nichts in die Lage mit den richtigen Tools zu arbeiten.
00:40:13: Wir lassen sie im Prinzip alleine!
00:40:16: Es ist auch immer auf die Tagesform bei vielen darauf abhängig, wie der jetzt gerade drauf ist, wir Abfragen.
00:40:23: Und es ist bei diesem ganzen international standardisierten Abfragensystem eben nicht der Fall!
00:40:29: Da können Sie eine ganz schlechte Nacht gehabt haben, solange Sie noch lesen und tippen können – weil das System regelt alles.
00:40:36: Und das System ist auch so intelligent, dass es eben ausfiltern kann.
00:40:39: aufgrund seiner Fragestellung hat da jetzt jemand geguggelt um ganz sicher ein Notarzt zu bekommen weil dann werden Zwischenfragen gestellt die Google so nicht kennt oder nicht so bearbeitet und dann können sie das ausfiltern und dann wissen Sie ganz genau so ist diese Situation nicht wie er sie ursprünglich beschrieben hat.
00:40:58: Das kann ein Mensch gar nicht leisten und die nächste Stufe ist im übrigen das mag jetzt für viele noch Spacer klingen, dass die KI sogar die Telefongespräche also den Notruf selbst entgegen nimmt.
00:41:12: Gar kein Mensch!
00:41:13: Die ersten Testversuche laufen.
00:41:17: Beziehungsweise ist eigentlich schon der zweite Versuch, der erste Versuch zugegebenermaßen nicht so funktioniert.
00:41:23: Jetzt das Zweite Versuch.
00:41:24: zumindest die ersten Ergebnisse, die vorlegen sind da schon deutlich vielversprechender und wenn man sich die Entwicklung der KI dann anguckt glaube ich darauf wird es rauslaufen.
00:41:34: und das sind alles Kostensänker bei gleichzeitiger Steigerung der Qualität und das ist nicht wegzudiskutieren.
00:41:42: im Ausland sind sie qualitativ deutlich über dem Level von uns und dann auch noch viel, viel billiger.
00:41:50: Was muss passieren damit diese klare Erkenntnis noch stärker in die Öffentlichkeit dringt?
00:41:54: Und vor allem wie handeln den Politikerinnen und Politiker erreicht?
00:41:58: Gute Frage, nächste Frage.
00:41:59: Also daran arbeiten wir natürlich schon ewig und das ist ja auch der Grund warum wir Verfassungsbeschwerde in Karlsruhe eingereicht haben.
00:42:08: Vielleicht
00:42:08: einbaut dazu.
00:42:10: Sonst werden wir dazugekommen.
00:42:11: aber weil sie es erwähnen ist genau Sie haben gesagt dass da einen Grund dafür weil die Warum die Stiftung?
00:42:16: Warum Sie?
00:42:18: Sie muss man hier sagen Verfassungsschwäle vor dem Bundesverfassungen Gericht in Karlshuhe eingreicht haben.
00:42:26: Vielleicht nehmen Sie uns noch einmal mit, wie es da stand und was war der Urknall dafür?
00:42:32: Der Urknull dafür war, dass wir nach über zehnjähriger Diskussion mit der Politik ich dann irgendwann mal am Tisch aufgestanden bin und gesagt habe, dann lässt die Politik uns keine andere Wahl.
00:42:46: Wenn wir durch Argumentationen nicht weiterkommen, dann müssen wir mit einer Verfassungsbeschwerde nach Karlsruhe gehen weil wir fest davon überzeugt sind dass der Staat mit dieser Struktur seiner Schutzpflicht gegenüber den Bürgern nicht mehr nachkommt und das da gesamte Rettungsdienst tatsächlich anders bewertet werden muss.
00:43:07: Das ist sozusagen Inhalt unserer Verfassungsbeschwerde, wo wir einfach sagen Wir haben keinerlei internationale Standards mehr oder aktuell.
00:43:16: zum jetzigen Zeitpunkt Wo wir gerade den Podcast aufnehmen sind es drei offizielle international zertifizierte Leitstellen, Osnabrück Oldenburg und MS Fächter.
00:43:28: Es sind noch mal drei weitere gerade in der sozusagen auf dem Weg diesen Status zu nehmen.
00:43:36: Dann sind es meinetwegen sechs von zweihundertvierundvierzig Leitstellen.
00:43:40: Und das heißt zwar oder der Rest am Ende des Tages also twohundertdreißig Leidstellen entsprechen keinerlei internationalen Standards Und das ist eben für uns Grund genug, alleine zu sagen so kann es nicht gehen.
00:43:54: Dann geht's auch um die Struktur.
00:43:55: Es geht einfach um die gesamten Mechanismen dieses Systems Die alle außerhalb jeglicher internationaler Standards sind.
00:44:04: und wir pochen darauf dass Deutschland sich nach den internationalen Standards zu richten hat und darüber wird Karlsruhe sozusagen dann auch ein Urteil fällen.
00:44:16: Ob es jetzt zu unseren Gunsten geht oder ob die Freiheit der Länder weiterhin so hoch bestehen bleibt, dass sie eben von solchen Standards abweichen können?
00:44:24: Wenn man sich die Fragestellungen, die das Gericht an alle gestellt hat und die gingen auch an alle Landesregierungen raus als in alle sechzehn Landesregierungen, dann ist einem schon bei der Fragestellerung relativ klar, unserer Argumentationskette zumindest nicht abgeneigt ist zu folgen.
00:44:46: Das heißt noch nicht, dass sie folgen.
00:44:48: aber die Fragestellung, weil es jetzt noch ein öffentliches Verfahren ist will ich da jetzt noch nicht in Detail reingehen weil das wäre sozusagen anmaßen gegenüber dem Gericht an der Stelle.
00:45:01: Aber ich kann deutlich sagen, wir haben große, große Hoffnungen bekommen als wir das einfach gesehen haben wie das Gericht damit auseinander geht und mit welcher Tiefe sich das Gerich auch auseinandersetzt hat.
00:45:12: Und in der Größenordnung kann ich Aussagen beraten hier mittlerweile über mehr als zehntausend Seiten Material was in diesem Verfahren zusammengetragen worden ist.
00:45:23: Wir gehen eigentlich jetzt davon aus, dass das Gericht in Kürze tatsächlich einen Termin bekannt geben wird für ein öffentlichen mündlichen Erörterungstermin.
00:45:36: Es ist auch auf der Homepage des Gerichts ja schon zu sehen, da es angekündigt, dass es auch noch dieses Jahr zu einer Entscheidung kommen soll.
00:45:44: Dementsprechend wirklich High Speed ist.
00:45:46: also das heißt, dass war dann ein priorisiertes Verfahren.
00:45:50: Also Karlsruhe sieht glaube ich da schon, dass es hier um Menschenleben geht und deshalb haben sie auch deutlich schneller reagiert.
00:46:01: Wie gesagt, dass es auch auf der Homepage steht ist eigentlich immer so das Signal.
00:46:04: Dass es zu einer Grundsatzentscheidung kommt und dass es eben kein Verfahren ist was irgendwo mal am Rande bei beiläufig mitgenommen wird.
00:46:17: oder den Ankündigungen, es gab eine Berichterstattung Ende Oktober wo es dann hieß das Verfahren wäre abgeschmettert worden.
00:46:25: Das ist mitnichten der Fall gewesen, es ist nur ein Teil herausgenommen worden und zwar um das hier auch nochmal klar zu sagen wir hatten eben auch das Bundesgesundheitsministerium beziehungsweise die Bundesrepublik Deutschland in dem fall insgesamt mit auf die Anklagebank gesetzt Und da hat einfach das Gericht festgehalten, dass rein formal juristisch unsere Verfassungsbeschwerde gegen den Bund im Jahre und Achtund Achtzig ausgelaufen ist, weil wir uns da auf einen Passus bezogen haben.
00:46:57: Im Sozialgesetzbuch Fünf bei dem eine Klage oder eine Beschwerde nur bis zum Jahr Eintrachten Achtun Achtzig möglich war.
00:47:04: Und das war der einzig formal juristische Grund, warum es nicht kam.
00:47:10: Und alle anderen Punkte sind aber behandelt von Karlsruhe und deshalb bleibt mir guten Mutes.
00:47:19: alle, ich sag mal Verfassungsrechtler auch außerhalb von unseren direkt beauftragten die sich das aber von außen angeguckt haben und mit denen ich dann mal Kontakt hatte sagen eigentlich.
00:47:31: Das müsste ziemlich deutlich in unsere Richtung laufen.
00:47:36: also eine wirkliche Niederlage unsererseits können sich nur ganz ganz wenige vorstellen.
00:47:42: und ich glaube wenn Karlsruhe unseren Forderungen statt gibt dann wird es den Rettungsdienst wirklich im Markt mit erschüttern und zwar deshalb, weil da steht alles auf dem Prüfstand.
00:47:55: Dann muss die gesamte Struktur komplett neu sich angeguckt werden und dann gelten einfach bundesweit internationale Standards.
00:48:05: Und dann wird für jedes Bundesland auch schwierig mit einem eigenen Rettungssitz anders zu agieren als andere Bundesländer.
00:48:14: Das heißt das wird dadurch ziemlich sicher zu einer deutlichen Harmonisierung kommen und auch zu einer, ich sag mal, ziemlichen Gleichschaltung.
00:48:23: Dass der Rettungsdienst wirklich von Flensburg bis Konstanz dann beidesgehend gleich ist – weil das ist vielen auch nicht klar -, dass er nicht nur von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich ist sondern in vielen Bundesländern ist er auch noch vom Landkreis-zu-Landkreis komplett unterschiedlich organisiert!
00:48:38: Und es geht einfach nicht mehr.
00:48:40: die Zeiten gehen nicht wir haben das Geld nicht und wir haben die Ressourcen Und es kostet Menschenleben und das dürfen, können wir uns nicht leisten.
00:48:48: Das ist nichts zu
00:48:49: dulden.".
00:48:50: Sie nennen ja auch häufiger als Beispiel der Steige das dann dazu führt dass in bestimmten Landkreisen bestimmte Medikamente auf dem Rettungsfragen vorhanden sind den anderen Landkreis nicht oder auch verabreicht werden dürfen von den Sanitäten an Borde und bei anderen Nichts also dass das auch dementsprechende Auswirkungen hat auf die Patientinnen Patienten die es zu versorgen gilt.
00:49:13: Jetzt gibt's ja, und dann kommen wir auch zum Abstoß.
00:49:17: aber jetzt gibt es ja auch eine Gesundheitsreform.
00:49:20: wie viele Hoffnungen verknüpfen Sie mit der?
00:49:22: Da schlagen mittlerweile auch zwei Herzen in meiner Brust wenn sie so wollen und zwar der erste Entwurf so wir ursprünglich in den Bundesrat vom Bundesgesundheitsministerium beziehungsweise vom Kabinett reingegeben war.
00:49:37: Der war für uns schon der beste Wurf, den man sich hat vorstellen können.
00:49:42: Wir hätten natürlich noch viele andere Wünsche mehr gehabt aber im politischen Umfeld war das für uns sozusagen schon mal ganz wichtig und dementsprechend hatten wir da viele Hoffnungen und haben gesagt wenn das so kommt dann sind wir auf jeden Fall schon zufrieden.
00:49:57: Dann hätte es sich wahrscheinlich unsere Verfassungsbeschwerde fast erübrigt wobei auch dazu sagen muss ich glaube ohne die Verfassungsbeschwerde im Hintergrund hätte es den Druck auf diesen ersten Entwurf so nicht gegeben.
00:50:10: Das zweite ist, der Bundesrat hat dann unheimlich viele Änderungen vorgebracht von denen bis auf eine Änderung eigentlich alle nur fatal waren, eine Änderung die dort noch mit vorgegeben war, die das Land Hamburg in dem Fall eingebracht hat, aber leider selbst im Bundesrat mit ihrer eigenen Initiative auch gescheitert ist.
00:50:33: Das war eine Ergänzung, die hätten wir gerne noch mit dazugenommen.
00:50:36: Aber da muss man jetzt einfach sagen dass jetzt auch nochmal im Kabinett zwar fast alles aus dem Bundesrat zurückgewiesen worden ist Aber sie sind, was die standardisierte Notrufabfrage angeht.
00:50:47: Das ist das Herzstück des Ganzen.
00:50:49: Da sind Sie jetzt plötzlich den Ländern entgegen gekommen und das ist für uns kein gutes Zeichen.
00:50:56: Und wir versuchen jetzt natürlich über den Gesundheitsausschuss im Deutschen Bundestag eben im parlamentarischen Verfahren dieses Ansehnen dass man in diesem Punkt nochmal nachgibt und die Uhr an der Stelle noch mal zurückdreht dass das im parlamentarischen Verfahren wieder auf den Urzustand zurückkommt und dass wir weitestgehend tatsächlich das Gesetz bekommen, was ursprünglich vom Bundesgesundheitsministerium verfasst und aufgesetzt worden ist.
00:51:25: Weil das ist das, was wir sagen.
00:51:27: Das ist tragfähig.
00:51:28: all die ganzen Änderungswünsche.
00:51:30: Die machen dieses System tatsächlich schlechter und werfen mehr und mehr Sand ins Getriebe weil Es ist nicht einfach so wie nice to have, da ändere ich mal eine Stellschraube.
00:51:42: Das hat jede Stellschrabe, hat Auswirkungen auf ganz viele Stellschroben in diesem System.
00:51:48: und mein Eindruck auch vor allen Dingen im Dialog mit Politikern, das betone ich an der Stelle auch vor allem außerhalb des Bundesgesundheitsministeriums die aber trotzdem nachher mit abstimmen und mit diskutieren den sind die tragweiten einzelne Beschlüsse gar nicht klar sondern dann Der typische Reflex der Politik, da mache ich hier und da mal ein Kompromiss.
00:52:11: Hier kann man keine Kompromisse machen.
00:52:14: Jeder Kompromess ist schädlich für das System weil es anders... Also die Waage wird ständig ins Ungleichgewicht gezogen Und man hat aber die Vorstellung Es wäre ein Gleichgewicht.
00:52:26: und genau das Gegenteil ist der Fall und deshalb darf das nicht passieren.
00:52:29: Dementsprechend wird jetzt für uns die nächsten Wochen bis Ende September, Anfang Oktober oder darüber hinaus je nachdem wie lange das parlamentarische Verfahren hier für das Gesetzgebungsverfahren bis zum Abschluss kommt.
00:52:41: Dauert werden wir jede Minute, jede Sekunde dafür nutzen um dafür zu werben dass dieses Gesetz in seiner Urfassung des Bundesgesundheitsministeriums auch tatsächlich so verabschiedet wird und es keine Kompromisse gibt.
00:52:57: Wir hoffen da alle miteinander sehr auf Erfolge.
00:53:00: Letzte Frage Herr Steiger, wenn wir zehn Jahre voraus blicken und davon ausgehen dass die Bemühungen erfolgreich sind, oft sehen wir mit dem deutschen Rettungswesen dann?
00:53:12: Wenn ich jetzt träume, würde ich sagen wieder an der Weltspitze und zwar als folgendem Grunde weil wir einfach bestimmte Entwicklungsstufen uns erlaubt haben zu überspringen.
00:53:23: Das heißt, die anderen haben ja jetzt nicht vor zwanzig Jahren das heutige System direkt gehabt.
00:53:29: Sondern wir wollen den Vorteil der späten Geburt.
00:53:33: Wir können sozusagen hergehen und sagen... Wir lassen bestimmte Entwicklungen einfach aus und gehen direkt auf die Volldigitalisierung.
00:53:44: Wir bauen die ganze Struktur komplett anders um.
00:53:47: in einem Ruck, dazu möchte ich übrigens auch sagen ist auch die Erfahrung aller anderen EU-Staaten immer auf die Frage, in welchem Zeitfenster wurde eigentlich dieser ganze Umbruch gemacht?
00:53:59: Und nehmen wir zum Beispiel Österreich, die haben es in sechs Monaten umgebrochen und deren Aussage Das waren eigentlich mindestens vier Monate zu lang.
00:54:08: ZD noch schneller gehen müssen.
00:54:10: Und das haben wir auch aus den skandinavischen Ländern, aus den Benelux-Staaten immer wieder gehört.
00:54:16: Der Umbruch darf eigentlich nur wirklich Wochen oder gar wenige Monate dauern.
00:54:21: Der darf auf keinen Fall Jahre dauern weil ansonsten verlieren sie in dem System.
00:54:25: Das wird sonst nicht... Das sind die Reibungsverluste sonst elementar sondern Sie müssen im Prinzip tatsächlich einen Schalter umlegen.
00:54:31: Das heißt, Sie müssen die Architektur festlegen und dann wird sie insgesamt einmal umgestellt.
00:54:38: Da würde ich mir tatsächlich hoffen zu sagen, wir holen uns von allem das Beste und packen von allem Das Beste zusammen.
00:54:46: Und dann sind wir in der Vorhand daraus für uns die weiteren Entwicklungen wie das System auch für die weiteren Jahre immer wieder zukunftsfest gemacht werden kann selbst mitzubestimmen und damit wäre Deutschland auch tatsächlich erneut und dann auch berechtigt an der Spitze.
00:55:07: Aber bis jetzt sind wir leider nur Entwicklungsland.
00:55:11: Das ist eine schöne Vision durch harte Arbeit, mehr Digitalisierung, mehr Modernisierung zu erzielen und eben auch durch mehr Mut und den Mut in Preise seht.
00:55:21: Insofern ist die Steigerstiftung jeden Tag, indem sie die Reformen des Rettungsdienstes, des Rrettungswesen so vorantreibt seit vielen Jahrzehnten aber jetzt aktuell auch sehr stark.
00:55:32: Danke für den Einblick!
00:55:33: Danke für die Rückrollabe vor allen Dingen!
00:55:36: den Mut, die Dinge nach vorne zu treiben und danke für dieses wunderbare Gespräch.
00:55:42: Und ich möchte aufs Anlass des Hundertsen Podcast wirklich an der Stelle Ihnen sehr herzlich danken, Herr Ander, dass Sie jetzt also tatsächlich so lange diesen Weg mit uns bestritten sind!
00:55:55: Und sie wirklich ganz, ganz viele tolle Podcast folgen.
00:55:59: Also wir haben auch wirklich Highlight-Podcast gehabt, wo ich dann einfach sage, da konnten wir selber für uns noch ganz viel mitnehmen und ich hoffe dass wir auch tatsächlich für unsere vielen Zuhörer die wir da draußen haben und ja neuerdings auch auf YouTube im Video das war ja die nächste Evolutionsstufe, dass wir jetzt auch das Video eingeführt haben.
00:56:20: dafür meinen vielen herzlichen Dank an Sie Ihr ganzes Team und auf die, ich sag jetzt mal ganz salopp, die nächsten Hundert Folgen.
00:56:28: Ja, da freuen wir uns!
00:56:29: Danke auch für die Nogenworter-Dustin.
00:56:32: Dankeschön!
00:56:33: Danke,
00:56:39: tschüss!
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