Der Piepser ist immer dabei - 24/7 Bereitschaft, Ausbildung und das Ehrenamt, das unser Rettungswesen trägt

Shownotes

Mehr als eine Million Menschen engagieren sich in Deutschland in der Freiwilligen Feuerwehr. Einer von ihnen ist Marius Zimmer. Er ist Notfallsanitäter, Feuerwehrmann, Katastrophenschützer und Mitbegründer des Blaulichtkanals. Und er weiß, was dieses Ehrenamt bedeutet: Kameradschaft und Gemeinschaft, aber auch permanente Einsatzbereitschaft, große Verantwortung und manchmal Erlebnisse, die einen nicht mehr loslassen.

In dieser Folge spricht Marius Zimmer mit Béla Anda ungewöhnlich offen über einen Einsatz, nach dem er selbst professionelle Hilfe gebraucht hat. Wir sprechen darüber, warum es keine Schwäche ist, nach belastenden Erlebnissen Hilfe anzunehmen, wie der Alltag einer Freiwilligen Feuerwehr tatsächlich funktioniert und warum Deutschlands Gefahrenabwehr ohne Ehrenamtliche kaum denkbar wäre.

Aber wir schauen auch auf eine entscheidende Frage für die Zukunft: Wie gewinnt man neue Mitglieder – und vielleicht noch wichtiger: Wie schafft man es, die Menschen zu halten, die bereits bereit sind, einen erheblichen Teil ihrer Freizeit für andere zu opfern?

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00:00:00: Das Wichtigste ist einfach mal machen.

00:00:02: Also ausprobieren, hingehen und schauen wie es ist.

00:00:05: und ist das was für mich?

00:00:07: Wenn ich jetzt natürlich irgendwie monatelang rum überlege und ich weiß wann da irgendwie Übung ist, wenn ich da mal hinkommen kann zum Dienstabend um mir das anzuschauen nicht überlege oder nicht überlege und bin mir unschlüssig dann wird's nie was.

00:00:18: also irgendwann muss ich einfach mal selbst dahin gehen muss mir das anschauen ist das etwas für mich und muss es ausprobieren, weil nur dann kann ich sagen, ja, ich hab's probiert.

00:00:27: Entweder findest du cool oder ist das vielleicht gar nichts für mich?

00:01:11: Hallo und herzlich willkommen zu einem neuen Podcast der Björn Steigerstiftung mit dem Titel Lebensretter.

00:01:17: Ich freue mich sehr, einen wirklich guten ... Bekannten, fast Freund hier zu haben.

00:01:24: Marius, der gerade auch noch als Profi in diesem Geschäft ein Foto macht von unserem Podcast war das Zimmer.

00:01:31: er ist Notfallsanitäter.

00:01:33: Er ist Feuerwehrmann und er ist auch Katastrophenschützer Und mitbegründet des bekannten Blaulicht-Kanals.

00:01:40: dort zeigte er gemeinsam mit seinem Team wie Feuerwehrwiederrettungsdienst, wie der Katastrofenschutz täglich arbeiten Und produziert mit seiner Firma man sieht die im Hintergrund Codex Blau, dann außerdem Inhalte direkt aus dieser sehr populär gewordenen Laulichtwelt.

00:01:58: Er ist auch selbst ein gesuchter Mensch in Social Media Belangen und natürlich auch eine Experte da drin.

00:02:06: wir freuen uns sehr dass wir vor allen Dingen heute hier bis Marius bedutzen uns als als jemand, der das Ehrenamt sehr früh für sich entdeckt hat.

00:02:15: Wieso und warum?

00:02:17: Darüber haben wir schon einmal, denn du warst schon mal Gast gesprochen.

00:02:20: aber wir wollen das heute einmal vertiefen weil gerade das sehr wichtig ist und eigentlich wie in Deutschland ja ohne gar nicht können!

00:02:28: Du bist weiterhin aktiv.

00:02:29: deswegen direkt die Frage wann war dein letzter Einsatz?

00:02:34: Moin, erstmal Hallo auch noch mal von mir und vielen Dank dass ich wieder dabei sein darf.

00:02:38: Ich erinnere mich an den letzten Podcast der mir sehr viel Spaß gemacht hat Und es freut mich das ich wieder da bei sein darf.

00:02:44: Mein letzter Einsatz ist gerade zwei Tage her vorgestern Bei einer großen Person.

00:02:48: suche wann wir da im einsatz

00:02:50: Konnt die Personen gefunden werden

00:02:53: bisher leider nicht.

00:02:54: Das heißt da ist jemand aus einem pflegeheim Abhanden gekommen.

00:02:57: Wir haben dann Dort mit vielen, vielen Kräften.

00:03:00: Mit der Drohne, mit der Polizei und Hubschraubern.

00:03:03: Mit allem was dazugehört gesucht.

00:03:05: Leider ist sie bisher trotz aller Bemühungen nicht gefunden worden.

00:03:10: Das ist wenn wir gerade dabei sind weil das hat mich auch einmal sehr beschäftigt.

00:03:15: ich war in Berlin hab da gearbeitet und vor musste man ziemlich lange arbeiten.

00:03:20: damals war es gar nicht so lange her Und war auf dem Weg.

00:03:25: Da gibt es eine Straße, die fährt durch den Wald im Grundewald.

00:03:28: Das ist die Onkel Tomstraße und die ist wahnsinnig lang und wahnsinnigt dunkel.

00:03:33: Da gibts nämlich keine Straßenlatern zumindest in meinem bestimmten Abschnitt.

00:03:39: Und ich fuhr da so lange.

00:03:40: oder kannst du dich weiß nicht wie schnell man fahren darf?

00:03:42: Fünfzig oder achtzig?

00:03:43: Ich glaube ein bisschen schneller.

00:03:44: Siebzig, achtziger.

00:03:44: Ich fuhr dann so mit siebzig und auf einmal vor mir In einem weißen Nachthemd einen Mann mitten auf der Straße.

00:03:51: Ich glaub sogar barfuß.

00:03:54: Ich hau noch in die Eisen, zieh nach rechts rüber.

00:03:57: Steige aus!

00:03:58: Das war ein älterer Herr der genau das was du beschreibst aus seinem Pflegeheim... ...das haben wir dann mit der Polizei dich dann grufen aber recherchiert.

00:04:07: Daraus gegangen ist wahrscheinlich halt das Demand und war auf dem Weg jetzt irgendwo hin und war auch sich ganz sicher dass er da ankommt.

00:04:17: Polizisten waren ein bisschen rubbig mit dem, das hat mich tatsächlich sehr gestört Weil der Mann ja erkennbar gar nichts, wie diese Lage und Situation konnte.

00:04:26: Aber das ist natürlich etwas was uns sehr häufig begegnet und sicherlich auch in der Zukunft noch mehr weil wir wissen dass die ältere Bevölkerung wächst.

00:04:36: also insofern aber trotzdem danke für deinen Einsatz in dem Zusammenhang und drücken die Daumen, dass sich diese Person dann auch einfindet unter guten Umständen.

00:04:48: Also Das ist im Grunde dein letzter Einsatz gewesen.

00:04:52: Wir haben ja schon mal berichtet über Erfahrungen, die dich länger begleiten dann bei solchen Dingen.

00:04:58: Du hast mir mal erzählt, dass du sicherlich mehrere gehabt habt, sehr einschneidende Erlebnisse.

00:05:05: Kommt mit den Jahren da so eine gewisse Routine hinzu?

00:05:09: oder wie verarbeitest du Erlebnisse?

00:05:13: Die auch zu tun haben mit schrecklichen Unfällen mit dem was du da siehst, mit auch Tod.

00:05:21: Denn wir wissen ja normalerweise das wissen mittlerweile aus den Gesprächen der Blaulichtwelt.

00:05:26: in dem Moment dann übernimmt die Routine des Adrenalin.

00:05:30: man fragt sich was muss ich jetzt tun?

00:05:31: Man handelt wie ist es danach bei dir mittlerweile?

00:05:35: also Ich will nicht sagen dass man im gewissen maße abschreien stumpft.

00:05:39: Aber ich denke so ein bisschen ist das schon der Fall, dass man natürlich mit vielen, vielen Einsätzen die man so erlebt grundsätzlich im Fein ist und man viel sieht und schon viel gesehen hat was einem jetzt keine größeren Probleme bereitet.

00:05:55: Problematisch wird es natürlich immer dann gerade im ländlichen Raum wenn man Menschen kennt, die da involviert sind und natürlich auch wenn es tragische Schicksale sind gerade mit jüngeren vor, ich glaube knapp drei oder vier Wochen einen relativ schweren Einsatz wo ein Pkw mit fünf jungen Jungs besetzt um Alter zwischen sechzehn und achtzehn neunzehnt so um den Dreh sich da mehrfach überschlagen hat.

00:06:21: Und ein Patient tatsächlich auch in Lebensgefahr geschwebt hat.

00:06:27: Ich weiß gar nicht ob er es überlebt hat.

00:06:30: Aber auch da natürlich im ländlichen Raum, wir haben erst mal viele schwer verletzte Patienten mit relativ wenig Einsatzkräften und vor allem mit wenig medizinisch hochqualifizierten Einsatzkräfte bis dann ausreichend Rettungsmittel da sind.

00:06:42: Dauert sie im lndlichen Bereich oftmals?

00:06:44: Und dann ist man natürlich mit der Lage konfrontiert.

00:06:46: Man hat viele junge Schwerverletzte wo man alles geben will und alles machen will.

00:06:51: das sind natürlich schon Einsatzszenarien die einen ja nicht... in dem Sinne belasten, aber schon wo man noch mal ein paar Tage länger darüber nachdenkt.

00:07:03: Das ist schon der Fall und ganz problematisch wird es natürlich wie gesagt wenn man dann Menschen kennt die dann ja in solchen Lagen dann vorgefunden werden

00:07:12: was in ländlichen Räumen häufiger Natur gegebenermaßen weil man sie eben kennt und mehr kennt der Falt ist.

00:07:20: du hattest auch solche Erfahrungen davon hast du uns berichtet.

00:07:23: wir hören ja mittlerweile auch von Ja, hart gesottenen Notfallsanität an die schon Jahrzehnte dabei sind.

00:07:30: Früher haben wir darüber nicht geredet.

00:07:31: jetzt und haben auch wir gelernt es ist gut darüber zu reden das kein Zeichen von Schwäche im Gegenteil hilft uns bei der Verarbeitung.

00:07:39: da ist es bei euch auch so

00:07:41: Auf jeden Fall!

00:07:41: Das wichtigste was man machen kann ist darüber zu Reden.

00:07:44: Im letzten Podcast hatte ich dir von einem relativ schweren Unfall erzählt mit zwei, drei Jungen Frauen.

00:07:51: In der Tat ziemlich genau vor einem Jahr – das ist dann passiert auch nach unserer letzten Podcastaufnahme – hatte ich einen Einsatz, der mich tatsächlich das erste Mal so sehr belastet hat, dass ich mir auch professionelle Hilfe geholt habe im Nachgang und ich finde es vor allem ganz wichtig darüber zu sprechen, dass es eben kein Unding ist, sich selbst einzugestehen okay?

00:08:11: Ich komme jetzt mit diesem Erlebnis selbst oder allein nicht mehr klar.

00:08:15: Ich habe natürlich viel auch mit meinem Angehörigen, mit meinem nächsten Umfeld und vor allem auch mit meinen Kameraden darüber gesprochen.

00:08:23: Aber irgendwann hat das Ganze dann eine Dimension erreicht wo ich auch tatsächlich körperliche Probleme bekommen hab und habe gesagt okay jetzt muss ich doch mal zur Nachsorge gehen und muss zusehen wie ich damit klarkomme.

00:08:37: Das war eben genauso ein besagte Einsatz mit einem schweren Verkehrsunfall, auch dann vor Ort direkt als Todesfolge.

00:08:44: Ich war der erste quasi hochqualifizierte Mediziner vor Ort und hatte dann das Problem dass wir drei Schwerstverletzte hatten und einer davon musste auch reanimiert werden.

00:08:56: Das wäre alles erstmal jetzt so kein ganz großes Problem gewesen bis dann quasi rauskam, dass es von einem Kumpel von mir die Eltern sind.

00:09:04: Die haben das natürlich auch mitbekommen, sind an die Einsatzstelle gekommen kannte die beiden natürlich sehr gut.

00:09:10: und das ist dann natürlich eine wirklich blöde Situation, wenn man durch diese Kumpels, die da vor Ort sind.

00:09:17: Und sie sehen natürlich ihren Vater, der reanimiert wird.

00:09:20: Das triggert einen natürlich schon ungemein.

00:09:24: Erst im Nachgang zwei bis drei Tage danach habe ich eigentlich erst so das erste Mal gemerkt.

00:09:30: Puh!

00:09:31: Das hängt mir doch noch ganz schön in den Knochen.

00:09:34: das einzige was man machen kann und auch sofort machen sollte dann halt mit Menschen drüber reden und sagen jo also ich hab da jetzt ein Problem und ich würde da jetzt gern drüber sprechen.

00:09:43: Du hast gesagt körperlich hatte ich das auch hat sich das bemerkbar gemacht, dass genau war der?

00:09:49: Also ich hatte tatsächlich so wie man das ganz klassisch mal sagt Albträume als bin nachts aufgewacht wirklich Schweiß gebadet und habe dann tatsächlich diesen Einsatz irgendwie im Schlaf nochmal durchlebt.

00:10:02: Und das Ganze ging dann mehrere Tage bis dann irgendwann morgens quasi so ein kompletter Nervenzusammenbruch stattgefunden hat.

00:10:11: Ich saß dann im Bad auf dem Boden und habe wirklich so geheult wie ein kleines Kind, hatte ich so noch nie und ich war tatsächlich an dem Moment selbst von mir überrascht dass das passiert ist weil ich das auch nicht kannte, weil wie gesagt ich fahre fünfzehn Jahre Rettungsdienst ja wirklich viel viel viel Ich nenn's mal krassen Shit gesehen, was man da so erleben kann und das dann so eine Reaktion kommt.

00:10:34: Auch mit hohem Puls und alles was du dazugehört ist quasi so ein Anhaltszeichen für so ne PTBS also posttraumatische Belastungsstörung.

00:10:44: ich hab es dann zum Glück auch mit den Gesprächen sehr schnell in Griff bekommen und bin damit jetzt wieder komplett fein.

00:10:52: Ich glaube wir alle sind sehr dankbar, dass du das mit uns teilst.

00:10:56: Dass du da so offen mit umgehst weil es hilft uns auch zu verstehen welchen Belastungen du ihr als Notfallsensitierte, als Rettungskräfte Feuerwehr gerade die Freiwilligen ausgesetzt sind und was ja auf euch nehmt auch um den Menschen in Not bei Unfällen zu helfen und wie das natürlich dann weiterwirkt.

00:11:21: Wir können wirklich nur dankbar sein für euren Einsatz und das, was ihr da jeden Tag leist.

00:11:26: Denn ich glaube es ist vielen Menschen obwohl wir alle sehr aufgeklärt sind gar nicht so klar dass unser Rettungswesen in Deutschland gerade im ländlichen Gebiet vor allen hängt an den Freiwilligen.

00:11:41: Das ist jetzt durch die Feuer nahe in der Eifelregion nach der Belgischen Grenze ein bisschen klarer geworden.

00:11:50: Aber dennoch sind viele sicherlich überrascht, wenn sie erfahren wie stark der Anteil der freiwilligen Feuerwehren und Rettungskräften ist gerade bei dieser Art Gefahrenabwehr in Deutschland.

00:12:05: Und ich selber wohne auch privat im ländlichen Gebiet und höre dann oft und bin tatsächlich sehr passives Mitglied einer Freiwilligen-Feuerwehr in einem der Ortsteile dieser dörflichen Gemeinschaft und höre immer, glaube ich sehr bewusst wenn die Feuerserien aufheulen.

00:12:29: Und gucke dann auch wie lange es dauert tatsächlich bis die Einsatzkräfte auf dem Weg sind und das geht immer relativ schnell innerhalb weniger Minuten.

00:12:38: deswegen einfach ganz praktisch mal die Frage Wie ist ein solcher Einsatz gerade bei der freiwilligen Feuerwehr in der Regel organisiert?

00:12:47: Habt ihr Dienstlehne, bekommt ihr dann ein Pieper?

00:12:50: Wie schnell habt ihr teilweise Präsenzpflicht vor Ort.

00:12:56: Das sind ja große Wachen dort.

00:12:58: Vielleicht kannst du uns mal mitnehmen in diesen praktischen Teil deiner Arbeit.

00:13:03: Ja ich komme gleich dazu.

00:13:05: Ich würde nur zu dem letzten Punkt noch gern Einsatzen zufügen.

00:13:09: Gerne!

00:13:10: Ich möchte mal sagen so fünf bis sechs wirklich richtig schlimme Erlebnisse gehabt im Rottungsdiensten der Feuerwehr Und ich glaube tatsächlich, dass fünf von sechs meiner schlimmsten Erlebnisse bei der Freiwilligen Feuerwehr waren und ich das nur nochmal betonen will.

00:13:25: Weil wenn man sich überlegt, dass man das ganze ehrenamtlich freiwillig macht, dass es ein Hobby ist und man sich dann solchen Erlebtnissen und solchen Dingen quasi in seiner Freizeit aussetzt... macht das schon was mit einem.

00:13:37: und ich glaube dass das wie du sagst ganz viele nicht wissen was da auch freiwillige feuere leute in ihrem hobby gerade bei großen stützpunktfeuer werden, da auf sich nehmen und da auch für eine last auf den schultern tragen.

00:13:49: Nur um das nochmal zu untermalen.

00:13:51: aber ich komme zu deiner frage wie wir strukturiert sind wie das ganze läuft.

00:13:56: grundsätzlich ist das natürlich ganz unterschiedlich je nach Feuerwehr, je nach Gemeinde Landkreis Bundesland.

00:14:04: Da gibt es natürlich verschiedene Regelungen.

00:14:06: ich habe natürlich schon viel gesehen und bin mit dem Blaulichkanal viel rumgekommen.

00:14:11: In der Regel ist es so dass sich die Freiwilligen feiern werden mindestens einmal die Woche oder alle zwei Wochen treffen zum Dienstabend, weil wir natürlich als feuwillige Feuerwehr genau die gleichen Themen, genau die gleiche Einsätze erfüllen müssen wie die Berufsfeuerwerleute.

00:14:26: Die das eben täglich machen.

00:14:28: Das heißt auch wir müssen super viel üben neben den Einsätzen, Lehrgänge besuchen und müssen natürlich die Handlungssicherheit bekommen dass im Einsatz alles läuft und es geht nur durch Übung, Übung und Übung.

00:14:38: Das heisst bei uns oder bei mir.

00:14:40: konkret ist es so dass wir jeden Dienstag Abend Übung haben um dann die verschiedenen Themengebiete zu beüben, weil sie sind natürlich super vielfältig.

00:14:49: Also es ist ja nicht nur klassisch der Pront-Einsatz oder der Verkehrsunfall, dann kannst du Chemikalienunfällen kommen und also das Themengebiet ist super viel fällig und super breit und alles muss man natürlich am Ende können.

00:15:01: Das ist das was natürlich so rum passiert und bis man erst mal einen Einsatz fahren darf, muss man viele Lehrgänge besuchen.

00:15:09: Das hängt natürlich auch alles mit Tonn, bis man erst mal so ein Piepser bekommt und in den Einsatz fahren darf.

00:15:14: Da muss man nämlich schon viel Zeit vorher investieren, bis wir sagen kann Jo ich kann jetzt mitfahren und kann zu einsetzen fahren.

00:15:23: Können wir aber glaube ich gleich nochmal genauer darauf eingehen?

00:15:26: Ganz konkret heißt das Jetzt während wir den Podcast aufnehmen bin ich sozusagen im Dienst also immer twenty four seven.

00:15:33: Das heisst Immer dabei habe ich mein Piepsa sieht aus wie so ein kleines Handy mit zwei, drei Tasten.

00:15:41: Wenn jetzt theoretisch in diesem Moment gerade der Piepser losgeht das heißt mein Piepserklingelt und auch gleichzeitig mein Handy Das ist quasi aufgrund der Netzhärtung und Ausfallsicherheit dass wir zwei Alarmvarianten immer dabei haben.

00:15:57: Und die dritte wäre dann theoretisch diese Rene Dass wir auf jeden Fall keinen Einsatz verpassen oder zumindest nicht mitbekommen dass ein Einsatz vorliegt piepst dann alles wie wild.

00:16:07: und dann steht da auch schon genau drauf, was liegt jetzt an?

00:16:10: Was haben wir von Einsatz?

00:16:12: Und vor allem ganz wichtig.

00:16:14: Da steht vor allem drauf sind Menschenleben in Gefahr?

00:16:16: ist es quasi Einsatz mit Eilen, dringender Einsatz?

00:16:20: oder ist es vielleicht nur eine Ölspur oder etwas kleineres wo man sich etwas mehr Zeit lassen kann und gemächlicher ins Gerätehaus fahren kann?

00:16:28: Wie viel seid ihr bei euch in der Freiwilligen Feuerwehr diesen Notfalldienst, den du jetzt gerade hast und wie lange geht der?

00:16:39: Geht jetzt vierundzwanzig Stunden oder...

00:16:42: Denn dienst haben alle die ganze Zeit und immer.

00:16:44: Also es steht jetzt keiner auf dem Dienstplan aber jeder der quasi aktiv in der Einsatzabteilung der Feuerwehr gemeldet ist hat so ein Piepser dabei und das heißt wenn der geht egal wo ich gerade bin was ich mache dann muss ich dahin fahren.

00:16:58: Also permanent im Grunde?

00:17:00: Genau!

00:17:00: Ja,

00:17:03: immer.

00:17:04: Und ich mein klar wenn ich jetzt absolut nicht kann weil keine habe ich bin krank Ich hab irgendwie fünf Bier getrunken oder ich bin im Urlaub Dann kann ich natürlich nicht kommen.

00:17:12: aber wenn ich die Möglichkeit habe ich Bin zuhause oder kann von der Arbeit weg dann bin ich Natürlich dazu angehalten auch dann zu kommen.

00:17:19: Weil gerade bei der Freivilling Feuerwehr muss man sich überlegen Wenn Jetzt wir zum Beispiel vierzig Leute sind und Davon sagen dreißig na ja jetzt am samstag da will ich Rasenmähen Da Habe ich halt mal Keine zeit oder keinen lust so dann kann auch keiner kommen, der hilft.

00:17:34: Deswegen ist natürlich schon wichtig dass alle die die Einsatz bereit sind dann auch im Zweifelsfall zum Einsatz kommen.

00:17:41: Wie viel Verständnis hat der Arbeitgeber dafür?

00:17:45: Dass du so eine Rolle hast.

00:17:47: vielleicht auch allgemein gesprochen Du bist ja austauscht haben mit deinen Kolleginnen und Kollegen Die davon ja auch berichten wie sehr sagen wir muss das denn schon wieder sein?

00:17:56: oder welche Erfahrungen habt ihr damit gemacht?

00:17:59: Also auch wir hier haben viele Arbeitgeber zum Glück, die den Arbeitnehmern erlauben.

00:18:05: Die Arbeitsstelle zu verlassen sofern sie entbehrlich sind.

00:18:08: in dem Moment wenn Sie natürlich irgendwie an einer Maschine stehen, die ohne sie vielleicht irgendwie Schaden nimmt kaputt geht das Werkstück kaputtgeht oder sowas in Richtung die absolut nicht weg können dann kann natürlich ein Mitarbeiter die Arbeitsstell nicht verlassen.

00:18:22: aber immer dann Wenn der Arbeitnehmer jetzt in dem Fall gerade entbehrlich ist oder jemand anderes kurzfristig übernehmen kann, dann gibt es zum Glück heutzutage schon noch viele Arbeitgeber die sagen Jo du kannst zur Feuerwehr.

00:18:34: Genauso gibt's aber auch Berufe wo ich natürlich nicht weg kann.

00:18:37: also wenn ich jetzt im Krankenhaus bin auf der Intensivstation arbeite da gerade bin aber noch bei der freiwilligen Feuerwehr und dann kann ich die Intensifstation natürlich nicht verlassen.

00:18:46: so also es gibt natürlich auch Berufsgruppen die sich ehrenamtlich engagieren die aber nicht entbe ehrlich sind an ihrem Job.

00:18:51: Das, was du hier mit uns teilst, Marius.

00:18:54: Das zeigt ja auch wie groß das Commitment ist von dir, von euch für diesen Beruf und diese Berufung also für diese Tätigkeit als freiwillige Feuerwehr.

00:19:03: Wie hoch die Investitionen sind, die ihr macht von der Zeit her?

00:19:07: Von der Psyche her, von einer Resilienz, die entwickelt aber vor allen Dingen auch von der Hilfe, die er gibt.

00:19:13: Das ist großartig.

00:19:15: Gleichzeitig frage ich mich, wie es überhaupt ... Du hast uns einmal im ersten Podcast berichtet, dass viele Gott sei Dank in die Freiwillige Feuerwehr kommen, weil Vater, Onkel und Mutter auch schon bei der Freiwilligen Feuerwehr Dienst gemacht haben.

00:19:30: Das ist ja großartig!

00:19:32: Wie sieht es mit anderen aus?

00:19:34: Erkennst du da auch so ein bestimmtes Muster von Menschen, die sagen, ich bin bereit etwas zu tun für die Gemeinschaft, die vielleicht nicht so den persönlichen Bezug haben wie andere?

00:19:47: Und wie siehst Du die Lage momentan?

00:19:51: Habt ihr genug Bewerbungen?

00:19:52: Siehst du einen Rückgang, siehst du neuen Zulauf.

00:19:55: Wie sieht das

00:19:56: aus?".

00:19:58: Also das ist wirklich ganz unterschiedlich und hängt von ganz vielen Faktoren ab gerade bei großen Feuerwehren die natürlichen neuen modernen Fuhrpark eine schöne Wache haben wo die Feuerwehr sage ich mal was hermacht.

00:20:13: Die Feuerwehr ist ja am Ende sozusagen ein Verein in Erdenamt die natürlich auch in der Konkurrenz steht mit anderen Dingen die man so tun kann wie Computer spielen im Fußballverein.

00:20:22: Das heißt, das ist natürlich ein ewiger Wettbewerb zwischen verschiedenen Tätigkeiten die man so in seinem Hobby oder in unserem Ehrenamt ausführen kann.

00:20:31: D.h.,

00:20:31: die Feuerwehr muss sich selbst auch gut darstellen und bewerben um neue Anwärter zu bekommen.

00:20:39: Das ist tatsächlich nicht überall ganz so einfach.

00:20:43: Einer der wichtigsten Punkte denke ich, die die Feuerwehre attraktiv machen ist nun mal das Thema Kameradschaft Weil man weiß, man ist da mit Menschen zusammen die genauso ticken wie man selbst und auf die man sich immer und zu jeder Zeit verlassen kann.

00:20:57: Ich glaube das es eines der wichtigsten Dinge und auch etwas was man wenn man dort mitmacht schnell feststellt Wenn aus Kameraden halt wirklich gute Freunde werden.

00:21:05: Und ich kann sagen dass viele meiner kameraden Mit denen nicht so rausfahrt zum Einsatz mittlerweile wirklich richtig gute freunde geworden sind weil Die nun mal genau so denken wie ich und wir alle anderen dort sodass Es glaube ich ganz ganz wichtiger punkt Und grundsätzlich die Leute, die bei so einem Ehrenamt am Start sind.

00:21:23: Ich will nicht sagen, sie sind selbstlos aber diese natürlich schon... Die haben schon so ein kleines... Wie nenne ich das?

00:21:34: Ein treuen Menschen zu helfen!

00:21:37: Die eben nicht nur an sich selbst denken oder an ihren eigenen Vorteil sondern sich halt einbringen auch für andere Menschen, die Sie vielleicht in dem Fall gar nicht kennen um denen zu helfen.

00:21:45: Also das ist schon ganz besonders Schlagmenschen, die in der Feuerwehr tätig sind

00:21:51: Registrieren die Menschen eigentlich vor Ort, was ihr alles leistet.

00:21:54: Geben sie euch die Wertschätzung, die ihr verdient?

00:21:59: Also ich glaube im ländlichen Bereich wissen schon die meisten dass wir das ehrenamtlich machen.

00:22:04: Ich sage mal wir zeigen das natürlich auch viel.

00:22:07: Wir posten davon viel auf Social Media Auf allen möglichen Kanälen.

00:22:11: Wir veranstalten hier irgendwie einmal am jahren tag der offenen Tür und sowas in die Richtung Wo halt Leute sehen Was wir machen wer wir sind.

00:22:20: Ich glaube aber, wenn ich jetzt aus einer Bubble komme die mit all dem nichts zu tun haben dann weiß ich nicht ob es jeder weiß.

00:22:28: Also ich würde mal behaupten das vielleicht im ländlichen Bereich die Hälfte der Leute wissen dass wir das freiwillig in unserem Hobby machen.

00:22:35: Die andere Hälfe geht halt einfach davon aus ja und wenn's blind kommt halt jemand keine Ahnung wer das ist Ob sie das frei will ich machen oder ob die das beruflich machen?

00:22:43: Oder was sind das für Menschen die da kommen?

00:22:45: Ich weiß nicht, ob sich jeder darüber so die Gedanken macht oder ob das jedem klar ist.

00:22:49: Dass wir das freiwillig machen aber unabhängig davon wenn wir zum Einsatz kommen sind alle eigentlich immer sehr dankbar dass wir da sind und dass wir helfen.

00:22:57: können wir als normallos als nicht organisiert in der freiwilligen Feuerwehr irgendwas tun um euch das Leben leichter zu machen um euch vielleicht sogar auch mehr Wertschätzung entgegenzubringen.

00:23:09: ich frag deshalb weißt du ich fahre oft mit dem Rad so durch durch Orte kleinere Gemeinden und was mir auffällt, selbst in Orten wo es kaum wirklich nicht so viel Infrastruktur haben, wenn sie eine gewisse Größe haben.

00:23:26: Immer gibt es ein Fußballverein und die Feuerwehr.

00:23:30: Die Feuerwehr offene Kirche auch noch dazu aber öfter tatsächlich als die Kirche ist da die freiwillige Feuerwehr.

00:23:36: also das ist ein zentraler Punkt im ländlichen Gebieten Städten natürlich mit den großen Feuerwachen sowieso, aber ein zentraler Punkt um dem sich ganz viel natürlich rangt auch und ganz viel Gemeinschaft.

00:23:49: Und doch frage ich mich gerade wenn man dir zuhört und wahrnimmt was ihr für großartige Leistungen bringt und das mit offenen Augen seht ob man noch etwas euch gegenüber tun kann um euch zu unterstützen?

00:24:03: Also auch das ist natürlich ein weischneidiges Schwert und es ist relativ schwierig zu Bewerten finde ich, weil ich kenne es natürlich aus beiden Bereichen.

00:24:13: Also ich kenn's einmal aus der Freiwillige Feuerwehr hier im Land.

00:24:16: Ich habe aber auch ganz viele Freunde die zum Beispiel beruflichen großen Feuerwehren oder einen großen Hauptstadtfeuerwehren unterwegs sind Die natürlich komplett andere Dinge schildern wie das was ich hier so erlebe.

00:24:28: also ich glaube der Gap zwischen dem Was wir als freiwillig Feuerwehrleute auf dem land erfahren und zu dem was in städten passiert ist schon riesengroß.

00:24:36: Hier erlebe ich schon viel wertschätzung.

00:24:38: also wenn wir Hier im heißen Sommer irgendwo... Feuerlöschen und da länger im Einsatz sind oder auch bei Waldbrücken.

00:24:45: Und so dann habe ich schon häufig erlebt, dass dann irgendwie Nachbarn kommen die Getränke bringen, die ein Stück Kuchen bringen.

00:24:50: Die Fragen ist alles in Ordnung.

00:24:51: Muss jemand auf die Toilette?

00:24:53: Dann kommt gern zu mir rein!

00:24:55: Da freut

00:24:56: ihr euch natürlich auch.

00:24:57: Auf jeden

00:24:58: Fall ja das ist Wertschätzung.

00:25:00: Das finde ich auch total wichtig aber Ich höre es natürlich auch ganz oft ganz anders.

00:25:04: Dass es natürlich in Städten nicht so der Fall ist weil da ist nun mal alles viel anonymer, dass jeder mehr für sich Und da ist es, vor allem da.

00:25:12: Ist das selbstverständlich?

00:25:13: Na ja wenn ich die Einsand zwei will kommt jemand und im Zweifelsfall ist das jemand der dort frei als Zielscheibe rumläuft um ihn zu beschimpfen, um ihm Gewalt irgendwie anzutun und vielleicht Feuerlöscher auf einen Rottungswagen zu werfen oder diejenigen in Ansel Vesta mit Feuerwerkskörpern abzuschießen.

00:25:32: also Ich finde der Gap ist relativ groß und deswegen ist es ziemlich schwierig für beide Gruppen, also für Urbanebereiche und ländliche Bereiche quasi gleich zu bewerten.

00:25:44: Ja, ein völliger Wahnsinn!

00:25:46: Für dich zurecht was du ansprichst?

00:25:48: Wir hatten einen Podcast mit hohen Repräsentanten beispielsweise der Berliner Feuerwehr großartige Kolleginnen von dir die das genau geschildert haben.

00:25:59: Die Angriffe auf Feuerwehrleute egal ob in der Nacht oder am Tag.

00:26:05: Besonderheit auch noch in Berlin dazu, aber auch sonst.

00:26:08: Und weil sie gesehen werden als mittlerweile ich habe gefragt warum und Sie sind doch Helferinnen und Helfer und sie helfen den Menschen in der Not wenn es brennt wird irgendwas eingeklemmt ist oder auch mit Rettungswagen ja aber wir werden gesehen als Teil der staatlichen Ordnung und nicht überall ist die staatliche Ordnung willkommen.

00:26:30: also ein totaler Wahnsinn im Endeffekt.

00:26:33: und dann natürlich kennen Geschichten von Klarns, die sich dann gruppieren um Rettungswagen und dann fordern das da der Schwerverletzte gezeigt wird oder wach es auch immer.

00:26:46: Also man greift ja gar nicht mehr.

00:26:49: vielleicht einmal dass wir diese Zahlen genannt haben ich mir hier rausgesucht haben.

00:26:53: Es gibt in Deutschland mehr als dreinzwanzigtausend freiwillige Feuerwehren.

00:27:00: Das zeigt diesen groß großen Bereich den ihr abdeckt und nur hundert vierzehn Berufsfeuerwehren.

00:27:07: Also mehr als eine Million Menschen sind in Deutschland, in der freiwilligen Feuerwehr aktiv.

00:27:12: also ihr habt ein richtig richtig große Zahl von aktiven Menschen die da mitmachen sowie du.

00:27:20: und es zeigt ja dass das nicht nur so ein Zusatz ist zu dem Brandschutz sondern eigentlich einen ganz großen Kern bietet davon aus Brandschutts eben in Deutschland ausmacht.

00:27:33: und deswegen betreibt mich schon oben ein bisschen die Frage, wie bekommt es zu Nachwuchs?

00:27:41: Habt ihr genug davon?

00:27:43: was muss man tun damit noch mehr Menschen begeistern kann bei der freiwilligen Feuerwehr aktiv zu sein.

00:27:49: Also viel!

00:27:50: läuft schon über die Jugendfeuerwehr.

00:27:52: Also viele, viele freiwillige Feuerwehren haben natürlich Jugendfeuhrwehren wo Kinder natürlich schon irgendwie ab sechs Jahren bei der Minifeuerwehr anfangen können dann so mit zehn Jahren in die JugendFeuerwehr übergehen und wenn... Was wir

00:28:05: es machen in der Minifreuerwehr das klingt ja toll.

00:28:07: also ich glaube wenn ich so ein Kleinhätte nochmal den würde ich auch in die Minifeuhrwehr stecken.

00:28:15: Na in der Mini-Feuerwerke werden jetzt nicht direkt irgendwie Grundlagen des Brandschutzes und sowas ausgebildet.

00:28:21: Irgendwann natürlich, ab einem gewissen Alter lernt man schon die setzlichen Notrufe ab.

00:28:25: was tue ich wenn was bräunt?

00:28:28: Wenn es irgendwie wem schlecht geht?

00:28:29: wie kann ich da Hilfe holen?

00:28:31: Wie klebe ich vielleicht ein Pflaster auf?

00:28:33: aber ganz viel geht vor allem so um... Ich nenn's mal die Persönlichkeits Bildung und um das Zusammensein mit anderen.

00:28:41: Also der wird dann viel zusammen gespielt, gebastelt, dann wird vielleicht auch schon mal mit einem kleinen Schlauch irgendwie Wasser gespritzt oder so.

00:28:48: aber hauptsächlich geht es daran oder darum die Kleinkinder so an das Zusammensein an die Kameradschaft, an die Gemeinschaft, all das quasi heranzuführen.

00:28:58: Und die Berührungspunkte oder die berührungsängste sag ich mal auch zu den großen roten Autos natürlich zu nehmen.

00:29:04: Jetzt gibt es ja auch junge Menschen, die sich sicherlich interessieren.

00:29:07: Vielleicht sogar mal vorbeikommen,

00:29:09: eins

00:29:10: oder zwei Mal mitmachen und trotzdem nicht dabei bleiben.

00:29:14: Woran liegt das?

00:29:15: Das ist ganz unterschiedlich.

00:29:17: wenn wir dann zu Jugendfeuerwehr gehen wie gesagt das ist so glaube ich ab zehn Jahren bis siebzehn da lerne ich dann schon auch was Feuerwehr heißt.

00:29:23: man kann da Wettkämpfe mit machen.

00:29:25: Da lernt man wirklich ganz konkret Wie rolle ich ein Schlauch aus?

00:29:28: Wie lösche ich einen Feuer?

00:29:28: Das kriegt man da schon beigebracht.

00:29:31: tatsächlich auch so Leistungsabzeichen machen, nennt sich Leistungsspange.

00:29:35: Das ist ganz cool weil dadurch die Zeit die man für die Grundausbildung um quasi einen echten Einsetzen teilzunehmen reduziert sich da durch wenn man sowas vorabgemacht hat.

00:29:47: ich denke schon dass es natürlich auch Leute gibt oder Jugendliche gibt die zu Jugendfeier kommen und sich darunter irgendwie was anderes vorgestellt haben.

00:29:55: also Ich zum Beispiel war damals irgendwie ein paar Wochen im Fußballverein, ich habe mir das irgendwie anders und cooler vorgestellt.

00:30:01: Ich hab dann da mal reingeschnubbert aber relativ schnell festgestellt okay das ist nichts für mich.

00:30:06: so gibt es sicherlich auch Jugendliche die dann kommen und sich das irgendwie anderes vorstellen oder die halt feststellen ok das ist einfach nicht zu mich und wieder gehen die halt nur eine kurze Zeit bleiben.

00:30:16: Aber der größte Teil bleibt wirklich lange.

00:30:19: und dann ist natürlich das größte Ziel nach der Jugendfeuerwehr, dann auch irgendwann echte Einsätze mitfahren zu können.

00:30:24: Und dann quasi in die Einsatzabteilung überzutreten von der JugendFeuerwehr.

00:30:29: So kriegen wir schon wirklich viel Nachwuchs.

00:30:31: Das ist für uns eigentlich fast der größte oder das wichtigste Umnachwuchs zu gewinnen, die Jugendfeuhrwehr, dass da so zwei Drittel übergehen davon in die Einsatzabteilungen.

00:30:43: Deswegen ist es wirklich ungemein wichtig!

00:30:45: Aber wir haben natürlich auch genauso Quereinsteiger, die vielleicht mit vierzig oder fünfzig erst kommen.

00:30:50: Du hast uns ja beschrieben wie stark auch die Ausbildung ist?

00:30:55: Wie lang die Ausbildung ist was man alles lernen muss auch um zum Eintritt zu kommen und das ihr auch super.

00:31:02: deswegen wird ja euer Ziel auch sein die Menschen die dann so gut ausgebildet sind auch möglichst verhalten.

00:31:09: trotzdem gehen ja auch reinige und bleiben da nicht.

00:31:13: an welcher stelle verdient die freiwertige Feuerwehr ihre Mitglieder und warum?

00:31:18: Das ist tatsächlich ein super spannendes und wichtiges Thema.

00:31:22: Abseits der Werbung, nenn ich es mal oder die Gewinnung des Nachwuchses.

00:31:27: durch den Jugendfeuerwerb versuchen wir natürlich auch immer Quereinsteiger zu bekommen grundsätzlich neue Leute oder mehr Leute zu bekommen, weil man natürlich feststellt dass die Flugtuation da ist und das Interesse sage ich mal an so einem Ehrenamt grundsätzlich langsam aber schon stetig abnimmt.

00:31:46: Also die Mitgliederzahlen in vielen Bereichen sind fallend und deswegen müssen wir uns natürlich schon darum bemühen neuer Helfer zu bekommen die bei der Freudelling Feuerwehr dann anfangen.

00:31:57: Jetzt beschäftigen wir uns wirklich viel damit, wie wir irgendwie neue Leute werben können.

00:32:02: Wie wir neue Helfer bekommen.

00:32:03: aber für mich ist eigentlich die spannende oder die wichtigere Frage was können wir denn machen?

00:32:07: Damit?

00:32:08: Leute bleiben bei uns im Ehrenamt und ich habe ehrlicherweise selbst viel erlebt und ich hab auch viele nicht so schöne Dinge in meinem ehrenamt erlebt Und habt tatsächlich dazu einmal was auf instagram auf meinem kanal dazu geäußert und dazu was gepostet Und ich arbeite tatsächlich zu keinem anderen Post oder zu keiner anderen Veröffentlichung, so viel Resonanz bekommen wie zum Thema interne.

00:32:35: Ich nenn's mal Querelen im Ehrenamt und das ist ein Thema was wirklich viele, viele beschäftigt.

00:32:41: Genau!

00:32:41: Und ich denke es wäre wichtig bevor wir an- oder weitermachen extrem viele neue Leute zu werben erstmal zu schauen wie können wir da unsere Leute halten?

00:32:50: Was genau ich damit meine... Das sind viele,viele Punkte weil Ich nenn's mal so eine freiwillige Feuerwehr oder so ne Katastrom-Tutzeinheit ist natürlich ein Sammelbecken, wo viele verschiedene Menschen und Persönlichkeiten aufeinander stoßen.

00:33:05: Grundsätzlich haben die alle eigentlich das gleiche Ziel aber nichtsdestotrotz hat jeder eine andere Persönlichkeit.

00:33:10: Und da treffen wie gesagt Menschen aufeinandert, die vielleicht auch nicht immer einer Meinung sind.

00:33:18: Oder kommt es schon relativ häufig vor, dass natürlich zu Ungereimtheiten, zu schlechter Stimmung, zu Problemen und Diskussionen auch intern führt?

00:33:27: Wo einfach Menschen nicht einer Meinung sind.

00:33:29: Und wenn diese dann nicht gut moderiert sind oder dann nicht auch Gespräche geführt werden um diese schlechte Stimmung diese Probleme zu beheben Dann wird das irgendwann zum Selbstläufer und erzeugt Probleme die dann Menschen dazu veranlassen halt so ein Ehrenamt zu verlassen.

00:33:47: Kannst du das irgendwie eingrenzen?

00:33:49: Ist es alt gegen Jung, ist die Erfahrung gegen Novizen oder ist das immer unterschiedlich?

00:33:58: Ganz klassisches Problem.

00:33:59: Dazu haben wir auch ganz viele Leute geschrieben... ...ist natürlich die Führung.

00:34:04: also es steht und fällt so eine Einheit immer mit demjenigen der vorwegeht.

00:34:08: Wenn das jemand ist, der wirklich umgänglich ist.

00:34:11: Der seine Menschen gut führt und seine Leute gut im Griff hat.

00:34:14: Der Probleme erkennt natürlich auch Probleme dann dementsprechend durch Gespräche und ähnliches behebt Dann ist natürlich dass der Erfolg relativ wahrscheinlich dass die leute sich da wohlfühlen, dass sie auch lange bleiben.

00:34:28: Es gibt natürlich auch alteingesessene Führungskräfte, die das eben nicht so können die die Verantwortung an sich reißen und natürlich auch junge Leute, die vielleicht auch irgendwann mal Verantwortung übernehmen wollen.

00:34:40: Und weiterkommen wollen eben nicht in diese Verantwortung dann lassen.

00:34:44: also ich bin der Meinung Irgendwann muss ich als Führungskraft auch mehr eingestehen oder einfach der jüngeren Generation die Möglichkeit geben ebenfalls Verantwortung zu übernehmen und vielleicht neue Ideen, neue Wege auch mal gelten lassen.

00:34:59: Oder dass diese auch einbringen können.

00:35:01: Und das führt ganz oft zum sogenannten Kompetenzgerangel.

00:35:05: Das ist in so ehrenamtlichen Einheiten relativ häufig der Fall und das führt natürlich ganz oft zur Diskussion und zu Problem.

00:35:12: Gibt es eigentlich so was wie die oberste Feuerwehr, freiwilligen Feuerwehraufsicht oder sowas?

00:35:17: Die da drauf guckt auf all die freiwillige Feuerwehren im Land.

00:35:20: Oder sind sie quasi einzel autark geregelt, die da kann in dem Rahmen dann gestalten wir wild.

00:35:30: das ganze ist kommunal.

00:35:31: ich meine wir haben ja den veralismus Das heißt innerhalb einer Kommune gibt's die verschiedenen Führungsstrukturen und Leitungsebenen.

00:35:39: Das war es dann.

00:35:40: Natürlich gibt's darüber auch irgendwie Verbände.

00:35:42: und dann noch den Landkreisen, der im Zweifelsfall da irgendwie unterstützen kann.

00:35:47: aber grundsätzlich ist das erst mal alles in der Kommune geregelt oder in der Stadt geregkelt und bleibt auch erstmal da.

00:35:54: Jetzt hast du die Nachwuchs-Sorge um den Nachwuchssorge angesprochen.

00:36:00: Du selber hast dem Blaulichtkanal, das sollten wir auch drüber reden weil das ist ja eine gute Sache.

00:36:06: was genau machst du damit?

00:36:08: Wie genau kannst du helfen, mit deinem Kanal Nachwuchs anzusprechen und ihnen möglicherweise auch zu gewinnen für die Rettungswelt?

00:36:21: Für die Blaulicht Welt.

00:36:23: mit dem Blaulichtkanal versuchen wir natürlich die Ehrenämter und die Feuerwehr den Katastrophen zur Zerleitung.

00:36:29: sind es all die Themen so darzustellen, dass wir junge Leute dazu oder grundsätzlich Menschen dazu motivieren können.

00:36:36: So ein Ehrenamt oder einen sozialen Beruf wahrzunehmen.

00:36:39: Wir haben wirklich schon immens viele Zuschriften bekommen das durch unsere Videos Menschen oder junge Jugendliche begonnen haben sozusagen so eine Ehrenamtswahr zu nehmen.

00:36:53: Für die, die noch nicht gesehen haben.

00:36:54: Was zeigt ihr da?

00:36:56: Wir zeigen auf dem Blaulichkanal den Blick über den Tellerrand.

00:37:01: Wir nehmen den Zuschauer mal mit auf dem Rottungswagen und zeigen wie ist so eine vierundzwanzigstunden Schicht.

00:37:07: Wir fliegen mal auf dem Hubschrauber mit und zeigen was passiert da.

00:37:10: Wir zeigen ganz viel von der Feuerwehr.

00:37:12: also wie zerschnallt man Autos, wie löscht man Feuer, wie ist es bei der Feuerwehre, was gibt's für Fahrzeuge, was gibts für Equipment?

00:37:21: eigentlich alles Drum und dran.

00:37:23: das Thema Katastrophenschutz.

00:37:25: Wir zeigen mal so eine große Katastrophe Schutzübung, wie baut man so ein Feldplatz oder einen Behandlungsplatz auf?

00:37:31: Wie sind die Gegebenheiten dahinter?

00:37:33: einfach so einen großen Rundumblick über das gesamte Thema Gefahrenabwehr öffentliche Gefahren abwehr

00:37:40: Und was zeigt ihr bewusst nicht

00:37:42: eigentlich relativ wenig.

00:37:44: Wir haben auch schon einige wirklich eher kritische Videos gemacht, natürlich muss man das Thema worüber wir zu Beginn gesprochen haben Belastung im Rettungsdienst im Ehrenamt all das haben wir auch schon besprochen und es finde ich auch ein wichtiges Thema denn die Feuerwehr- und Rettungssinz haben natürlich nicht nur schöne Seiten.

00:38:01: Ich meine man sieht ja auch viel mit dem man konfrontiert wird was vielleicht nicht so einfach ist und darüber muss man genauso sprechen.

00:38:07: also wir haben jetzt eigentlich nichts wo wir sagen dass zeigen wir ganz bewusst nicht.

00:38:13: Wir wollen eigentlich das Kurs und ganze beleuchten.

00:38:15: Marius, vielleicht zum Abschluss Wenn uns jemand zuhört und jetzt drüber nachdenkt zur freilichen Feuerwehr zu gehen Was sollte dieser Mensch als erstes tun?

00:38:26: Und wie sollte er gestrickt sein?

00:38:29: also was soll schon im Vorfeld klar sein um auch ihm oder ihr das Leben leichter zu machen?

00:38:36: Ich glaube, zu Beginn unserer letzten Podcast-Folge habe ich fast das Gleiche gesagt.

00:38:40: Das Wichtigste ist einfach mal machen!

00:38:42: Also ausprobieren, hingehen und schauen wie es ist.

00:38:45: und ist das was für mich?

00:38:47: Wenn ich jetzt natürlich irgendwie monatelang rum überlege... Und ich weiß wann da irgendwie Übung ist, wenn ich da mal hinkommen kann zum Dienstabend um mir das anzuschauen nicht überlege und bin mir unschlüssig dann wird's nie was.

00:38:58: also irgendwann muss ich einfach mal selbst dahin gehen, muss mir das anschauen Ist das was und muss es ausprobieren.

00:39:04: Weil nur dann kann ich sagen, jo ich hab's probiert entweder finde ist cool oder das ist vielleicht gar nichts für mich.

00:39:10: aber ich glaube grundsätzlich wenn man einen, ich nenn's mal Egoist isst oder jemand ist der eher an seinen eigenen Vorteil denkt anstatt denen des anderen Dann wird es vielleicht schon relativ schwierig für so jemanden in so einem Ehrenamt weil ich sag mal man gibt viel für andere vor allem für Menschen die man noch nie gesehen hat die man vielleicht gar nicht kennt Opfert seine Freizeit, opfert vielleicht auch seine persönliche Gesundheit im schlechtesten Fall dafür.

00:39:38: und das muss man natürlich schon auf dem Schirm haben.

00:39:40: Weil im Zweifelsfall kann sein immer treffen also selbst wenn ich an meinem Geburtstag sitze und Kuchen essen mit der Familie und der Melder klingelt dann muss sich halt los.

00:39:49: Marius wir danken dir ganz persönlich für diesen wunderbaren Podcast!

00:39:53: Wir danken Dir für Deine Arbeit in deinem Blaulicht-Kanal bei Codex Blau.

00:40:00: Wir danken dir auch stellvertretend für die mehr als eine Million freiwillige Feuerwehrmänner und Frauen, die in Deutschland aktiv für uns alle ihren Dienst machen.

00:40:09: Und auch für die nicht-freiwilligen Feuerwehrleute.

00:40:13: also insofern wünschen wir dir weiter alles Gute.

00:40:17: Danken dir herzlich für deinen Einsatz und für heute und weiterhin viel viel Freude!

00:40:22: Vielen Dank für die schöne Aufnahme.

00:40:26: Fürs nächste Mal bin ich natürlich gerne wieder dabei und ich hoffe, es hat Spaß gemacht beim Zuhören.

00:40:31: Vielen Dank fürs Zuhören!

00:40:32: Und bis zum nächsten mal!

00:40:34: Danke dir!

00:40:34: Natürlich gerne bis

00:40:41: bald...

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