Special Olympics - Sport für alle!

Shownotes

In dieser Folge spricht Béla Anda mit Sven Albrecht, dem Geschäftsführer von Special Olympics Deutschland (SOD). Seine Organisation schafft Sport- und Begegnungsräume für Menschen mit geistiger Behinderung – von lokalen Angeboten bis zu großen Weltspielen.

Gemeinsam beleuchten wir:

  • was Special Olympics ist – und warum es etwas völlig anderes ist als die Paralympics,

  • wie Sport Türen öffnet, Selbstbewusstsein stärkt und gesellschaftliche Teilhabe ermöglicht,

  • warum 92 % der Menschen mit geistiger Behinderung keinen Zugang zu Sportangeboten haben,

  • welche Barrieren im Alltag, in Schulen, Vereinen und im Gesundheitssystem bestehen,

  • wie Special Olympics mit Leistungsgruppen faire Wettbewerbe schafft – unabhängig von der Behinderungsform,

  • und wie die Björn-Steiger-Stiftung und SOD gemeinsam daran arbeiten, Menschen mit Behinderung sicherer im Umgang mit Notfällen zu machen.

Transkript anzeigen

00:00:00:

00:00:06: Auf dem Rückweg vom Schwimmbad

00:00:07: wird der achtjährige Björn Steiger von einem Auto erfasst und dabei schwer verletzt.

00:00:12: Es dauert fast eine Stunde, bis endlich ein Rettungswagen eintrifft.

00:00:16: Björn Steiger stirbt.

00:00:18: Nicht an seinen Verletzungen,

00:00:20: sondern

00:00:20: an den Folgen eines Schocks.

00:00:22: Die Eltern Ute und Siegfried Steiger gründen erst einen gemeinnützigen Verein.

00:00:26: Später entsteht daraus die Björn Steiger Stiftung.

00:00:29: Durch ihr unerlässliches Engagement wurden

00:00:31: bis heute

00:00:32: Millionen Menschenleben gerettet und vergleichbare Schicksalsschläge

00:00:35: vermieden.

00:00:36: In diesem Podcast geht es um die Arbeit der Björnsteigerstiftung und die Bedeutung einer funktionierenden Notfallhilfe.

00:00:42: Wir sprechen mit Experten, Betroffenen und den Machern hinter den Kulissen.

00:00:54: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge unseres Podcast der Beyond Steiger Stiftung Lebensretter.

00:01:00: Und ich freue mich ganz besonders, heute jemanden zu haben, dessen Organisation, glaube ich, viele, viele Menschen kennen, die sehr wichtig ist, die großartiges Macht.

00:01:09: Special Olympics, vom Namen mir kennen es viele.

00:01:12: Und ihren Geschäftsführer hier zu treffen, Sven Albrecht.

00:01:18: In Berlin und viele.

00:01:19: Herr Albrecht, ich freue mich sehr, dass ihr bei uns in heute willkommen.

00:01:22: Vielen Dank.

00:01:23: Ich danke für die Einladung.

00:01:24: Ich freue mich ebenfalls sehr.

00:01:26: Ja,

00:01:26: viele kennen die Special Olympics nur vom Namen.

00:01:29: Viele verwechseln es auch, glaube ich, mit dem Paralympics.

00:01:33: Wie würden Sie in wenigen Sätzen erklären, was die Special Olympics ausmacht und was Sie eben von den Paralympics unterscheiden?

00:01:42: Special Olympics ist die weltweit größte Sportorganisation für Menschen mit geistiger Bildung, ist durch die Familie Kennedy gegründet worden, weil die Schwester von John F Kennedy eine geistige Bildung hat.

00:01:53: Und da hat die Familie gesehen, welches Potenzial der Sport eigentlich bewirken kann für das Thema Inklusion, Teilhabe, Selbstbestimmung.

00:02:01: Und das ist auch die Grundaufgabe von Special Olympics und der Paralympische Sport.

00:02:06: richtet sich insbesondere an Menschen mit körperlicher Unsinnensbildung und ist ganz klar Leistungssport.

00:02:12: Uns geht es darum, möglichst viele Menschen mit geistiger Bindung zu erreichen, viel Teilhabe zu ermöglichen.

00:02:19: Daher ist der Fokus nicht so auf die ein Prozent der Leistungsstärksten, sondern die vielen Menschen, die bisher leider noch keinen Zugang zum Sport haben.

00:02:26: Sport für alle ist ja ein großes Thema.

00:02:30: Alle sollen partizipieren können, auch natürlich um die eigenen Fähigkeiten zu stärken, auch das Gemeinschaftsgefühl durch den Sport.

00:02:37: Was bedeutet dieser Gedanke bei Ihnen ganz konkret?

00:02:40: Ja, für uns ist es einfach ganz, ganz wichtig.

00:02:42: Wir müssen immer wieder feststellen, dass nur acht Prozent der Menschen mit geistiger Bildung in Deutschland einen Zugang zum Sport haben.

00:02:50: Und wir merken auch, dass es von ganz klein auf an beginnt, dass eigentlich in den Schulen, in den Kitas, wir noch viel, viel mehr Bewegungsmöglichkeiten für Menschen mit geistiger Bindung brauchen.

00:03:01: Und die Zahl von zweiundneinzig Prozent ist nach wie vor ja erschreckend aus unserer Sicht.

00:03:06: Sport ist so wichtig, um Begegnungen zu schaffen, um in der Gesellschaft dran teilzuhaben und daher Sport für alle, unterstreichen wir unterschiedliche Angebotsformen, benötigen wir und leider sind nach wie vor nicht genug Menschen mit geistiger Bildung in den Sport involviert.

00:03:22: Und das wollen wir verändern.

00:03:23: Nun, erleben Sie ja persönlich Athletinnen und Athleten eben mit diesem Special Badge, mit den Behinderungen auf dem nächsten Raum, aus nichts der Nähe.

00:03:35: Gibt's da Geschichten, die Sie besonders bewegt haben, die Ihnen besonders im Kopf geblieben sind?

00:03:40: Na was uns wichtig ist und das ist immer wieder, was mich begeistert ist, ist die Offenheit der Wille unserer Athleten, Athleten für sich selber einzutreten.

00:03:51: und leider ist es ja nach wie vor in der Gesellschaft, dass es häufig man Menschen mit geistiger Bindung nicht viel zutraut und sie nicht als gleichberechtigt sieht.

00:04:00: und ich glaube jeder der mal beim Special Olympics Wettbewerbs sieht.

00:04:03: Sieht diese Kraft, diese Power, diese Lust, sich zu bewegen, aber gleichermaßen auch welche Chancen da sind, wenn man Möglichkeiten bietet.

00:04:12: Und daher sind für mich die Special Olympics-Athleten immer ganz besondere Botschafterinnen und Botschafter.

00:04:16: Und ich könnte jetzt tausende emotionale Geschichten erzählen.

00:04:20: Bei den einzelnen Wettbewerben, das wird aber den Rahmen sprengen.

00:04:23: Und ich kann immer wieder nur jeden einladen, das einmal mitzuerleben.

00:04:25: Dann wird man selber ganz genau nachvollziehen, was für eine Kraft und Emotionalität Special Olympics ausmacht.

00:04:32: Jetzt ist Inklusion ja so ein Thema, was seit einigen Jahren populärer geworden ist, dass man eben tatsächlich im Sinne des Wortes, also mehr Menschen kennen diesen Begriff, mehr Menschen wissen auch um die Wichtigkeit.

00:04:46: Es gibt viele, viele Familien auch in Deutschland, wo ein Familienmitglied, Kinder, manchmal Oma, Opa oder andere Verwandte Behinderungen haben, viel mehr als man denkt.

00:04:59: Und insofern ist es sehr positiv, dass diese Begriff der Inklusion, der auch beinhaltet, das mitmachen, das mit einbeziehen, populärer geworden ist.

00:05:09: Wo gelingt diese Inklusion?

00:05:13: Und wo spüren Sie immer noch Barriere?

00:05:16: Ja, wir haben im Alltag häufig nach wie vor bestehende Barrieren.

00:05:20: Wir haben ja in Deutschland, in den USA, behinderten Rechtskommissionen unterzeichnet.

00:05:25: Danach hatte man wirklich das Gefühl, dass auch ein Stück weit Ein Ruck kam, dass wir über Inklusion in der Schule, Inklusion am Arbeitsleben nachgedacht haben.

00:05:35: Und im Moment nehmen wir bar, dass leider diese Motivation ein Stück weit nachlässt.

00:05:40: Und man muss einfach sein, dass unsere Athleten, Athleten, Mensch mit geistiger Bindung.

00:05:44: Nach wie vor häufig auf Barrieren stoßen, dass keine Zugänglichkeit da ist.

00:05:48: Das fängt an bei der Mobilität.

00:05:51: Das ist, wie komme ich zur Sportstätte?

00:05:53: Wie ist die Sportstätte barrierefrei gestaltet?

00:05:56: Wo bekomme ich aber auch welche Unterstützungsleistung?

00:05:59: Bin ich auch willkommen, auch ganz, ganz wichtig.

00:06:02: Und da merken wir immer wieder, dass auch Barrieren in den Köpfen da ist.

00:06:05: Daum ist es uns auch so wichtig, Begegnung zu schaffen, damit wir am Schluss endlich auch die Einstellung in der Bevölkerung positiv beeinflussen können.

00:06:14: Aber man muss einfach nach wie vor sagen, dass leider Gottes häufig Barrieren da sind.

00:06:19: Der Sport, und da sind wir aber fest von überzeugt, bietet uns aber besondere Möglichkeiten, genau vielleicht diese Barrieren insbesondere auch in den Köpfen aufzubrechen, die Leistungsfähigkeit der Athleten darzustellen, auch zu zeigen, wie kann dann wirklich eine barrierefreie Sportstätte aussehen, das kann man auch gut auf andere Bereiche übertragen.

00:06:39: Also deswegen gibt es noch viel zu tun, aber noch mal, uns ist es wichtig, Inklusion bedeutet Partizipation, dass alles das, was gebraucht benötigt wird, auch aus Sicht der menschenmitteisigen Bildung umgesetzt wird.

00:06:51: Und deswegen sind wir auf einem Weg, aber haben noch eine lange Strecke vor uns.

00:06:56: Gibt es eigentlich Gegenden in Deutschland, Regionen, wo die Einbindungen von Menschen mit Behinderungen besonders gut läuft?

00:07:03: Ich würde mich da nicht auf bestimmte Regionen konzentrieren wollen.

00:07:06: Ich glaube, ein Thema ist, dass wir merken, dass es überall in Deutschland ganz, ganz tolle Initiativen, ganz tolle Projekte gibt, wo wirklich viele Ehrenamtliche sich einsetzen, stark machen, damit Teilhabe zum Beispiel im Sportverein passieren kann.

00:07:21: Aber das, was wir ja einfordern, ist, das Ganze darf ja nicht von einzelnen Personen abhängig sein, sondern wir brauchen strukturelle Verbesserungen, damit Teilhabe und Inklusion stattfinden kann.

00:07:33: Das geht, fängt an mit der Barrierefreiheit.

00:07:35: Das geht weiter mit Assistenzleistungen für Familien oder auch für Menschen mit Bindung, die dann eine Begleitung haben, um zur Sportstätte zum Beispiel zu kommen.

00:07:44: Also deswegen... Da muss man sagen, in der Gesellschaft gibt es tolle Initiativen, um aber wirklich eine mittelfristige Absicherung sicherzustellen, brauchen einfach bessere und strukturelle Voraussetzungen.

00:07:55: Und die sind im Moment noch nicht gegeben.

00:07:57: Was brauchen Sie denn konkret?

00:07:59: Ja, was wir zum Beispiel brauchen, ist ein großes Thema, ist immer der Aspekt der Fortbildung, also dass sich Trainerinnen und Trainer auch sicher fühlen.

00:08:06: Wie gehe ich zum Beispiel mit inklusiven Gruppen um?

00:08:09: Wir brauchen, was den ganzen Sportstättenbau, Sportinfrastruktur betrifft, eine Barrierefreiheit in ganzheitlichen Sinne.

00:08:16: Das heißt, es geht nicht nur darum, dass man zum Beispiel für Menschen im Rollstuhl eine Zugänglichkeit schaffen.

00:08:22: Unser Athleten-Athleten brauchen eine deutlich größere Unterstützung in der Orientierung, also dass man eher mit Symbolen arbeitet, damit auch eine Orientierung in der Sportstätte stattfindet.

00:08:33: Ein großes Thema ist nach wie vor der öffentliche Nahverkehr.

00:08:37: Ich sage mal, es hängt immer davon ab, in welcher Region man ist.

00:08:40: In der Großstadt ist natürlich der ÖPNV deutlich weiter ausgebaut.

00:08:45: Aber auch da haben wir häufig keine Zugänglichkeit, damit der ÖPNV eingeständig genutzt werden kann.

00:08:52: Und da könnte ich noch ganz viele Beispiele benennen.

00:08:54: Und was für uns ein ganz wichtiges Element ist, wenn wir über Inklusion im Sport reden.

00:09:00: dann muss natürlich Kinder und Jugendliche mit geistiger Bindung, genau wie Kinder ohne Bindung, eine vernünftige Bewegungserziehung von Beginn an erfahren.

00:09:09: Und wir merken einfach, dass wir keinen genauen Überblick haben, wie ist das Sport zum Beispiel in Förderschulen organisiert, wie finden dort inklusive Unterrichtsformen statt.

00:09:19: Und das ist eigentlich etwas, worauf wir sehr, sehr stark drängen, dass wir in frühen Jahren auch bei Athleten und Athleten die Voraussetzungen erfüllen.

00:09:27: müssen, damit überhaupt dann auch ein Angebot später wahrgenommen werden kann.

00:09:32: Deswegen kann man die Frage, die ist sehr komplex, nicht einfach beantworten, aber man kann es zusammenfassen.

00:09:38: Wir müssen Menschen mit geistiger Bindung das Interesse wecken, dass sie merken, wie Spaß der Sport machen kann.

00:09:45: Wir brauchen mehr Angebote flächendeckend.

00:09:47: in der Schule, im Kindergarten, über den Sportverein, über die Kinder- und Jungthilfe.

00:09:53: Und wir brauchen eine bessere Zugänglichkeit und die Zugänglichkeit, bei der es insbesondere Assistenzleistung und bei ihrer Freiheit im Alltag.

00:10:00: Das Spannende ist ja, Special Olympics richtet sich, wie Sie es erklären, nicht nur an besonders herausgehobene Athletinnen und Athleten, sondern auch an die Masse, indem Sie, Sie haben es gerade beschrieben, eben, Voraussetzungen schaffen, wollen auch Menschen mit geistiger Behinderung durch den Sport zu ertüchtigen und dann auch Gemeinschaftserlebnisse zu schaffen.

00:10:23: Aber eben auch daher der Name Special Olympics.

00:10:27: Sie sind auch Teil eines großen Wettbewerbes, der glaube auch alle vier Jahre stattfindet.

00:10:33: Also eine Olympiade für Menschen mit geistigen Behinderungen, ein richtigen Wettbewerb.

00:10:37: Ich habe es hier gesehen vor wenigen Jahren in Berlin großartig.

00:10:41: Das war ja auch sehr stark in der Stadt selbst.

00:10:44: Wettbewerbe, also Laufwettbewerbe, beispielsweise hier unter den Linden.

00:10:49: Und so konnte man viele, viele verschiedene Sportarten dort verfolgen.

00:10:53: Wie kommen Menschen mit geistigen Bänderungen dahin, sich so für den Sport zu engagieren?

00:10:58: Also was, was geht da in denen vor?

00:11:00: Sind es die Eltern?

00:11:01: Ist das Umfeld?

00:11:02: Sind sich schon Athletinnen und dann eignet sich irgend ein... Schicksalsschlag, der sie dann mit Behinderung zurücklässt.

00:11:09: oder wie kommen Menschen von vornherein mit geistigen Behinderungen dazu sich so von den Sports engagieren, was ist da ihre

00:11:14: Erfahrung?

00:11:15: Ja, ich glaube, im Schluss endlich ist es eigentlich wie bei uns allen.

00:11:19: Es gibt Leute, die haben ein bisschen mehr Lust auf Sport.

00:11:21: Es gibt Leute, die haben ein bisschen weniger Lust auf Sport.

00:11:23: Es hängt ja auch damit zusammen, was erlebt man vielleicht auch in frühen Jahren?

00:11:27: Welche Begeisterung gibt es in der Familie?

00:11:29: Kriegt man Unterstützung, dass man am Sport daran teilhaben kann?

00:11:33: Und viele unserer Athleten-Atleten sind natürlich auch in jungen Jahren Fans unserer Sportidole.

00:11:38: Ob das Fußball ist, ob das jetzt Basketball ist.

00:11:41: Handball und viele eigentlich dann auch Lust haben, Sport auszuüben.

00:11:46: Die Frage ist dann ja immer, wo können sie das erlernen und welche Beimöglichkeiten bestehen dann?

00:11:52: Und da hatte ich ja vorhin auch gesagt, es ist für uns einfach wichtig, dass in jungen Jahren auch eine vernünftig gute Bewegungserziehung stattfindet.

00:11:59: damit man auch die Voraussetzung hat, Sport auszuüben.

00:12:02: Das ist da ein Aspekt.

00:12:04: Und der andere Aspekt ist natürlich, dass genauso Athleten und Athleten sich bei uns haben, Lust haben, sich zu messen, ein Wettbewerb zu sein, aber alles mit einem etwas anderen Umgang, wovon wir eigentlich alle in der Gesellschaft lernen können.

00:12:17: Es kommt nur dann häufig die Problematik im Alltag, dass dann zum Beispiel vielleicht ein Athlet sieht, Mensch, jetzt weiß ich nicht, tennis grad großartig oder bei mir ist da Handball Sport.

00:12:27: Ganz großartig.

00:12:28: und dann muss man... ehrlich sagen, gibt es häufig die Barrieren, dass dann kein Angebot da ist, weil es weder vielleicht in Strukturen der Behindertenhilfe angeboten werden, noch, dass alle Sportvereine sich sicher genug fühlen oder das auch auf dem Schirm haben, Athletinnen und Athleten unsererseits mit einzubinden.

00:12:47: Und deswegen gibt es leider häufig die Motivation, die vielleicht in Kindes- und Jugendjahren ja immer höher ist am Sport und Bewegung, die erlischt dann, weil einfach nicht genug Angebote da sind.

00:12:56: Und das ist sehr, sehr schade.

00:12:58: Aber im Grundsatz ist das genau das Gleiche wie bei jedem anderen in unserer Gesellschaft.

00:13:03: Der eine hat mehr Lust, der andere weniger.

00:13:05: Aber es müssen Weimöglichkeiten bestehen und das müssen wir verändern.

00:13:09: Wie geht man mit dem unterschiedlichen Grad der Behinderung eigentlich um?

00:13:13: Gibt es so eine Klassifizierung?

00:13:15: Nehmen wir an.

00:13:16: Ich weiß nicht, was für ein klassisches Mannschaftssportart ist jetzt für Special Olympics.

00:13:22: Aber ich kann mir vorstellen, keine Behinderung ist wie die andere.

00:13:25: Gerade bei geistigen Währlungen haben wir hier unterschiedliche Komponenten.

00:13:28: Wie geht das vor sich?

00:13:30: Ja, das ist auch eine besondere Besonderheit in unserem Sportkonzept.

00:13:33: Also wir haben im Prinzip drei Kriterien, an denen wir sozusagen die Athleten und Athleten klassifizieren.

00:13:39: Das sind einmal Altersklassen, ganz unterschiedliche.

00:13:42: Das Weite ist das Geschlecht und das Dritte und das ist das Entscheidende, die Leistungsfähigkeit.

00:13:47: Mach das mal ein Beispiel, der hundert Meter in der Leiterthletik.

00:13:50: Die schnellsten bei uns sind schon um die zwölf, fünf Sekunden, die die etwas länger brauchen, sind so um die dreißig Sekunden.

00:13:57: Normal hätte ja derjenige, der dreißig Sekunden läuft, nie eine Chance, man national oder landesweit zu starten.

00:14:04: Und wir bilden jetzt aber homogene Leistungsgruppen, die maximal fünfzehn Prozent auseinander liegen.

00:14:09: Und innerhalb ihrer Leistungsgruppe hat dann jeweils der Athlet oder die Athletin die Chance, um Gold anzutreten.

00:14:16: Und das ist das Besondere an unserem Konzept.

00:14:18: Das heißt, wir selektieren in Anführungsstrichen oder Sonder nicht aus in den Wettbewerbstrukturen, sondern wir schaffen Leistungs- und Vergleichsgruppen mit Athletinnen-Athleten auf dem gleichen Niveau.

00:14:30: Und das ist insbesondere auch für die Persönlichkeitsentwicklung für die Athletinnen-Athleten ganz großartig, weil jeder dann wirklich eine Chance hat auf seinen Niveau.

00:14:38: entsprechend um den ersten Platz an den Start zu gehen.

00:14:42: Und die Leistungsgruppen, die richten sich aus an den Ergebnissen oder an den an den potenziellen Ergebnissen, also die dreißig Sekundengruppe und dann die fünfzehn Sekundengruppe und runter?

00:14:54: Ganz genau so ist es.

00:14:55: Und ich sage mal, bei den Paralympics ist es ja abhängig von der Behinderungsart.

00:14:59: Aber ich sage mal, das sagt bei uns jetzt relativ wenig über die Leistungsfähigkeit oder die Fähigkeiten und Fertigkeiten aus.

00:15:07: Und deswegen ist es genau, wie Sie das gesagt haben, wir schauen immer nach der individuellen Leistung und den messbaren Sportarten.

00:15:15: Es ist ein bisschen einfacher in den Mannschaftssportarten, wird das mit Spielbeobachtung gemacht.

00:15:20: Aber das ist für uns ein ganz wichtiger Ansatz in dem Sportkonzept, der auch in der Form einzigartig ist.

00:15:26: Und wie kommt man in Kontakt mit Ihnen?

00:15:28: Nehmen wir an, es gibt jetzt einen guten Sportler, der hat eine geistige Behinderung, der ist in irgendeiner Förderschule.

00:15:35: wenn die hundert Meter im Sportunterricht, in dreizehn, fünf, acht Sekunden, wie kann der auf Sie aufmerksam werden?

00:15:44: Wie werden Sie auf den aufmerksam?

00:15:46: Kommt es auf den Sportlehrer an oder die Eltern oder kann er sich irgendwo bewerben, gibt es Wettbewerbe, wo Sie aufmerksam aufwinden werden?

00:15:54: oder auf Sie?

00:15:55: Genau, wir versuchen, im Grunde genommen ist unsere Mitgliederstruktur sehr, sehr unterschiedlich.

00:16:00: Das heißt bei uns, sind Mitglieder Sportvereine ganz normal.

00:16:04: Es sind aber auch Förderschulen, Schulenmitglieder.

00:16:07: Es sind Organisationen der Behindertenhilfe, wie zum Beispiel Werkstätten oder Wohngruppen für Menschen mit geistiger Bindung.

00:16:13: Wir haben aber auch die Möglichkeit, dass Familien bei uns direkt Mitglied werden, damit sie halt auch dann ein Wettbewerb, wenn wir uns ein Angebot daran tiningen können.

00:16:21: Das hängt auch damit zusammen, dass es einfach nicht flächendeckend die Angebote gibt.

00:16:25: Darum versuchen wir sehr, sehr stark aufmerksam auf uns zu machen.

00:16:29: Wie gesagt, in den Schulen, in den Organisationen der Behindertenhilfe, viele Leute zu motivieren, unser Sportkonzept anzuwenden, Bewegung in den Alltag zu verankern und dann natürlich auch Athleten und Athleten, die Lust haben, an Wettbewerben daran teilzunehmen, bei Special Olympics zu starten.

00:16:46: Wir selber in Deutschland haben neben Nationalein spielen, was wirklich ein großer Ereignis ist mit über viertausend Athleten und Athleten im Sommerbereich und im Winter auch knapp an die tausend Athleten und Athleten.

00:16:58: haben wir pro Jahr allein über zweihundert, achtzig, zweihundert, neunzig Veranstaltungen, die stattfinden.

00:17:03: Und das ist auch unser ganz klares Ziel.

00:17:05: Noch mehr Bewegungssport und Wettbewerbsangebote vor Ort.

00:17:10: zu schaffen und dadurch auch den Athleten nicht nur auf Bundesebene, sondern flächendeckend auch vor Ort mehr Wettbewerbe anzubieten.

00:17:18: Aber schlussendlich erreichen wir die Athleten über ganz unterschiedliche Wege und versuchen da auch in den Institutionen die Bedeutung des Sports unterstreichen.

00:17:27: Aber auch, wie Sie das beschrieben haben, wenn eine Familie sagt, Mensch, wir gehen hier regelmäßig Skilaufen.

00:17:32: Unser Kind ist talentiert, der möchte auch an Wettbewerben dran teilnehmen.

00:17:36: Dann besteht für die Familien auch die direkte Möglichkeit bei Special Olympics Mitglied zu werden und so an den Wettbewerben und an den Angeboten zu partizipieren.

00:17:44: Sind Sie auch in sozialen Netzwerken unterwegs?

00:17:47: Ja, das sind wir sehr stark und versuchen auch da, was uns ja immer ganz wichtig ist, zu transportieren.

00:17:52: Also einmal ist natürlich über Homepage, Specialmix.de, aber auch Instagram sind wir sehr stark auf Facebook, gemeinsam mit unseren Landesverbänden.

00:18:01: LinkedIn sind wir sehr, sehr aktiv.

00:18:03: Und was uns da ja auch wichtig ist, wir sind eine Organisation, die vor ein paar Jahren vielleicht noch eine Organisation für Menschen mit geistiger Bildung war.

00:18:11: Jetzt sind wir eine Organisation von Menschen mit Geistige Bindung.

00:18:14: Was ist die Aussage dahinter?

00:18:16: Wir wollen auch immer wieder über unsere Öffentlichkeitsarbeit einfach zeigen, was Menschen mit Geistige Bindung leisten können, wie stark sie sind, wie mutig sie sind, wie sie sich für ihre eigenen Interessen einsetzen, wo aber auch Barrieren und Herausforderungen im Alltag sind.

00:18:32: Und deswegen ist es für uns auch ganz wichtig, dass die Athleten und Athleten für sich sprechen auf viel in der Öffentlichkeitsarbeit.

00:18:38: Und genau das wollen wir auch gerade über die sozialen Medien transportieren.

00:18:42: Das ist ein guter Ansatz.

00:18:44: Und wenn Sie das sagen, kommt so eine Szene in Erinnerung.

00:18:48: Ich reite und war auf seiner Reitveranstaltung, das war so ein Ausritt.

00:18:53: Und da war ein Mädchen, das hat augenscheinlich, kann ich gar nicht sagen, aber ich glaube, sie hatte eine garisliche Behinderung.

00:18:59: Zumindest glaube ich das, weil sie so ein bisschen sich so verhielt und auch so redete, aber war voll integriert in die Gemeinschaft, die da zuschauten.

00:19:09: Und wir ... hatten so eine kleine Pause bei unserem Ausritt und lieben dann da in einer Pferdekruppe stehen.

00:19:15: und dann kam sie und sagte, oh, das ist aber ein schönes Pferd und darf ich das mal anfassen.

00:19:20: Manchmal gibt es ja Menschen, die eine geistige Winderung haben, die reden dann das lauter, das ist leise, aber wir reden dann etwas lauter.

00:19:27: Und ich fand das so irgendwie berührend, weil sie auf der einen Seite so netwirkte, so zutraulich und gleichzeitig dann aber auch so klingt jetzt blöd, aber so lieb in dem Maße, in dem sich dem Pferd dann ein bisschen wollte.

00:19:44: Und dann habe ich einen kurzen Moment überlegt, wie begegne ich ihr jetzt?

00:19:49: Also, wie rede ich mit ihr?

00:19:50: Und dann habe ich ja natürlich ganz normal geredet und gesagt, ja, natürlich und gerne und vielleicht von vorne, von hinten.

00:19:59: Steht das Pferd vielleicht aus?

00:20:00: Aber ich kann mir vorstellen, dass viele Menschen immer noch trotz all der Aufklärungsarbeit, die nicht täglich den Kontakt haben mit geistig bindert Menschen, wenn sie denn dann in Kontakt mit ihnen sind, sich die Frage stellen, wie gehe ich mit denen um?

00:20:16: So wie ich es kurz, glaube ich, auch in jedem Moment verspült habe.

00:20:21: Was ist Ihr Rat für solche Momente?

00:20:24: Ja, der erste Rat ist erstmal ganz natürlich zu sein.

00:20:28: Und wenn man sich das immer wieder vor Augen führt, schlussendlich, was wollen wir alle?

00:20:32: Wir wollen mit Respekt behandelt werden.

00:20:35: Wir wollen mit einer gewissen Offenheit behandelt werden.

00:20:37: Wir wollen ernst genommen werden in unseren Aussagen.

00:20:41: Es gibt laute Menschen, es gibt leise Menschen.

00:20:43: Es ist alles selbstverständlich.

00:20:45: Und genauso ist es auch beim Menschen mit Geistige Binderung.

00:20:48: Und wir leben sehr häufig und da kann sich jeder vielleicht auch mal ein bisschen hinterfragen.

00:20:52: dass Menschen mit geistiger Bindung in unserer Gesellschaft häufig sehr kindlich behandelt werden.

00:20:57: Ein ganz großes Phänomen ist, dass automatisch Menschen mit geistiger Bindung häufig getutzt werden, während alle anderen gesiezt werden.

00:21:04: Das sind einfach Dinge, wo wir darauf hinweisen, dass es es gibt dafür keinen Grund, sondern es sind erwachsene Menschen oder es sind junge Menschen.

00:21:12: Und deswegen ist mein Rat eigentlich schlussendlich immer da, mit einer gewissen Natürlichkeit ranzugehen, so wie in allen anderen Bereichen auch.

00:21:20: Und das, was man selber erwartet im menschlichen Umgang, genauso eine Erwartung existiert auch bei menschlicher Bindung.

00:21:28: Und keiner möchte das Gefühl haben, nicht dabei zu sein oder nicht ernst genommen zu werden.

00:21:32: Und was, glaube ich, wichtig ist, und da kommen wir auch im Gesamthema in unserem Land, diese Unsicherheiten entstehen ja auch einfach, weil wir noch immer viel zu wenig begegnungsmöglich sind.

00:21:42: Daum setzen wir uns auch wieder bei den Kindern und Jugendlichen so stark dafür ein.

00:21:46: Wenn man gemeinsam aufwächst, wenn man vielleicht im Kindergarten zusammen ist, wenn man Begegnungen in der Schule hat, im Alltag, im Sport, dann ist es ja auch ein Stück weit normal, dass man in so einer offenen und diversen Gesellschaft aufwächst.

00:22:01: Und deswegen fehlt es halt einfach nach wie vor an Begegnungen in unserer Gesellschaft.

00:22:05: Und dadurch entstehen die Unsicherheiten.

00:22:07: Und was wir auch immer ganz wichtig zu betonen finden, ist, Erstoßendlich profitieren wir alle davon.

00:22:13: Wir haben so viele Menschen, die zu unseren Veranstaltungen kommen, die mit Unterstützung, die helfen, die dann nach Hause gehen und sagen, Mensch, ich habe selber für mich wieder so viel gelernt, so viel mitgenommen.

00:22:24: Wie gehen wir eigentlich miteinander um?

00:22:26: Und darum bin ich persönlich auch davon überzeugt, dass eine inklusive Gesellschaft der Gesellschaft insgesamt gut tut.

00:22:32: Und daher wäre nochmal zu einem befassenden Rat einfach ganz normaler Umgang.

00:22:36: In der Jugendgruppe, in der ich war, war ein Junge, weiß ich noch, der ist Frank, der hatte auch eine leichte Geistergebildung, die war nur leicht, aber trotzdem war da voll integriert bei uns und das war dann auch nach einer kurzen Zeit kein Thema mehr.

00:22:49: und ich kann mich erinnern, als wir von in den neunziger Jahren, von späten neunziger Jahren von Hamburg nach Berlin gezogen sind, da kam mein ältester Sohn auch in eine Klasse mit, ich weiß nicht, inklusionscharakter.

00:23:01: auf jeden Fall, waren zwei Kinder, die da unter diese Inklusionsregelung vieren.

00:23:06: Und die hatten tatsächlich auch noch eine, zumindest teilweise, Lehrkraft, die sich dann um sie kümmerte.

00:23:12: Zusätzlich noch.

00:23:13: Und ich schäme mich fast dafür, aber ich hatte am Anfang Vorbehalte, weil man ist natürlich irgendwie, ja, wie soll ich sagen, wettbewerbsorientiert.

00:23:24: Dann denke ich, oh Gott, jetzt sind Kinder.

00:23:26: Und

00:23:26: vielleicht

00:23:27: fallen sie dadurch zurück, dadurch, dass das Leistungsniveau absinkt, total bescheuert.

00:23:34: So war das.

00:23:35: Und natürlich habe ich mich dann nicht dagegen gewährt oder so, aber das war jetzt ehrlich, ich bin auch Gedanken in mir.

00:23:43: Und ich war wirklich überrascht und sehr froh, denn es hat sich alles wunderbar entwickelt.

00:23:49: Das war eines von denen, beim zweiten hatte ich nicht so den Blick gehabt.

00:23:53: Sehr, sehr ärger als ich wäre wahrscheinlich auch ein Kandidat für Special Olympics gewesen und war einfach großartig in der Mitarbeit auch dort.

00:24:03: Eine Erfahrung, die ich nie gemacht hätte, wenn es nicht, dann tatsächlich so diese Klasse gegeben hätte.

00:24:08: Und das macht eigentlich ihren Punkt klar, dass es so wichtig ist, dass es diese Berührungspunkte gibt.

00:24:14: Aber ausgeweitet haben die sich auch nicht so in den letzten Zehnten, oder?

00:24:19: Nein, also ich meine, es gibt positive Entwicklung, aber jeder, der mal in seinen Alltag guckt, dann wird ja sehen, wie wenig Begegnung dann ist, ob das nochmal, das denkt wieder in der Schule an, das ist... Wenn man die Inklusion auf dem ersten Arbeitsmarkt sieht, ist das eine ganz, ganz geringe Anzahl nach wie vor auch später dann vielleicht im Alter.

00:24:37: Also deswegen, wir haben noch eine sehr, sehr separierende Struktur in unserer Gesellschaft und glaube das, was Sie eben vielleicht beschrieben haben, eine gewisse Unsicherheit, wenn dann auch Kinder gemeinsam aufwachsen.

00:24:48: Was hat das denn für mein Kind ohne Bindung, für welche Auswirkung?

00:24:52: Wenn wir das nochmal auf den Sport beziehen, wir haben ja auf den sogenannten Unified Sport, wo Menschen mit und ohne.

00:24:58: eine geistige Bindung gemeinsam Sport treiben und auch gemeinsam an Wettbewerb dran teilnehmen.

00:25:02: Und da gibt es auch viele wissenschaftliche Studien, die auch insbesondere den Mehrwert und den positiven Impact jetzt für die Kinder und Jugendliche oder generell Menschen ohne Bindung da zeigt.

00:25:13: Und man muss ja einfach sagen, dass Sport insgesamt auch je leistungsorientiert er ist wert, umso separierender ist der Sport.

00:25:21: und es fallen ja auch viele Kinder ohne Bindung.

00:25:24: Vielleicht irgendwann auch ein bisschen aus dem Sportsystem raus oder haben Frusterlebnisse.

00:25:29: Spielen nicht in der ersten Mannschaft, sitzen mehr auf der Bank.

00:25:33: und da glauben wir auch, dass das Unified-Angebot einfach ein ganz ganz tolles Gemeinschaftliches angeboten ist.

00:25:39: Bei der Sport für alle haben wir vorhin gesprochen, anders interpretiert wird, ein anderer Wert der Gemeinschaft auch bei den Wettbewerben im Mittelpunkt steht.

00:25:48: Man trotzdem gemeinsame Erfahrungen sammelt auf nationaler bis zu internationaler Ebene, wenn man an Wettbewerben dran teilnimmt.

00:25:55: Und das muss man, glaube ich, immer wieder unterstreichen.

00:25:57: dieser Mehrwert von Inklusion für die Gesamtgesellschaft.

00:26:00: Der ist groß und das geht jetzt nicht darum, dass Menschen mit Bittsteller sind und irgendwas einfordern, sondern schossendlich müssen wir uns ja auch überleben, welche Werte sind dann in dem Zusammenleben wichtig.

00:26:10: Und nochmal, da, glaube ich, können wir alle von der Inklusion insgesamt als Gesellschaft profitieren.

00:26:15: Absolut.

00:26:16: Deswegen ist es großartig, was Sie tun und dass Sie das machen.

00:26:19: Jetzt arbeiten Sie aber auch seit kurzer Zeit mit der Björnsteiger-Stiftung zusammen.

00:26:25: Was hat Sie eine Zusammenarbeit mit der Björnsteiger-Stiftung gereizt?

00:26:29: Ja, das ist für uns ganz, ganz wichtig.

00:26:31: Es gibt auch ganz viele unterschiedliche Beispiele.

00:26:34: Erst mal organisieren wir natürlich Sportwettbewerbe, Sporttraining, wie am Großveranstaltung, wo das Thema Gesundheit Belastung immer natürlich ein wichtiges Thema ist, was uns begleitet.

00:26:47: und das Special Olympics ist weltweit nicht nur die größte Sportorganisation, sondern auch Gesundheitsorganisationen, wo es uns darum geht, Menschen mit geistiger Bindung gut aufzuklären, präventiv auf die Gesundheit zu achten, aber gleichermaßen das Gesundheitssystem auch inklusiver zu gestalten und weiterzuentwickeln.

00:27:05: Natürlich ist diese ganze Situation mit Notfallsituationen, die treten bei uns ein.

00:27:11: Und für uns ist es ganz wichtig, dass wir nicht nur ein sicheres Umfeld für die Athleten-Athleten schaffen.

00:27:18: Und da können wir sehr von der Björnsteiger-Stiftung dem Know-how profitieren, sondern auch gleichermaßen, wir haben so viel über Emanzipation, Selbstbestimmung gesprochen, dass wir natürlich unsere Athleten-Athleten auch selber fit machen wollen, in Notsituationen die richtigen Entscheidungen zu treffen.

00:27:34: Und deswegen sind wir sind, bevor jetzt mit der Björnsteiger-Stiftung so einen wichtigen und großen Partner an unserer Seite zu haben, um genau diese Themen weiter voranzutreiben.

00:27:42: Welche Unterschiede gibt es, wenn man Menschen mit geistiger Behinderung beibringt, wie sie in Notfällen agieren?

00:27:49: Ein großes Thema ist natürlich das Thema Sprache, leichte Sprache.

00:27:54: Und man muss die Informationen ein Stück weit anders aufbereiten.

00:27:58: Das ist auch für unsere Athleten-Athleten gut.

00:28:01: verständlich ist, nachvollziehbar, mit einer Klarheit, was ist dann zu tun.

00:28:07: Aber ich sage immer, die leichte Sprache hilft eigentlich jeden Stück weit, schwierige Sachverhalte runterzubrechen.

00:28:13: Aber so dieses Thema barrierefrei, die komme ich zu den Informationen.

00:28:17: Was mache ich auch in einem Notfall?

00:28:20: Wie kann ich auch Hilfe suchen?

00:28:21: Das sind alles Informationen, die existieren, die sich aber häufig natürlich eher an Menschen ohne Bildung richtet.

00:28:28: Und deswegen ist diese sprachliche Barriere hindert schon häufig daran, dass die Informationen bei unseren Athleten, Athleten ankommen, nachvollzogen werden können.

00:28:37: Und darum versuchen wir auch im Sinne der Barrierefreiheit, gerade in der leichten Sprache, viele Informationsmaterialien zu entwickeln, die dann schlossendlich unseren Athleten, Athleten zugutekommen.

00:28:47: Ich höre manchmal in den Deutschlandfunk, also den höchst relativ häufig, aber manchmal gibt es da Nachrichten in, ich weiß nicht, ob es leichte Sprache heißt.

00:28:56: Einfacher, ja.

00:28:57: Einfach ein leichter Sprache.

00:28:59: Das ist faszinierend, weil komplexe Sachverhalte so dargelegt werden, dass sie viel klarer klingen.

00:29:07: Ich denke, viele Menschen haben auch so etwas davon, wenn Nachrichten in dieser Form vermittelt werden.

00:29:13: Aber worauf kommt es da an, bei dieser sogenannten leichten Sprache?

00:29:17: Das wird einerseits auch viel mit Symbolen gearbeitet, also wenn man jetzt schriftliche Texte macht.

00:29:23: Aufbereitung, ein Stück weit auch Erklärvideos.

00:29:26: Und man kann es eigentlich so sagen, wir neigen ja dazu eher lange Sätze zu nehmen.

00:29:33: Und in der leichten Sprache werden sehr kurze Sätze verwendet.

00:29:37: Es werden bestimmte Begriffe auch erklärt, was sich dahinter verbergt.

00:29:41: Und so ist es dann, es gibt auch Abstufungen unterschiedliche Sprachenniveaus, so ähnlich wie man das auch bei Fremdsprachen kennt.

00:29:49: Darum unterscheidet man auch einfache Sprache und leichte Sprache.

00:29:53: Das sind auch zwei unterschiedliche Sprachebenen.

00:29:56: Was

00:29:56: ist da der Unterschied?

00:29:58: Einfache Sprache ist noch ein bisschen komischer ausgedrückt, aber noch einfacher.

00:30:04: Da setzt man voraus, dass der Wortschatz und das Verständnis noch etwas geringer ist.

00:30:10: Deswegen wird auch noch mehr erklärt in einer einfachen Sprache.

00:30:13: Ja, werden nicht so viel erklärt und dann stückweit ist sozusagen die Aufbereitung der unterschiedlichen Themen sind dann noch ein Stück weit komplexer.

00:30:23: Also deswegen kann man sagen, es gibt vielleicht schwere Sprache, einfache Sprache, leichte Sprache und das ist dann eine entsprechende Abstufung in welcher Tiefe welche Sachverhälte erklärt werden.

00:30:34: Wie gut ist eigentlich Herr Elbrecht das Rettungswesen vorbereitet auf den Umgang mit Menschen, mit geistiger Behinderung?

00:30:43: und wenn Sie so drauf gucken, wo sehen Sie Nachholbedarf?

00:30:46: Ja, das ist eine ganz, ganz wichtige Frage, weil aus unserer Sicht ist das nicht ausreichend gegeben und das betrifft nicht nur die Notfallversorgung, sondern insbesondere Insgesamt die medizinische Versorgung.

00:30:57: Wir haben ja auch Gesundheitsdaten, die einfach zeigen, dass der Gesundheitszustand unserer Athleten, Athleten deutlich unter dem, der der Gesamtbevölkerung ist.

00:31:06: Mensch mit geistiger Bindung gehören zu der Bühne Arabling-Gruppe in Deutschland.

00:31:11: Und das hängt nicht immer mit der Bindung zusammen, sondern mit der Gesundheitsversorgung.

00:31:15: Und aus unserer Sicht ist ein großes Hemmnis, was wir auch schon seit Jahren fordern, dass eigentlich in der Aus- und Fortbildung vom medizinischen Fachpersonal fest im Curricula auch das Thema leichte Sprache, Kommunikation, vielleicht ein Stück weit Reaktion, wo auch mit enthalten sind, weil wenn natürlich der Patient vielleicht in dem Moment nicht so stark in der Lage ist, zu sagen, da tut es mir genau weh, das ist etwas, dann ist es ja auch häufig, dass dann das medizinische Personal das nicht richtig einordnen kann, weil einfach die Erfahrung fehlt.

00:31:47: Und deswegen würde ich das immer gerne in einem etwas größeren... Zusammenhang darstellen wollen, also es betrifft nicht nur die Notfallhilfe oder Versorgung, sondern insgesamt unser Gesundheitssystem.

00:31:57: Und aus unserer Sicht ist es dringend notwendig, dass das Personal ein Stück weit geschult wird im Umgang mit Menschen mit geistiger Beindung, im Umgang mit der Verwendung von einfacher Sprache zumindest, um dann auch besser herauszufinden, was hat denn der Patient oder die Patientin wirklich gerade in dieser Notfallsituation und die sprachliche Barriere?

00:32:18: hindert eigentlich häufig dann noch stärker daran, wirklich die Situation vielleicht richtig erfassen zu können.

00:32:24: Da sind wir wieder beim Punkt Begegnung schaffen.

00:32:27: Das machen wir auch bei Veranstaltungen, dass wir medizinisches Fachpersonal in die Veranstaltung mit einbinden, unser Gesundheitsprogramm anbieten und deswegen auch eine Fortbildung für medizinisches Fachpersonal sicherstellen.

00:32:39: Aber aus unserer Sicht besteht da großer Handlungsbedarf in diesem Feld.

00:32:43: Wie sehen Sie die allgemeine Lage, Herr Albrecht?

00:32:46: Gibt es mehr Verständnis für Menschen mit Behinderungen, mit geistiger Behinderungen?

00:32:51: Sind wir da solidarisch?

00:32:54: Gibt es mehr Kälte in unserer Gesellschaft als noch vor zehn, zwanzig Jahren?

00:32:59: Auf der einen Seite haben wir gerade zu Weihnachtszeit immer diese immensen Spendenmarathons, die sich von Jahr zu Jahr übertreffen.

00:33:06: Großartig, dass Menschen wirklich auch fünf Euro, zwei Euro, zehn Euro spenden für karitativer Einrichtungen und gute Sachen.

00:33:15: Und auf der anderen Seite sieht man jeden an zumindest in großen Städten wie Berlin oder auch in Hamburg oder sonstwo durch die Städte Hetzen, ohne Blick nach links und nach rechts, vielleicht auch um dem Elend da nicht zu begegnen.

00:33:27: Das sind ja Gegensätze, die auf den ersten Blick gar nicht so zusammenpassen.

00:33:31: Wie erleben Sie es?

00:33:32: Ja, also ... Auch zwiespeitig, so wichtig sie einmal ausdrücken.

00:33:37: Also auf der einen Seite merken wir schon jetzt auch aus der Perspektive von Special Olympics, dass wir einfach eine große Unterstützung erfahren, dass sich auch große Partner engagieren, dass wir aus der Politik eine gute Unterstützung haben und dass unsere Athleten, Athleten, Sportlerinnen und Sportler immer mehr anerkannt, respektiert werden, auch gesehen werden und auch in die Öffentlichkeit kommen.

00:33:59: Und wir haben mit Sicherheit auch ganz, ganz tolle, viele Initiativen auf lokale Ebene erleben, wo wirklich ernsthaft daran gearbeitet wird, Inklusion in unserem Land umzusetzen und auch vor Ort Begegnung zu schaffen.

00:34:11: Gleichermaßen müssen wir einfach feststellen, dass natürlich das gesellschaftliche Klima, das sich schon in den letzten Jahren deutlich verschärft hat und es ja auch der gewisse Entwicklung gibt.

00:34:23: die das Thema Inklusion infrage stellen, die sagen, dass Inklusion in der Schule nicht das Richtige ist, die sozusagen auch ein Stück weit die gleichberechtigte Lebenswirklichkeit von Menschen mit Bindung verneinen.

00:34:37: Also deswegen sind wir schon besorgt über das gesellschaftliche Klima, auch über bestimmte Positionen, rechtsextreme, rechtspopulistische Tendenzen in unserer Gesellschaft, weil die Ausgrenzung fördern und nicht Zusammenhalt, Gemeinschaft.

00:34:53: und Inklusion und deswegen kann ich Ihre Ausführung gut nachvollziehen.

00:34:58: Auf der einen Seite merkt man positive Entwicklung auch durch die Stärke unserer Athleten-Atleten und wir wollen auch etwas verändern, darum bleiben wir auch immer auf der positiven Seite.

00:35:08: Auf der anderen Ebene muss man ganz klar sagen, dass unsere Gesellschaft schon ein Stück weit im Moment den Themenfeldern gegenüber kälter werden.

00:35:16: Deswegen arbeiten wir umso härter daran, dass wir als Gemeinschaft solidarisch zusammenleimen.

00:35:22: Ich will aber auch unterstreichen, dass für uns Inklusion kein karitatives Thema ist.

00:35:27: Inklusion ist ein Menschenrecht.

00:35:29: Die gleichberechtigte Teilhabe ist ein Menschenrecht und deswegen ist es uns auch so wichtig zu sagen, dass es natürlich wichtig ist, dass wir auch Unterstützung bekommen, dass die Menschen auch für Aktivitäten in dem Themenfeld spenden.

00:35:43: Das ist unerlässlich, aber es geht nicht darum einfach, sagen wir mal, einen gewissen finanziellen Beitrag zu leisten und dann helfen wir mal den Menschenmitbildungen, sondern es geht darum, dass Menschenmitbildungen einen Grundrecht haben.

00:35:56: Überall eine Gesellschaft daran teilt, so haben wir jeder von uns auch.

00:35:59: Und das ist uns immer ganz wichtig auch zu unterstreichen in diesen Diskussionen.

00:36:02: Gucken wir fünf Jahre nach vorne.

00:36:04: Was wünschen Sie sich für Special Olympics in Deutschland?

00:36:07: Also erstmal wünsche ich mir, dass deutlich mehr Kinder und Jugendliche mit geistiger Bindung in der Schule ein gutes Sportangebot haben.

00:36:15: Dann wünsche ich mir, dass der Sportunterricht deutlich inklusiver geworden ist.

00:36:19: Und dann ist meine große Hoffnung, dass wir insgesamt deutlich mehr Menschen mit geistiger Bindung im Sport organisiert haben.

00:36:26: Ich habe es vorhin gesagt, dass zwei Ninzig Prozent nicht am Sport dran teilnehmen können.

00:36:30: dass wir möglichst viele Teilhabe-Möglichkeiten vor Ort erreichen, dass es selbstverständlicher ist, dass Special Olympics-Athletinnen und Athleten ihren Leistung wahrgenommen werden, wir weiterhin eine breite Aufmerksamkeit haben und dass wir insgesamt erkennen, dass der Sport und Bewegung große Chancen bieten über das eigentliche Betätigungsfeld hinaus, dass nämlich der Sport dazu beiträgt, als Person zu wachsen, selbstbewusster zu werden.

00:36:56: Und das wird dadurch auch im Beitrag leisten, dass Athletinnen und Athleten selbstbewusster im Arbeitsleben dabei sein können, selbstbewusster auf Schulen mit eingebunden sind.

00:37:07: Wenn wir das erreichen in den nächsten fünf Jahren, also ein positives Klima, mehr Teilhabemöglichkeiten und insbesondere Bewegung und Sport als wichtige Persönlichkeitsentwicklungsmaßnahme bei Kindern und Jugendlichen gestärkt haben, dann wäre ich für die nächsten fünf Jahre schon zumindest ein wenig zufrieden.

00:37:24: Letzte Frage.

00:37:25: Die nächsten Special Olympics national sind nächstes Jahr.

00:37:30: Ja, im Saarland vom Fünfzehnten bis zum Zwanzigste Juni mehr als viertausend Athletinnen und Athleten.

00:37:37: Und auch in Los Angeles werden dann im Jahre zwanzig achtundzwanzig die Weltweiten Special Olympics stattfinden.

00:37:48: Dann gibt es auch diverse andere nationale Veranstaltungen auch in den USA, beispielsweise in Minnesota.

00:37:55: Wenn Sie an all die Athletinnen und Athleten denken, welche Botschaft möchten Sie denen oder diejenigen, die interessiert sind oder den Eltern oder den Verwandten hier auf den Weg geben?

00:38:06: Ja, erstmal treibt euren Sport, fordert das ein und sucht auch nach entsprechenden Angeboten.

00:38:12: Wir begleiten das sehr, sehr gerne.

00:38:15: Und dann will ich euch noch mit auf den Weg geben, das, was Special Olympics-Atletinnen und Atleten auszeichnet, dieser Mut.

00:38:21: Diese Leidenschaft, auch Offenheit, auch Akzeptanz, wenn jemand anderes eine größere Leistung erbringt.

00:38:27: Ich glaube, da können wir alle von lernen als Gesamtgesellschaft.

00:38:31: Und deswegen kann ich immer wieder nur sagen, jeder einzelne Sportlerin und Sportler ist ein großartiger Botschafter für Teilhabe, für Inklusion.

00:38:39: Für die Special Olympics Idee und wir als Gesamtgesellschaft tun glaube ich alle gut daran, diesen Mehrwert für unsere Gesellschaft auch zu erkennen.

00:38:47: Und deswegen will ich immer wieder unterstreichen, dass unsere Athleten und Athleten deswegen nicht nur kämpfen müssen, um wahrgenommen und teilhaben zu können, sondern schlussendlich zeigen sie uns auch auf, wie wir gemeinschaftlich und tollen.

00:38:59: Sport ausüben können.

00:39:01: Darum will ich sehr mutigen, genau den Weg weiterzugehen.

00:39:04: Und dann vielleicht irgendwann auch die Träume der Athleten-Atlänen, ob das bei nationalen, lokalen Landeswettbewerben oder bis hin zur Welt spielen, dann in Schiede sich wirklich die Träume zu erfüllen, die sie im Sport gerne erreichen möchten.

00:39:19: Schiele noch vor Los Angeles, davor das Saarland.

00:39:23: Bitte drücken die Daumen, Herr Albrecht.

00:39:25: Ich danke Ihnen für das wunderbare Gespräch.

00:39:29: Die Björn Steigerstiftung.

00:39:31: Der Podcast.

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