Wenn die Welt stehenbleibt. Über die Arbeit des Kriseninterventionsteams
Shownotes
In dieser Folge sprechen wir über Einsätze, in denen für andere Menschen buchstäblich nichts mehr ist, wie es vorher war: Attentate, schwere Unfälle, Katastrophen.
Zu Gast bei Béla Anda ist Andreas Hänsel – einer der erfahrensten Kriseninterventionshelfer Deutschlands. Er war unter anderem im Einsatz nach dem Tsunami in Thailand, beim Amoklauf am Münchner Olympia-Einkaufszentrum und beim Eishallen-Unglück in Bad Reichenhall.
Wir sprechen darüber, was in den ersten Stunden nach einem Schockereignis passiert, wie man Menschen in ihrer schlimmsten Lebenssituation überhaupt erreichen kann – und wie er selbst mit den Belastungen dieser Arbeit umgeht.
Eine Fortsetzung mit Teil 2 dieser Folge gibt es in der kommenden Woche.
Hinweis: In dieser Folge geht es um schwere Unfälle, Tod und Suizid. Bitte achtsam hören.
Themen der Folge:
was Krisenintervention bedeutet und was sie nicht ist
wie Andreas und seine Kolleg:innen in der „peritraumatischen Phase“ arbeiten
warum es so wichtig ist, den „Hochstress“ nach einem Schockereignis zu senken
wie ein Einsatz abläuft – vom Alarm über die Begleitung bis zur Nachbetreuung
welche Rolle Zuhören, Präsenz und Ruhe spielen
wie er selbst mit den belastenden Bildern und Einsätzen umgeht
welche Rituale, Supervision und „Kraftquellen“ ihm helfen, gesund zu bleiben
Über den Gast: Andreas Hänsel ist ehrenamtlicher Kriseninterventionshelfer in München und seit vielen Jahren im Akuteinsatz nach schweren Ereignissen. Zuvor arbeitete er unter anderem am Theater und hat sich beruflich noch einmal ganz neu erfunden. Heute begleitet er Menschen in den schwersten Stunden ihres Lebens.
Transkript anzeigen
00:00:00: Auf dem Rückweg vom Schwimmbad wird der achtjährige Björn Steiger von einem Auto erfasst und dabei schwer verletzt.
00:00:12: Es dauert fast eine Stunde, bis endlich ein Rettungswagen eintrifft.
00:00:16: Björn Steiger stirbt.
00:00:18: Nicht an seinen Verletzungen, sondern an den Folgen eines Schocks.
00:00:22: Die Eltern Ute und Siegfried Steiger gründen erst einen gemeinnützigen Verein.
00:00:26: Später entsteht daraus die Björn Steiger Stiftung.
00:00:29: Durch ihr unerlässliches Engagement wurden bis heute Millionen Menschenleben gerettet und vergleichbare Schicksalsschläge vermieden.
00:00:36: In diesem Podcast geht es um die Arbeit der Björnsteigerstiftung und die Bedeutung einer funktionierenden Notfallhilfe.
00:00:42: Wir sprechen mit Experten, Betroffenen und den Machern hinter den Kulissen.
00:00:55: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge des Podcasts, Lebensretter der Björn Steigerstiftung.
00:01:00: Ich freue mich sehr, heute einen der erfahrensten Kriseninterventionen selber Deutschlands bei mir zu haben, Andreas Hänsel, ein Mann, der an Orten war, die viele von uns aus den Nachrichten kennen.
00:01:12: Er war beim Tsunami-Einsatz für das Auswärtige Amt damals in Thailand.
00:01:17: Der war tätig im Runde am Rande des Amoknolfs in München am Olympia-Einkaufszentrum.
00:01:25: ebenso am Unglück in der Eishalle von Bad Reichenhall.
00:01:27: Er hilft vielen Menschen in den schwersten Stunden ihres Lebens und hat auch selbst einen außergewöhnlichen Lebensweg hinter sich.
00:01:34: Er war Theaterinternand, hat um bald gelebt, hat sich neu erfunden und auch darüber wollen wir heute sprechen.
00:01:42: Aber vor allen Dingen erst einmal über seine Arbeit als fließen Interventionshelfer.
00:01:48: Herzlich willkommen Andreas Hänsel.
00:01:51: Hallo, danke schön.
00:01:52: Danke Ihnen.
00:01:54: Wenn Sie Ihren Beruf jemanden erklären würden, der noch nie von Krisenintervention gehört hat, was tun Sie korrekt?
00:02:03: Was würden Sie ihm sagen?
00:02:04: Wir werden gerufen in Situationen, die in der Regel für die Menschen, die wir da betreuen, eine absolute Kehrtwendung in ihrem Leben bedeuten.
00:02:16: Also gibt es diesen Spruch.
00:02:18: Bei diesen Ereignissen ist nichts.
00:02:21: mehr so, wie es vorher war.
00:02:23: Das verändert grundsätzlich.
00:02:25: Es ist keine therapeutische Arbeit.
00:02:28: Wir sind keine Heilkundler, sondern wir haben eine Ausbildung, die ist allerdings sehr umfangreich für eine ehrenamtliche Tätigkeit.
00:02:41: Wir begleiten die Menschen in der sogenannten peritraumatischen Zeitphase.
00:02:45: Das ist der unmittelbare Zeitraum um das Ereignis herum.
00:02:49: Also der Inzident, das Einschneidende Ereignis.
00:02:52: In der Regel sind diese Einsätze von zwei Stunden bis manchmal schon elf, zwölf Stunden.
00:03:00: Und da ist unsere Aufgabe, die Menschen aus dem Hochstress rauszuleiten.
00:03:07: So ein Ereignis kommt, dann setzt die Wahrnehmungsverarbeitung, also ein Schockereignis im Kopf aus, das Stammhirn, das limbische System, also das, was für die Lebenserhaltung, Steuerung zuständig ist, übernimmt die Herrschaft und die Menschen, wir können dann nicht mehr Entscheidungen treffen, reflektieren, nachdenken.
00:03:28: und das ist mit einem unglaublichen Stress verbunden, Hochstress und einer emotionalen Überflutung, Angst, Ohnmacht.
00:03:35: Manchmal Wut, Scham bei Suizid.
00:03:38: Und unsere Aufgabe ist es diesen Stresslevel abzusenken, weil man mittlerweile gibt es Studien, weiß je länger dieser Zustand andauert, umso größer ist das Risiko, dass man später daran erkrankt.
00:03:53: Die Menschen, die wir da treffen, nennen wir nicht Patienten, wir nennen sie Betroffene oder allenfalls Klienten, weil die sind nicht erkrankt.
00:04:03: sondern das ist eine normale evolutionäre Schutzreaktion auf ein anormales Ereignis.
00:04:11: Sie sind noch nicht erkrankt, muss man sagen, wer durch ihre Arbeit sonst genau das vermeiden, später zu erkranken, angeben, was sich dann daraus bildet.
00:04:22: Wie muss ich mir das vorstellen, wenn ein solches Schockereignis passiert, ein Attentat beispielsweise, ein schwerer Unfall, einen dann Turkatastrophen?
00:04:30: werden Sie dann gerufen, fahren Sie dann zu den tatsächlichen Stellen oder betreuen Sie die Menschen nach einem Hospital?
00:04:38: oder wie ist Ihr Arbeitseinsatz dann plastisch?
00:04:42: Der Regeldienst in München, das betrifft München, ist regional begrenzt auf Stadt und Landkreis München.
00:04:50: Da haben wir ein Dienstfahrzeug, ein Blaulichtfahrzeug, weil wir auch manchmal schnell kommen müssen und wir werden von der integrierten Leitstelle, also der Hundertzwölf, alarmiert.
00:05:00: und fahren dann direkt an die Einsatzorte, in die Wohnungen, auf der Straße, je nachdem.
00:05:06: Jetzt bei anderen Ereignissen, die sie aufgezählt haben.
00:05:09: Bad Reichenhall, da dauert es etwas länger, da wird man dann um Unterstützung gebeten von den regionalen Einsatzleitungen.
00:05:20: Und ja, Thailand dauert noch länger, war mit dem Flieger, Tsunami.
00:05:24: Das waren natürlich auch sehr einsteigend.
00:05:27: Nehmen Sie uns einmal mit, nehmen wir an, Sie kommen jetzt irgendwo hin, Olympia Einkaufszentrum hat letztens eine Folge mit jemandem, der sich auch dann psychologisch und psychiatrisch gekümmert hat, aber Sie kommen hin, deswegen ist uns das allen noch sehr präsent.
00:05:40: Da sind jetzt Tote, da sind viele Menschen, die in der Umgebung waren, die dieses Attentat mitbekommen haben.
00:05:48: Was tun Sie und wie wirken Sie ein auf die Menschen?
00:05:51: Ich hatte an dem Tag zufällig normalen Regeldienst und bin deshalb als erster dort gewesen, weil wir haben ja sehr, sehr viel Kräfte nachalermiert und da war bereits abgesperrt, weiträumig.
00:06:05: Das herausfordernde an der Situation war, dass
00:06:09: die
00:06:11: Angeschossenen oder Erschossenen, meistens waren sie ja Jugendlichen, von der Absperrung her zu sehen waren und niemand reinkonnt, also kein Notarzt-Team, kein Sichtungsteam konnte rein.
00:06:25: weil immer noch davon ausgegangen werden muss.
00:06:29: Es war von drei Täter in der Rede, es war aber dann nur einer.
00:06:32: Dass der im OEC noch unterwegs ist, der war auch unterwegs.
00:06:36: Und dann kamen aber schon die ersten Angehörigen da, wo ich stand.
00:06:43: Also ich hatte die Einsatzleitung für uns direkt an dem Ereignis, weil es wurden noch andere Betreuungszentren aufgemacht.
00:06:50: Und da stand die Mutter von der Familie, wo der Jugendliche, türkische, junge, praktisch tot auf der Straße.
00:06:59: Und die hatte das gefilmt und sie konnte die Kleidung sehen.
00:07:03: Also, die hat die Kleidung erkannt und hat mir dann schreien, das Handy vorgehalten und wollte da reinlaufen und wurde von der Polizei natürlich daran gehindert.
00:07:13: Und dann besteht die Arbeit eigentlich nur darin, auf der Straße ein ruhiges Setting zu schaffen.
00:07:19: Wir haben Autos, wo man hinten eine Sitzgruppe hat, wo die Scheiben getönt sind.
00:07:26: Und nicht mehr zu tun, als das mit der Mutter gemeinsam auszuhalten.
00:07:32: Das ist ja für Sie selber dann eine unglaublich herausfordernde, egal, denke ich, wie geschult zu sind.
00:07:39: Belastender auch Situation.
00:07:40: Was ist die wichtigste Fähigkeit, die ein Kriseninterventionshelfer braucht?
00:07:46: Da müssen Sie fast meine Kollegen fragen, weil ... Ich kann es nicht so genau sagen, es ist eine, ich komme dahin, ich habe irgendein Modus, das ist auch sehr viel körperliche Ausstrahlung.
00:08:05: Da muss ich gar nicht viel reden, außer die Hand zu geben, meinen Namen zu sagen und zu sagen, ich bin jetzt für sie da.
00:08:12: Es ist so schwer, wie bringt man jemanden bei Ruhe auszustrahlen, Sicherheit auszustrahlen.
00:08:19: Wir haben eine theoretische Ausbildung, wir machen natürlich sehr viel Kommunikation, wir schulungen, wir lernen aktiv zuhören, die alten grünen Regeln, die auch sonst gelten, ich spreche und ich setze, ich spiege meine Wahrnehmung und ich bin da und zugewendet.
00:08:39: Das ist vielleicht ein Widerspruch, weil wenn wir da oder nicht, aber wenn ich als Arzt zum Beispiel spiege, ich muss... gleich wieder weiter und ich habe nur drei Minuten Zeit mit Patienten zu sprechen, dann spürt er das, was man auf dem Absprung ist.
00:08:56: Das muss man ausschalten.
00:08:57: Man ist hier und man wendet sich zu.
00:09:02: Das aktives Wahrnehmen.
00:09:03: Ich habe in anderen Berichten über Sie gelesen, dass Sie eben dieses Ausschwahlen, dieser besonderer Präsenz, diese besondere Ruhe, Erfahrung natürlich auch, wenn Sie kommen, dann weiß man direkt, oh, ja jetzt kommen wir hier zumindest eben Emotional geordnete Felder hinein werden, das wird Ihnen zu beschrieben.
00:09:23: Wie halten Sie professionell Sie selbst, die Balance zwischen dem, was Sie erleben und Ihrem Privaten gehen?
00:09:30: Es gibt Rituale, die ich mir angewöhnt habe.
00:09:34: Beispiel nenne ich eins, bevor ich losfahre, vier Nachts mein Wegen, halte ich inne, bevor ich ins Auto einsteige, für den Moment.
00:09:46: insbesondere wenn es eine Blaulichtfahrt wird, weil da ist man schnell irgendwie aufmerksam oder kann was passieren.
00:09:53: Am Ende des Einsatzes müssen wir einen ziemlich umfangreichen Einsatzbericht schreiben, der dann unter Datenschutz bei uns gespeichert wird, unter Datenschutzrichtlinien und der dient einfach der Statistik, er dient der wissenschaftlichen Forschung etc.
00:10:11: und da ist sehr viel Freitexte und da setze ich mich hin und mache Kunst in Anfangszeit.
00:10:19: Ich konzentriere mich und versuche, möglichst knapp und präzise und in einer guten Sprachform das aufzuschreiben, was da abgefragt wird und wenn man die Menschen erlebt hat, wie der Verlaufer und so weiter.
00:10:34: Und das ist eine Technik, das nennt man der Fachbegriff, heißt kognitive Rekonstruktion.
00:10:41: Weil auch bei mir, bei uns wird dieses Alarmzentrum im Stammhirn Wachgerufen.
00:10:50: Das geht über das Spiegel-Norgon, weil wir, ob wir wollen oder nicht, ja nicht mit leiden, aber auf jeden Fall mit fühlen.
00:10:57: Und da geht der Pegel auch hoch und die Erinnerungen bleiben.
00:11:02: In einem entscheidende ist nur, dass man nicht mehr drunter leidet.
00:11:07: Also ich könnte mit Ihnen durch München fahren, und hätte meine Landkarte und könnte sagen, da ist der Frau aus dem Sechsen Stock gesprungen, da ist ein Kind vom Lkw überrollt, wenn ich nicht alle einsetze.
00:11:17: Ich habe es, ich mache das jetzt, jetzt ist es jetzt, jetzt ist es jetzt, jetzt ist es jetzt, jetzt ist es jetzt, jetzt ist es jetzt, jetzt ist es jetzt, jetzt ist es jetzt, jetzt ist es jetzt, jetzt ist es jetzt, jetzt ist es jetzt, jetzt ist es, jetzt ist es, jetzt ist es, jetzt ist es, jetzt ist es, jetzt ist es, jetzt ist es, jetzt ist es, jetzt ist es, jetzt ist es, jetzt ist es, jetzt ist es, jetzt ist es, jetzt ist es, jetzt ist es, jetzt ist es, jetzt ist es, jetzt ist es, jetzt ist es, jetzt ist es, jetzt ist es, jetzt ist es, jetzt ist es, jetzt ist es, jetzt ist es, jetzt ist es, jetzt ist es, jetzt ist es, jetzt ist es, jetzt ist es, jetzt.
00:11:36: Das hilft mir, die Ereignisse zu ordnen.
00:11:40: Dann fügen sie sich zusammen und legen sich besser ab.
00:11:44: Also das ist, was ich unmittelbar mache, dann haben wir natürlich Supervision.
00:11:48: Was ist Supervision?
00:11:50: Das ist Pflicht.
00:11:51: Wir haben ein Supervisor und da ist es so wie bei den Ärzten.
00:11:56: Wie hast du es da?
00:11:57: In dem man sich fänden kann, wenn man sich belastet führt.
00:12:01: Und da gibt es zwei Formen.
00:12:02: Das eine ist die falsche Position.
00:12:04: Da trägt man einen Fall vor in der Gruppe.
00:12:07: Es gibt immer wieder Einsätze, wo man das Gefühl hat, das war nicht zufriedenstellend, nicht rund.
00:12:13: Das kann man dann nachbereiten und die erfahrenen Kollegen sprechen dann der Gruppe mit.
00:12:19: Und dann gibt es auch noch die einzelne Supervision.
00:12:22: Wenn irgendeine Geschichte mir wirklich reingeschlagen hat, dann kann ich alleine dahin gehen und kann versuchen, das aufzuarbeiten.
00:12:30: Und dann muss man halt wissen, was sonst seine Kraftquellen sind.
00:12:34: Also bei mir ist es zum Beispiel mein Hund.
00:12:36: Schön.
00:12:37: Mit dem Hund spazieren gehen, so wie der läuft, völlig entspannt.
00:12:41: der Muskulatur ist für mich ein Antidepressivum.
00:12:44: Wie heißt er denn?
00:12:45: Und was ist das für eine Rasse?
00:12:46: Das ist eine Dame.
00:12:47: Ich sage Ihnen mal den vollen Titel.
00:12:49: Das ist eine von Preußen, so aus Berlin und die heißt Kianna von Preußen.
00:12:55: Seine wunderschöne, lustige Pechschwarzer Schäferhündin mit Dansternfarbenen Augen und sehr verspielt.
00:13:04: Und von Preußen weiß ich da auch einen besonderen Bezug hinab.
00:13:07: Wir haben das empfohlen bekommen, das ist eine Zucht, die hat leider aufgehört und die arbeiten nicht mit Zwingerhunden, sondern die von Treinaufstärken, die die Bindung, das ist das Wichtigste, dass Tiere menschenfreundlich bleiben, also Menschen gewöhnt sind und das war ein Glücksgriff.
00:13:26: Wie drei Komponenten, die sich stabilisieren, haben Sie genannt, zwei davon zählen ja auch tatsächlich zuvorbeugnen oder zu tatsächlich in Behandlung bei post-chromatischen Belastungsstörungen, gerade, wie Sie es oder was Sie beschrieben haben, durch München gehen und die Orte zu finden oder zu erinnern, sind, wenn es unverarbeitet bleibt, oftmals verbunden eben diesen Gefühlen mit diesen Erlebnissen, die sehr plötzlich übereinkommen können, wenn man entweder in den gleichen Ort ist, an den entsprechenden Szenen nochmal erhebt.
00:14:00: Aber das schaffen Sie professionell eben sich bewältigen.
00:14:04: Kommen wir noch mal zu einem Einsatz selbst oder zu den Einsatzen selbst.
00:14:08: Sie sind jetzt dort vor Ort.
00:14:10: Sie müssen manchmal Nachrichten überbringen oder sie haben es gerade erwähnt.
00:14:13: In dem Falle der Mutter haben wir den Eigerungszentrum, die ihrem Sohn da schwecklicherweise sterbend oder so ein Verstorben sah.
00:14:23: Sehen musste, ist selber dran.
00:14:26: Sehen mussten, ihre Aufgabe ist diese Menschen aufzufangen, sie zu sterilisieren.
00:14:31: Halt zu geben, das sagt sich schon schwer, aber die Aufgaben sind ja nicht schwerer.
00:14:36: Was können Sie dann sagen?
00:14:37: Was finden Sie für ein Mittel?
00:14:38: Sie haben gesagt, Sie geben den Raum, den Raum gemeinsam zu trauern.
00:14:43: Aber was ist es, was die Menschen dann vielleicht aus ihrem ersten ganz schlimmen Leben herausholen kann?
00:14:51: Ich sage das vielleicht an einem Beispiel vor Kurzem.
00:14:54: Da war ein schwerer Verkehrsunfall, an dem ein fünfjähriger Hunger in München war noch eingeliefert wurde, aber nicht mehr zu retten war.
00:15:04: Dann war es unsere Aufgabe dort.
00:15:07: Also die Mutter war die Fahrerin.
00:15:09: Die Mutter ist beim Rettungsdienst auch in die Klinik gebracht worden.
00:15:13: Und wir wussten von der Polizei, dass es den Vater zu benachrichtigen gibt.
00:15:18: Also, oft fangen solche Einsätze mit reinen Organisationsarbeiten an, weil so ein Ereignis auf den Schlag im Moment alle sozialen Verbindungen zerreißt.
00:15:30: kurz.
00:15:31: Also Familienzusammenführung.
00:15:32: Den Vater mit in die Klinik bringen und wenn möglich nicht am Telefon.
00:15:36: Wir haben dann erfahren, wo er ist, nämlich zu Hause.
00:15:39: Da fährt einer hin von uns und holt ihn ab, weil man das persönlich sagt.
00:15:43: Und dann ist erstmal eine absolute Schockphase, in der nichts voranzugehen scheint.
00:15:52: Und da macht man vorsichtige Gespräche.
00:15:59: Angebote wie, so Sätze wie, wir spielen selber die Worte.
00:16:04: Es wäre zum Beispiel Ansatz, wo der Betroffene merkt, ich nehme wahr und ich erlaube mir keinen Urteil, wie schwer das für die Mutter jetzt ist.
00:16:14: Das kann ich, wenn eine Mutter auf diese Weise ihr Kind verliert.
00:16:18: Und dann, wenn sich langsam der Stress absenkt, dann kommt die Emotion, da muss man weinen schreien wo draus lassen der ist durch rot gefahren.
00:16:33: das ist natürlich und das muss man raum geben.
00:16:37: ja es ist wie ein teekessel der pfeift.
00:16:40: der überdruck geht raus und dann kommt in der regel also das ist nicht jedes mal gleich es kann die frasen können abwechseln kommt das bedürfnis zu verstehen, zu erzählen.
00:16:55: Wie ist das passiert?
00:16:56: Das hat nur gekracht.
00:16:58: In einem Augenweg, glaube ich, den Kommen sehen und dann gibt man die Informationen bei aller Vorsicht natürlich.
00:17:06: Man macht keine Schuldzuweisungen.
00:17:08: Also, das durch Rotfahren habe ich von der Polizei gehört.
00:17:11: Dann sage ich also angeblich in der Quelle Polizei, damit man nicht falsche Behauptungen aufstellt.
00:17:19: Und man hilft praktisch.
00:17:21: Das ist wie ein Zertrömer, das Mosaikbild, tausend Scherben.
00:17:25: Und da fehlt einiges.
00:17:27: Und das ist quälend.
00:17:28: Und das füllen wir auf, indem wir die Splitterstückchen in die Geschichte einfügen.
00:17:34: Das wenigstens, wie ist es dazu gekommen?
00:17:38: Also die Kausalität oben in der Kognition wieder zusammenfügt.
00:17:44: Und ja.
00:17:47: Das ist eine vorübergehende Stresssenkung, aber man muss sich vorstellen, in den kommenden Stunden und Tagen, mit Schlaflosigkeiten im All kommt es ja immer wieder hoch.
00:17:58: Und dann merkt man aber schon, man kann feststellen, dass die Leute zum Beispiel das Raum- und Zeitgefühl wiederbekommen.
00:18:06: Wenn sie zum Beispiel, die Mutter fragt mich, wo ist er denn jetzt?
00:18:10: Also ihr Sohn?
00:18:11: Dann sage ich, der liegt noch im Schockraum.
00:18:13: Und wo ist es?
00:18:14: Da merke ich, sie hat das Raumgefühl wieder.
00:18:16: und das Zeitgefühl.
00:18:17: Und dann begleiten wir zur Abschiednahme, also bereiten die vor, geht so, wir machen uns immer vorher, müssen uns immer vorher ein Bild machen, dass wir, dass wir auspektiv beschreiben können, wie sie ihren Sohn vorfinden werden, weil der hat jetzt zum Beispiel krasse, schwere Kopfverletzungen, dann hängen die ganzen Intubationen, die ganz Schläuche dran, weil das müssen wir ihn dann erklären, dass der Leichnam vorläufig von der Staatsarbeit das Lacknamt ist.
00:18:46: zur Obduktion und dass man da nichts verändern darf.
00:18:49: und damit sie das sieht jetzt nicht super würde voll aus.
00:18:53: aber wenn man in das vorher erklärt und sagt warum das ist verstehen sie es.
00:18:57: und dann begleiten wir sie da und die nehmen sich die Zeit die sie brauchen.
00:19:04: und dann kommt der nächste Schritt.
00:19:06: wie können wir jetzt da was mittlerweile schon nach Mitternacht?
00:19:10: wie können wir jetzt das soziale Netz zur Hilfe rufen?
00:19:14: und dann Wenn ihr dann was einfällt, das war in dem Fall, Gott sei Dank, gut möglich, weil wir oft auch zu alten Menschen kommen, irgendwo nachts, am Samstag, der Ehemann, für über drei Jahre verhärtet, liegt am Tod am Boden und dann haben die Kinder, nein, Verwandte, alle schon gestorben, Nachbarn, ach, lauter Ausländer, und dann sitzen wir da und fassen.
00:19:40: Eine zweieinachtsjährige Dame, die sozial vereinsamt ist.
00:19:43: Aber hier war es gut möglich.
00:19:45: Und das waren auch richtige Tipps und Kraftquellen.
00:19:48: Die hat mächtig entschieden.
00:19:49: Das waren ein befreundetes Ehepaar.
00:19:52: Und weil die kirchlich sehr gebunden war, ihr Gemeindepfarrer.
00:19:58: Wie organisieren wir dann?
00:20:00: Und die sind dann auch gekommen.
00:20:02: Und dann gehen wir so lange, bis wir wissen, passt das jetzt für heute für Sie.
00:20:09: Jetzt in dem Fall ging es weiter.
00:20:11: Wir waren am nächsten Tag im Kindergarten, wo der fehlt.
00:20:15: Und ich und eine Kollegin, wir machen Nachbetreuung, war über eine Woche und bis zur Beerdigung mit der Familie zusammen.
00:20:23: Aber das, weil es halt so ein krasser Fall war.
00:20:26: Also das ist ein Wandern durch ein Jammertal oder der Verzweiflung, wo wir die an die Hand nehmen und führen.
00:20:36: So würde ich es beschreiben.
00:20:38: bis sie wieder selber die ersten Richtungsentscheidungen treffen können.
00:20:43: Was sollte man in solchen Situationen gar nicht tun?
00:20:47: Ich muss die Fähigkeit entwickeln wahrzunehmen.
00:20:51: Ich muss den Subtext hören können.
00:20:54: Und dann ich vermeide Urteile, Vorurteile sind zerstörende Vertrauensbasis, Annahmen, ich vermeide Floskeln, also Sie müssen jetzt stark sein, geht in so einer Akutsituation.
00:21:13: Gar nicht, was auch nicht geht, ist, es wird schon wieder.
00:21:17: Es kommen andere Zeiten.
00:21:19: Natürlich stimmt es dann irgendwie.
00:21:22: Aber in der Situation kann man das nicht sagen.
00:21:26: Die springen einem an den Hals, weil es alles in den Schreit.
00:21:31: Sinnfragen.
00:21:33: Sinnfragen, die braucht der Mensch, aber in einer, das ist das berühmte, wozu werden wir mal... warum kapiert hat, dann kommt irgendwann später das wozu, aber in dem Fall vielleicht in einem Jahr oder so, nicht jetzt.
00:21:47: Das sind wirklich harte Erregnisse, diese Schelden.
00:21:51: Und ich frage mich, gibt es Einsätze, die Sie selbst bis heute mit sich herum tragen?
00:21:59: Nein, Gott sei Dank, nicht.
00:22:00: Ich erinnere manche sehr, sehr gut.
00:22:02: Was ich aber feststelle, und das ist auch eine zunehmende Altersfrage, dass man Doch, in gewissen Maße, irgendwas abfährt, ich merke das in Träumen und ich merke es in... Ja, das ist eine hypervigilanz Ängstlichkeit.
00:22:19: Also, ich bin spät in meinem Leben sehr, sehr glücklich, es war nicht vorgesehen, verheiratet.
00:22:27: Und ich glaube, ich fraue meiner Frau auf den Wecker, weil ich sage, nimm's Handy mit.
00:22:33: Also, die hatte mal leider... In ihrem Leben schlechte Erfahrung mit Männern im Dunkel, also sie ist belästigt worden, nimm's Handy mit.
00:22:42: Oder wenn sie mit dem Hund rausgeht und eine Ewigkeit nicht zurückkommt und ich dann anrufe und sie geht, dann rufe ich an und sie geht nicht sein Handy.
00:22:53: Ja, die hat jemanden getroffen, mit dem sie sich eine halbe Stunde unterhalten hat.
00:22:59: Und dann kommen so Bilder wie, jetzt ist der Hund überfahren worden oder jetzt ist ihr was zugestoßen.
00:23:04: oder wie auch immer, das merke ich, dass das abfärbt.
00:23:07: Und das ist eine Folge und ich reagiere so drauf.
00:23:13: Früher bin ich sehr oft gefahren, dass ich jetzt ein bisschen abstinenter die Dienste versehe, mehr Abstand wieder.
00:23:23: Also es ist die Fuß.
00:23:24: Aber dass es ein Ereignis gibt, was mich verfolgt hat über länger Zeit, Das ist nicht der Fall.
00:23:35: Nun ist die Björn Steigerstiftung ja auch gewachsen oder überhaupt entstanden aus einem solchen schlimmen Ereignis.
00:23:43: der junge Björn Steiger.
00:23:45: Ich
00:23:45: erinnere mich, ja.
00:23:47: Ich habe schon
00:23:48: in der Zeitung gelesen, ja.
00:23:49: Damals schon, ja.
00:23:50: Angefahren worden und dann einem schockt dann gestorben, weil der hat uns zwar halt über eine Stimme gebraucht oder eine Stimme gebraucht, um zu kommen damals und der dann haben das neben der Trauer natürlich dieser absoluten Trauer als den Puls genommen.
00:24:03: Und zu sagen, wir das können wir tun, um dieses Schicksal ja nicht ungeschehen zu machen, das ging leider nicht mehr, aber zumindest dem einen Sinn zu geben für andere Menschen.
00:24:14: Und haben dann diese Björnsteigerstiftung großartigerweise vor mehr als fünfzig Jahren ins Leben gerufen.
00:24:21: Jetzt gibt es ja manchmal auch für das Land auf diesen Fall beziehen, denn ich weiß gar nicht, ob er denkt, er geht gar nicht, weil der Gott keiner was für.
00:24:31: dass das Rettungssystem noch nicht so entwickelt war, wie es heute ist, obwohl man da auch einiges noch tun kann.
00:24:38: Aber jetzt gibt es natürlich in diesen Fällen auch Schuldbefühle, Betroffene auf den Entwickeln, obwohl sie gar nichts dafür kommen.
00:24:45: Wie geht man damit um?
00:24:47: Wir müssen trennen zwischen der tatsächlichen juristischen Schuld und den Schuldgefühlen.
00:24:55: Wenn beim Verkehrswald zum Beispiel jemand eindeutig schuldhaft Es ist schon klar, dass er eindeutig schuldhaft den Unfall verursacht hat.
00:25:04: Dann kommt schon mal auch die Frage an uns, ohne die Polizei, was blüht mir denn jetzt da?
00:25:11: Und dann können wir zwar die juristische Hausnummer nennen, wir sollten uns aber hüten für eine Einschätzung, weil das ist Teil des Ermittlungsverfahrens.
00:25:19: Das andere ist das Schuldgefühl und das ist kaum zu nehmen.
00:25:26: Ich überlege gerade, ob ich ein Pausen mache, was man da sagt.
00:25:30: Ich erzähle das mal an einem anderen extremen Beispiel.
00:25:33: Da hat eine Mutter, eine vierundzwanzigjährige Tochter und die ist wirklich schwerstlinisch depresiv.
00:25:38: Und schon x-mal ist sie eingewiesen worden in geschlossenen Stationen und das tut ihr nicht gut und sie findet nicht den richtigen Therapeuten.
00:25:48: Und die Mutter sagt, mein Kind, schon eine ältere Dame, kommt, Kind ist vierundzwanzig Jahre alt.
00:25:55: Kommt nicht mehr in stationäre Behandlung, da geht's ja nur noch schlechter.
00:26:00: Und folglich, was eine Hybris ist, übernimmt sie die Rundum, die Urbetreuung geht so, dass die Mutter nachts die Wohnung absperrt, ihre Tochter hat keinen Schlüssel, damit sie nicht rausgehen kann und sich was antun kann.
00:26:17: Und die Fenster sind abgeschlossen.
00:26:19: Wie lange geht das gut?
00:26:21: Nicht lange.
00:26:22: Eines nachts.
00:26:24: hat die Tochter entdeckt, wo der Schlüssel ist, nämlich unter dem Kopfkissen der schlafenden Mutter, schlägt sich rein, zieht den Schlüssel vorsichtig raus, geht aus der Wohnung raus, sperrt hinter sich die Tür wieder zu, damit die Mutter nicht raus kann und geht in ein naheliegendes Krankenhaus, wo sie als Dankgeschwester gearbeitet hat und wusste, wenn man da mit dem Aufzug hochfährt, auch nachts, mit dem so unzufielsten Stock kann man da außen auf der Dachterrasse rauchen und springt darunter.
00:26:52: So, und die Mutter macht sich krasse Vorwürfe.
00:26:56: Das ist nicht rational, weil kein Mensch kann einen geplanten Suizid verhindern und so gar nicht auf diese Weise.
00:27:08: Aber dieses Gefühl ist stark und weicht nicht.
00:27:16: Und ich kann das versuchen, psychotramatologisch zu erklären, aber es ist ein bisschen kompliziert.
00:27:20: Ich versuche es kurz zu machen.
00:27:24: So eine Tat löst eine Ohnmachtsgefühl aus und da gibt es zwei Emotionen.
00:27:31: Das eine wäre die gesünderen, auf Anfangszeichen die Wut und das andere ist beim Suizid die Scham.
00:27:42: Und was ist die Gefahrenabwehrzentrale im Gehirn?
00:27:47: Da hilft wo Kampus überhaupt nicht mag ist mit einer Jetzt übertreibe ich mal heimtückischen Tat konfrontiert zu werden.
00:27:55: Du machst das in aller Heimlichkeit.
00:27:59: Und das bedeutet für mich, was du da tust in sozialem Tod.
00:28:04: Und deswegen versucht das Gehirn permanent, es durchzuspielen, wie man das verhindern kann.
00:28:13: Und um nicht nochmal bei... Warum gehen wir ins Theater?
00:28:19: Weil wir von den Bösewichten merken besser und wir noch immer, wo wir wissen wollen, wie kommt man dahin, dass man so ein Mensch ist?
00:28:25: und wie kann sich das für mich vermeiden?
00:28:27: Also wir spielen, unser Gehirn spielt ständig durch, evolutionär bedingt, wie überleben wir.
00:28:33: Und diese, solange ich diese Schuldgefühle quäle, reinzeniere ich das Ereignis in meinem Kopf, in meiner Vorstellungswelt.
00:28:46: und Der Vorteil ist, wenn ich Schuld bin, kann ich es ja beim nächsten Mal verhindern, weil es in meiner Macht ist.
00:28:55: Also auf die Spitze getrieben ist das der Mechanismus bei Kindern, die missbraucht werden.
00:29:01: Ein Mädchen sagt, wenn mein Papa mir das antut, dann wahrscheinlich nur, weil ich nicht gut genug in der Schule bin oder weil ich nicht brav genug bin, weil die Gefahr, die, diese vernichtende Gefahr, die sowas auslöst, wird noch gefährlicher.
00:29:19: Wenn es an mir liegt, dann muss ich noch präfer sein, noch fleißiger.
00:29:24: Das ist ein teufelischer Mechanismus und den können wir in der Akutphase kaum nehmen, sondern wir antworten mit Verständnis.
00:29:33: Ja, wir nehmen das wahr.
00:29:36: Ich kann es verstehen, warum man so denkt.
00:29:38: Und wir müssen schauen, dass der Druck allmählich nachlässt und dass sie Ja, das ist der einzige Weg daraus zu kommen, ist die Willensentscheidung beim Suizid jetzt zu akzeptieren und das fällt uns krass schwer, wenn das ein geliebter Mensch ist und der macht das.
00:29:59: Ja.
00:29:59: Und dass es quasi aus den Menschen herauskam und nicht der Schuld ist von den Angehörigen, die diesen Menschen dann nicht davor bewahrt haben, in welcher Form auch immer.
00:30:09: Ja.
00:30:09: Welche Fehler entdecken Sie im Umgang gerade mit Trauer und auch mit Trauma immer wieder?
00:30:15: Bei den Betroffenen, oder?
00:30:17: Bei den Betroffenen.
00:30:17: Diejenigen, die trauern selber und ja weiß ich davon, Trauma da hervortragen, in der Trauerbewältigung.
00:30:25: Ich überlege, ob ich... von Fehlern reden würde in der Akutphase, was den Prozess auch in dieser frühen Phase verzögert und verhindert ist, wenn sich die Menschen sofort in irgendwelche Hypothesen, Legenden und Schuldzuweisungen gegen andere verstritten.
00:30:50: Das ist oft der Fall, aber ich weiß nicht, ob das ein Fehler ist.
00:30:56: Notreaktion, ich habe keine andere Möglichkeit, als so zu reagieren.
00:31:02: Dann, jetzt gerade bei schuldhaften Verstößen, ist oft komplett das Tichtuch zerschnitten, zwischen dem wir zum Beispiel denjenigen, der das schuldhaft verursacht hat, im rechtlichen Sinne.
00:31:19: Und da kommt sehr viel Aggression und wir versuchen dann immer, zu vermitteln.
00:31:26: also wir dürfen ja telefonum und so weiter nicht weitergeben aber wir kriegen wir fragen bei der polizei nach und kriegen informationen.
00:31:36: jetzt denke gerade an ein anderes beispiel.
00:31:39: da hat der einer im auto in der kurve ein schlagernfall ist auf die linke seite gekommen und da waren zwei biker zwei verwandte paare und der eine konnte noch auswachen und die anderen beiden waren tot und Der hatte natürlich ein starkes Bedürfnis des Entlastens und da war erst überhaupt keine Möglichkeit, das wollte man respektieren, weil also ihn traf keine Schuld.
00:32:06: Da ist zwar dann Verfahren passiert, aber er ist nicht verurteilt worden.
00:32:10: Ja, wie kann man denn ein Auto fahren, wenn man nicht gesund ist?
00:32:14: und das behindert den Prozess.
00:32:18: Damit tun die Menschen sich keinen gefallen, aber das muss man Das muss man hinnehmen für eine Zeit und nur wünschen, dass sie da auslassen können.
00:32:28: Weil, was bleibt der Name?
00:32:29: Will ja immer eine Erklärung haben.
00:32:30: Immer dieses Warum, warum, warum, warum.
00:32:33: Ja, da könnte man nur sagen, ich war zur falschen Zeit am falschen Ort oder so ähnlich.
00:32:37: Zwei Minuten vorher wäre es mir nicht passiert.
00:32:40: Zwei Minuten nachher auch nicht.
00:32:43: Und das ist das, was quält.
00:32:45: Und das auslassen, auch gerade bei Suizid.
00:32:49: Ich muss... akzeptieren werden dass du für dich diesen scheider getroffen hast und dass das kein molokausaler.
00:32:56: deswegen habe ich es gemacht.
00:32:57: grunde sondern in der regel hoch komplexes.
00:33:01: beim suicid spielen viele viele faktoren eine rolle.
00:33:05: das ist das schwierige.
00:33:08: jetzt haben wir eine gesellschaftliche stimmung die geprägt wird durch verschiedene Ereignisse in den letzten fünf, sechs Jahren, Corona, über mehrere Jahre, bei die Solation von vielen.
00:33:21: Manche haben durch staatlichen Maßnahmen als repressiv empfunden.
00:33:26: Daraus hat sich dann alle Möglichkeiten an Schwurbeleine ergeben, an Gesellschaftskritik.
00:33:33: Jetzt kam der Ukrainekrieg, wem Saatins Kosten höher.
00:33:39: Gestern habe ich einen längeren Essay geliesen, von einem renommierten Journalisten, der geschrieben hat, die Mädchens sind die ganze Zeit irgendwie auf den Anschlag.
00:33:48: Aber haben das Gefühl, funktionieren zu müssen und ist aber nicht nach außen zeigen zu können, dass sie unter Druck stehen.
00:33:57: Haben sie diejenige Erfahrung gemacht?
00:33:59: und um wie stellt sich Gesellschaft für sie im Moment da?
00:34:02: und was kann, da?
00:34:04: ich aus ihrer Erfahrung heraus, jeder Einzelnen tun, um sich hier zu wappnen.
00:34:09: aus seinem Ressentimentssach ausgehen, einfach gesagt.
00:34:15: Die Welt ist voller Ressentiments.
00:34:17: Was ist das Ressentiments?
00:34:18: Ein persistierendes Grammgefühl, ein Gramm benachteiligt zu sein, Opfer zu sein und deswegen den anderen nicht mehr respektieren können.
00:34:32: Und das nimmt den unglaublichen Maße zu.
00:34:36: Es gibt eine Ich weiß nicht, ob Sie die kennen.
00:34:38: Eine französische Philosophin sind ja Florie, heißt das die?
00:34:42: Das
00:34:42: ist die, wo man die Sätze dreimal lesen muss, damit man sie, also Leuten wie ich, damit man sie versteht.
00:34:47: Ja, ich auch.
00:34:49: Aber die beeindruckt, weil sie nicht ein Lehrstuhl an der Uni hat, sondern sie hat ja ein Lehrstuhl an einem Krankenhaus und arbeitet mit Patienten.
00:35:01: Sie begründet das sehr ausführlich und es gibt auch viel Kritik daran.
00:35:05: Aber mir gefällt diese Stärke, dass sie sagt, jeder Mensch, jeder Patient kann zu jeder Zeit umkehren.
00:35:14: Und das ist was, also woran ich glaube, was mich, was mich stärkt.
00:35:19: Mich überleckert mit Querdenkern in unseren Einsätzen.
00:35:22: Warum haben wir mit denen nichts zu tun?
00:35:23: Oder ich merke es nicht oder sie reden nicht darüber.
00:35:26: Keine Ahnung.
00:35:27: Aber naja, ich bin... Sprachlos.
00:35:32: Also wenn ich mir nur den Gründungsakt, der, wie heißt die neue Generation Deutschland, angucke, beängstigend.
00:35:40: Das war der erste Teil unseres Gesprächs mit Andreas Hänsel über die so wichtige Arbeit der Krisenintervention.
00:35:45: Ein Job, der einem alles abverlangt.
00:35:48: Aber wer ist der Mensch, der das
00:35:50: freiwillig
00:35:51: macht?
00:35:51: Und wie passt das zum Beispiel mit seiner Arbeit am Theater zusammen?
00:35:55: In der nächsten Folge schauen wir hinter die Kulissen und sprechen über seinen ganz persönlichen Werdegang.
00:36:01: Die Björn Steigerstiftung, der Podcast.
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