Der Mensch hinter dem Helfer - ein Lebensweg
Shownotes
Nachdem wir beim letzten Mal sehr intensiv über die Arbeit in der Krisenintervention gesprochen haben, geht es heute um den Menschen dahinter: Andreas Hänsel.
Er war Theaterintendant, hat Burnout erlebt, hat im Wald gearbeitet, sich neu erfunden und schließlich seinen Weg in die Krisenintervention gefunden.
Béla Anda spricht mit ihm darüber, wie Biografie, Brüche und Umwege einen Menschen prägen – und warum kein Umweg im Leben umsonst ist.
Themen der Folge:
wie Andreas in einer „medizinisch vorgeplanten“ Familie aufgewachsen ist
warum er sich gegen den erwarteten Weg entschied und ans Theater ging
wie es war, als Intendant erfolgreich zu sein – und trotzdem im Burnout zu landen
wie eine Auszeit im Wald und handwerkliche Arbeit ihm halfen, wieder Boden zu finden
welche Rolle Therapie, kleine Schritte und Ermutigung gespielt haben
wie er Schauspieler:innen nutzt, um Rettungskräfte realistischer zu schulen
was er jungen Menschen am Anfang ihres Berufslebens mitgeben möchte
warum er heute sagt: Keine Kurve im Leben ist umsonst.
Über den Gast: Andreas Hänsel ist Kriseninterventionshelfer in München und begleitet Menschen in extremen Ausnahmesituationen. Davor war er unter anderem Theaterregisseur und -intendant. Seine eigene Geschichte zeigt, wie Brüche, Krisen und Neuanfänge zu einer neuen, sehr sinnstiftenden Aufgabe führen können.
Transkript anzeigen
00:00:00: Auf dem Rückweg vom Schwimmbad wird der achtjährige Björn Steiger von einem Auto erfasst und dabei schwer verletzt.
00:00:12: Es dauert fast eine Stunde, bis endlich ein Rettungswagen eintrifft.
00:00:16: Björn Steiger stirbt.
00:00:18: Nicht an seinen Verletzungen, sondern an den Folgen eines Schocks.
00:00:22: Die Eltern Ute und Siegfried Steiger gründen erst einen gemeinnützigen Verein.
00:00:26: Später entsteht daraus die Björn Steiger Stiftung.
00:00:29: Durch ihr unerlässliches Engagement wurden bis heute Millionen
00:00:32: Menschenleben gerettet
00:00:34: und vergleichbare Schicksalsschläge vermieden.
00:00:36: In diesem Podcast geht es um die Arbeit der Björnsteigerstiftung und die Bedeutung einer funktionierenden
00:00:41: Notfallhilfe.
00:00:42: Wir sprechen mit Experten, Betroffenen und den Machern hinter den Kulissen.
00:00:57: Nachdem wir beim letzten Mal sehr intensiv über die Aufgaben der Krisenintervention gesprochen haben, wollen wir heute den Menschen dahinter kennenlernen.
00:01:06: Andreas Hänsel hat nämlich einen bewegten Lebenslauf.
00:01:09: Er kommt eigentlich aus einer ganz anderen Ecke.
00:01:11: Wie er seinen Weg in die Krisenintervention gefunden hat und was ihn antreibt, das hören wir jetzt.
00:01:25: War Ihnen das auch in die Wiege geletzt?
00:01:30: Nein, also besonders das Denkmal meines Vaters stand breite breit mitten auf meinem Lebensweg.
00:01:38: Und deswegen bin ich draußen vorbei, außen die Kurve gemacht.
00:01:44: Und ich wusste lange nicht, was ich nach der Schule machen soll.
00:01:49: Ich habe dann so Universalgelehrter studiert, also neuer Geschichte, Philosophie und meine Mutter.
00:01:55: Dem sagt Andreas, was kann man denn damit machen?
00:01:58: Hat mich immer begniegt, Medizin zu studieren.
00:02:00: Aber
00:02:00: gab es nicht irgendwo den Wunsch oder den Hinweis, Sie sollten fester werden?
00:02:05: Ja, richtig.
00:02:05: Das war ein sehr frühkindliche Einsortierung meines Vaters.
00:02:09: Wir sind vier Geschwister gewesen.
00:02:12: Mein älster Bruder sollte selbstverständlich der Eierfolger werden, Arzt werden.
00:02:16: Er ist aber dann nur Physiotherapeut geworden.
00:02:19: Er
00:02:19: durfte manchmal auch den Dr.
00:02:21: Koffertragen oder... Genau.
00:02:22: Ja.
00:02:23: Und meine Schwester?
00:02:25: Nummer zwei sollte Kinderkrieg und Hausfrau werden oder Lehrerin.
00:02:30: Sie ist dann Lehrerin geworden und ich war so tierlieb, war sollte Förster werden.
00:02:36: Für meinen jüngeren Bruder zwei Jahre Abstand, Nesttäckchen, ja da wusste man nicht so genau, da gab es noch keine väterliche Festlegung.
00:02:43: Und ich habe das mal sehr ernsthaft betrieben, aber auch um rauszukommen, weil wir eine sehr behütete Familie waren.
00:02:49: Und wir hatten so einen Wochenende und dann hat mein Vater mir zu Weihnachten einen Lodenmantel schneiden lassen.
00:02:55: Da war ich so zwölf, dreizehn.
00:02:57: Und dann bin ich um vier Uhr morgens, ich, der jetzt einen wirklicher Langslefer geworden bin, aufgestanden.
00:03:03: Im Sommer war schon die erste Dämmerung, um draußen Rehe und Hasen zu beobachten.
00:03:08: Bin umgekommen
00:03:10: vor Angst.
00:03:10: Alleine.
00:03:11: Umgekommen vor Angst.
00:03:12: Im Halbdunkel Wald habe ich das gemacht.
00:03:15: Und dann ist es irgendwie alles anders gekommen.
00:03:17: Und es gibt so eine Medizinerlinie.
00:03:19: Ich habe meinen Zivildienst im Rettungsdienst gemacht.
00:03:22: Darf ich noch mal zurückkommen?
00:03:23: Weil Sie haben, glaube ich, damals eine besondere Methode entwickelt.
00:03:27: Schon mit zwölf, dreizehn im selbstzuschneiderten Bodermantel.
00:03:31: Morgen ist es um vier alleine im Wald.
00:03:33: Umgeben von Dingen, die man nur schämenhaft wahrnehmen konnte.
00:03:37: Es gibt in gewisser Weise auch ein paar Eber dort.
00:03:41: Hürsche und was weiß ich, was da alles rumgeist hatte, im wahrsten Sinne des Wortes.
00:03:46: Sie haben dich, glaube ich, vorbestellt, sie sind durch eine Begleitung von jemandem, oder?
00:03:51: Ja, ich wollte immer einen Hund, den habe ich nicht bekommen.
00:03:54: Jetzt haben sie einen.
00:03:55: Jetzt habe ich einen, ja.
00:03:56: Und ich hatte dann ab siebzehnten immer einen Hund.
00:03:59: Und ich hatte damals schon eine offenbar ausgeprägte Imaginationsgabe.
00:04:06: Und gut, ich habe den Hund nicht gekriegt.
00:04:08: Und das hat wirklich geholfen.
00:04:11: Ich habe mir einen Hund vorgestellt, den ein Arztkollege von meinem Vater hatte, der selber eine Jagd hatte.
00:04:20: Und das war so ein großer Gordensetter mit dem Namen Gaunau.
00:04:23: Den habe ich mir einfach vorgestellt, weil ich den auch oft Gassi geführt habe.
00:04:27: Und der ist neben mir gelaufen und hat aufs Wort gefolgt.
00:04:32: Wenn irgendwo da hinten rewa, ich sage, Gaunau sitzt, du bleibst sitzen, du jagst nicht, wenn er das gemacht hat.
00:04:38: Und wenn ich dann auf so ein Hochsees geklärt hätte, das lag er unten und hat aufgepasst.
00:04:43: Und das hat geholfen.
00:04:44: Von der imaginären Bedeutung ging es ja nicht zur Faust-Wissenschaft, sondern zur allgemeinen Geistes-Wissenschaft.
00:04:51: Und wie ging es dann weiter?
00:04:53: Also ich habe da so querbeet studiert und wirklich die Vorlesung auch in Philosophie angehört, weil die mir, wo ich versucht habe, mir die Welt zu erklären, aber da hat alles nix genutzt.
00:05:02: Und dann hatte ich mal ein Initialerlebnis, Da habe ich einen Bewegungswirtschaft gemacht und wir waren eine sehr körperfeindliche Familie.
00:05:09: Da sind wir schön weiße Händen angezogen, Doktersöhne und sich anständig benehmen.
00:05:14: Und dann bin ich quer bete, da war ich sechsundzwanzig auf eine Theaterakademie gegangen.
00:05:20: Zum Entsetzen nicht nur meiner Mutter, mein Vater hatte damals schon nicht mehr gelebt, sondern auch meine Freunde haben gesagt, Andreas, die Zeit der Selbstfindung ist jetzt vorbei.
00:05:29: Aber es war richtig und ich wusste von Anfang an, dass ich Also, bevor ich mal hinter den Ladentisch als Regisseur gehe, muss ich mal vorne als Schauspieler gestanden haben.
00:05:40: Und die Aufnahmepüfung, ich war schon jenseits vom Höchstalter und dann wurde ich besonders schwer geprüft.
00:05:47: Aber ich weiß nicht, wo ich das hergenommen habe, weil ich nicht so ein mutiger Mensch bin.
00:05:51: Aber ich hatte so ein Gefühl, ich schaffe das.
00:05:54: Ein bisschen hybris war das.
00:05:56: Ich habe es aber geschafft.
00:05:58: Und dann... habe ich vielleicht zwei Jahre maximal als Schauspieler gearbeitet und dann habe ich in München eine freie Gruppe gegründet und hatte dann neben grandios peinlichen Flops, da als Verrisse in der Zeitung, hat es auch gegeben, aber ich habe dann relativ schnell mit ja doch spektakulären, teilweise in Szenierung damals Fördergelder von der Stadt München bekommen.
00:06:28: und dann kam der Ruf nach Erlangen.
00:06:30: Und das war eine schöne Zeit.
00:06:31: Ich habe da über vierzig Inszenierung gemacht.
00:06:35: Auch eine sehr aufreibende Zeit.
00:06:38: Und dann ist es mit einem Burnout geendet.
00:06:41: Ja, in Erlangen waren Sie Intendant und das war erfolgreich.
00:06:45: Dann Burnout, wie kannst du das?
00:06:47: Weil ich achtzig Stunden gearbeitet habe.
00:06:50: Weil uns jetzt mal ganz ehrlich zu sagen, wir alle ein krasses Kriegsenker, Kinder.
00:06:58: Paket von unseren Eltern mitbekommen haben, also Mutterflucht, das Ostpreußen, von russischen Soldaten vergewaltigt worden, mein Vater lange in Gefangenschaft, als Mitläufer dann eingestuft worden, weil er in der Partei war.
00:07:13: Und da drunter war, das glaube ich jetzt, weil ich gerade dieses Buch lese von der Kriegsenke, ist mir das nochmal klar geworden, dass wir dann schon ein psychisches Paket mitbekommen haben.
00:07:25: Und in den Neunzigerjahren war das, Da wusste ich jedenfalls nicht, was ein Burnout ist.
00:07:30: Den Begriff war einfach nicht bekannt.
00:07:32: Ich bin einfach nicht mehr hochgekommen.
00:07:34: Wie hat sich das bei Ihnen geäußert?
00:07:36: Durch
00:07:36: eine depressive Phase.
00:07:37: Und wirklich, ich habe noch Bewerberungen gemacht.
00:07:40: Ich wäre um ein Haar im Münchner Volkstheater als Intendant geworden.
00:07:44: Dann ist es das Stückchen geworden.
00:07:45: Aber ich war auf Platz zwei.
00:07:48: Aber ich hatte einfach schon keine Kraft mehr, glaube ich.
00:07:50: Ich habe einen Osnabrückenangebot bekommen.
00:07:52: Irgendwie ist es dann ... und ich wusste nicht, was mit mir los ist.
00:07:57: Und das waren etwa zwei Jahre Auszeit.
00:08:01: Wie
00:08:01: haben Sie sich gemerkt?
00:08:02: Jetzt geht es nicht mehr weiter.
00:08:03: Ich mache was anderes.
00:08:04: Sie sind dann tatsächlich in den Wald gegangen, durch Persönlichskontakte.
00:08:10: Aber ist es dazu gekommen, und wo haben Sie gemerkt?
00:08:13: Jetzt, guckt man, kommt es mal hoch, hat keine Kraft mehr, aber was passiert, dann wird es hinein.
00:08:20: Ich empfinde es als Zeit, dass es zwei Jahre eine völlig abgeschiedene Zeit war.
00:08:25: Doch es war auch, dann ist mein Arbeitslosengeld zu Ende gegangen.
00:08:30: Dann habe ich eben im Wald auch gearbeitet und Geld verdient.
00:08:32: Das haben Sie gemacht?
00:08:33: Das war im Nürnberger Reichswald.
00:08:36: Da hat ein Freund von mir ein großes Grundstück gehabt mit einer ziemlich großen Hütte, wo die Familie immer bei den Nürnberger Bombenangriffen rausgeflogen ist in den Reichswald und wo die Mutter Johannes Bären, Kohl, Kartoffel, Rüben, angepflanzt hat, um überleben zu können.
00:08:53: Und das war am Verfallen und das habe ich im Auftrag restauriert, also wieder hergerichtet.
00:08:59: Also Bäume geschnitten, Unkraut geähtet, das Haus renoviert.
00:09:03: Und das war eine schlimme Zeit, eine schöne Zeit und stimmt auch nicht ganz, dass ich da völlig verschwunden bin.
00:09:09: Ich habe immer wieder Projekte in München angefangen.
00:09:11: Ich habe zum Beispiel da schon die Ausbildung zur Krisenintervention gemacht.
00:09:19: Mir ist der Abschied vom Theater unglaublich schwer gefallen.
00:09:24: Ich hätte mich vorstellen können, ohne diese Zeit irgendwas anders zu machen in meinem Leben.
00:09:31: Es war sehr auch schambehaftet, weil ich war bekannt.
00:09:38: Und gute Kolleginnen und Kollegen, ich bin nicht mehr zu Theater gegangen, weil die nicht wussten, was sie mit mir reden sollten.
00:09:44: Wo bist du eigentlich geblieben?
00:09:46: Du warst doch auf der Erfolgspur.
00:09:48: Und also, das war ein wirklicher Rückzug.
00:09:52: Ja, und ich habe dann eine gute Therapeuten gefunden.
00:09:56: Und was hat die Ihnen geraten?
00:09:58: Also, ihr hast das für das erste Mal sehr lange zugehört.
00:10:01: Die hat eine unglaubliche Gabe, mich in den kleinsten Schritten zu bestätigen.
00:10:07: Also man prokrastiniert, man vermeidet, man hat Angst.
00:10:12: Das ist so ein Modewort, man prokrastiniert, prokrastiniert.
00:10:16: Begegnet einem immer auf TikTok, da sitzen dann Leute völlig apathisch in dem Sessel, kommen nicht hoch und gucken noch die ganze Zeit in die Hände rein.
00:10:23: Aber was ist eigentlich damit auf sich, wenn jemand prokrastiniert?
00:10:27: Angst für etwas haben.
00:10:29: Das kann man schlichter sagen, da haben Sie recht.
00:10:31: Also Beispiel, ich bin... Ja dann auch in wie die Arbeitslosengeld zu Ende war erst mal eine Schuldenfalle geraten und ich habe den Briefkasten nicht mehr aufgemacht, weil da könnten gelbe Briefe drin liegen mit Mahnbescheiden.
00:10:46: Und da war die sehr gut auf so einer konkreten Ebene so eine kleine Strategie zu entwickeln, wie ich jetzt dazu komme, nicht mehr daran vorbeizugehen und mir das anzuschauen.
00:10:58: Es war eine Hilfe den kleinen Schritten und was mir auch Mut gemacht hat, dass sie gesagt hat, ich hätte nur jetzt keine Kraft, aber ich hätte sie eigentlich.
00:11:08: Das würde mein bisheriger Lebensweg zeigen und die würde wiederkommen.
00:11:13: Und dann kam Ihnen die Idee, in dieser Zeit Sie haben es beschrieben, Sie haben die Ausbildung gemacht zum Kriseninterventionshelfer und dann hatten Sie die ganz besondere Idee, diesen Szenarien eine besondere Authentizität zu geben, indem sie Schauspieler Angehörige haben spielen lassen, um Rettungskräfte authentischer und besser zu trainieren.
00:11:39: Wie ist es dazu gekommen?
00:11:41: Ich habe meine Zeit im Zivilis erinnert.
00:11:44: Das war die Zeit, wo der Rettungsdienst unbedingt die Hilfe einer Björnsteiger Stiftung brauchte.
00:11:52: dass einfache Menschen waren, die einen Sanitätskurs gemacht haben oder sagen wir auch schlechte Menschen, die keinen Gefühl für Umgang mit Menschen in Not hatten, die Alkoholiker angeschrien haben.
00:12:07: Also ich will das nicht für allgemein an, aber die Mehrheit war schon so drauf und die Begleitung von Patienten und deren Angehörigen war also wirklich Nicht alle, aber sehr, sehr viele unter aller Kanone.
00:12:25: Und dann habe ich mir gedacht, ja, das muss Teil der Rettungsdienstausbildung werden.
00:12:31: Dann habe ich Kollegen gefragt und das mache ich ja bis heute.
00:12:36: Und das ist eine so bereichernde Arbeit auch für die, weil die sagen, die machen ja kein großes Theater, sondern das ist so ein Art Hückerealismus.
00:12:45: Das ist Improvisation.
00:12:46: Sie müssen abnehmen, was kommt vom anderen und nur darauf reagieren.
00:12:51: Aber die sind so beeindruckt von diesen anderen Berufsparten, die sie trainieren, auch Kinderkrankenschwestern auf der Intensivstation und haben da so viel von der realen Welt außerhalb der Bühne nehmen die mit, dass sie das sehr, sehr gerne machen.
00:13:08: Und wenn wir nochmal gucken, ob ihre Arbeit mit Rettungsdiensten und Kriseninterventionstechniken, was kann man da besonders lernen?
00:13:18: Was vermitteln Sie gar was Besonderes?
00:13:21: Das hat sich sehr gewandelt.
00:13:23: Das ist sehr lange her meine ersten Erfahrungen.
00:13:26: Die Ausbildung ist unvergleichlich besser geworden.
00:13:28: Die Ausstattung ist besser geworden und auch die Schulung ist besser geworden.
00:13:31: Und auch, dass jetzt zunehmend Frauen, damals waren es ja nur Männer im Rettungsdienst, reinkommen, haben das Klima verändert.
00:13:41: Und in meinen Ausbildungen kriegen sie von der Theorie her eine Weiterbildung sind.
00:13:46: Ich mache keine Ausbildung bei denen.
00:13:48: Kriegen sie in der Theorie Einblick in die Neurophysiologie, Psychotraumatologie.
00:13:55: Warum reagiert denn unser Hirn so und so und nicht anders?
00:14:01: Und was funktioniert da nicht in der Kommunikation?
00:14:04: Und wie kann ich das überbrücken?
00:14:07: Und Sie lernen einen empathischen Umgang.
00:14:12: Ja, ist immer das Gleiche auch, wenn man schwierige Menschen hat.
00:14:16: Ist ja nicht angenehm.
00:14:19: Wer hat meinem Zivilis von einem Alkoholiker angespuckt worden?
00:14:23: Und es gibt da zunehmend Übergriffe, auch im Rettungsinstellat.
00:14:26: Ja,
00:14:27: massiv, leider.
00:14:28: Man fragt sich immer, warum ist das so nicht?
00:14:30: Weil da kommen Menschen, die wollen helfen, retten und werden dann beschimpft und bespuckt, täglich angegriffen, weil man denkt, hallo, in Krankenhäusern auch jetzt, auch extrem, was ist da eigentlich los, nicht?
00:14:44: Deswegen ist immer auch noch ein Teil psychologiener.
00:14:49: Wie halte ich mich gesund?
00:14:51: Wie werde ich resilient?
00:14:53: Was wünschen Sie sich für die Zukunft des Rettungswesens?
00:14:56: Es gibt einmal sehr segensreiche Entwicklungen.
00:15:00: Ich sage die Telemedizin.
00:15:04: Das würde ich mir wirklich wünschen, weil aufgrund der Krankenhausreformen werden besonders in der Pädiatrie die Fahrtstrecken immer länger vom Bayerischen Wald nach München heim.
00:15:17: Hauner erlebt.
00:15:20: Die Universitätsklinik in München hat das jetzt eingeführt.
00:15:23: Da ist ein Notfall irgendwo.
00:15:26: Der Rettungswagen braucht lange, lange, bis er in der Kinderklinik ankommt.
00:15:31: Und wenn der Hubschrauber nicht fliegen kann, dann sitzen Ärzte aus dem Haunerklinikum vor den Bildschirmen und priefen die Doktores in was weiß ich, Freihung.
00:15:44: Sie sehen den Patienten an, haben die ganzen medizinischen Daten.
00:15:47: Das ist eine Entwicklung, die fängt jetzt an.
00:15:49: Das ist sehr segensreich.
00:15:53: Sie sind jemand, der einen langen Lebensweg hat, der viel Erfahrung gesammelt hat, der sehr erfolgreich war und ist in ganz unterschiedlichen Bereichen, der sich neu erfunden hat, neu besonnen hat und dann eben neu aufgestellt hat.
00:16:10: Was würden Sie den Menschen die Jungs sind und jetzt gerade am Anfang ihres Berufslebens stehen, mit auf den Weg gehen.
00:16:21: Dass keine Kurve und kein scheinbarer Umweg umsonst gemacht wird, das ist meine Erfahrung jetzt.
00:16:31: Und ich finde es als Geschenk, dass ich alles das, was ich getan habe, immer wieder noch mit an das Fließ ein und das, was ich tue in den verschiedenen Bereichen.
00:16:42: Geschenk, ja.
00:16:44: Früher gab es das FAZ-Magazin, also ein Magazin, das beilagt, freitags sind wir in der Frankfurter Allgemeinzeit, und toll gemacht.
00:16:50: Und da gab es mal einen großartigen Steckbrief, war so ein Frage-Antwort-Ding.
00:16:56: Über eine Seite war, glaube ich, immer die Frage nach dem Motto, ihr Lebensmotto, und dann war jemand gefragt.
00:17:02: Und daran fühlte ich mich gerade erinnert, weil sie ein Mann auch, natürlich sehr erfolgreich, wie man das Theater sind, hatte jemand geschrieben, Das war jetzt ja Steinbrück, aber das Motto war, ihr Lebensmotto, nimm den Umweg, per aus, per Günd, entsprechend auch so.
00:17:20: Weil das jetzt in dem Soto daran fühlte ich nicht gerade erinnert, als Sie das so schön beschrieben.
00:17:25: Also die Kurve eben als Lebensbereichernd zu sehen und nicht das Ende von irgendwas, sondern als Neuanfang dann auch so, wie Sie es gemacht haben.
00:17:35: Herr Hänsel, ich danke Ihnen herzlich für das wunderbare Gespräch.
00:17:38: Vielen Dank.
00:17:38: Danke auch, alles
00:17:45: Gute!
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