Jahresrückblick

Shownotes

In dieser Episode spricht Béla Anda mit Pierre-Enric Steiger, Präsident der Björn Steiger Stiftung.

Gemeinsam blicken sie auf das Jahr 2025 – und vor allem nach vorn: Warum braucht Deutschland aus Sicht der Stiftung eine grundlegende Reform des Rettungsdienstes? Was läuft strukturell falsch – und warum sind Leitstellen, Patientensteuerung und bundesweit einheitliche Qualitätsstandards der Schlüssel für bessere Versorgung? Steiger erklärt, weshalb Deutschland international beim Rettungswesen zunehmend zurückfällt, welche Lösungen andere Länder (insbesondere Österreich) längst etabliert haben – und warum die Stiftung den Weg bis nach Karlsruhe geht.

Außerdem geht es um positive Meilensteine: die Kooperation mit dem DFB für mehr Reanimationsschulungen, neue Impulse für „Herzsicher“ sowie innovative Projekte wie das Medical Intervention Car. Zum Schluss wird es persönlich: ein Plädoyer für Ehrenamt, Gemeinschaftssinn – und warum gesellschaftliches Engagement wieder selbstverständlicher werden sollte.

In dieser Folge geht es um:

Jahresrückblick 2025: Warum Pierre-Enric Steiger das Jahr politisch als „positiv, aber erst am Anfang“ beschreibt – und weshalb Reformen langen Atem brauchen.

Die „Revolution“ im Rettungswesen: Klare Abgrenzung zwischen Mitarbeitenden im Rettungsdienst und den Systemproblemen: falsche Anreize, fehlende Patientensteuerung und ein zersplittertes System.

Leitstellen neu denken: Warum Leitstellen mehr Optionen brauchen als „RTW/NEF/RTH“ – und wie in anderen Ländern auch niedergelassene Ärzt:innen, Palliativteams oder Pflegekräfte systematisch eingebunden werden.

Bundeseinheitliche Standards: Kritik an starken Unterschieden zwischen Landkreisen (Kompetenzen, Medikamente, Abläufe) und die Forderung nach einheitlicher Qualität.

Blick ins Ausland: Österreich als Referenzmodell – u. a. mit umfassender Hotline-Beratung und zentralen digitalen Lösungen (ein System statt vieler Insellösungen).

Kosten & Fragmentierung: Beispiele für hohe Leitstellen-Investitionen und die Frage, warum Deutschland teurer und gleichzeitig weniger vernetzt arbeitet als andere Länder.

Verfassungsbeschwerde: Stand und Zielsetzung des Verfahrens – und warum die Stiftung die Einordnung des Rettungsdienstes als Teil medizinischer Versorgung (SGB V) für entscheidend hält.

Warum Deutschland zurückfiel: Historische Erklärung (Wiedervereinigung, „Strukturen zementieren“ vs. „früh reformieren“) und das Problem von Besitzständen und Zuständigkeiten.

Telefonreanimation als Standard: Der Anspruch, dass Leitstellen flächendeckend und konsequent lebensrettende Maßnahmen anleiten – und warum Strukturen hierfür entscheidend sind.

Erfolge 2025 – „Herzsicher“ & DFB: Kooperation mit dem DFB als Hebel für Reichweite, steigende Schulungszahlen und das Ziel, über eine Million Menschen pro Jahr zu schulen.

Innovationen im Rettungswesen: Medical Intervention Car/ECMO-Einsätze als Beispiel, wie spezialisierte Module Leben retten können – vor allem in Ballungsräumen.

Ehrenamt & gesellschaftlicher Zusammenhalt: Appell für mehr Engagement, Vereinsleben und Gemeinschaftsdenken; Diskussion über den Wert von Dienstmodellen für junge Menschen.

Transkript anzeigen

00:00:00: Auf dem Rückweg vom Schwimmbad wird der achtjährige Björn Steiger von einem Auto erfasst und dabei schwer verletzt.

00:00:12: Es dauert fast eine Stunde, bis endlich ein Rettungswagen eintrifft.

00:00:16: Björn Steiger stirbt.

00:00:18: Nicht an seinen Verletzungen, sondern an den Folgen eines Schocks.

00:00:22: Die Eltern Ute und Siegfried Steiger gründen erst einen gemeinnützigen Verein.

00:00:26: Später entsteht daraus die Björn Steiger Stiftung.

00:00:29: Durch ihr unerlässliches Engagement wurden bis heute Millionen Menschenleben gerettet und vergleichbare Schicksalsschläge vermieden.

00:00:36: In diesem Podcast geht es um die Arbeit der Björnsteigerstiftung und die Bedeutung einer funktionierenden Notfallhilfe.

00:00:42: Wir sprechen mit Experten, Betroffenen und den Machern hinter den Kulissen.

00:00:56: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge des Podcasts Lebensretter der Björn Steiger Stiftung.

00:01:02: Heute mit einem ganz besonderen Gas, nämlich dem Präsidenten der Björn Steiger Stiftung, Pierre-Enrich Steiger.

00:01:08: Herzlich willkommen zu diesem Podcast der Steiger.

00:01:10: Ich grüße Sie, Herr Anders.

00:01:12: Ist mir wie immer eine Freude.

00:01:14: Steiger, wenn Sie auf ... Nein, wenn Sie auf zwanzig, fünfundzwanzig zurückblicken, noch nicht auf zwanzig, sechsundzwanzig vorausblicken.

00:01:22: Mit welchem Gefühl endet dieses Jahr für Sie als Stiftungspräsident persönlich?

00:01:28: Als Stiftungspräsident ist es eigentlich sehr positiv, denn wir haben schon sehr viel, glaube ich, in diesem Jahr auch wieder bewegt und auch tatsächlich, ich glaube, die Denkweise auch bei vielen Menschen ein bisschen verändern können, zumindest in der politischen Landschaft.

00:01:43: Und vor allem auch unsere Forderungen, die wir schon seit vielen, vielen Jahren stellen, merken wir jetzt einfach im politischen Kontext.

00:01:50: Wir werden dann nicht nur gehört, sondern sie werden jetzt auch von Politikern zum Teil schon kommuniziert.

00:01:55: Deshalb ist es auf jeden Fall schon mal ein sehr... ein positiver Eindruck aus dem Jahre zwanzig, fünfundzwanzig.

00:02:02: Aber trotzdem, wie es immer so ist, hat man natürlich auch so ein bisschen die gemischten Gefühle dabei, denn wir sind tatsächlich noch ganz weit am Anfang unseres Weges und ich denke, wir haben noch ganz, ganz viele Schritte vor uns und daher wird es sicherlich die nächsten Jahre und zwar die Betonung liegt in dem Fall wirklich auf Jahreweilen.

00:02:21: Politische Entscheidungen brauchen einfach lang.

00:02:24: Wenn man was verändern will und wir wollen nicht nur was verändern, wir wollen ja fast was revolutionieren in Deutschland, dann braucht man dann langen Atem.

00:02:32: Und darauf müssen wir uns leider auch ein bisschen noch einstellen.

00:02:35: Nehmen Sie uns doch mal mit, die Hörerinnen und Hörer, die nicht ganz genau wissen, wo die Revolution liegt, begründet liegt und was am Ende dann rauskommen soll.

00:02:44: Was wollen Sie machen, dass das Rettungswesen grundsätzlich verändert?

00:02:47: Also wir sagen ja der Rettungsdienst generell in seiner Struktur und das ist nämlich ganz wichtig, dass wir hier immer zwischen Struktur und den eigentlichen Mitarbeitern ganz klar unterschalten.

00:02:56: Also wir reden nicht über die Notfallsanitäterinnen, Notfallsanitäter oder die Rettungsassistenten.

00:03:02: Hier reden wir nicht von denen, sondern wir reden einfach über das System, das politische Vorgabenmacht oder beziehungsweise das System hat Vorgaben aus der Politik, die wir grundsätzlich in ganz weiten Teilen für falsch erachten.

00:03:17: Das sind auch falsche Anreizsetzungen.

00:03:20: Heißt zum Beispiel natürlich, dass wir sagen, wir brauchen eine viel klare Patientensteuerung.

00:03:27: Also ich muss jetzt noch schmunzeln, als wir das schon vor über zehn Jahren den Begriff Patientensteuerung eigentlich in Mund namen, dann würden wir nur belächelt.

00:03:37: Heute ist das irgendwie der Begriff, mit dem sie alle arbeiten.

00:03:42: Also das heißt, das hat sich schon mal durchgesetzt, aber bedeutet natürlich auch Leitstellen müssen komplett neu gedacht werden.

00:03:48: Also das heißt, diese kleinteilige Struktur, auch dass der Rettungsdienst zur kommunalen Gefahrenabwehr gezählt wird, das funktioniert heute einfach so nicht mehr, die Struktur muss.

00:04:00: Bundeseinheitlich organisiert und auch vorgegeben werden, also das heißt die Qualitäten dementsprechend müssen bundeseinheitlich sein.

00:04:09: Das kann nicht mehr sein, dass wir von Landkreis zum Landkreis zum Teil gravierende Unterschiede haben, was Notfassinitäter darf, was er wiederum nicht darf, welche Medikamente wir auf welchem Fahrzeug drauf sind.

00:04:23: Und vieles, vieles, vieles mehr.

00:04:25: Und auch generell die Alarmierungsstruktur.

00:04:27: Es kann nicht weiter sein, dass in Deutschland die Leitstelle eben nur die Möglichkeit hat, einen Rettungswagen zu schicken, oder einen Notarztwagen oder einen Rettungshubschrauber, sondern... Es muss so sein, wie es wir es auch im europäischen Ausland im großen Teil sehen, dass sie eben auch auf niedergelassene Ärzte zurückgreifen können, auf Palliativteams zurückgreifen können, auf Pflegekräfte zurückgreifen können, damit vor allen Dingen tatsächlich der Patient grundsätzlich die Versorgung bekommt, und zwar durch die, die auch dafür zuständig sind.

00:04:59: und nicht der Rettungsdienst hier sozusagen immer der Ausput, so für alles ist, weil der Rettungsdienst dann zu allen Bagatellfällen und vielen anderen Dingen auch rausfährt, für die er eigentlich gar nicht gedacht ist, sondern er soll wirklich die Aufgaben wahrnehmen.

00:05:13: Das ist eben tatsächlich akute Notfallmedizin.

00:05:17: Dafür sind sie ausgebildet, dafür sind sie eigentlich da und sie sind nicht für den Katheterwechsel da.

00:05:22: Und das braucht einfach ein komplettes Umdenken in der Struktur.

00:05:28: Und da müssen die Leitsteine eben ganz anders aufgesetzt werden.

00:05:31: Und es bedeutete auch, dass zum Beispiel nicht nur eine Vernetzung der ELF-Sechs, ELF-Sieben von der Kassenärztlichen Vereinigung bedarf, sondern auch hier brauchen wir im Prinzip die Qualitätsansätze wie im Ausland.

00:05:44: vorzugsweise wie in Österreich, wo tatsächlich an diesen Hotlines nicht nur Ärzte, sprich, der Hausarzt vermittelt wird, sondern ganz konkret, sehr detailliert und auch zum Teil in sehr langen ausführlichen Gesprächen dem Anrufer erklärt wird, wie bei Fieber, dass er das Wadenwickel machen kann oder bei anderen Krankheiten, wo es dann heißt, da reicht es, wenn sie in die Apotheke gehen und sich dieses Medikament holen.

00:06:12: All das muss in Deutschland auch möglich sein, so wie es eben im europäischen Ausland mittlerweile Standard ist und dass wir eben nicht mehr diese internationalen Standards setzen und noch nicht mehr internationale Standards einhalten in Deutschland.

00:06:26: Das ist für uns eher unerträglich und dafür kämpfen wir, dass wir auf dieses Level wiederkommen.

00:06:32: und dass wir auch, ich sage jetzt mal, nicht nur hinterherlaufen, sondern dass wir in wenigen Jahren vielleicht dann auch mal wieder Führungsnationen in dem Bereich sind.

00:06:40: Denn aktuell werden wir international im Rettungsdienst nur noch müde belächelt.

00:06:45: Die Reform des Rettungsdienstes, Herr Steiger, ist ja ihr Kernanliegen oder eines ihrer wesentlichen Anliegen.

00:06:51: Sie führen dafür viele Gespräche.

00:06:54: Und aus unserem Podcast hören wir, dass diese schon In den Fachzirkeln Wirkung zeigt, also immer mehr unsere Gesprächspartner nehmen dieses Thema auf.

00:07:06: Nun ist das aber nicht überall der Fall.

00:07:08: Sie haben sehr viele Gespräche geführt in diesem Jahr auch mit Vertretern und Vertreterinnen der Politik.

00:07:15: Welchen Eindruck haben Sie da gewonnen?

00:07:17: Ist das überall angekommen, wie notwendig diese Rettungsdienstreform ist?

00:07:22: Oder ist es mehr angekommen, als es in der Vergangenheit war?

00:07:26: Es wird zumindest mehr diskutiert, aber man kann im Prinzip sagen, wir haben fast so eine Art Zweiteilung.

00:07:31: Da wo es wirklich verstanden ist, da wo es angekommen ist, die auch die Probleme sehen, aber bisher nur wenig Handlungsspielraum haben, das ist auf Bundesebene.

00:07:41: Also das heißt jetzt nicht nur das Bundesgesundheitsministerium, sondern eben auch der Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages und viele andere Abgeordnete im Bundestag verstehen es, sehen auch die Probleme.

00:07:54: Aber weil der Rettungsdienst momentan eben nicht Bestandteil des Gesundheitssystems ist, sondern unter kommunalen Gefahrenabwehr und damit eher gleichgestellter Feuerwehr betrachtet wird oder auch des Katastrophenschutzes, dementsprechend ist da der Handlungsspielraum aktuell noch nicht so groß.

00:08:11: Und es ist ein großes Ziehen und um nicht zu sagen ein Kämpfen.

00:08:16: Darum gehen Kompetenzen von den Ländern möglicherweise an den Bund über.

00:08:22: Und das ist nicht ganz so einfach, weil wir haben dementsprechend einen Föderalabkommen zwischen Bund und Ländern.

00:08:29: Und da ist der Rettungsdienst momentan den Ländern zugeordnet.

00:08:32: Aber genau da sehen wir halt, wie gesagt, die Probleme, warum es auch deshalb nicht funktioniert.

00:08:36: Und es gibt vom Bundesgesundheitsministerium ein... Erneuten Entwurf, wir hatten so ein Jahr schon mal unter der alten Regierung, genau an dem Tag, als die alte Regierung Olaf Scholz sozusagen zerbrach.

00:08:51: Dadurch hat man dann nochmal Zeit verloren.

00:08:53: Jetzt unter Nina Wagen als Bundesgesundheitsministerin ist relativ zügig eigentlich jetzt vom Zeitfenster her doch schon wieder ein neues Papier auf den Weg gebracht.

00:09:05: Das ist sicherlich noch nicht super.

00:09:07: Aber es zeigt genau den richtigen Weg.

00:09:11: Und wir gehören eigentlich jetzt eher zu denen zu sagen, wir verteidigen schon mal dieses Papier, weil es ist deutlich mehr als das, was man in der Vergangenheit hat.

00:09:21: Und es geht in die richtige Richtung.

00:09:23: Sicherlich kann man da noch aus unserer Sicht hier und da noch einiges verbessern.

00:09:27: Aber ich will es gar nicht wirklich kritisieren oder sagen, wo man jetzt noch was verbessern kann.

00:09:31: Hauptsache, wir gehen erst mal diesen ersten Schritt, denn das wäre schon ein echter Meilenstein, wenn wir soweit kommen.

00:09:38: Aber wir sehen natürlich auch die ganzen Angriffe, wie vor allen Dingen auch die Ministerin an der Stelle, sei es jetzt vom Deutschen Landkreistag und anderen, die da ganz heftig sagen, Finger weg vom Rettungsdienst, das ist kommunale Angelegenheit, es ist nicht Bundesangelegenheit, die sich sogar ganz offen hinstellen und sagen, das hat mit Medizin nichts zu tun.

00:10:00: Wo ich dann die Frage stelle, in welcher Welt leben die eigentlich?

00:10:04: Sehen die eigentlich nicht, was der Rettungsdienst tatsächlich tut?

00:10:06: Das ist Hochmedizin und sich dann hinzustellen und zu sagen, das ist nicht Bestandteil der Medizin und deshalb hat der Bund da nichts zu suchen.

00:10:16: Das ist... Eigentlich schon gar nicht mehr an Worte zu fassen.

00:10:19: Man zeigt eigentlich aber genau den Spannungsboten, denn man will an den alten Frünten festhalten.

00:10:25: Man will auf kommunaler Ebene unbedingt um seine Leitstelle kämpfen.

00:10:30: Und es ist aber witzig, wie viel Geld.

00:10:33: Und zwar jetzt muss man ganz deutlich sagen, unnützerweise, hier in neue Gebäude von Leitstellen gestellt werden.

00:10:40: Sie haben

00:10:40: ja auch noch Beispiele zum

00:10:43: Beispiel.

00:10:44: Nürnberg für nun jetzt dreiundsiebzig Millionen Euro neue Leitstelle gebaut.

00:10:48: Eine einzige Leitstelle für dreiundsiebzig Millionen im Rämsmuck-Reis hier in unserem Heimatland-Kreis für vierzig Millionen.

00:10:56: Also die Zahlen schwanken alle zwischen vierzig bis zum Teil sogar auf hundertvierzig Millionen, die zum Teil da eben ausgegeben werden.

00:11:04: Wo

00:11:05: kommen die Immensen zum Heersteigen?

00:11:07: Was wird damit gemacht?

00:11:08: Was braucht es dafür?

00:11:10: Das

00:11:11: ist eine gute Frage.

00:11:11: Ich kann Ihnen ein Beispiel geben.

00:11:13: Was uns hier der Kreisgeschäftsführer des DHKs erzählt, hat er gemeint, im Nachbarlandkreis Ahlen bauen sie genau dieselbe Leitstelle, wie hier jetzt bei uns im Rämsmuckkreis, aber sie kostet doppelt so viel und es kann sich keiner erklären, warum sie einfach das Doppelte kostet, als eben hier.

00:11:30: Ja, es kann überhaupt keiner wirklich erklären.

00:11:33: Es sind einfach wirklich Summen, die da ausgegeben werden.

00:11:37: Oder ich gebe Ihnen ein anderes Beispiel.

00:11:40: Für ganz Österreich haben wir vor kurzem auch gelernt.

00:11:44: Für ganz Österreich kostet zum Beispiel die App für die First Responder, in dem alle drin sind, und zwar von der Feuerwehr, Polizei, Rettungsdienst, ausgebildete Line Ersthelfer, die da zum Teil mitregistriert sind, weil Österreich eben nur ein einziges System oder nur eine einzige App hat, auf die alle Leitstellen gleichermaßen zugreifen, die auch nicht an irgendwelchen Kreis oder Landesgrenzen stopp macht, sondern die gilt für ganz Österreich, kostet insgesamt Neunzigtausend Euro.

00:12:16: Das ist weniger als viele einzelne Kreise oder Landkreise für diese Ersthelfer Alarmierungs-Apps ausgeben.

00:12:24: Die sind zum Teil mit zweihundert, dreihunderttausend Euro im Jahr dabei und hier für ganz Österreich, was ungefähr die größte des Landes Baden-Württemberg hat, Neunzigtausend Euro.

00:12:35: Und so sehen wir das einfach in vielen anderen Bereichen auch, also nehmen Sie auch beide die Leitstellenkosten im Ausland, sind bei Weitem niedriger als diese bei uns sind und dann sind sie auch noch leistungsfähiger, weil sie einfach mit cloudbasierten Systemen, mit weit überregionalen Systemen arbeiten oder überhaupt.

00:12:57: alle eigentlich im selben System stecken.

00:12:59: Und das versteht man bei uns hier leider nicht.

00:13:02: Und das ist ein ganz, ganz großer Kampf, denn wir haben einfach noch zu viele Systeme und auch unterschiedliche Systeme hier bei uns in Deutschland im Staat.

00:13:11: Hier können ja manche Landkreise nicht zur Nachbarlandsleitstelle auch irgendwelche Fälle übergeben.

00:13:17: Dann sehen wir in Österreich, da werden die Fälle über die Staatsgrenze hinweg in die Slowakei, in die Tschechei direkt rüber disponiert und weitergegeben.

00:13:28: Das ist für uns hier im Prinzip in der Form momentan völlig undenkbar.

00:13:32: Aber das geht auch noch viel weiter, wenn man mal anguckt, wie lange Österreich die elektronische Patientenakte hat, die wir jetzt gerade mal eingeführt haben.

00:13:41: Und es geht eben in allen, allen Schritten so weiter.

00:13:45: Da hängen wir einfach um es genau zu sagen, mittlerweile über zwanzig Jahre hinten dran.

00:13:51: Und damit das anders wird, haben sie gesagt, diese Zersplitterung muss aufhören und sie haben viele viele Gespräche geführt, aber sie sind auch juristisch aktiv geworden.

00:14:00: In diesem Jahr haben vor der Bundespräsidentenkonferenz auch entsprechendes vorgestellt, dass sie vor dem Bundesverfassungsgericht dieses klären wollen.

00:14:10: Wie ist da der aktuelle Stand?

00:14:12: Es ist so, manche Medien hatten ja schon berichtet, die Verfassungsbeschwerde sei in Gänse zurückgewiesen worden.

00:14:17: Das ist mit nichten der Fall.

00:14:19: Es ist unsere, also wir hatten eine zweigeteilte Beschwerde.

00:14:22: Wir haben uns einmal wegen Untätigkeit in Karlsruhe gegenüber den Bund gestellt.

00:14:28: Karlsruhe hat da nicht so ganz, glaube ich, verstanden gehabt, dass der Bund sogar darüber eher glücklich war, denn das war tatsächlich im Hintergrund, mit denen abgestimmt, dass wir hier auch den Bund mit ins Boot nehmen.

00:14:42: Und dann haben wir exemplarisch das Land Baden-Württemberg mit seinem neuen Rettungsdienstgesetz uns näherst angeguckt, beleuchtet und kam eben zu dem Ergebnis, dass wir fest davon überzeugt sind, dass dieses Rettungsdienstgesetz ... in sehr großen Teilen nicht verfassungskonform ist oder gegen das Grundgesetz verstößt, was auch die führenden Verfassungsrechtler in diesem Land mit uns in der Meinung auch sehr eng teilen.

00:15:08: Daraus resultierte dann eine sehr dezidierte Verfassungsbeschwerde, die wir im März diesen Jahres eingereicht haben.

00:15:16: Genau dieser große, schwerwiegende Teil eigentlich, das hatten unsere Beschwerde im Prinzip seventy-fünf Prozent alleine ausgemacht.

00:15:24: Den nimmt sich Karlsruhe momentan sehr, sehr genau unter die Lupe.

00:15:28: Es ist mittlerweile nicht mehr so.

00:15:30: das ganz große Geheimnis, dass da mittlerweile im Prinzip alle Bundesländer, die Bundesregierung, ganz viele Ärzte, Verbände und dergleichen zur Stellungnahme aufgefordert worden sind, einige scheinen jetzt zumindest eine Fristverlängerung beantragt zu haben.

00:15:44: Also das heißt, Das Ganze oder die Eingabe der Stellungnahmen, die wird jetzt noch mal ein paar Wochen dauern.

00:15:50: Wir dachten eigentlich noch, wir kriegen das dieses Jahr zumindest in der ersten Runde hin.

00:15:56: Und es wird sich dann einfach im nächsten Jahr sicherlich noch ein wenig ziehen.

00:15:59: Aber wir merken einfach von den Signalen und vor allen Dingen bei dieser extrem breite und der Art und Weise.

00:16:06: wie das Gericht gefragt hat.

00:16:08: Und wie gesagt, ich will jetzt nicht mehr ins Detail eingehen, weil in ein laufendes Verfahren, da sollte man Karlsruhe sozusagen nicht in die Speichgreifen im Vorfeld, sondern wir sollten das jetzt einfach mal abwarten und sehen, wie es weiterläuft.

00:16:23: Aber momentan können wir ganz klar sagen, es sieht eigentlich eher stark danach aus, dass diese Beschwerde zugelassen wird.

00:16:34: dass wir dann auch sicherlich zu einem hoffentlich auch für uns dann ganz guten Ergebnis kommen.

00:16:40: Also momentan glaube ich einfach so, wie wir das inhaltlich verfolgen konnten.

00:16:46: Was Karlsruhe bisher auf den Weg brachte, sind wir gar nicht mal so unzufrieden, sondern das ist zum Teil sogar mehr als was wir selbst erwartet hatten zum jetzigen Zeitpunkt.

00:16:56: Es ist ja schon eine Entscheidung, diesen Weg zu gehen und dann auch ein solches Resultat zu erreichen und solches Feedback zu bekommen, wie die Stellungnahmen aus allen Bundesländern und der Bundesregierung selbst.

00:17:07: Das ist ja schon per se ein großer Erfolg.

00:17:09: Wann war der Punkt für Sie gekommen, wo Sie gedacht haben und entschieden haben, auch in Abstimmung mit anderen, okay, wir müssen diesen Weg jetzt gehen?

00:17:18: Der

00:17:18: Punkt war eigentlich schon zwanzig vierundzwanzig erreicht.

00:17:22: Und zwar als wir einfach merken, wir werden bei den Ländern diese Betonplatten so alleine nicht durchbrechen können.

00:17:31: Und wir sehen sie auch nach wie vor, wie hart der Bund auch attackiert wird.

00:17:36: Und wir sehen das sozusagen als Flankenschutz.

00:17:39: auch gegenüber dem Bund, denn da sitzen wir mittlerweile eher mit dem Bundesgesundheitsministerium in einem und dem selben Boot und nicht in getrennten Booten.

00:17:48: Denn wir merken, wie gesagt, sehr deutlich, dass da die Denkweise sehr, sehr ähnlich ist wie die bei uns.

00:17:56: Aber sie haben halt alle irgendwie, ich sag mal, Fußfessel in Handschallen und alles Mögliche und die kann nur Karlsruhe abnehmen.

00:18:04: Und aus dem Grunde braucht es einfach eine Entscheidung von Karlsruhe.

00:18:08: Inwieweit das, was die Länder hier betreiben, tatsächlich verfassungsrechtlich noch geht und inwieweit ist das tatsächlich kommunale Gefahrenabwehr oder inwieweit ist das eigentlich mittlerweile tatsächlich hohe medizinische Kunst, die an Patienten vollzogen wird und ist damit ein Bestandteil des Sozialgesetzbuch V und damit wäre es automatisch Bundes- und nicht-mehr-Wandesangelegenheit.

00:18:32: Das ist eigentlich unsere Zielsetzung.

00:18:34: Das wäre direkt auch, haben Sie klug vorgegriffen, meine nächste Frage gewesen, was wäre ein Erfolg oder ein Teilerfolg und was würde der konkret für Patientinnen und Patienten bedeuten?

00:18:45: Also in dem Moment, wenn wir es tatsächlich schaffen, das heißt, der Rettungsdienst gehört in Sozialgesetzbuch fünf.

00:18:53: Und der Rettungsdienst wird nicht nur in den meisten Bundesländern für den Transport des Patienten bezahlt, sondern es wird auch die medizinische Leistung abrechenbar, ohne dass der Patient transportiert wird.

00:19:05: Das würde sicherlich das System auch in der einen oder anderen Ebene noch mal, ich sag mal, bestärken.

00:19:13: Gleichzeitig, und das gehört aber auch dazu noch mal deutlich zu betonen, die Bakatellfälle müssen raus, die Bakatellfälle gehören nicht zum Rettungsdienst, die gehören entweder zum niedergelassenen Arzt, zu anderen Pflegekräften und dergleichen, das heißt, die Leitstellen, wie vorhin erwähnt, brauchen mehr Instrumente und dementsprechend ist das dann schon eine ziemliche Revolution des Systems.

00:19:36: Viele können sich das noch nicht vorstellen.

00:19:38: Ich komme ja auch manchmal ein bisschen vor wie viele reden über die Erde, wie wenn sie eine Scheibe wäre.

00:19:43: Und wenn man dann eben in den skandinavischen Ländern steht, in den Benelux-Staaten steht oder eben auch in Österreich, aus denen eben viele Impulse hervorgehen, das mögen vor allen Dingen die Deutschen nicht so gerne hören, dass sich die Skandinavier, die Benelux-Staaten und so weiter, selbst die USA, selbst Südafrika, Australien, Neuseeland orientieren sich an Österreich.

00:20:04: Das ist ein Fakt.

00:20:06: Den will man hier aber nicht so sehen, weil es einfach der kleine Nachbarstaat ist.

00:20:10: Und es kann ja wohl nicht sein, dass der kleine Nachbarstaat soweit vorausgeeilt ist, doch ist er.

00:20:16: Und dann sollten wir uns eigentlich nicht zu schade sein, vor allem weil wir die gleiche Sprache sprechen, wäre für uns eigentlich sehr vieles sehr schnell adaptierbar.

00:20:25: Aber wie es dann halt immer so ist, man hätte auch die österreichische Gesundheitsakte übernehmen können.

00:20:31: Das Angebot weiß ich gab es.

00:20:33: Aber nein, man muss es ja selbst programmieren.

00:20:36: Man braucht das unbedingt selbst hier bei uns.

00:20:39: Und es kann ja nicht sein, dass man das Copy-Paste von jemand anderem übernimmt, deren Systeme, und zwar über viele Jahre schon, ich sag mal, ausgereift sind.

00:20:49: Und wir fangen hier mit einem... völlig unausgereiften System an mit allen Problemen, die es eben gibt.

00:20:55: Und da sind andere europäische Länder weiter, die dann einfach sagen, ne, wir kopieren das einfach, wir holen uns die Lizenz und wir übernehmen das und dann können die auch ziemlich schnell durchstarten.

00:21:06: Und wie gesagt, das haben wir bei den Skandinavien und Benelux-Staaten ganz deutlich gesehen.

00:21:11: Schade, dass wir uns da zu fein sind, das Ganze so zu machen.

00:21:15: Ja, es ist schade und es ist auch so exemplarisch für viele andere Bereiche, denn wie geht es ja auch so, wenn ich mit Menschen spreche, die im Rettungsdienst, im Rettungswesen zu Hause sind in anderen europäischen Ländern, dann sprechen die auch über ihre Erfolge, sprechen über die Vergleiche, sprechen darüber, dass sie zu Deutschland immer aufgeschaut haben, sprechen auch über die Fortschritte, die Deutschland gemacht hat in der Vergangenheit, aber sehen Deutschland da jetzt wirklich zurückgefahren.

00:21:43: Und ich frage mich, Woran liegt das, dass wir nicht realisieren, dass andere Länder in Digitalisierung in entsprechenden Maßnahmen viel, viel schneller sich modernisiert haben?

00:21:54: Und wir immer noch glauben, wir hätten den Stein des Weisen erfunden und in Wirklichkeit, aber Sie haben die Beispiele beschrieben, soweit hinten ran sind.

00:22:02: Also was ist da schiefgelaufen in den letzten Jahren, vielleicht auch Jahrzehnten?

00:22:07: Das ist interessant, das ist nämlich genau die Frage, die Sie immer auf den internationalen Kongressen hören, und zwar seit.

00:22:14: Also ich höre seit fünf Jahren, kommt jedes Mal, also fast jedes Jahr, sei es in Boston, sei es jetzt in Dubai gewesen, die letzten beiden großen Rettungsdienstkongresse kommt original die Frage, wann und wo ist Deutschland eigentlich falsch abgebogen?

00:22:31: Und warum ist Deutschland von der Spitze nach hinten durchgereicht worden?

00:22:35: Was ist falsch gelaufen?

00:22:37: Haben

00:22:37: Sie eine Erklärung?

00:22:38: Also die eine Erklärung ist die, dass wir Er in der Phase der deutschen Wiedervereinigung sehr darauf bedacht waren, zu einem Zeitpunkt in den neunziger Jahren, wo wir ja immer ganz vorne an der Spitze waren, dass wir unsere Systeme erstmal in den neuen Ländern komplett etabliert hatten.

00:22:55: Und Ende der neunziger Jahre sind aber schon die ersten Staaten allen voran, wie gesagt auch Österreich, aber auch die Skandinavier.

00:23:04: sind Ende der neunziger Jahre, haben die sich schon auf den Weg gemacht zu sagen, irgendwas müssen wir ja anders machen.

00:23:09: Und haben dann schon viel früher angefangen ihre Strukturen zu hinterfragen und wir waren noch dabei unsere Strukturen zu zementieren.

00:23:17: Und ich glaube damit hängt das ein bisschen zusammen.

00:23:21: Das lässt sich also historisch glaube ich somit auch aus meiner Sicht zumindest ein bisschen erklären, weil wir waren damals natürlich auch berechtigt in einer Euphorie und wir waren glücklich und die Wiedervereinigung hat ja auch wirtschaftlich damals uns, ich sag mal nach vorne geschoben, da hat es ja andere Länder allen voran damals auch Großbritannien, Frankreich und dergleichen, die sind ja damals in die Knie gegangen.

00:23:44: Und da waren wir alle noch in der Hochphase.

00:23:48: Und als die anderen Länder dann sozusagen schon sich wieder langsam berabbelt haben, dann ging es bei uns plötzlich erst los.

00:23:55: Ich erinnere dann an der Phase, kam Gerhard Schroeder mit seiner Agenda, weil man das damals gern gemerkt hatte.

00:24:02: Ja, und da sind wir aber bisher nicht mehr rausgekommen.

00:24:05: Und wir haben es verlernt, tatsächlich wieder nach vorne voranzuschreiten, sondern... Ich habe vor kurzem einen schönen Beispiel vernommen, da hieß es das deutsche Wirtschaftswunder.

00:24:17: Da haben wir uns in einer Spirale nach oben geredet.

00:24:20: Und jetzt drehten wir uns seit vielen, vielen Jahren in einer Spirale nach unten.

00:24:24: und das Fatale ist, sie dreht sich auch tatsächlich nach unten.

00:24:29: Und es fehlen die Ideen, wie man diese Spirale durchbrechen kann.

00:24:33: Ich meine, in unserem Fall können wir jetzt damit nicht sagen, uns fehlen die Ideen, sondern wir schieben permanent die Ideen hinterher.

00:24:40: Aber es fehlt einfach das politische Verständnis und die politische Bereitschaft, weil viele müssten was abgeben.

00:24:48: Und das heißt, wir hätten nicht mehr diese Zerklüftung auf Kreisebene und dergleichen, sondern es werden viel, viel größere Einheiten gebildet.

00:25:00: Dementsprechend ist es schwer, also wenn wir alleine sagen es reicht eigentlich für Deutschland eine Leitstelle, dann geht bei allen reflexartig schwilder Kamm, weil ihnen gar nicht klar ist, dass wir, wenn wir sagen eine Leitstelle, Nicht von einem Gebäude davon reden, sondern wenn wir sich das, wie gesagt, im Ausland angucken, dann reden wir über ein System.

00:25:21: Alles sind im selben System.

00:25:24: Und wo die sitzen, ist völlig egal.

00:25:26: Also wenn wir in anderen Ländern sehen, dass da neunzig Prozent der Leitstellendisponenten im Homeoffice sitzen und es von zu Hause aus machen können und es ist völlig irrelevant, wo sie sitzen.

00:25:37: Aber sie sind alle im selben System.

00:25:40: Und ich habe da auch gelernt, wenn dann ein Notruf, der dann im übrigen Set der Notruf selbst auch in der Cloud liegt.

00:25:48: Und das Gespräch bricht irgendwie ab, weil dem Disponenten irgendwie zu Hause gerade die Leitung weggebrochen ist.

00:25:54: Dann ist gewährleistet, dass innerhalb von einer Sekunde ein anderer Disponent irgendwo das Gespräch sofort übernimmt und der stellt sich nicht erst großartig vor und sagt, oder ist was vorgefahren, sondern er geht direkt her, sieht auf seinem Monitor sofort, der Kursor ist da und da stehen geblieben.

00:26:13: kommt automatisch nur die Frage, können Sie mir bitte die Antwort nochmal wiederholen, damit er einfach nur fort schreibt.

00:26:24: keinerlei Zeitverlust.

00:26:25: Also stellen Sie mal vor, Österreich hat jetzt, glaube ich, in der Gesetzgebung eine gesetzlich vorgegebene Zeit der Annahme des Notrufs von acht Sekunden, wenn ich es jetzt noch richtig im Kopf verabnahe, ganz mich jetzt nicht fest, aber ich glaube, acht Sekunden ist das Längste, was ein Notrufen erwarten muss, bis der Notruf abgenommen wird.

00:26:46: Und wenn man sich das bei uns dann zum Teil manchmal anguckt, dann ist das echt schwierig.

00:26:51: Oder nehmen Sie das Beispiel bei uns im Jahre zwanzig, vierundzwanzig, dass die aktuelle Zahl waren es, siebenunddreißig, drei Prozent.

00:26:58: in allen Fällen, wo ein Herzkreisaufstil stand, Vorlage hat die Leitstelle eine Telefonreanimation angeleitet.

00:27:05: Da ist in allen EU-Staaten, ich betone in allen EU-Staaten dieser Wert bei ein hundert Prozent.

00:27:12: Da wird überhaupt gar nicht unterschieden mit, oh, wir haben jetzt gar nicht das Personal oder weil wir so eine kleine Leitstelle sind, sondern weil sie eben so große Einheiten sind, können sich das erlauben und dementsprechend ist das auch der internationale Standard.

00:27:29: Also in den internationalen Standards und Vorgaben steht die Zahl hundert Prozent auch drin.

00:27:36: freuen wir uns, weil wir uns irgendwie von Mitte zwanzig Prozent jetzt auf sieben und dreißig Prozent, wenn wir Glück haben, sind wir vielleicht in diesem Jahr dann mal bei vierzig Prozent angekommen.

00:27:46: Aber das ist noch weit, weit weg von den hundert Prozent.

00:27:49: Und es sieht niemand oder man will es nicht sehen, wie gravieren die Unterschiede hier zwischen dem Ausland und uns sind.

00:27:56: Und sie sind rein systembedingt, nicht personell bedingt.

00:28:00: Ja, das ist schlimm, diese Besitzstandswahrung oder Ausweitung im System.

00:28:05: Ich kann mich selber gut erinnern.

00:28:07: Ich war ja leid zu des Bundespresseamtes und hatte eine Abteilung, da die Auslandsabteilung, die hatte einfach nur Doppelstrukturen zu dem auswertigen Amt und hatte auch keine Ergebnisse bringen können.

00:28:18: Das lag auch in der Struktur, die uns wirklich weiterbrachten.

00:28:21: Deswegen habe ich gesagt, diese Agentur oder diese Abteilung können wir reduzieren.

00:28:27: Und zurückgeben ans Auswärtige Amt und machen lieber dafür für ein kleiner Teil etwas anderes Aktuelles, bauen ein Newsroom und machen daraus eine kleine Abteilung.

00:28:37: Das war auch der völlig richtige Schritt nach vorne gewandt.

00:28:40: Aber was habe ich mir anhören müssen?

00:28:42: Weil man sowas natürlich nicht macht.

00:28:44: Jeder weitet nur aus.

00:28:45: definiert da seine Macht daraus.

00:28:48: So ist es in der Politik, so ist es in den Strukturen, die sie beschreiben.

00:28:50: Und sowas kann nur wirklich von oben, in diesem Fall sicherlich von Gesetzwegen, von permanenter Arbeit durch sie und die Bionstar-Gestiftung.

00:28:58: und eben auch durch die Ministerin und handeln eine Person dann eben verändert werden.

00:29:03: Aber es braucht diesen Veränderungswillen und Veränderungsgeist und es großartiger steige, dass sie mit der Stiftung, der eben auch so hinterher sind.

00:29:10: Denn sonst würde sich sicherlich gar nichts ändern.

00:29:12: Also,

00:29:13: wir halten das auch aus.

00:29:15: Ich meine, wir kriegen ja auch jede Menge Mails.

00:29:17: Aber jetzt muss ich auch dazu sagen, wir kriegen.

00:29:20: eigentlich sehr, sehr, sehr viel mehr Mails von Notfallsanitäterinnen und auch Rettungssanitätern und vielen anderen, vor allen Dingen auch Notärzte, also ganz viele Notärzte, die uns dann Dinge aus ihrem Alltag beschreiben, die das einfach nochmal bestätigen, die dann auch sagen, ihnen sterben einfach Patienten weg aufgrund der Struktur.

00:29:44: Und das sagen wir, das kann nicht sein.

00:29:46: Also das heißt, das möchte ich vielleicht auch nochmal betonen, Auch wenn es bei dem Thema Hilfsfristen und dergleichen angeht, uns geht es gar nicht um die Geschwindigkeit der Hilfsfristen.

00:29:57: Wenn es nach mir persönlich ginge, ich halte die Hilfsfrist generell als zum Teil deutlich überbewertet, sondern die Frage ist, mit welchen oder bezogen rein auf den Rettungswagen oder den Nudarztwagen die Hilfsfrist festzulegen, sondern die Frage ist einfach, welche Methoden haben wir, den Patienten schon mal irgendwie zu stabilisieren für die Zeit, bevor der Rettungsdienst überhaupt eintrifft?

00:30:21: Und da mangelt es uns hier eben auch an vielen Ich sag mal Umsetzungen.

00:30:28: Es gibt wieder genügend Beispiel im Ausland, was man da eigentlich alles noch dazwischen schieben kann, um einfach den therapiefreien Intervall zu verkürzen, weil es geht nicht darum, dass der Rettungsdienst in vier Minuten überall in dieser Republik ankommt.

00:30:45: Das ist nicht darstellbar und das war auch nie unsere Forderung, sondern unsere Forderung heißt einfach, wir müssen über viele andere Instrumente nachdenken, die müssen mit integriert werden und dann kann auch der Rettungsdienst Meinetwegen sicherlich in bestimmten Fällen auch fünfzehn Minuten oder zwanzig Minuten dauern.

00:31:03: wenn gewährleistet ist, dass der Patient gerade zum Beispiel bei einem Herz-Reis-Aufstillstand in dieser Phase entweder über die Telefonreanimation, über First Responder, die eingesetzt werden können und vieles andere mehr, wenn die Systeme einfach Bestandteil des Gesamtsystems bundesweit einheitlich identisch sind und nicht dieser riesen Flickenteppich.

00:31:27: Wir werden dann immer Vorhaltungen auch gemacht mit Das läuft doch bei uns toll und das läuft doch bei uns toll.

00:31:33: Das sind einzelne Leuchtturmprojekte.

00:31:36: und man könnte andersrum sagen, man kann die Republik kaum noch sehen, weil überall blinkt es, aber nichts ist miteinander vernetzt und jeder glaubt, er müsste den Leuchtturm auch nochmal selbst neu in seinem Landkreis erfinden, weil man auf gar keinen Fall das übernimmt, was der Nachbarscher nebenan hat.

00:31:54: oder wenn sich Bundesländer schon mal darauf verständigt haben zu sagen, doch in unserem Land wird es jetzt schon mal im Land einheitlich, dann ist es unmöglich zu sagen, aber nee, das kann jetzt nicht sein, dass das andere Bundesländer auch dann so machen wie wir oder andere sagen, nee, wir machen es auch gar keinen Fall so, wie es das Nachbarbundesland gemacht hat.

00:32:14: Und da muss ich einfach sagen, was ist das eigentlich für eine Denkweise?

00:32:17: Es geht um den Patienten und in vielen Diskussionen, das ist das, was mich aufregt.

00:32:23: geht es gar nie um den Patienten.

00:32:25: Es geht immer nur um die Besitzstandwahrung und es geht um Posten zu behalten und es geht um Machtstrukturen und dergleichen.

00:32:33: Und niemand wagt es tatsächlich aus den Führungsebenen heraus und das müssen wir jetzt auch unterscheiden.

00:32:40: Ich sag mal, die, die wirklich im System arbeiten, die denken schon auch an den Patienten und deshalb stehen die auch immer Kopfschütteln da, sehr viele Kopfschütteln da, aber... die oberen Führungsetagen.

00:32:51: Das sind die, die im Prinzip auch Angst haben, dass es da am Ende möglicherweise um ihren eigenen Job geht.

00:32:57: Denn wenn bestimmte Dinge immer größer zusammengelegt werden, dann braucht es viele andere Geschäftsführer plötzlich nicht mehr.

00:33:05: Und da sage ich, da kann man auch ganz schön Geld wahrscheinlich einsparen, weil da ist einfach die Verwaltungsstruktur viel, viel zu groß.

00:33:12: Das ist ein ganz, ganz elementares Problem.

00:33:14: Da muss man tatsächlich tiefgreifen dran.

00:33:18: Und ich lasse mich überraschen, wie lange es braucht, bis es kommt, weil in einem bin ich überzeugt, es wird kommen.

00:33:26: Diese Entwicklung wird sich nicht aufhalten lassen.

00:33:29: Wir werden die Zustände wie in Österreich, Dänemark, Schweden, Norwegen, Niederlande, wir werden die in Deutschland auch bekommen, aber leider wahrscheinlich sehr, sehr viel später.

00:33:42: Heute haben

00:33:42: wir unsere Augen auf und unsere Daumen gedrückt und hoffen wir, dass die Initiativen, die vor allen Dingen auch von Ihnen und der Stiftung der Björnsteiger Stiftung ausgehen, erfolgreich sind.

00:33:53: Erfolgreich war ein anderes Projekt in diesem Jahr, das Projekt hat sicher auch eines der zentralen Projekte der Björnsteiger Stiftung.

00:34:01: Was war hier für Sie im Jahre zwanzig, zwanzig der besondere Moment und ein besonderer Fortschritt?

00:34:08: Naja, der besondere Moment war, als wir im Prinzip die Kooperation mit dem DFB bekommen haben, weil ich habe immer gesagt, wenn ich mir jetzt mal ein gucke, als ich meinen grad dieses Thema Herzsicherheit beziehungsweise die Leinen, Reanimation und auch die Defibrillation durch Leyen, das sind wir ja im Prinzip die Speerspezio immer gewesen.

00:34:29: Also das heißt, mein Vater hat es ja im Jahre zweitausend begonnen und damals hatte er auch gegen viele Windmühlen kämpfen müssen.

00:34:38: Wir haben uns im Prinzip auch massiv damals immer schon für diese ganzen Schulungen eingesetzt.

00:34:44: Wir haben im Jahr zwei Tausend neun sogar erst in Berlin, im Jahr zwei Tausend zehn dann in Mecklenburg-Vorpommern.

00:34:52: Waren wir an den Schulen schon unterwegs.

00:34:54: Und dort haben wir auch

00:34:55: Druckmassage, die entsprechend zu üben.

00:34:58: Genau.

00:34:59: Und damals hieß es noch, Retten macht Schule.

00:35:01: Daraus ist jetzt herzlich an der Schule geworden.

00:35:04: Nichtsdestotrotz habe ich dann immer gesagt, wenn ich mir das jetzt mal angucke, was wir in über zwanzig Jahren eigentlich aufgewendet haben und nicht nur wir, sondern alle Organisationen auch zusammen, dann ist es im Verhältnis zu dem, wie es in skandinavischen Ländern und anderen Ländern ist, sehr ernüchternd, dass wir nicht die Erfolge feiern können und wir nicht die Durchdrehung erreicht haben, die wir eigentlich wollten.

00:35:30: Und ich habe immer dann gesagt, Das, was gesellschaftspolitisch die Menschen erreicht, ist der Fußball.

00:35:37: Und entweder es gelingt uns jetzt auch immer wieder mit den Fällen, die sie ja im Fußball fast bei jedem Spieltag, in den Fan-Kurven auf dem Platz, aber auch im gesamten Amateurbereich massiv.

00:35:49: Jedes Wochenende gibt es Meldungen über einen plötzlichen Herztod.

00:35:55: Glücklicherweise immer mehr, die dann eben auch auf dem Platz oder in der Fan-Kurve erfolgreich reanimiert werden.

00:36:02: Aber da brauchen wir einfach die größere Durchdringung.

00:36:04: Und dass es jetzt zu dieser Kooperation gekommen ist, das freut uns schon, weil wir erreichen jetzt tatsächlich sehr, sehr, sehr viel mehr Menschen.

00:36:12: Wir merken, das Schulungsangebot bei uns zieht massiv an.

00:36:17: Und wir können jetzt noch nicht mal wirklich sagen, wie viele es jetzt dieses Jahr geworden sind, weil er einfach auch in den letzten Wochen noch mal in einigen Bereichen angezogen ist.

00:36:29: Aber wir reden hier über mehrere hunderttausend Personen, die alleine nur jetzt sozusagen über unsere Initiativen in diesem Jahr geschult worden sind.

00:36:39: Und das ist natürlich schon mal ein ziemlich großer Erfolg.

00:36:42: Und das wollen wir aber weiter ausbauen.

00:36:45: Also unser Ziel ist es, wir wollen eigentlich im Jahr über die Millionengrenze kommen, die jetzt alleine nur durch unsere Initiativen geschult werden.

00:36:55: Wo

00:36:55: liegen wir jetzt?

00:36:56: Also, wenn ich jetzt alles zusammen addiere, glaube ich, werden wir mit, wir müssen ja unterscheiden, wir haben einmal die Schulen, wir haben einmal Vereine, wir haben einmal Betriebe.

00:37:05: Das sind tatsächlich bei uns leider noch organisatorisch in unterschiedlichen Bereichen aufgehangen.

00:37:11: Also, da haben wir auch noch Verbesserungsbedarf in der Zentralisierung.

00:37:14: Das wird aber gerade getan.

00:37:17: Also, das heißt, wir haben uns seit September diesen Jahres ja auch etwas anders intern bestellt, haben auch für Herzsicher jetzt eine eigene Geschäftsführerin mit Cardi Malio, die reorganisiert eigentlich das jetzt schon mal relativ gut.

00:37:30: Und ich gehe mal davon aus, wenn wir das jetzt das ganze Zahlenwerk, was nicht einfach ist, zur Erstellung zu kommen, mit allem drum und dran, werden wir wahrscheinlich jetzt bei einer halben Million gelandet sein in diesem Jahr, was auch deutlich zu unterstreichen ist, weil es auch mit der Kooperation der deutschen Herzstiftung.

00:37:48: Also wir machen sie ja nicht mehr alleine, sondern wir machen sie ja zusammen auch mit der deutschen Herzstiftung und diese enge Zusammenarbeit.

00:37:56: Also die ist sehr, sehr bereichernd und die macht uns auf beiden Seiten unglaublich viel Spaß.

00:38:01: Und wir hatten jetzt gerade auch in dieser Woche nochmal eine gemeinsame Sitzung, wo wir uns auch entschieden haben, welche Maßnahmen wir jetzt im nächsten Jahr nochmal weiter gemeinsam vorantreiben wollen, wie viel Geld wir auch nochmal gemeinsam in die Hand nehmen möchten.

00:38:15: kann ich jetzt allerdings noch nicht ganz so hier öffentlich verkünden, weil vor allen Dingen die Herzstiftung muss in ihren internen Gremien sich da auch noch Geld aus freigeben lassen.

00:38:24: Auf jeden Fall ist das ein Bereich, in dem wir hier doch viele Gelder ausgeben.

00:38:29: In diesem Jahr kann ich es definitiv erwarten, es sind mehr als fünf Millionen Euro gewesen, die wir alleine nur hier für den Bereich der Schulungen mit ausgegeben haben.

00:38:39: Das wird sicherlich noch nicht das Ende der Veranstange sein.

00:38:42: Mal gucken, wo da die Reise noch hingeht.

00:38:44: Und wir werden auch sicherlich die Kooperation mit dem DFB, die natürlich in diesem Jahr so ein bisschen auch ins Hintertreffen geraten ist, weil der DFB hat ja gleichzeitig noch hundertundzwanzig Jahre bestehen.

00:38:55: Dementsprechend hatten die auch noch ihre eigenen Fokus.

00:38:58: Wenn man die CFB-Pokale,

00:39:00: das Pokalfinale in Berlin.

00:39:02: Genau, und das war sozusagen der offizielle Auftakt im Finalspiel.

00:39:07: Wir werden sicherlich auch dieses Jahr bei einigen Länderspielen, Frauen wie Männern, wir sind jetzt auch im Februar sehr präsent bei dem Fußsaal turniert.

00:39:18: Das ist für mich zwar auch nicht wirklich Fußball, aber das ist eine bedeutende Sportart innerhalb des Fußballs.

00:39:26: Aber auch da steigt jetzt schon mal die Wahrnehmung und das Wie gesagt, das sind viele andere Spiele noch geplant innerhalb des DFBs.

00:39:35: Und dementsprechend, glaube ich, wird man uns im nächsten Jahr dann noch sehr viel deutlicher sehen, als das in diesem Jahr schon der Fall war.

00:39:42: Kommen wir auf das kommende Jahr.

00:39:45: Was nehmen Sie sich persönlich vor als Präsident der Birnsteiger Stiftung, aber vielleicht auch als Match?

00:39:51: Oh, was nehme ich mir als Präsident vor?

00:39:53: Eigentlich sage ich mir jedes Jahr, vielleicht wird es mal ein bisschen ruhiger.

00:39:56: Das ist in den letzten fünfzehn Jahren Niederfall gewesen.

00:40:01: Ich freue mich jetzt im Prinzip.

00:40:02: in wenigen Wochen, wird Stuttgart die neuste Generation des neuen Baby-Notars-Wagens bekommen.

00:40:10: Wir werden dann auch mit Glück, vielleicht auch schon Ende des Jahres, zwanzig, sechsundzwanzig, auch noch das Fahrzeug für das Klinikum in Winnenden bekommen.

00:40:23: Wir sind auch mit dem Medical Intervention Car, mit dem wir ja in Stuttgart gestartet sind.

00:40:28: Als erstes, vierundzwanzigstunden Fahrzeug ist ja in ihrem Podcast auch schon mal näher erläutert worden, was das Fahrzeug eigentlich alles bringt, wo wir ja wirklich mit mittlerweile fast eins Komma vier Millionen Euro in West dieses Fahrzeug mit hineingegangen sind.

00:40:43: Also da zählen aber auch die Betriebskosten mit rein für insgesamt drei Jahre.

00:40:48: Das macht uns ziemlich viel Freude, weil wir hatten jetzt auch in weniger als einem Jahr schon mehr als fünfhundert Alarmierungen für dieses Fahrzeug.

00:40:56: Und wenn man sich da einfach auch anguckt, was da in Erfolgen rauskam bislang, also wie viele Menschen tatsächlich durch dieses Fahrzeug noch am Leben sind, wo die Mediziner sagen, ohne dieses Fahrzeug hätte die betroffene Person keine Chance zum Überleben gehabt.

00:41:14: Weil einfach die Herzlungenmaschine, also die ECMO, wie das im Fachkreisen, ja dann heißt, zum Teil direkt schon in der Straßenbahn am Patienten eingebaut worden ist und er dann eben unter diesen Bedingungen in die Klinik kam und dann eben die lebensrettende Operation bekam.

00:41:30: Oder einer ist ein beeinfaltes auch publiziert worden, da war das Mitarbeiter beim Mercedes, ein Werk, ein Produktionsband auch umgefallen, kam auch die ECMO direkt im Werk, wurde sie eben noch angelegt.

00:41:46: Ja, also das macht einen dann doch zufrieden, wenn man das dann so sieht.

00:41:50: Und sicherlich ist Stuttgart nicht Ende der Fahnenstange.

00:41:53: Also wir sind auch schon mit anderen Standorten noch im Dialog, um dieses System einfach weiter auszubauen, weil wir einfach davon ausgehen, dass es ein Modulbaustein auch für die Zukunft, der dieses System, also das Rettungswesen insgesamt, noch mal entscheidend verbessern kann.

00:42:12: Aber ich möchte auch gleich sagen, ich Ich persönlich zweifle, dass man diese Art von Fahrzeugen bundesweit in die Gesamtfläche implementieren kann, weil das können eben nur ganz spezielle Personen da drauf sitzen.

00:42:27: Also jetzt in Stuttgart, da sitzen ja auch nur Oberärzte drauf.

00:42:30: Also das heißt, da haben wir schon eine sehr hohe medizinische Anforderung und das wird man personell wahrscheinlich nicht bundesweit in die Fläche kriegen.

00:42:40: Wenn es anders wäre, würde ich mich aufreuen.

00:42:43: Dann hilft es uns allen.

00:42:44: Aber zumindest in den großen, großen Bannungszentren, das sollte der Anspruch sein, dass wir das dort tatsächlich überall implementiert kriegen.

00:42:52: Und ja, und so haben wir noch viele, viele andere schöne Aufgaben hoffentlich auch vor uns.

00:42:56: Letzte Frage, lieber Steiger.

00:42:59: Die Piansteiger Stiftung, wie andere Stiftungen auch.

00:43:02: Reitungswesen leben sehr stark vom Ehrenamt auch.

00:43:06: Menschen, die sich engagieren, zum Teil in ihrer Freizeit, die Gutes tun, die ihre Zeit, ihre Kenntnisse bereitstellen, um anderen Menschen zu helfen.

00:43:15: Jetzt ist das in unserer Gesellschaft, die ja immer noch sehr auf Selbstdarstellungen, Selbstverwirklichungen drängt, nicht gang und gäbe.

00:43:25: Was würden sie Menschen sagen, warum sollten die sich doch für ein solches Ehrenamt engagieren?

00:43:33: Naja, weil jeder sollte eigentlich gucken, was er für diese Gesellschaft auch dazu beitragen kann, dass diese Gesellschaft, ich sag mal, auch human bleibt.

00:43:42: Denn ich hab auch den Eindruck, vor allen Dingen auch seit Stensivildienst nicht mehr gibt und eben junge Menschen nicht mehr den Kontakt in altersheimen zum Rettungsdienst zu anderen Einrichtungen mehr so haben und auch nicht mehr den Bezug dazu kriegen, was es eigentlich sonst noch für Seiten in unserer Gesellschaft gibt.

00:44:02: ist ein bisschen mein Eindruck, da geht mittlerweile von der ganze Generation oder mittlerweile sogar fast wahrscheinlich für zwei Generationen, geht hier was richtig verloren.

00:44:13: Und deshalb, ich bin ein ganz, ganz großer Befürworter, dass eben der Zivildienst wieder mit eingeführt wird.

00:44:19: Das ist eigentlich der Wertdienst, aber daraus folgt natürlich der Zivildienst automatisch.

00:44:25: weil ich glaube, dass dieser Zivildienst gerade auch für uns gesellschaftspolitisch ganz, ganz, ganz wertvoll ist.

00:44:31: Und ich glaube nicht, dass das jemanden, der das früher gemacht hat, es wirklich geschadet hat.

00:44:36: Sondern es war vor vieler eine Bereicherung.

00:44:38: Viele haben sich auch beruflich umgestellt.

00:44:41: Das war ja früher regelrecht ein Rekrutierungstool auch im Rettungsdienst, also für die Hilfsorganisation, weil jemand dann im Rett- oder im Zivildienst gesagt hat, das fand ich so spannend, da bleibe ich, ich mache da jetzt die Ausbildung.

00:44:53: Und das Gleiche auch bei der Altenpflege, wo dann auch viele gesagt haben, ihr macht es tatsächlich Spaß, der Uggang mit Alten.

00:45:02: Und deshalb, ich glaube, das braucht es wieder, dann müssen wir hin.

00:45:08: Wir jetzt selbst bei uns in der Stiftung, wir haben jetzt nicht die Ausprägung im Ehrenamt, wir sind ein bisschen anders strukturiert, aber ich kann wie gesagt nur dafür plädieren, bei den Hilfsorganisationen, bei der Feuerwehr, bei anderen Organisationen sich wirklich mit einzubringen.

00:45:22: und wenn es auch nur der Sportverein ist, auch Sportvereine leben davon und wir erleben momentan auch so ein bisschen das Vereinssterben, was ich ganz, ganz furchtbar finde.

00:45:32: und ich glaube schon, wir müssen uns jeder selbst die Frage stellen, wie kann ich mich eigentlich doch mehr mit einbringen und nicht nur dieses permanente ich, ich, ich bezogen.

00:45:45: Denn das bringt einen überhaupt nicht weiter, denn auch dieses ich bezogen am Ende will man von irgendwo dann, dass jemand anderes was für einen tut und dann wundert sich jeder, da ist ja gar keiner mehr.

00:45:58: Ja.

00:45:59: Wir brauchen mehr das Gemeinschaftsdenken.

00:46:02: Das sind nachdenkliche und appellierende Worte, die wirklich nachhallen.

00:46:06: Herr Steiger, vielen herzlichen Dank für dieses Gespräch.

00:46:08: Ihnen und Ihrer Familie alles Gute für ein schönes, gutes und erfolgreiches Jahr.

00:46:14: Und der Stiftung der Björn Steiger Stiftung und allen Ihren Anwägungen, insbesondere auch.

00:46:19: Vielen herzlichen Dank.

00:46:23: Die Björn Steiger Stiftung,

00:46:25: der Podcast.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.