Blackout und Krisen: sind wirklich vorbereitet?

Shownotes

n dieser Episode ist ein echter Pionier zu Gast: Dr. med. Roland Huf, langjähriger Facharzt für Chirurgie sowie Intensiv- und Notfallmedizin – und einer der Wegbereiter der Intensiv-Patienten-Luftrettung.

Mit Béla Anda spricht er darüber, wie aus der Idee „Hubschrauberrettung“ ein Konzept wurde, das Intensivmedizin auf höchstem Niveau auch in der Luft möglich macht – inklusive Technik, Teamwork und den Widerständen, die es anfangs zu überwinden galt. Außerdem geht es um den „klassischen“ Rettungsflug, Nachtflugbetrieb und um ein Thema, das uns alle betrifft: Katastrophenvorsorge – was man wirklich braucht, um bei Blackout & Co. handlungsfähig zu bleiben, und welche gefährlichen Fehler man vermeiden sollte.

Themen der Folge: Vom Physikstudium zur Medizin: Wie Dr. Roland Huf „kurios“ zur Medizin kam – und warum er es nie bereut hat.

Einstieg in die Notfallmedizin: Von der chirurgischen Ausbildung über Polytrauma-Forschung bis zum Notarztdienst im Raum München (u. a. Germering/Gröbenzell).

Aufbau eines Notarztstandorts: Die Entstehung des 9. Münchner Notarztstandorts am Klinikum Großhadern – und warum dieser bis heute stark ausgelastet ist.

Die Idee „Hubschrauber am Klinikum“: Wie fliegerische Erfahrung und medizinischer Bedarf zusammenkamen – und was es bedeutet, einen neuen Standort gegen anfängliche Skepsis aufzubauen.

Historischer Bezug zur Björn Steiger Stiftung: Die frühe Rolle der Stiftung in der Luftrettung und die Verbindung zur späteren DRF Luftrettung.

Warum Intensivtransport aus der Luft nötig wurde: Viele Patient:innen kamen als Sekundärtransporte in ein Maximalversorger-Klinikum – und der Transport selbst war oft der kritische Punkt.

Technik, die den Unterschied macht:

Warum einfache Rettungshubschrauber-Ausrüstung für Intensivpatient:innen nicht ausreichte

Wie Lösungen aus dem intraklinischen Transport (z. B. CT-Fahrten) in den Hubschrauber „übersetzt“ wurden

Herausforderungen wie Stromversorgung, Druckluft/Sauerstoff und schwere, damals noch nicht transportoptimierte Beatmungsgeräte

Gegenwind & skurrile Hürden: Widerstände von außen, behördliche Fragen – bis hin zu Funkproblemen (Stichwort: abgeschraubter Antennenstecker).

Beweisen statt behaupten: Wie wissenschaftliche Datenerfassung half, den Nutzen und die Sicherheit des intensivmedizinischen Lufttransports zu belegen – und wie daraus weitere Standorte entstanden (z. B. Nürnberg, Regensburg).

So läuft ein typischer Rettungsflug ab: Teamrollen, Checklisten, Abläufe – und warum ein Start in 2–3 Minuten nur durch perfektes Zusammenspiel möglich ist.

Nachtflug: geht das wirklich? Ja – mit zusätzlicher Crew, standardisierten Verfahren, Nachtsichtbrillen und leistungsstarken Such-/Landescheinwerfern.

Wann der Hubschrauber bleibt – und wann nicht: Warum der Luftweg nicht immer der schnellste ist und wann bodengebundener Transport sinnvoller ist.

Katastrophenmedizin & Vorsorge: Was jede:r für mindestens 3 Tage (besser mehr) vorbereiten sollte – Wasser, Nahrung, Wärme, pragmatische Lösungen.

Gefährliche Fehler vermeiden: Warum Grill oder Aggregat in Innenräumen lebensgefährlich sind (CO-Risiko) – und warum „Werte sichern“ in Krisen oft der falsche Reflex ist.

Konkrete Anlaufstellen: Warn-Apps (z. B. NORA, Katwarn) und das BBK (Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe) mit Checklisten zur Katastrophenvorsorge.

Transkript anzeigen

00:00:01: Oder auch das Stromaggregat in irgendwelchen geschlossenen Räumen, das erzeugt halt nun mal ein motorisch betriebenes Stromaggregat, erzeugt CO.

00:00:10: Und das geht ganz, ganz schnell und man merkt es nicht.

00:00:13: Abgase riecht man zwar, aber das CO da drinnen, das Giftgas, das riecht man nicht, merkt man nicht.

00:00:19: und man merkt nicht, wenn man bewusstlos wird.

00:00:21: Also man stirbt unbemerkt.

00:00:27: Folge seventy-fünf.

00:00:28: Blackout und Krisen.

00:00:30: sind wir wirklich vorbereitet mit Notfallmediziner Dr.

00:00:34: Roland Hof.

00:00:36: Hallo und herzlich willkommen zu einem neuen Podcast der Björn Steigerstiftung.

00:00:40: aus der Reihe Lebensretter.

00:00:42: Ich freue mich, einen ganz besonderen Gast heute bei uns zu haben, ein Dr.

00:00:47: Medroland Hof, langjähriger Facharzt für Chirurgie und Intensiv- und Notfallmedizin.

00:00:52: Und man sagt das immer so leicht Pionier, aber wirklich ein Pionier der Intensiv-Patienten-Luftrettung, was es damit auf sich hat.

00:01:00: Darüber werden wir uns unterhalten und natürlich auch über ihr Berufsleben, Herr Dr.

00:01:06: Hof, das haben Sie ja, der Notfall und ... der Intensivmedizin gewidmet und gehören zu den Menschen, die ganze Strukturen verändert haben.

00:01:15: Etwas, was ja auch der Björn Stalger Stiftung sehr wichtig ist.

00:01:18: Darüber wollen wir heute reden.

00:01:19: Ich freue mich sehr, dass Sie heute im Lebensretter-Podcast dabei sind.

00:01:23: Herzlich willkommen!

00:01:24: Ja, freue mich auch, hier sein zu dürfen.

00:01:27: Dr.

00:01:27: Huff, was hat Sie ursprünglich in die Medizin und was dann in die Notfallmedizin gebracht?

00:01:34: In die Medizin, ganz kurios.

00:01:36: Ich habe damals zunächst Physik studiert und habe dann bei meiner damaligen Freundin in Ulm Medizinvorlesungen und Medizinpraktiker als Gast mit angeguckt und war so fasziniert.

00:01:52: dass ich beschlossen habe, dass ich das auch machen möchte.

00:01:56: So bin ich in die Medizin ins Medizinstudium gekommen und bereue es auch keine Minute.

00:02:05: Und dann ist es ja die Frage irgendwann, wohin geht die Reise in der Medizin, wofür interessiere ich mich ganz besonders?

00:02:15: Die Notfallmedizin hat sie besonders fasziniert, wie kam es dazu?

00:02:20: Prinz im Elbehalt bin ich ja gelernter Chirurg und habe auch eine ganz normale chirurgische Ausbildung gehabt.

00:02:26: Ich habe anfangs schon recht viel mich für, sagen wir mal, die Notfallversorgung von Unfallopfern gekümmert.

00:02:38: Ich habe dort auch entsprechend wissenschaftlich gearbeitet im Rahmen einer sogenannten damals riesigen Polytraumastudie, was sehr spannend war.

00:02:49: Und es hat das Interesse dafür geweckt.

00:02:52: Richtig losgegangen ist es dann, ich konnte zunächst an meinem damaligen Wohnort auch so ein bisschen Notfallmedizin im Rahmen des örtlichen Notarztienstes

00:03:02: machen.

00:03:02: Wo war das?

00:03:03: Im Westen von München in einer Region Gärmarin-Gröbenzell.

00:03:07: Das ist der Standort dort.

00:03:09: Dort habe ich damals gewohnt und das war schon mal spannend.

00:03:14: Dann kam plötzlich mein damaliger Chef, Professor Heberer, auch mich zu und hat mir eröffnet, dass man den neunten Münchner Notarztstandort an Klinikum Großhadern eröffnen möchte.

00:03:30: Nachdem ich ja da irgendwelche Erfahrungen hätte, soll ich mich doch da gemeinsam mit dem Kollegen aus der Anästhesiedung kümmern.

00:03:37: Fand ich ausgesprochen spannend, habe das sehr gern gemacht.

00:03:41: Und muss auch sagen, das war von Anfang an einfach für mich persönlich eine Erfolgsgeschichte.

00:03:48: Der Standard existiert heute noch.

00:03:51: Der ist voll ausgelastet.

00:03:54: Kollegen in Großhadern, ich fahre selber ab und zu noch zwei Mal im Monat, einfach dort auch noch mit, aber die Kollegen in Großhadern fühlen den mit entsprechend hoher Qualität aus, also insofern war das sehr erfreulich.

00:04:10: und kurz darauf kam Herr Heberer gleich nochmal auf mich zu und hat gemeint, also es gibt jetzt eine Frage, ob man hier vielleicht auch einen Hubschrauber installieren könnte.

00:04:23: Damit hat er bei mir auch offene Türen eingelaufen, weil ich selber zu dem Zeitpunkt schon viele Jahre aktiv geflogen bin.

00:04:34: Ein anderes Niveau, also jetzt zeige ich mal mehr, einem Hobby folgend.

00:04:39: Sie sind selber Hubschrauber geflogen?

00:04:42: Hubschrauber nicht.

00:04:43: Also ich hab ganz normal Fliegerei angefangen, dann hieß es bei der Bundeswehr und dort war die Idee, ob ich nicht auf Dauer zur Bundeswehr möchte und hab dazu mehr Arztselektion für die Fliegerei gemacht.

00:04:59: War dann aber nicht meine Sache.

00:05:01: Medizin war mir viel mehr.

00:05:03: Aber dann haben sich natürlich zwei Sachen getroffen.

00:05:06: Und dann haben wir diese Idee.

00:05:10: an Großhadern einen Hubschrauber zu installieren, weiterverfolgt.

00:05:15: Es war am Anfang gar nicht leicht, weil man natürlich nicht unbedingt willkommen war, dass da jetzt noch ein Standort eröffnet wird.

00:05:26: Aber unsere beiden Chefs, Herr Prof.

00:05:29: Peter damals und Prof.

00:05:31: Heberer, wollten das unbedingt haben.

00:05:33: Und dementsprechend konnte ich mich gemeinsam mit dem Kollegen Madler hieß, später dann Professor in Kaiserslautern da drum kümmern und haben diesen Standort aufgebaut mit anderen Ideen, als die Rettungsschutzschrauber ursprünglich waren.

00:05:54: Was viele ja nicht wissen oder nicht mehr wissen, ist, dass es einen ganz engen Bezug gibt auch der Beanstahlgestiftung zu der Luftrettung der Gründer oder Mitgründer mit seiner Ehefrau, der Vater des jetzigen Präsidenten Pierre-Enerix Steiger, Siegfritz Steiger, hat im Jahr twohneinzehntzehntzehntzehntzehntzehntzehntzehntzehntzehntzehntzehntzehntzehntzehntzehntzehntzehntzehntzehntzehntzehntzehntzehntzehntzehntzehntzehntzehntzehntzehntzehntzehntzehntzehntzehntzehntzehntzehntzehntzehntzehntzehntzehntzehntzehntzehntzehntzehntzehntzehntzehntzehntzehntzehntzehntzehntzehntzehntzehntzehntzehntzehntzehntzehnt Im Grunde, die die Familie Steiger auf den Weg gebracht hat, den Rettungshubschrauber Christoph II damals ans Bundesinnenministerium übergeben und damit eigentlich diese ganze Luftrettung begonnen, aufgebaut und weiter ausgebaut.

00:06:50: Das lief viele, viele Jahrzehnte in der Regie der Bernd Steigerstiftung.

00:06:56: und großartig, dass Sie da einen eigenen Kern erkannt haben, nämlich die Intensivmedizin.

00:07:04: Diesen Hochschrauber haben Sie maßgeblich mitentwickelt.

00:07:09: Wie kam es dazu?

00:07:11: Also, nur kurz noch, ich habe die Geschichte vom Herrn Steiger Senior.

00:07:19: muss da noch anschließen, auch wenn am Anfang die Organisation, die da vorher vorgegangen ist, ist das, was heute DRF ist.

00:07:31: Und wie wir da schon ziemlich viele Patienten, wie wir es jetzt gleich erzählen, transportiert haben, hat mich damals Herr Steiger Senior ... angerufen, weil er dieses Projekt so spannend fand und eingeladen zu einer... Jahrestagung der Steigerstiftung.

00:07:53: und nachdem ich ihm erzählt habe, dann dort, was es geht, habe ich ein ganz langes Gespräch mit ihm geführt und habe gemerkt, er ist da unwahrscheinlich engagiert, unwahrscheinlich neugierig, hat das mit viel Fachwissen und Hintergrundswissen schon hinterlegt, also war ein faszinierendes Gespräch mit ihm.

00:08:14: Er hat diese Möglichkeit, die dahinter ist, ganz, ganz früh erkannt.

00:08:19: Jetzt, wie kamen wir dazu, dass wir auf Intensivmedizin oder auf Intensivtransporte gekommen sind?

00:08:28: Wienikum Großhadern ist eines der größten deutschen Kliniken.

00:08:32: Weltbekannt.

00:08:33: Ja, und dementsprechend sind da viele Patienten gelandet, wenn es irgendwo Medizinischprobleme gab, die dann der Behandlung in so einem Zentrum Bedürften.

00:08:50: Dementsprechend sind ganz viele dieser Patienten nicht direkt sehr häufig nach Großhadern gekommen, sondern als sogenannte Sekundärtransport von außen zuverlegt worden.

00:09:03: Für uns damals zum Beispiel, dass die Hälfte der damals Schwerstverletzten, die bei uns behandelt worden sind, sind nicht direkt nach Großhadern gekommen, sondern sind über Umwege über Erstversorgungen in einem anderen Krankenhaus zu uns gekommen.

00:09:20: Die Krankenhäuser, auch sogenannte kleinere Krankenhäuser, haben ja auch schon medizinische Möglichkeiten und haben die Patienten ... gut versorgt und intensivmedizinisch auf einem sehr hohen Niveau versorgen können.

00:09:40: Und sie dann musst du sie weiter transportieren, weil es irgendwelche, jetzt sage ich mal neuropyrologischen, herzkyrologischen oder auch intensivmedizinischen Probleme gab, die die Möglichkeiten dieser Krankenhäuser überstiegen haben.

00:09:59: Dementsprechend wurden dann diese Patienten über einen Sekundärtransport zu uns zugeliefert.

00:10:07: Das sehr häufig mit dem Hubschrauber und wir mussten feststellen, nachdem wir auch mit den Kollegen in den anderen Häusern guten Kontakt hatten, dass der Transport für diese Patienten nicht immer die manchmal, sagen wir mal, nicht auf dem Niveau, den die gebraucht hätten.

00:10:28: durchgeführt werden konnten.

00:10:30: Wie gesagt, in den Häusern wurde zum Beispiel, wurden modernste Beatmungsgeräte schon eingesetzt.

00:10:36: In den Rettungshubschraubern waren sehr einfache Beatmungsgeräte, die für die Erdbeersorgung wirklich ausgereicht haben.

00:10:44: Da waren sie ideal.

00:10:46: Aber für den Transport eines Intensivpatienten waren sie eben nicht ideal.

00:10:51: Dadurch haben sich die zum Teil, muss es ganz offen sagen, verschlechtert auf dem Transport, was man dann wieder aufholen musste.

00:10:59: Es gab damals auch noch nicht entsprechende Beatmungsgeräte, die auf diesem Niveau transportabel gewesen waren.

00:11:08: Und da kam uns wieder eine Geschichte aus der Intensivmedizin entgegen, dass wir vor dem gleichen Problem ja innerhalb der eigenen Klinik standen.

00:11:16: Das heißt, wenn wir solche Patienten für irgendwelche Untersuchungen ins CT oder in irgendeine andere Spezialuntersuchung bringen mussten, mussten die auch auf diesem Transport das gleiche intensivmedizinische Niveau halten innerhalb der Klinik, wie es auf Intensivstation war.

00:11:38: Das konnten wir lokal auch mit zum Teil, sage ich mal, selbst entwickelten Lösungen stemmen.

00:11:48: Ging gut.

00:11:50: Und dann kam die Idee, dass man das natürlich auch in so einen Hubschrauber hinein transplantieren sollte.

00:11:59: Was damals noch eine richtig riesige Aufgabe war, weil zum Beispiel bleiben wir bei den Veratmungsgeräten.

00:12:06: Die Veratmungsgeräte haben ganz einfach Netzstrom gebraucht.

00:12:10: Außer für ein paar Minuten haben eine Außenversorgung mit Druckluft und Sauerstoff gebraucht.

00:12:17: Das musste irgendwie in den Hubschrauber.

00:12:20: verfrachtet werden.

00:12:22: Und dementsprechend haben wir dann die Technik, die wir vorher für den Transport im Hause gemacht haben, verwendet.

00:12:30: Und dann haben wir so eine Technik, die nach den ersten Versuchen, dass man solche Transporte machen kann, in einen Hubschrauber, in einer ganz speziellen Trage verbaut, die zweistöckig war.

00:12:43: Im unteren Bereich war Druckluft, Sauerstoffflasche, eine große ein Umsetzer, der aus zwölf Volt Gleichstrom, zweihundertzwanzig Volt Wechselstrom gemacht hat.

00:12:57: Und dann kam eben noch das Beatmungsgerät dazu.

00:13:00: Die waren auch, haben die Größe, wie kann man es vergleichen?

00:13:05: Naja, ein Koffer, wie man ihn gerade eben noch im Flugzeug mitnehmen kann von dieser Größe, allerdings viel schwerer.

00:13:16: Und Herr Dr.

00:13:16: Hofall zieht sich das alles so großartig aufgrund ihrer Praxis und sie haben beschrieben, wie es war.

00:13:23: Ich kann mir das gut vorstellen in der Intensivmedizin, in einem so herausragenden Klinikum wie Großhadern, wo viele, viele Patienten, die wahrscheinlich auch schwerstverletzt sind oder entsprechend aus den anderen Kliniken hinzukommen, dann auch transportiert werden müssen innerhalb des Hauses.

00:13:40: Da hilft man sich dann selbst und sie haben es beschrieben.

00:13:43: arbeitet an Lösungen, damit das eben geht.

00:13:46: Sie haben das dann umgesetzt auf den Hubschrauber dann auch, auf die technischen Gegebenheiten dort.

00:13:52: Ging das alles glatt oder gab es auch immer, wer was verändert, eckt ja auch irgendwo an, gab es dann auch Widerstände innerhalb der Fachschaft, innerhalb des Hauses oder innerhalb der Riege derer, die die Hubschrauber betreuten?

00:14:05: oder haben alle gesagt, Tora, da kommt Dr.

00:14:08: Hof, der hilft uns jetzt das Ganze zu optimieren.

00:14:11: Ich habe es ja schon so kurz angestoßen.

00:14:13: Natürlich gab es nicht nur eine Horagereihe.

00:14:17: Innerhalb des Hauses ist uns eigentlich jede Unterstützung zugehaufen.

00:14:23: Wir haben technische Lösungen mit unserer eigenen Medizintechnik.

00:14:29: Zumindest das wie es geht bekommen.

00:14:32: Wir haben von unseren damaligen Chefs jegliche Unterstützung auch von späteren Chefs, jegliche Unterstützung bekommen.

00:14:42: Von außen gab es natürlich, ich sage jetzt mal, man könnte es als Gegenwind bezeichnen, gewisse Ressentiments, die aber auf ersten Blick durchaus nachvollziehbar waren, weil natürlich Hubschrauber, das ist was was spektakulär ist und man hatte vielleicht gar nicht so zu Unrecht die Angst, dass uns hat ja auch solche Anläufe gegeben, dass da irgendjemand einfach noch mit einem Hubschrauber fliegen möchte.

00:15:10: Dass wir was völlig Neues vorhatten und dass dieses Neue, nämlich dass wir den Transport vom Bett zu Bett unter einem absolut gleichwertigen intensivmedizinischen Niveau durchführen wollten und konnten, das mussten wir beweisen.

00:15:29: Das haben wir bewiesen, weil wir von Anfang an, das war Klar, dass wir die Patienten genau verfolgten.

00:15:37: Wir haben sämtliche Daten aufgeschrieben, wissenschaftlich ausgewertet, um eben klarzulegen, wir schaden diesen Patienten nicht.

00:15:47: Ganz im Gegenteil, wir nützen diesen Patienten durch das Beibehalten des intensivmedizinischen Niveaus.

00:15:55: Gab dann natürlich Aktionen, diese Geschichte zu brennissen oder nicht weiterzuführen waren zum Teil kuriosen Geschichten dabei.

00:16:08: Also wir durften, obwohl die Hubschrauber bereits die Funkgeräte für den Rettungsdienst eingebaut hatten, durften wir die am Anfang in Bayern nicht verwenden, weil wir da offiziell nicht teilnehmen durften.

00:16:24: Und es musste auch sozusagen verhindert werden, weshalb einfach der Antennenstecker an diesen Funkgeräten abgeschraubt war.

00:16:35: Wenn wir in anderen Bundesländern unterwegs waren, wo diese Einschränkung nicht war, wurde der Antennenstecker angeschraubt und es hat wieder funktioniert.

00:16:43: Es waren skurrile Geschichten, waren rechtliche Geschichten, aber im Endeffekt haben wir dann nach vielen Gesprächen auch mit den zuständigen Ministerien und auch mit den zuständigen Ministern direkte Gespräche dort zeigen können, dass dieses Prinzip Intensivtransport Sinn macht und den Leuten was bringt, weshalb ihr dann, und das muss man auch wieder klar sagen, speziell hier in Bayern, wo wir angefangen haben, sehr schnell auch von dieser Seite große Unterstützung bekommen haben.

00:17:20: und nicht umsonst sind dann gleich in Bayern mit Nürnberg und Regensburg zwei weitere Standorte entstanden, die auf gleichem Niveau das weitergemacht haben.

00:17:34: Also die anfängliche Vorsicht, so werde ich es eher bezeichnen, was machen die Typen da, ist dann einer Einsicht gewichen und damit auch sinnbar unterstützt worden.

00:17:49: Jetzt sind Sie ja absolut der Experte, haben diesen auf Intensivmedizin ausgelegten Hubschrauber selbst mitentwickelt, beentwickelt und damit wirklich Bahnbrechenes geleistet.

00:18:01: Nicht jeder ist so vertraut mit den Immerheiten der Luftrettung, selbst Mediziner oder medizinisch Interessierte, die uns ja vor allem zuhören.

00:18:09: und trotzdem gibt es immer so ein Ja, Sie haben es beschrieben.

00:18:14: Ein Hubschrauber ist immer noch für mich, ich glaube, für viele Menschen etwas ganz Besonderes.

00:18:17: Ich habe gestern hier, wohne etwas ländlich in der Nähe von München, als ich dann zu Hause war, kam tatsächlich ein Flugzeug, ein Flugschrauber der Bundespolizei und dachte nach, er wird jetzt hier abgeholt.

00:18:31: Aber es war nur ein Übungslog, weil da ist ein großes Feld, dann ging er runter, hat eben die Landung geübt, durfte er wohl.

00:18:38: Und dann ist er hochgestiegen und zweimal gekreist, hat es noch mal gemacht.

00:18:43: Und ich habe gemerkt, wie faszinierend das immer noch auch für mich ist, den Hubschrauber zu sehen.

00:18:48: Ich bin selbst sehr, sehr viel Hubschrauber geflogen in meiner Zeit als Regierungssprecher, also mitgeflogen.

00:18:54: Und jedes Mal, wenn wir irgendwo landeten, und das war ein öffentlicher, natürlich abgesicherter Platz, stand da sehr viele Menschen einfach, um diese Faszination des Hubschraubers zu erleben.

00:19:05: Aber nehmen Sie uns doch einmal mit in einen Ja, wenn man das so sagen kann, typischen Rettungsflug mit einem Hubschrauber.

00:19:14: Wer ist da an Bord?

00:19:17: Worauf kommt es an?

00:19:18: Wie lange dauert im Durchschnitt ein solcher Flug?

00:19:21: Geht es nicht der Transport eines intensivmedizinisch versorgten von einem Krankenhaus vielleicht zu einem anderen, sondern wirklich der klassische Rettungsflug Autobahn oder der Gleiche?

00:19:33: Inzwischen wird auch der Intensivubschrauber auch für das eingesetzt, insofern natürlich haben wir das gemacht.

00:19:40: Der Ablauf ist sehr typisch für die Fliegerei sehr stringent organisiert.

00:19:47: Jeder, der an Bord ist, das ist tagsüber ein Pilot, ein Notfallsanitäter, der eine Zusatzausbildung hat und den Piloten bei Bedarf zu unterstützen und ein Notarzt.

00:20:03: Kann der auch

00:20:05: fliegen?

00:20:06: Aber der kann bei der Navigation helfen, beim Rausgucken helfen.

00:20:12: Das ist eine durchaus anspruchsvolle Ausbildung.

00:20:18: Und der ist Notfallsanitäter, viele dieser Mitarbeiter.

00:20:25: Jetzt nicht nur hier bei uns in Großhadern, sondern inzwischen gibt es ja viele solche Maschinen.

00:20:29: Von allen Organisationen sind dann zusätzlich sehr häufig, auch noch gerade, wenn sie im Intensivtransport tätig sind, Intensivpflegekräfte sind also in Grunde doppelt qualifiziert.

00:20:42: Und die Ärzte, die den ITH fliegen, mit Intensivtransport, haben sowieso eine intensivmedizinische Ausbildung.

00:20:49: Also da ist der Ablauf sehr, sehr stringent, der Pilot.

00:20:53: Wir

00:20:53: bekommen jetzt das Signal, Achtung, es geht los, wenn alarmiert.

00:20:58: So, das ist irgendetwas los, dann kümmert sich der Pilot um alle flugtechnischen Probleme, ist es vom Wetter her machbar.

00:21:07: ist die Entfernung sinnvoll.

00:21:10: Das geht sehr schnell, weil man hat an diesen Standorten alle Zugriffe auf jedes Wetter, was bis hin zu öffentlich zugänglichen Webcams von den bestimmten Regionen.

00:21:24: Der Pilot geht dann zur Maschine und startet die Maschine.

00:21:29: Also im Gegensatz zum Auto, die Maschine braucht halt zwei, drei Minuten bis sie ab.

00:21:35: Heben kann, weil die Turbinen müssen hochfahren.

00:21:38: Das ist sein Job.

00:21:40: Der Notarzt kümmert sich auch um vorher festgelegte Geschichten.

00:21:49: Zum Beispiel, wenn der Hubschrauber an der Energie vom öffentlichen Netz verbunden ist.

00:21:57: Das ist ein dicker Stecker mit einem dicken Kabel, an dem der Hubschrauber steckt.

00:22:01: Da genügend ist er dafür zuständig, dass er den im richtigen Moment, wenn das der Pilot bedeutet, absteckt, das Kabel verräumt.

00:22:10: Der Notfallsanitäter passt auf, dass in der Umgebung alles in Ordnung ist.

00:22:16: Dann steigen wir alle ein und dann hebt der Hubschrauber ab.

00:22:19: Dauer zwei bis drei Minuten.

00:22:24: Das ist tatsächlich sportlich, aber funktioniert nur, weil eine ganz enge und vorher abgesprochene Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Arbeitern da ist.

00:22:36: In der Nacht ist das Ganze nochmal.

00:22:38: Wir fliegen inzwischen auch nachts auch zu Unfall.

00:22:42: Das war auch so ein Problem, damit haben wir auch in Großaltern angefangen, dass wir das machen.

00:22:49: Da ist dann noch ein zweiter Pilot dabei.

00:22:52: Das heißt also, sobald die Dämmerung einsetzt, sind zwei Piloten.

00:22:58: Da ist dann ein Pilot, der startet die Maschine, und der andere Pilot sorgt sich um alles, was wettertechnisch etc.

00:23:06: notwendig ist, auch für einen sicheren Nachtflug.

00:23:11: Da gibt es immer dieses Mysterium, aber Sie haben es gerade auch widerlegt.

00:23:15: Upschrauber könnten nicht nachts fliegen.

00:23:17: Dann kennen wir das aus ... Kriegerischen Filmen oder Kriegshandlungen auch, dass das durchaus geht.

00:23:24: Welche Voraussetzungen braucht man nachts Sichtgeräte als Pilot oder kann man auf Sicht fliegen?

00:23:30: Prinzipiell kann man Tag wie Nachts ganz normal auf Sicht fliegen.

00:23:36: Ich konnte das auch nie nachvollziehen, warum man da gewisse Ressentiments hatte.

00:23:40: Der Nachtflug ist ein bisschen aufwendiger, gar keine Frage.

00:23:44: Aber selbstverständlich, also ich bin schon lange bevor wir das mit dem Hubschrauber begonnen haben, selbstverständlich auch selbst nachts in den USA geflogen, das ist gar kein Problem.

00:23:56: Mit dem Hubschrauber, wenn man jetzt nicht von Klinik zu Klinik, also von bekanntem Standort zu anderen Standortfliegen, dann braucht es doch eine viel höheren technischen Ausstattung.

00:24:11: Bezieh' mich jetzt hier auf den Standort, dabei ist an anderen Standorten nicht anders.

00:24:16: Inzwischen fliegt man an diesen Standorten tatsächlich mit Nachtsichtbrillen.

00:24:21: Die Maschinen sind mit speziellen Scheinwerfern ausgerüstet, die den Anflug und auch das Landegebiet in gleißendes Licht tauchen.

00:24:32: Also das sind Scheinwerfer, die dagegen ist jede Beleuchtung von einem Fußballfeld.

00:24:42: Dunkel.

00:24:43: Aber sie verfügen eben auch über diese Nachtsichtbrillen, die restlich verstärker haben, wo man entsprechend in dieser Situation sicher fliegen kann.

00:24:56: Und dementsprechend können die Maschinen inzwischen auch an Unfallorten runtergehen, meistens wird trotzdem noch von der örtlichen Feuerwehr ausgeleuchtet, aber gerade im Anflug und so was müssen die Maschinen das selber machen.

00:25:12: In anderen Ländern gibt es zu den Kliniken noch andere Hilfsmittel, die leider in Deutschland noch nicht etabliert sind, aber ich denke, dass das auch in... Nächster Zeit, also Schweiz und den ganzen nordischen Ländern gibt es da Hilfsmittel, technischer Natur.

00:25:30: Die Maschinen können das alles, aber es ist bei uns rechtlich noch nicht etabliert.

00:25:35: Aber das wird, bin ich kommen, das nennt sich Point in Space, womit man dann das noch mal vereinfachen und verbessern könnte.

00:25:43: Ja, und dann wird der Flug zum Unfallort durchgeführt, der ist meistens ... davon geprägt, dass man sich versucht, einen Überblick zu machen, indem man beim Funk mithört, was dort passiert ist, wie die Lage dort ist.

00:25:57: Der Pilot möchte wissen, wo er landen kann, ob es da in der Nähe entsprechende Gebiete gibt.

00:26:03: Die Landung ist dann meistens das Sicherheitslandung.

00:26:07: Das heißt, der Pilot fliegt in Sicherheitshöhe, also in einer Höhe, wo man weiß, dass kein Hindernis sein kann.

00:26:15: Das ist in den entsprechenden Fliegerkarten.

00:26:18: vermerkt, wie hoch man da sein muss, überfliegt der die Region einmal mindestens und schaut sich das dann auch mithilfe des gerade erwähnten Scheinwerfers und mit allen anderen Hilfsmitteln an.

00:26:33: und im Landeanflug ist dann auch wieder Absprache zwischen den Piloten und auch zwischen der medizinischen Crew hinten.

00:26:40: Jeder guckt nach draußen, jeder Sagt nichts, außer es ist was Wichtiges für die Landung.

00:26:47: Also man hält den Mund.

00:26:50: Konzentriert sich auf alles, was man auf seiner Seite sieht.

00:26:54: Die Piloten machen das gleiche.

00:26:56: Und einer der beiden Piloten nimmt dann die Nachtsichtbrille runter.

00:27:02: Und der andere guckt noch mit Nachtsichtbrille den Rest an.

00:27:06: Wobei in dem Moment, wo der starke Scheinbär verleuchtet, braucht man keine Nachtsichtbrille mehr, dann werden wir nur geblendet.

00:27:12: Und dann kann man nachts dort zur Landung gehen.

00:27:15: Bei der Landung ist so, dass gewartet wird, bis der Pilot sagt, ihr könnt jetzt aussteigen.

00:27:22: Mit sicherer Seite.

00:27:23: Man hat vorher alle Beteiligten geübt, wie dieses Aussteigen funktioniert, dass man eben keine Hand hebt oder sonst was.

00:27:31: Da oben dreht sich was, was gefährlich ist.

00:27:34: Man geht in der Regel nach die Vorderseite des Hubschraubers heraus, dass der Pilot einem auch verfolgen kann.

00:27:43: Nur das geht dann meistens direkt zum Unfallort.

00:27:47: Der Notfallsanitäter jetzt auch nachts sichert zunächst, dass da nicht irgendwer anderer sich dem Hubschrauber näher hat, weil da sind eben freitrehende Teile.

00:27:58: Und kommt dann allerdings auch nach mit dem Gepäck.

00:28:02: Als Doktor hat man dann entsprechend das Erstzugriffs-Gepäck, einen großen Rucksack mit dabei.

00:28:09: Und dann geht es um die Versorgung von dem oder den Patienten?

00:28:14: Wird dann gegebenenfalls auch entschieden, ja okay, wir können den Patienten so versorgen, dass er stabil ist und nicht mit dem Rettungshubschrauber mit zurückgebracht werden muss.

00:28:26: oder ist die Regel, dass man ihn dann auch tatsächlich entsprechend, ich sag mal, einparkt und mitnimmt?

00:28:33: Das ist ja, das ist eine gute... Frage sozusagen.

00:28:38: Natürlich, wenn der Patient so stabil ist, die initiale Meldung muss ja nicht unbedingt der Schwere entsprechen.

00:28:45: Also wenn der Patient jetzt leichtere Verletzung hat, am Boden die nächste Klinik in wenigen Minuten erreichbar ist, dann übergibt man bald möglichst den an den Boden Rettungsdienst.

00:28:58: Und der fährt ihn dann in die Klinik.

00:28:59: Manchmal ist das sogar ein zeitlicher Vorteil.

00:29:02: Der Hubschrauber muss auch dann wieder erst starten, muss zur Klinik fliegen.

00:29:06: Der Landeplatz ist meistens woanders als die Notaufnahme.

00:29:09: Also manchmal ist das ein zeitlicher Vorteil.

00:29:11: Und dann gibt man selbstverständlich einen bodengebundenen Rettungsdienst.

00:29:16: Und wenn da auch ein Kollege da ist, auch den bodengebundenen Notarzt, wenn der Patient profitiert, sei es nun zeitlich oder auch medizinisch, darf er schnellstmöglich in eine entsprechende Klinik transportiert wird und der Hubschrauber das schnellste Transportmittel ist, dann fliegt in der Hubschrauber.

00:29:34: Der Hubschrauber ist jetzt rein von der Denkweise her.

00:29:39: Ein Rettungsmittel mit Notarzt und Notfallsanitäter.

00:29:44: Und wenn er der schnellste vor Ort ist und der schnellste zurück, dann wird der Hubschrauber geschickt und sonst wird der Boden gebundenen Lodas geschickt.

00:29:51: Also diese herausgehobene Position des Hubschraubers, natürlich ist das in der Öffentlichkeit.

00:29:58: Also wenn der Hubschrauber da steht, alle gucken, gar keine Frage, es ist noch was Besonderes.

00:30:04: Aber medizinisch gesehen ist er einfach ein Rettungsmittel mit Nodals- und Nothalsanitäter und mit entsprechender medizinischer Ausstatt.

00:30:11: Das ist nicht der einzige Bereich, mit dem sich sehr intensiv beschäftigen und eben große Arbeit.

00:30:18: herausragende Arbeit geleistet haben und leisten.

00:30:21: Sie beschäftigen sich auch im Allgemeinen mit der Katastrophenmedizin und mit der Frage, wie wir alle vorbereitet sein sollten.

00:30:28: Das war ja lange Zeit etwas, was je mehr wir uns entfernt haben von kriegerischen Auseinandersetzungen vom Zweiten Weltkrieg und je länger der Frieden andauerte in Europa, desto mehr war das etwas, was für viele Menschen unwahrscheinlich oder auch unnötig war, was gegebenenfalls sogar so ein bisschen belächelt wurde bis vor wenigen Jahren sogar auch nicht, die bereiten sich da auf die Endzeit vor.

00:31:00: Die kommt ja nie.

00:31:01: und jetzt erleben wir aus unterschiedlichsten Gründen.

00:31:07: Zum Teil wie Blackouts, wie zuletzt in Berlin, dass Menschen über Nacht oder noch nicht mal über Nacht, sondern auf einen Moment hin abgeschnitten sind von dem, was mit am wichtigsten ist, den der täglichen Versorgung nicht Strom, die so viel bewirkt wie Heizung, wie natürlich der Kontakt zur Außenwelt und vieles anderes mehr.

00:31:28: Was kann und was sollte jeder vorbereiten, um wirklich präpariert zu sein?

00:31:35: für Dinge, die da, man kann gar nicht mehr sagen, hoffentlich nicht kommen.

00:31:39: Weil wir haben erlebt, sie kommen.

00:31:40: Aber für solche Katastrophenfälle vorbereitet zu sein.

00:31:45: Ja, was kommt?

00:31:46: Es ist immer schon gekommen.

00:31:48: Es gab immer schon Stromausfälle.

00:31:51: Nur sie waren Gott sei Dank nicht so häufig, dass jeder damit gerechnet hat.

00:31:56: Und es gab immer schon Rohrbrüche bei den Wasserleitungen hier an meinem Wohnort erst vor wenigen Tagen.

00:32:04: Und dann ist halt von jetzt auf nachher mal die Wasserversorgung weg.

00:32:07: Und natürlich ist die Wiederherstellung inzwischen meistens relativ schnell.

00:32:15: Also der Wasserrohrbruch hier bei mir vor meiner Haustür oder hundert Meter entfernt war innerhalb von zwei oder drei Stunden gelöst.

00:32:24: Aber wir haben gerade erfahren, dass es auch ohne irgendwelche kriegerischen Auseinandersetzungen, wenn irgendein paar Leute eine entscheidende Leitung zu stören, tatsächlich eine große Menge von Menschen plötzlich ohne Energie sind.

00:32:44: Und dieses ohne Energie sein, bewirkt so vieles, auf das im Grunde jeder vorbereitet sein soll.

00:32:51: Es muss nicht immer sein, dass jemand die Leitung absichtlich zerstört.

00:32:55: Es kann bei tiefem Frost mal eine Leitung kaputtgehen.

00:32:59: Es gibt ganz viele Gründe, dass auch mal größerflächig Strom ausfällt oder dass die Gasversorgung ausfällt oder eben das Wasser.

00:33:08: Darauf sollten wir jede einzelne vorbereitet sein.

00:33:13: Was kann er machen?

00:33:15: Er sollte zumindest, also die Mindestforderung jetzt nicht nur von mir, das würde die Leute wenig beschäftigen, sondern tatsächlich auch von den offiziellen Stellen ist es, dass man zumindest Für drei Tage, besser allerdings für vierzehn Tage, aber für drei Tage autonom überstehen kann.

00:33:37: Was heißt autonom überstehen?

00:33:38: Es müssen die Grundbedürfnisse gedeckt sein.

00:33:42: Das heißt, man sollte nicht verdurschen.

00:33:46: Die größte Gefahr, wir brauchen relativ viel Flüssigkeit, ungefähr zwei Liter am Tag.

00:33:51: Das heißt für drei Tage, jeder sollte zumindest sechs Liter am besten einfach Wasser vorräte kann.

00:33:57: Wir brauchen für drei Tage die Möglichkeit, sicher uns ernähren zu können.

00:34:03: Jetzt kann man natürlich sagen, na klar, dann gehe ich zum nächsten Händler nebenan, der ist bei mir ums Eck.

00:34:09: Wenn da Strom ausfällt, geht bei dem vielleicht gar nicht mehr die Türe auf.

00:34:14: Die Kassen funktionieren auch nicht mehr.

00:34:16: So war es in Berlin.

00:34:17: Wir haben vor nicht allzu langer Zeit hier in einem nahen Ort, das Problem gehabt, nur ganz lokal am Stromausfall, durch der Bagger halt halt wieder mal eine Leitung erwischt.

00:34:28: war aber ein großes Einkaufszentrum, Gärmerring ist das, also auch kleiner Ort, kein kleiner Ort, der große Stadt, westlich von München.

00:34:37: In dortigen Einkaufszentrum waren Leute im Lift eingeschlossen, es waren Leute in den Kaufmärkten eingeschlossen, weil die automatischen Türen, also alles das kann passieren und wird passieren.

00:34:51: Und dementsprechend sollte jeder für entsprechend Flüssigkeit, Wasser Entsprechend Nahrungsmittel, die er dann auch zubereiten kann oder kalt essen kann, vorräte kann.

00:35:03: Wenn es länger dauert, so wie in Berlin, wird ja schon die Versorgung, kann man sagen, ja, ich habe ja einen Tiefkühlschrank.

00:35:10: Der Tiefkühlschrank hält vielleicht mal für achtundvierzig Stunden, aber dann fängt alles da drin an zu taunen und geht kaputt.

00:35:19: Das ist die nächste große Crux.

00:35:23: Und dann ist es immer günstig, wenn man in irgendeiner Form doch Strom bekommt.

00:35:28: In vielen Regionen stellen die öffentlichen Versorger dann sehr schnell Stromaggregate zur Verfügung.

00:35:36: Allerdings, wenn so eine große Fläche wie jetzt in Berlin betroffen ist, ich kann mir vorstellen, dass dann einfach auch die Menge an Stromaggregaten irgendwann überfordert war.

00:35:45: Und da sollte jeder Einzelne abhängig von seiner persönlichen Situation.

00:35:50: Es ist ein Unterschied, ob ich allein in einer ein oder zwei Zimmerwohnung lebe oder ob ich mit Familie in einem Haus mit Garten lebe.

00:36:01: Abhängig von dieser Situation sollte ich mich auf solche... Situationen nicht panikartig vorbereiten.

00:36:10: das heißt es macht überhaupt keinen sinn hier für sechs monate ein lager anzulegen und zu hoffen dass da nichts kommt weil man angst vor irgendwelchen ganz schlimmen ereignissen hat sondern mit augenmaß zu sagen ok ich habe lebensmittel ich habe getränke Zumindest für drei Tage, besser für mehr, so dass ich eine gewisse Zeit überbrücken kann.

00:36:34: Ich kann mir auch mal Gedanken darüber machen, wie kann ich zum Beispiel, wenn es kalt ist, mich schützen durch viele, viele Lagen und dass ich nur noch ein Zimmer bewohne.

00:36:45: Was darf ich nicht machen?

00:36:46: Ganz wichtig.

00:36:48: dass ich eben nicht irgendwelche fraglichen Heizmöglichkeiten in Gang setze.

00:36:56: Der Grill

00:36:56: im Zimmer ist ja der Klassiker bei manchen nicht nur in Krisenzeiten und leider mit ganz furchtbarem Ausgang oftmals.

00:37:05: Oder auch das Stromaggregat in irgendwelchen geschlossenen Räumen.

00:37:10: Das erzeugt halt nun mal ein motorisch betriebene Stromaggregat, erzeugt CO.

00:37:15: Und es geht ganz, ganz schnell und man merkt es nicht.

00:37:18: C.O.

00:37:20: Abgase sind zwar, riecht man zwar, aber das C.O.

00:37:23: da drinnen, das Giftgas, das riecht man nicht, merkt man nicht und merkt nicht, wenn man bewusstlos wird.

00:37:28: Also, man stirbt unbemerkt.

00:37:33: Also, das sollte man auf jeden Fall verhindern.

00:37:35: Natürlich ist, wenn ich entsprechende Möglichkeiten nimm, so ein Aggregat immer hilfreich.

00:37:41: Aber wie gesagt, in der ein oder zwei Zimmerwohnung, macht es keinen Sinn.

00:37:47: Da muss man sich andere Sachen übernägen und man muss sich auch überlegen, wo kann ich eventuell hingehen, wenn es sowas passiert, dass ich zwischendrin bei jemandem Verwandtschaft, Bekanntschaft, Untergrieche?

00:37:59: solche finde ich.

00:37:59: Also das

00:38:00: schon im Vorfeld klären am besten, damit man für den Zeitpunkt dann auch vorbereitet ist, gewappnet ist.

00:38:07: Gibt es Informationsmöglichkeiten, die Sie empfehlen würden, also wenn jemand jetzt sagt, okay, Ich will mal gucken, was brauche ich denn?

00:38:16: Welche Lebensmittel kann ich denn überhaupt?

00:38:20: Während Sie es gesagt haben, habe ich mich mal überlegt, welche Lebensmittel könnte ich für drei Tage oder länger horten, die nicht der Kühlung bedarfen und sich dann über die Zeit halten?

00:38:31: Und kennen Sie Möglichkeiten oder könnten Sie etwas empfehlen, wo man sich da entsprechend informieren kann?

00:38:40: Gibt es inzwischen, Gott sei Dank, eine ganze Menge.

00:38:44: Auch wenn er jetzt nicht Internet-Affin ist, aber wenn es, sag ich mal, meine leider nicht mehr lebende Schwiegermutter, die gar nicht Internet-Affin war, aber die hätte sich halt bei uns angefragt, jeder kann sich diese Informationen besorgen.

00:38:58: Das erste wäre, wenn man denn ein Handy hat, gibt es entsprechende Apps, die vor solchen Situationen warnen oder helfen.

00:39:07: Also da gibt es eine App, die heißt Nora, es gibt eine Cut-Warn, die sind völlig problemlos, die warnen vor solchen Sachen.

00:39:17: Das wäre schon mal erster Schicht.

00:39:18: Das zweite, es gibt ganz offiziell das sogenannte BBK.

00:39:25: Das muss ich jetzt immer selber nachschauen.

00:39:27: Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe hat eine eigene Internetseite.

00:39:33: Und wenn man einfach im Internet BBK Katastrophenvorsorge eingibt, dann bekommt man sehr, sehr hilfreiche, sehr pragmatische Informationen.

00:39:45: Was kann ich lagern?

00:39:48: Womit habe ich Möglichkeiten, es zu lagern?

00:39:51: Wie kann ich mir helfen?

00:39:53: Auch wie kann ich mir geschickt helfen?

00:39:55: Wie kann ich mir zum Beispiel, wenn ich keinen Strom, keinen Gas habe?

00:39:58: doch mal noch eine Suppe warm machen.

00:40:00: Wenn man jetzt zum Beispiel, es ist auch da drin erwähnt, zuhause nur ein Fondue Set hat, mit dem Fondue Set kann man wunderbar Tüten suchen.

00:40:08: Erwärmen ohne dass man sich in Gefahr begibt, dass man sich selbst umbringt aufgrund der der Gase entstehen.

00:40:14: Also das sind ganz ganz pragmatische Hilfen, da sind auch Checklisten.

00:40:20: Was kann ich alles vorbereiten, wenn ich zum Beispiel aus irgendwelchen Gründen, wir müssen ja nicht immer mit Stromausfall rechnen, sondern wenn ich auch mal das Haus oder die Wohnung verlassen muss, aus welchen Gründen auch immer, was muss ich mitnehmen.

00:40:33: Auch dafür gibt es Checklisten, die man nachgucken kann, dass man zum Beispiel wichtige Papiere, eigene Abschlüsse, eigene Berufsnachweise in Kopie Irgendwo gelagert hat, wo man wirklich nur noch einen Griff machen muss in einen Rucksack rein mit ein bisschen Kleidung, die pragmatisch sein muss.

00:40:57: Wie kann ich dann ganz schnell mal meine Haus, meine Wohnung verlassen und habe trotzdem alles dabei, falls das Haus, das haben wir ja in den letzten Jahren leider gemerkt, auch mal plötzlich das Haus weg ist.

00:41:11: Weil ein ganzes Tal mehr oder minder weggeschwemmt wird.

00:41:16: Also, dann Sachen und es gibt sie immer wieder.

00:41:21: Wenn man, wir vergehen, uns geht es ja gut.

00:41:25: Wir leben in einer unglaublich sicheren Umwelt im Verhältnis.

00:41:29: Aber auch bei uns kann so was passieren, wie die Beispiele zeigen.

00:41:32: Ja, das wollte ich gerade fragen.

00:41:33: Haben wir eigentlich in Deutschland so eine realistische Vorstellung davon, was großflächige Krisen bedeuten?

00:41:40: Wann beginnt, würde ich jetzt mal sagen, zu lernen, auch von offizieller Seite, dass man damit arbeiten muss.

00:41:49: Momentan noch so, dass die Katastrophenhilfe unter Bevölkerungsschutz, das sind zwei unterschiedliche Bereiche in unterschiedlichen Händen liegen.

00:42:03: Die Katastrophenvorsorge liegt in Länderhand, ich hoffe, ich mache es jetzt richtig, ja, unter Bevölkerungsschutz liegt in der Hand des Bundes.

00:42:13: Das muss man, ich denke, dass man da auch dran ist, das muss man, ich sage mal vorsichtig, synchronisieren.

00:42:23: Man muss hier einen Weg finden, realistisch gesehen, es kann uns durchaus passieren, dass wir in den nächsten ein, zwei Jahren tatsächlich Probleme haben, das ganze Land oder vielleicht auch... gut Teil Europas betrifft, dann muss sowas synchronisiert ablaufen und da ist Vorsorge besser als alles, was danach kommt.

00:42:47: Vorsorge heißt auch von administrativer Seite, sprich auf Seiten der Politik, sprich auf Seiten der damit beschäftigten Organisationen auf Landes- und Bundesebene entsprechend das synchronisiert, koordiniert.

00:43:07: Ganz wichtiger Punkt.

00:43:09: Ich meine, dass man da auch momentan dran ist.

00:43:12: Aber ich würde mir wünschen, dass das noch schneller ging.

00:43:16: Letzte Frage, weil das ist super spannend.

00:43:18: Aber was sind Fehler, die ich habe vielleicht in der Vorbereitung auf solche Lagen, die ich unbedingt vermeiden sollte?

00:43:27: Wir haben gesprochen über den Grill, den ich mir nicht ins Küche stellen sollte oder das Diesel-Aggregat.

00:43:33: Aber wenn Sie in der Kenntnis durch Ihr Gefahren lagen, beurteilen, was der typische Denkfehler ist oder typische Denkfehler, die es auf jeden Fall zu vermeiden gilt, dann wird das natürlich super hilfreich.

00:43:47: Das ist das Problem, wo anfangen, wo enden.

00:43:50: Ich glaube, man muss es andersrum sagen, man darf sich nicht darin verzetteln, irgendwelche nicht lebensnotwendigen Werte zu sichern.

00:44:02: Es geht manchmal ... Gerade Ahrteilkatastrophe, manchmal wirklich nur darum, das Leben zu retten.

00:44:11: Es beginnt dabei, dass man in Zweifelsfall tatsächlich alles zurücklässt, wenn nichts vorbereitet ist und mit dem, was man am Körper hat, davon läuft.

00:44:21: Es geht darum, wenn man was vorbereitet, hat wirklich nur das Notwendigste mitzunehmen und in der Vorbereitung tatsächlich nur den Notwendigsten Dinge zum Überleben vorbereitet zu haben.

00:44:37: Das heißt, genügend Wasser, Flüssigkeit, um nicht zu verdurschen.

00:44:42: Genügend ganz böse gesagt nur Kalorien, um entsprechend körperlich fit zu bleiben.

00:44:51: Natürlich wird immer erwähnt, dass man eine möglichst ausgewogene Kost.

00:44:56: In der Situation, wo man nur noch davon laufen muss, geht es nur darum, eine genügend hohe Kalorienzufuhr zu haben.

00:45:04: Und nur sich da drauf zu reduzieren und alles, was einem natürlich verleitet, Dinge, die einem lieb wert sind, auch noch irgendwie mitzunehmen, das lieber zu lassen.

00:45:18: Davon geht die größte Gefahr aus.

00:45:21: Und im Anfang noch die größte Gefahr, dass man glaubt, es ist ja bei uns alles sicher.

00:45:26: Es ist es nicht.

00:45:27: Es kann jeden jederzeit treffen.

00:45:30: Eigenes Erleben, der Hagel, das Dach zu schlagen und das halbe Haus überschwemmen.

00:45:37: Es kann an der Nordsee im Oben, wir sind ja hier, können es Überschwemmungen sein, für die wir inzwischen ja sehr gut.

00:45:49: besser gewappnet sind.

00:45:51: Man kann auch mal nach Holland schauen, was die alles für ein Aufwand betreiben, dass ihnen Sturmfluten und Ähnliches kein Leid zufügen.

00:45:59: Hier im Süden kann es Bergstürze, Lawinenabgänge, die es immer wieder gab und die zum Teil auch unvorhersehbar sein, in den Bergen plötzlich ganze Orte abschneiden, was Österreich jetzt vorhin nicht allzu langer Zeit erlebt hat.

00:46:16: Und in der deutschen Bitte kann es eine Hitzewelle sein, die alles... Also es gibt überall Möglichkeiten, wo was passieren kann.

00:46:27: Und Sie kennen den berühmten Spruch, was schiefgehen kann, wird schiefgehen.

00:46:32: Was schiefgehen kann, kann schiefgehen.

00:46:33: Dann gibt es im Norden einen schönen Spruch, der heißt nicht weichen Deichen.

00:46:39: Das Poldermodell, das ja versucht den Hochwasser gefahren, etwas entgegenzusetzen.

00:46:45: In Holland kennen sie, aber das nicht.

00:46:48: weichen Deichen ist ja der richtige Ausdruck, um deutlich zu machen.

00:46:53: Bereitet euch vor.

00:46:55: Manchmal, das haben wir erwähnt, hilft nur weichen, aber für das weichen sollte man dann auch.

00:47:01: entsprechend präpariert sein, damit man auch da kontrolliert und eben mit Überlegung diesen Schritt machen kann.

00:47:09: Richtig kontrolliert und mit Überlegung nicht überreagieren und permanent darauf vorbereitet sein, dass man die Region verlassen muss.

00:47:19: Aber zumindest ist es so minimal.

00:47:21: darauf vorbereitet sein, dass man alles, was zum Leben notwendiges ganz schnell mitnehmen kann.

00:47:29: Das war ein wunderbares Gespräch.

00:47:31: Vielen Dank für diese wunderbaren Einsichten.

00:47:34: Und danke noch mal auch, dass Sie als Pionier der Luftrettung diesen großartigen Schritt gemacht haben und uns allen, hoffentlich nicht davon betroffen, aber die Intensivmedizin auch in die Helikopter gebracht haben.

00:47:48: Vielen herzlichen Dank.

00:47:49: Hab mich riesig gefreut.

00:47:51: Ich bedanke mich mindestens genauso.

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