Amoklauf in Graz

Shownotes

Was passiert eigentlich in den ersten Minuten einer Katastrophe? Wer entscheidet, welche Einsatzkräfte alarmiert werden, welche Krankenhäuser informiert werden und wie Menschen in akuter Lebensgefahr unterstützt werden?

In dieser Folge spricht Béla Anda mit Thomas Gangl, Leiter der Rettungsleitstelle Steiermark. Anlass ist die Reflexion eines der schwersten Einsatzereignisse der vergangenen Jahre: des Amoklaufs in Graz. Thomas Gangl gibt einen seltenen Einblick in die Arbeit einer modernen Leitstelle, berichtet von den ersten Minuten nach dem Notruf, erklärt die Koordination eines Großeinsatzes und zeigt, wie standardisierte Notrufabfragen, digitale Systeme und menschliche Expertise zusammenwirken, um Leben zu retten.

Außerdem sprechen wir über die Besonderheiten des österreichischen Rettungswesens, die Rolle der Leitstellen als Steuerungszentren im Gesundheitswesen und darüber, warum trotz aller Digitalisierung der Mensch immer im Mittelpunkt stehen muss.

Eine Folge über Verantwortung, Krisenmanagement, Innovation – und die Menschen hinter den Notrufen.

Themen dieser Folge Die ersten Minuten nach dem Amoklauf in Graz Wie Leitstellen auf Extremsituationen vorbereitet werden Standardisierte Notrufabfrage und strukturierte Gesprächsführung Zusammenarbeit zwischen Rettungsdienst, Polizei und Krankenhäusern Digitale Einsatzsteuerung in der Steiermark Crew Resource Management und Simulationstrainings Psychosoziale Unterstützung für Leitstellenmitarbeiter nach belastenden Einsätzen Das österreichische Modell der Gesundheitsberatung und Patientenlenkung Vernetzung und Zukunft moderner Leitstellen Warum trotz Digitalisierung der Mensch im Mittelpunkt bleibt Zentrale Erkenntnisse

✓ Klare Prozesse schaffen Sicherheit – auch in chaotischen Einsatzlagen.

✓ Moderne Leitstellen sind weit mehr als Notrufzentralen: Sie steuern Patientenströme und koordinieren das gesamte Rettungssystem.

✓ Standardisierte Notrufabfragen verbessern die Qualität der Hilfe und erhöhen die Überlebenschancen von Patienten.

✓ Regelmäßige Trainings und Crew Resource Management stärken die Handlungsfähigkeit in Krisensituationen.

✓ Psychologische Nachsorge ist ein wesentlicher Bestandteil professioneller Einsatzbewältigung.

✓ Digitalisierung entfaltet ihren größten Nutzen dort, wo sie Menschen unterstützt – nicht ersetzt.

Transkript anzeigen

00:00:00: Wir arbeiten permanent mit unseren Partnerleitstellen zusammen an Vernetzung von Leitstellen, dass Einsatzmittelübergabe einfacher und schneller funktioniert.

00:00:12: Das ist das eine, das andere ist das Einbinden von digitalen Systemen in der heutigen Zeit wo uns aber sehr wichtig ist, dass da Mensch noch im Mittelpunkt steht, da Mensch die Kontrolle über das System hat und Maßnahmen setzt.

00:00:58: Gemeinsam

00:00:59: Leben retten.

00:01:09: Es war einer der folgenschwersten Amokläufe der letzten Zeit in Österreich, fast vor einem Jahr genau.

00:01:17: Am zehnten Juni morgens um zehn ging ein Notruf ein an eine Leitstelle.

00:01:23: Diese Leit- stelle leitet von meinem heutigen Gast, Thomas Gangel.

00:01:28: Ich freue mich sehr, dass er von der Leitstelle des Steiermark heute bei uns ist und diesen Tag und die Arbeit der Helferinnen und Helfer seine selbst in diesem ganz besonderen Tag mit uns reflektiert.

00:01:40: Ganz herzlich willkommen Herr Gangel!

00:01:43: Schönen guten Tag!

00:01:44: Herr Gangle, der Amoklauf in Graz jetzt sich in diesen Tagen genau am zehnten Juni zum ersten Mal wenn Sie auf diesen Morgen zurückblicken was Ist da passiert?

00:01:57: Wann war für Sie klar, dass es hier eine absolute Ausnahmelage?

00:02:01: Eigentlich ab dem ersten Notruf wo eine Schule meldet das Schüssefallen.

00:02:08: Dass Schüler in Klassenzimmern sich verbarrikadiert haben.

00:02:13: Da wird einem relativ schnell klar, Ist es klar gewesen, dass das eine Ausnahmesituation ist?

00:02:28: Wir wollen jetzt hier nicht juristisch sein.

00:02:30: Aber trotzdem ist das natürlich etwas was viele Menschen mitnimmt und was viele auch schockiert.

00:02:36: Können Sie uns doch einmal genauer sagen wie war das?

00:02:39: Hat ein Schüler einen Schülerin angerufen, ein Polizist in diese Nachricht überbracht?

00:02:45: hat Ein Anwohner sie kontaktiert?

00:02:48: Wie ist es konkret gewesen?

00:02:50: Ja, es war so das Punkt genau um zehn Uhr der erste Notruf von dieser Schule eingegangen ist.

00:02:56: Und da war eine Schülerin dran verzweifelt weinerlich und hat gemeldet dass in ihrer Schule Schüsse gefallen sind, dass Personen angeschossen wurden und dass sie sich in der Klasse fabrikatiert haben oder in einem Klassenzimmer sich versteckt haben.

00:03:14: Nun ist das hier so ergangen.

00:03:16: Wir hören solche Nachrichten nicht oft, aber wir hören sie leider zu oft.

00:03:21: Jeder von uns kann sich erinnern über Nachrichten oftmals aus den Vereinigten Staaten überein solchen Amoklauf.

00:03:30: der Sitz der Biontssteigerstiftung Winnenden war jahrelang Jahrzehntelang glaube ich langsam geredet bei vielen Menschen, jedenfalls nicht bei dem Betroffenen ein bisschen ins Vergessen, aber Winnen war Schauplatz von einem solchen Armoklauf auch.

00:03:50: Der furchtbar war auch ausgeführt von einem Schüler glaube ich oder früheren Schüler.

00:03:57: wenn so etwas eingeht man was denkt man da?

00:04:00: wie handelt man die haben sie gehandelt weil es ist ja doch obwohl wir es häufig hören darauf will ich eigentlich hinaus doch sehr unwirklich, dass das gerade auch bei einem selbst in der eigenen Region passiert.

00:04:13: Also mein erster Gedanke war es ist ein zehnjähriges Jubiläum einer schrecklichen Amokfahrt in Graz.

00:04:21: ziemlich genau auf den Tag, genau vor zehn Jahren hatten wir eine Amok-Fahrt In Graz wo eine Person mit einem SUV zwei Komma acht Kilometer durch die Stadt gefahren ist und Personen Straßen, G-Steigen, Fahrrädern angefahren hat.

00:04:42: Zum Teil schwer verletzt oder auch getötet hat.

00:04:44: und man bringt das sofort einmal in Zusammenhang mit diesem Einsatz wenn der Notruf eingeht.

00:04:51: und de facto ist es so dass der erste Notruff schon jener war von den fünf die er am längsten gedauert hat.

00:04:59: Der Notrupp hat fünfzehn Minuten gedauern.

00:05:02: eine silische Herausforderung Belastungen für die Kollegin Denn in dieser Situation kommt man nicht sehr häufig, Gott sei Dank nicht sehr oft.

00:05:15: Und man muss aber auch diese fünfzehn Minuten Hilfe und Rat weitergeben und das Beste für die dort eingeschlossenen verbarrikadierten Personen geben bis hin zu Blutstilungsausnahmen uns gleich.

00:05:31: Also jetzt ruft jemand an aus dieser absoluten Extremsituation bei Ihnen meldet aus der Situation heraus, aus dem Klassenzimmer was entsprechend dann auch beschossen wird oder potenziell beschossen werden wird.

00:05:45: Dass es diesen Amoklauf eben Gebäude gibt.

00:05:48: jetzt natürlich kann man da nicht auflegen und sagen wir müssen die Hilfe koordinieren.

00:05:53: aber wie schaffen sie das?

00:05:55: Oder wie schaffen es die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei Ihnen in dieser Extremsituation Rat und Tat zu geben.

00:06:03: Sie haben es gesagt, sie haben Hinweise gegeben zur blutstillenden Maßnahme was man tun muss die Ruhe zu bewahren und dann gleichzeitig auch noch Hilfe zu organisieren.

00:06:13: wie läuft etwas menschlich aber auch technisch?

00:06:17: Ja wir sind eine Rettungsleitstelle für das gesamte Bundesland Steirmark und arbeiten nach dem Code Decker und Dispatcher Prinzip.

00:06:26: mit dieser Vermischung der Rollen ist es so sehr gut möglich dass wir zum einen beim Notufer am Telefon bleiben können und parallel der Einsatz im System angelegt wird, und nonverbal über das System hinweg der entsprechende Disponent oder die Disponenten über diesen Einsatz erfahren.

00:06:48: Und sofort die Alarmierung der Kräfte übernehmen können!

00:06:52: Wie

00:06:52: läuft das technisch?

00:06:53: Also, wir sehen Sie neben die Notes.

00:06:56: Sie geben den Rat und dann geben sie ein System ein was gerade passiert und mit wem wird das dann geteilt?

00:07:02: Genau also wir geben das in unser Einsatzweitsystem ein.

00:07:05: Die Gesprächsführung wird angeleitet oder unterstützt durch eine standardisierte Notrufabfrage, die wir seit einigen Jahren bei uns standortmäßig in Verwendung haben Und dass natürlich auch dem Kohldecker der Kohl-Däckerin eine Unterstützung gibt.

00:07:24: Beim Erkennen von gewissen Szenarien bis hin dann auch zu weiteren Maßnahmen, erste Hilfeanleitung am Telefon und während diese Maßnahmen angeleitet werden ist der Disponent auf der anderen Seite der Leitstelle bereits für seinen Einsatzbereich damit konfrontiert die entsprechenden Rettungskräfte entsprechend Ausrückeordnung zu alarmieren.

00:07:50: Was sind in einem solchen Moment die wichtigsten Prioritäten?

00:07:54: Die wichtigsten prioritäten sind, dass wir unsere Checkgisten für dieses Szenario abarbeiten.

00:08:00: Für die Sicherheit der alarmierten Rettungskräfte sorgen denn wir befinden uns im moment noch in einer Chaos-Base.

00:08:08: Wir müssen uns ein Lagebild vor Ort machen.

00:08:11: wo befindet sich dieser Einsatzort?

00:08:13: diese Schule müssen auch einen von uns mit der polizeidefinierten Sicherheitskreis und Radius unterhalten, sodass wir unsere Kräfte an einem sicheren Ort Bereitstellungsraum nennen.

00:08:27: Wir das sammeln können um auch im Nahbereich nach Freigabe der Polizei kurze Wege zum Einsatzort haben aber auch unsere kräfte entsprechend in einer sicheren Umgebung sind.

00:08:40: Ja, Sie sagen das hier sehr technisch.

00:08:42: Ich verstehe es auch weil das ist natürlich ein technischer Vorgang.

00:08:47: trotzdem haben sie natürlich auch der Emotionen.

00:08:52: Das ist auch nachvollziehbar.

00:08:54: in diesem konkreten Fall muss man sich das ja so vorstellen.

00:08:57: Hier ist jemand der in einer bedrängten Situation ist zu geben da lassen dann entsprechend an der Leitung die gerade offen ist fünfzehn Minuten lang Schläge geben wie man sich in dieser Situation bestmöglich verhält.

00:09:12: Wenn man wunden stillt, haben zu tun mit der Angst vor diesen Terror, der da plötzlich über die Schule hereinbrach und gleichzeitig können sie auch nicht einfach... Das haben Sie gerade erwähnt, dass die Rettungskräfte dahinein schicken weil noch unklar ist.

00:09:31: Gibt es mehrere Täter?

00:09:32: Gibt das nur diesen einen?

00:09:34: müssen das koordinieren mit der Polizei, kann man so etwas eigentlich üben im Vorfeld oder wie waren Sie darauf vorbereitet?

00:09:42: Ja wir üben unterschiedliche Szenarien regelmäßig.

00:09:46: Unsere Leitstelle unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind in Crew Resource Management CRM geschult also sie wissen über Grundsätze und Abläufe.

00:09:58: gescheit werden über Szenariensimulations Trainings auch an die Praxis herangeführt, sodass wir das dann auch in den Schulungen mit einem Kamerasystem analysieren können, Feedback geben können und unser Team dem nachentsprechend auf solche Einsätze vorbereiten.

00:10:20: Worauf achten Sie da ganz besonders?

00:10:22: Oder was sind wichtige Kernpunkte, die Sie in diesem Trainings vermitteln?

00:10:27: Zum einen ist es die Zufahrtsmöglichkeit in solche Einsatzgebiete, denn ich habe schon erwähnt wir müssen einen quasi Sicherheitskorridor schaffen wo unsere Rettungskräfte A alarmierten Rettungskräfte für diesen Einsatz hinfahren und in weiterer Folge dann auch alle anderen Rettunskräften die im Regelrettungsdienst so nennen wir das unterwegs sind.

00:10:55: Auch nicht durch diesen Korridor fahren.

00:10:58: Wir müssen hier sehr genau schauen, dass dieser Einsatzort gemieden wird und nicht Rettungskräfte durch einen Gefahrenbereich fahren.

00:11:08: Möglicherweise den polizeilichen Einsatz hindern und sich selbst in Gefahr bringen.

00:11:14: Auf der einen Seite sagen Sie wir brauchen die Räume und wir müssen sicherstellen, dass eben die Rettungskräfte gerade in einer gefahren Situation immer noch Gefahr herrscht.

00:11:24: Nicht in Wege gehen, die entweder für Spezialkräfte vorgesehen sind oder Wege, die sie selber in Gefahr bringen.

00:11:32: Wenn der Amok Schütze oder Amoks Schützen möglicherweise auch noch leben und man weiß ja nicht wo die jetzt ihre Waffe hinrichten werden.

00:11:43: also sie aus der Gefahrenzone heraushalten ist wichtig das ist das eine zum anderen muss man sicherlich auch üben.

00:11:50: wie geht man in einer solchen absoluten Extremsituation vor, wie behält man die Nerven?

00:11:56: Wie behältt man Ruhe?

00:11:58: Wie beruhigt man dann auch die Opfer von solchen... wie überruhigt man Angehörige, die möglicherweise auch dort sind vor der Schule und natürlich auch Höllenqualen erleben.

00:12:11: Also wie kann man sich darauf vorbereiten?

00:12:13: was machen Sie konkret das zu tun?

00:12:16: Wir nehmen oder wir verwenden unsere standardisierte Notrufabfrage wo all diese Szenarien von unterschiedlichen Notfallsituationen verpflegt ist und Frage für Frage dorthin leitet.

00:12:33: Bis auch in diese Situation, die für die Polizei sehr wichtig ist gibt es dort Schusswaffen gebraucht und wie sieht die Situation vor Ort aus?

00:12:45: Denn das ist dann auch für die Weitergabe an der Polizei sehr relevant für die Einschätzung der Gefahr vor Ort.

00:12:52: Ein weiterer Folge wird bei uns das Team darauf geschult, dass man die Ruhe behält, dass sofort einer der Kolleginnen und Kollegen im Nahbereich dieses Notrufers sofort unterstützt.

00:13:08: Und auch ob dieser dieses langen Notrufs auch entsprechenden Support liefert.

00:13:16: Es sind dann drei weitere Notrufe eingegangen einer davon auch von der Polizeileitstelle mit der Information, was dort vor Ort geschehen ist.

00:13:26: Somit hatten wir hier schon den Zusammenhang zu dem Einsatz, dass es real ist.

00:13:34: und wie üben wir das?

00:13:36: in sogenannten Simulations-Trainings?

00:13:40: In einer Schulungsumgebung versetzen unser Einsatzleitsystem in einen Schulungsmodus so dass die Alarmierung nur siktiv vonstatten geht und haben da hier dann verschiedene Skills, die wir dann entsprechend durchschreiten.

00:13:59: In solchen ganz besonderen Momenten laufen ja viele Notrufe ein gerade auch in der Leitstelle und nahezu gleichzeitig.

00:14:09: wie verhindern sie ein Informationstaus?

00:14:14: Und was ist mit all den Anrufen, die reinkommen wenn sie dann on hold gesetzt?

00:14:20: oder schwappt das System insofern positiv über als dass dann Anrufe, die von ihrer Leitstelle nicht beantwortet werden können nachvollziehbarerweise an andere Leitstellen weitergegeben werden?

00:14:32: wieder auf zu etwas technisch.

00:14:34: Wir sind eine Leitstelle für das gesamte Bundesland-Steirmarkt.

00:14:36: Wir versorgen rund ein bis zwei Millionen Einwohner und haben eine Leidstelle mit sieben und dreißig Arbeitsplätzen.

00:14:45: Dadurch ist es uns auch sehr, sehr gut möglich durch die Verteilung der Rollen mehrere Notrufe gleichzeitig entgegengenehm zu nehmen, mehrere Einsätze gleichzeitig abzuwickeln.

00:14:55: Und in diesem Fall gab es fünf Notrufmänder, die wir abgearbeitet haben.

00:15:01: in einem vier Minuten Rhythmus haben sie uns erreicht.

00:15:07: Das heißt man hat dann im System der zuständige Disponent für diesen Bereich, hat im System fünf Einsätze mit dem selben Einsatzort und um das Informationschaos zu verhindern wird durch den Schichtleiter bei uns Offizier vom Dienst OVD sofort der Einsatz übernommen verantwortliche in der Rettungsleitstelle, wer die Informationen dann bündelt, prüft, verknüpft.

00:15:39: Und das passiert in wenigen Sekunden so dass wir auf einen Einsatz aufbauen können und auch dahingehend auf sehr viele rettungskräfte Zugritte haben.

00:15:50: Herr Gangel wie stark sind Rettungstienst, Leitstehen und Kliniken bei Ihnen miteinander vernetzt?

00:15:57: Sehr gut vernetzt Und es wird auch immer besser.

00:16:00: Am Beispiel dieses Großeinsatzes war es so, dass wir zehn Minuten nach Erstalarm bereits die Krankenhäuser über ein digitales System zum sogenannten Manf-Alarm alarmiert haben.

00:16:13: Reizende Krankenhäuser sind in den Alarmen drinnen gewesen und alle Krankenhörser werden von der Leitstelle alle zehn Minuten über Nachrichten und Situationen vor Ort informiert bis hin dann auch zum Transportbeginn und deren Gefahrensituationen.

00:16:31: Das ist eine besondere Koordinierungsaufgabe, wie setzt die sich tatsächlich um?

00:16:38: Also wie wird die besteuert?

00:16:40: läuft das alles über ein automatisiertes System?

00:16:43: Sitzen da Disponenten, die diese Informationen weiter tragen?

00:16:48: können sie uns einmal technisch dadurch führen?

00:16:50: Im Regelrettungsdienst habe ich schon erwähnt, verwenden wir mobile Datenterminals.

00:16:55: Und wenn ein Patient am Einsatzort versorgt wird und in den Rettungswagen verladen und der Transport dann beginnt, wird zuvor eine Krankenhausabfrage gemacht wo der Patient mit diesen Symptomen oder Verletzungen auch adäquat versorgt werden kann.

00:17:13: Es ist nicht mehr das nächstgelegene Krankenhaus sondern das Adäquate Krankenhaus, dass die Versorgung des Patienten übernehmen kann und auch die freie Bettenkapazität hat.

00:17:25: Und auf dieses System aufgebaut wo die Krankenhäuser abgefragt werden passiert auch dieser Manf-Alarm im Großeinsatz und wir definieren in der Leitstelle die Dimension, die geschätzte Dimension des Einsatzes mit beispielsweise Manf ein Hundert vermeintlich hundert betroffenen Personen am Einsatzort.

00:17:50: und entsprechend dieser Dimension weiß das System, wie viel Krankenhäuser braucht es dazu um diese Betroffenen verletzten der unterschiedlichen Schwere gerade auch entsprechend versorgen zu können.

00:18:04: Und diese Häuser wären im Umkreis dieses Einsatzorts über uns alarmiert und ihm am Laufenden gehalten.

00:18:12: Und der Rettungswagen, der dann vor Ort bei diesem Großeinsatz eine Versorgung von einem Patienten übernimmt und auch den Transport beginnt, gibt es dann entsprechend das Krankenhaus ein, der vom Leitertransport oder Einsatzleiter genannt wird um auch eine gleichmäßige Beschickung der Häuser mit Patientinnen und Patienten zu gewährleisten.

00:18:36: Es war dann das nächstgelegene Krankenhaus an und das Krankenhaus bekommt die Information Formrettungswagen und auch die geschätzte Eintreffzeit mit den Patienten oder den Patientinnen.

00:18:47: Sie sind ja gelobt worden für den sehr professionellen Einsatz trotz dieses großen Dramas, damit es sich mit diesem großen menschlichen Leid verknüpft.

00:18:58: aber das andere gehört auch dazu.

00:19:04: wie gehen sie persönlich vielleicht auch nicht nur mit diesen besonderen Ereignissen aber auch sonst was sie auch an schwierigen Momenten erleben.

00:19:15: Im Leben eines Verantwortlichen, der für die Rettungseinsätze eben maßgeblich Verantwortung zeigt.

00:19:25: und wie gehen ihre Kolleginnen und Kollegen damit um?

00:19:28: Und wie war die Zeit danach für Sie?

00:19:33: Was haben Sie getan, um sich verhandene den Schmerz Zylinder.

00:19:40: Ja, wie an diesem Einsatz zu sehen war auch aufgrund der Feedbacks von externen und anderen Organisationen ist der Einsatz sehr gut abgelaufen allerdragig entsprechend.

00:19:57: unser Team war gut vorbereitet.

00:19:59: Unser Team hat sehr gut reagiert und hat die Prozesse- und Abläufe insofern eingehalten worauf ich sehr stolz bin dass das auch in dieser Phase so funktioniert hat.

00:20:11: Und wir auch von anderen Leitstellen sehr, sehr viele Anfragen hatten.

00:20:17: wie habt ihr das gemacht mit sixty-fünf Einsatzmittel ohne eine andere Leitstelle zu befragen?

00:20:23: Das ist der Vorteil an einer steirischen Rettungsleitstell, dass wir diese Möglichkeit haben auch alle Rettungskräfte in der Steilmark zuzugreifen.

00:20:32: Wie lief das ab, wen haben Sie dann aktiviert?

00:20:34: Nach welchem Schlüssel nach welchem Verfahren haben sie denn andere auf andere Leitstellen oder auf andere Rettungskräfte außerhalb ihres Ortes zugegriffen.

00:20:44: Das ist ein digitales System bei uns wo wir in jedem Rettungsfahrzeug mobile Datentürmen es verbaut haben worüber die gesamte Einsatzkommunikation und Einsatzdatenübermittlung läuft.

00:20:56: auch der Statusmeldesystem läuft darüber und damit ist es möglich Alle Fahrzeuge, alle Rettungskräfte in dem Fall in der Zahl mit selber Informationen zu versorgen.

00:21:10: Über Bereitstellungsraum über Zufahrt über die Rückmeldungen des Einsatzleiters wie viele verletzte Tote waren zu Beginn zu beklagen.

00:21:22: wir sehen die taktischen Räume aus.

00:21:24: wohin haben sich die Personen gegeben die aus der Schule geflüchtet sind oder flüchten konnten.

00:21:31: Und all diese Informationen laufen bei uns digital ab und dadurch sind in den Informationsgewinnung und Weitergabe sehr rasch.

00:21:40: Werden diese Informationen dann alle insgesamt weitergegeben?

00:21:44: Oder werden sie da je nachdem, wen Sie betreffen oder welches die konkrete Aufgabe ist des Retters der Retterinnen auch nochmal unterteilt.

00:21:58: Für die Zufahrt ist es wichtig, dass alle Einsatzmitteln dieselbe Information haben vor Ort wo die Rettungskräfte dann den Rettungswagen, Notarztwagen verlassen haben um Hilfe zu leisten.

00:22:11: Ist es dann relevant das alle Abschnittsleiter und natürlich der Einsatzleiter über diese Informationen zu üben?

00:22:18: Und die haben sie dann auch entsprechend bekommen?

00:22:21: Was können wir was haben Sie gelernt?

00:22:23: aus diesem Einsatz können andere Leitstellen ebenfalls lernen.

00:22:30: Wir haben nach dem Einsatz sofort den psychosozialen Bereich, unser Piersystem aktiviert und die psychosociale Betreuung für die Kolleginnen und Kollegen der Leitstelle, die direkt unmittelbar betroffen waren begonnen.

00:22:47: Und das war ein sehr wichtiger und positiver Effekt für die betroffenen Kolleginnen und Da gab es dann in weiterer Folge auch Supervisionen und weitere Betreuungen, sodass man diese Situation, diese Belastung, diese Herausforderung auch gut meistern kann.

00:23:06: Und auch weiterhin leistungsfähig.

00:23:08: für die Zukunft ist das vor eines der wichtigen Dinge, die wir auf dem Einsatz gelernt haben.

00:23:14: Wir arbeiten auch daran dass wir weg vom Standard hin zu einem langen Notruf, wie der erste Notrufer eben der Fall war.

00:23:26: Auch weitere Textbausteine liefern um auch diese Zeit gut überbrücken zu können.

00:23:32: Worauf kommt es denn an?

00:23:34: Um die Zeit gut zu überbricken?

00:23:36: Zum einen kommt es darauf an dass man mit der Polizei akkordierte Leitfäden dem Notruffer weiter gibt.

00:23:48: Fabrikatieren Sie sich in der Klasse, verstecken sie sich hinter großen Gegenständen.

00:23:54: Schalten Sie das Handy nicht nur stumm sondern auch die Vibration weg so dass man sich sehr gut verstecken kann in diesem Bereich und dann auch Sicherheit für diese Betroffene, für diese Personen in der klasse dann auch gewährleisten kann.

00:24:12: Und dann geht es weiter in Richtung starke Blutungen stillen Hilfe und Rat bis hin zur psychosozialen Unterstützung, sofern es in dieser Phase möglich ist, guten Zuspruch zu geben.

00:24:27: Sodass auch die Personen bis zum Eintreffen der Polizei beziehungsweise bis zum eintreffenden Polizisten in der Klasse gut überbrücken können.

00:24:38: Haben Sie in diesem ganzen Tag immer gedacht hier stoßen wir an unsere Grenzen?

00:24:44: Das geht so nicht!

00:24:47: Dadurch unsere Mitarbeiter in Crew-Source Management geschult sind, war es sehr gut zu erkennen dass sie sich auch nach den Notruf-, Nachbearbeitungen in der Leitstelle mit weiteren Alarmierungen von Krisen, Defensionsteams und Großeinsatzkomponenten immer wieder abgestimmt haben.

00:25:08: Dieses Zehn für zehn.

00:25:09: Prinzip ist bei uns Gang und Gewe kurz einmal innehalten nachzudenken, zehn Sekunden für die nächsten zehn Minuten.

00:25:18: Was gilt es noch zu machen?

00:25:20: Hohe Bewahren.

00:25:22: Das Team war sehr sehr besonnen in der Situation und hat sehr gut reagiert dass de facto die Grenze in dieser Form nicht erreicht wurde.

00:25:34: Danke, dass Sie das so offen mit uns teilen.

00:25:37: Ich denke wir alle können nachvollziehen was das ein ganz besonderer Einschnitt war und ist für sie, für ihre Kolleginnen und Kollegen und dankbar sein dafür, dass sie Ihre Hilfe so schnell und professionell an den Tag gelegt haben gezeigt haben, dass sich so eingesetzt haben für die anderen wie die Mitmenschen, was ganz besonders ist Wir haben jetzt viel über den konkreten Einsatz bei Ihnen gesprochen, Drahts gesprochen.

00:26:04: Lassen wir uns das ganz klar trennen.

00:26:06: jetzt den nächsten Punkt, der aber auch mit Leitstellen und ihrer Arbeit in Deutschland mit sehr viel zumindest im Teilenverstand bewunderung.

00:26:17: Das muss man sagen angesehenen leitstellenden Kultur in Österreich zusammenhängt nämlich die Struktur des Rettungswesens in Österreich.

00:26:28: Wie ist Ihre Leitstelle?

00:26:30: Ich kann mir das noch mal sagen organisiert eher als technische Vermittlungsstelle?

00:26:36: oder muss man sich das vorstellen wie ein medizinisches Steuerungssystem, dass die Menschen an einem viel was sie zu tun haben also quasi vorgeschaltet der Aufgabe des Arztes.

00:26:49: Nehmen Sie uns doch einmal mit was Ihre Leitstelle konkret leistet?

00:26:53: Eine Leitstehle muss aus unserer Sicht ein Steuerungszentrum sein mit allen Stake Holdern.

00:27:00: wir bedienen auch die Gesundheitsberatung für das gesamte Bundesland Steuermarkt und wickeln dadurch auch den Kassenärztlichen Dienstab, den ärztlichen Bereitschaftsdienst.

00:27:15: Das ist neben dem Krankentransport und neben dem Rettungsdienst und Notarztwesen eine wichtige Aufgabe, die dann am Ende immer weiter in Richtung Patientenstromsteuerung geht.

00:27:31: Wir dann auch den Patienten die zielgerichtete Unterstützung geben können, dem Anrufer.

00:27:37: Wo geht er um zwanzig Uhr hin?

00:27:39: Nicht gleich ins Krankenhaus sondern in einem anderen Bereich Prima Versorgungseinrichtungen oder Gesundheitstenten.

00:27:49: Also wenn ich jetzt bei uns in Deutschland die Eins und zwei Anrufe also im Rettungsdienst und ich sag oh ich habe so keine Ahnung starkes Nasenbluten oder mir geht es nicht gut und mit Zits an der linken Schulter.

00:28:04: Bitte senden sie mir ein Rettungsfragen, dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch dass auch wirklich einer kommt.

00:28:10: wenn ich richtig verstehe ist es bei ihnen so das sie erst eine basierend auf einer großen Anzahl von Fragen beziehungsweise Antworten die Sie erarbeitet haben ausgearbeitet Haben sich auch ständig wieder neu aktivieren und erneuern und auf den neuesten Stand gebracht werden, auch vorgeschaltet haben sind.

00:28:30: Was wie eine medizinische zusätzliche Abfrage die dann auch auf Basis dessen noch stärker eine Leitfunktion einnimmt so dass der Einzelner oder die Einzelne in einer anderen Ärzte sich auch gut kommt?

00:28:47: Genau also wenn jemand gleich direkt die Gesundheitsberatung vierzehnfünfzig anruft Dann wird zu Beginn der Notfall ausgeschlossen, die Trinklichkeit soweit verifiziert, dass es kein Fall für den Rettungsdienst ist.

00:29:04: Dann geht das weiter zum diplomierten Personal, die dann entsprechend dem Protokoll, dem Patienten, dem Anrufer befrägt über Medikation, Dauer des Schmerzenbeschwerden und dergleichen.

00:29:20: Und am Ende kommt eine Trinklichkeitsstufe heraus die dann entweder für einen ärztlichen Bereitschaftsdienst ist, die so aussieht dass der Patient die Patientin selbst zu einem Hausarzt oder Gesundheitszentrum gehen kann.

00:29:39: Oder möglicherweise doch weil die Uhrzeit uns das System es nicht anders zulässt der Rettungswagen kommen soll und in diesem Fall wird der Einsatz an diesen rätseln Dienstlichen Bereich übergeben und ein Rettungswagen disportiert.

00:29:56: Geschieht das in umgekehrter Reihenfolge, wählt jemand den Rettungsnothof?

00:30:01: Und meint es dass diese Beschwerden ein Notfall sind wird dadurch die standardisierte Notobabfrage durch das Gespräch geführt und am Ende des Gesprächs durch die gestellten Fragen und durch die Antworten des Anrufers kommt dann das Ergebnis heraus und wird dann übergeben an das diplomierte Personal der Gesundheitsberatung, die werden dann die letzten Protokollfragen mit dem Anrufer durchgehen.

00:30:34: Kommen Sie zu dieser menschlichen Dimension, die wir gerade eben auch schon mal erwähnt haben?

00:30:40: Sie koordinieren natürlich und sind leitend für Einsätze bei denen es um Rettung geht aber auch um Leben und Tod.

00:30:47: wie gehen sie persönlich mit dieser Verantwortung um?

00:30:52: Ruhigen Gewissen kann man nur in die Freizeit gehen oder auch entsprechend umgehen, wenn man weiß dass das Team gut geschult und vorbereitet ist.

00:31:04: Tolle Performance liefert Unterstützungssysteme auch hart Denn eine Leitstelle in dieser Dimension zu betreiben Ist sehr vielfältig und komplex Und von dem her muss man auch entsprechende Unterstützung zur Verfügung stellen.

00:31:21: Das kann man nicht mehr automatisch im Kopf haben und das funktioniert sehr, sehr gut.

00:31:28: Und da bin ich sehr stolz auf dieses Team denn während dem Gespräch viele Dinge parallel abzuwickeln ohne dass der Nothofer mitbekommt, dass man zum einen standardisierte Notdruckabfrage macht.

00:31:42: Parallel schon weitere Informationen in den Einsatz hineinschreibt, dass der Disponent auf das aufbauen kann.

00:31:49: Dass der Offizier vom Dienst oder der Nudasmittel-Disponent Bescheid wissen was die Situation vor Ort hergibt.

00:31:57: Jetzt haben Sie trotzdem einen Wunsch frei für das was besser werden kann.

00:32:01: Das läuft ja schon sehr gut.

00:32:02: Das haben wir verstanden bei Ihnen.

00:32:04: Das System hilft dabei.

00:32:05: aber die Schulung Ihr Personal Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch sie sicherlich haben auch ihren entscheidenden Anteil daran Und trotzdem könnte sich etwas wünschen, was ihre Arbeit noch einfacher macht oder einfacher.

00:32:19: Noch einfacher kann man ja nicht sagen aber noch besser, noch effizienter, noch zielgerichteter... Was wäre das?

00:32:25: Wir arbeiten permanent mit unseren Partnerleitstellen zusammen an Vernetzung von Leitstellen, dass Einsatzmittelübergabe einfacher und schneller funktioniert.

00:32:38: Das ist das eine, das andere ist des Einbinden von digitalen Systemen in der heutigen Zeit wo uns aber sehr wichtig ist, dass da Mensch noch im Mittelpunkt steht.

00:32:48: Da Mensch die Kontrolle über das System hat und mit entsprechenden Fingerspitzengefühle agiert und Maßnahmen

00:32:57: setzt.".

00:32:57: Was gibt ihm persönlich die Kraft jeden Tag neu diese Aufgabe anzunehmen?

00:33:03: Wenn man positive Ereignisse zurückgemeldet bekommt... wenn man lov zurück gemeldet kommt bin ich in eine Situation gekommen, wo mich eine Frau umarmt hat, die ihren Garten unter Anleitung der Leitstelle wiederbelebt hat und das positiv wiederbelebte.

00:33:26: Und das sind diese Ereignisse, die uns dann den Rücken stärken für das gesamte Team ein wichtiger Punkt ist.

00:33:35: Denn Wiederbelebung am Telefon ist bei uns Standard Und wenn es dann auch noch positiv ausgeht und man die Rückmeldung bekommt, dass die Person überlebt hat ist das großartiges Gefühl.

00:33:48: Sie überleibt viel häufiger als in Deutschland.

00:33:51: Ich habe gerade die neuesten Zahlen gehört mehr als doppelt so häufig bei Ihnen wie hier in Deutschland.

00:33:56: ein Grund ist eben diese standardisierte Notrufabfrage und ich würde mir wünschen, dass viele sich das Modell Steiermark und Österreich anschauen vor Ort sind, sich kundig machen.

00:34:09: Was standardisierte Notrufabfrage Positives bewirkt was ein System das sich miteinander vernetzt bewirken kann, was positiv zufolge hat wenn man auf Kleinstaderei verzichtet und auf egocensursche Besitzer besprüche und gerade auch im Bereich des Rettungswesens und Gesundheitswesenz die Erkenntnisse miteinander Teilt oder wie bei Ihnen sogar in Echtzeit teilt.

00:34:36: Ich freu mich sehr, dass Sie einen solchen Erfolg haben und danke Ihnen, dass sie diese schweren Momente vor einem Jahr mit uns auch geteilt haben.

00:34:44: Wünsche Ihnen Ihrem Team und allen Angehörigen derer die da geliebte Menschen verloren haben alles alles Gute!

00:34:51: Und danke Ihnen sehr für ihren heutigen Beitrag.

00:34:55: Danke schöner Gang!

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