Überleben auf 8000 m - mit Höhenbergsteigerin Tamara Lunger
Shownotes
Was treibt Menschen auf über 8.000 Meter Höhe – dorthin, wo Sauerstoff knapp wird und jeder Schritt über Leben und Tod entscheiden kann?
In dieser Folge spricht Ina Tenz mit der Extrembergsteigerin Tamara Lunger über ihre außergewöhnlichen Erfahrungen an den höchsten Bergen der Welt. Tamara erzählt von ihrer Leidenschaft für das Höhenbergsteigen, ihrem unbändigen Leistungswillen und den Herausforderungen, die sie seit ihrer Kindheit begleiten.
Besonders eindrücklich schildert sie ihre Entscheidung, nur wenige Meter unter dem Gipfel des Nanga Parbat umzudrehen – eine Entscheidung, die ihr vermutlich das Leben gerettet hat. Sie berichtet von einem dramatischen Absturz, von Momenten absoluter Klarheit in lebensbedrohlichen Situationen und davon, warum Intuition manchmal wichtiger ist als Ehrgeiz.
Außerdem spricht Tamara offen über die traumatischen Ereignisse am K2 im Winter 2021, den Verlust von Freunden und Weggefährten, die Verarbeitung von Trauer und Todesangst sowie ihren Weg zurück in ein erfülltes Leben.
Eine außergewöhnlich persönliche Episode über Grenzerfahrungen, Resilienz, Selbstfindung und die Kraft, auch nach schwersten Schicksalsschlägen wieder aufzustehen.
Themen dieser Folge:
Tamara Lungers Weg in den Höhenbergsport Leistungsdruck, Ehrgeiz und Identität Warum sie den Gipfel des Nanga Parbat kurz vor dem Ziel aufgab Ein Absturz mit tödlichem Ausgang – und das Wunder des Überlebens Entscheidungen in Extremsituationen Der Winter-K2 und die Tragödien des Jahres 2021 Verlust, Trauer und Trauma im Hochgebirge Der Kampf gegen Angst und Panikattacken Die Bedeutung von Intuition und Selbstvertrauen Heilung durch Natur, Bewegung und innere Einkehr Warum Umkehren manchmal die mutigste Entscheidung ist
Transkript anzeigen
00:00:01: Für mich war ich eigentlich schon tot.
00:00:03: Mein Körper hat es gar nicht mehr gegeben, ich war im Kopf und ich habe noch sehr viel gedacht und das ist faszinierend!
00:00:13: Ich hab auf meine Eltern gedacht und mir gedacht.
00:00:18: zum Glück habe ich bis heute all das gemacht was ich wollte.
00:00:28: Aus diesem Schicksal entsteht die Björn Steigerstiftung.
00:00:32: Ihr Ziel ist, die Notfallhilfe in Deutschland zu verbessern.
00:00:36: Sie engagiert sich für den Ausbau moderner Nothofsysteme und stößt Innovationen im Rettungswesen an.
00:00:42: Dabei setzt sie entscheidende Impulse wie die Einführung der «Eins-Eins II».
00:00:47: Die BjörN Steiger Stiftung – gemeinsam Leben retten!
00:00:54: Höhenbergsteigerin Tamara Lummer über Todesangst, Intuition und den Weg zurück ins Leben.
00:01:01: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge unseres Podcasts der Björn Steiger Stiftung!
00:01:07: Mein Name ist Ina Tens und heute geht es hoch hinaus auf die höchsten Gipfel unserer Erde.
00:01:13: Und wenn Menschen an Höhenwerksteigen denken dann denken viele an Gipfelbilder wie Eis und Schlieh und Fahnen, Rekorde Aber da oben auf über acht tausend Metern, da geht es oft auch um was ganz anderes.
00:01:27: Es geht um Entscheidungen, es geht um Intuition, Angst und manchmal sicherlich auch um Leben und Tod.
00:01:34: Unser heutiger Gast kennt diese Welt wie kaum jemand sonst.
00:01:37: Herzlich willkommen Tamara Lummer!
00:01:40: Hallo Nina, freut mich.
00:01:43: Danke dir dass du dir die Zeit genommen hast.
00:01:46: gehört zu den bekanntesten Höhenbergsteigeren Europas.
00:01:50: Und sie stand an den gefährlichsten Bergen der Welt, sie hat Menschen verloren und Extremsituation erlebt und Entscheidungen treffen müssen die ihr vermutlich das Leben gerettet haben.
00:02:02: In dieser Folge sprechen wir über Grenzerfahrung, mentale Stärke, Rettung im Hochgebirge und darüber warum Umkernen manchmal die mutigste Entscheidung überhaupt ist.
00:02:13: Tamara Machen wir mal kurz Name-Dropping.
00:02:16: Welche Berge hast du denn schon bestiegen?
00:02:20: Oh, das ist schonmal ganz die falsche Frage!
00:02:25: Das ist die Frage nicht eigentlich am meisten hassewürdig sagen weil das ist dann wieder so... ...das Quantifizieren, dass die Bestätigung des Eger und das will ich einfach nicht mehr.
00:02:40: deswegen...
00:02:41: Einig was auch alle?
00:02:44: Nein, nein.
00:02:45: Oh je, oh je!
00:02:46: Hier haben wir ja ab dem Jahr den K-II-Gipfel im Sommer nachher in den Winter verliebt worden, weil die Kälte nicht wirklich meine Leidenschaft war.
00:03:03: Aber für mich war es wichtig, den Berg allein zu haben und die ganze Verantwortung zu tragen und bereit sein auf alles was kommt.
00:03:14: Und deswegen bin ich eben ab dem Jahr zwei Tausend Fünfzehn dann ziemlich in den Winter ausgewichen, um einfach diese vollen Basislager und so zu auszustellen.
00:03:23: Und natürlich ist die Wahrscheinlichkeit, dass man auf einem Gipfel kommt sehr, sehr gering.
00:03:30: Aber für mich war es natürlich okay!
00:03:34: Ich möchte den Gipfel aber... Eigentlich war der Weg schon das Ziel, sondern mal das zu versuchen.
00:03:40: Sich da in einem kleinen Zweierteam ranzubagen und es war für mich einfach das Hügste!
00:03:48: Ja also wenn ich zum Beispiel an Höhenberg steigen denke dann denk' ich vor allen Dingen an Kälte, an Unberechenbarkeit, an Gefahr... Das sieht alles so toll aus von unten.
00:03:59: Man guckt auf den Berg und denkt sich aah ins Raum da mal hochzusteigen.
00:04:03: aber ich glaube dann ist wirklich zu realisieren Das ist ja wirklich gefährlich und braucht eine gute Vorbereitung.
00:04:11: Aber was bedeuten Gebirge für dich?
00:04:14: Was lösen Berge in der Anblick von Bergen, die du gerne besteigen möchtest in dir aus?
00:04:21: Also ich bin mit zwölf Jahren hat meine Familie eine Schutzhütte übernommen im Südderol und da habe ich natürlich jeden Tag die Dolomiten vor meinen Augen kopp, jeden Tag in einem anderen Kleid und das hat mich total fasziniert.
00:04:36: Und da habe ich mich ja total in den Bergen verliebt.
00:04:39: Eigentlich wollte ich dann keinen Tag ohne Berge sein.
00:04:43: Jetzt im Nachhinein zurückzuschauen und zu verstehen warum hat mich das so gebacken?
00:04:49: Ich glaube auch ziemlich viel... einfach das Ego dabei!
00:04:53: Ich musste mir irgendeine Bestätigung geben.
00:04:57: Für mich war es Leiden schwer tun und das kämpfen schon immer sehr, sehr wichtig seit ich ein Kind bin.
00:05:05: Ich weiß auch nicht mit dem werde ich wahrscheinlich geboren sein und deswegen desto härter desto besser.
00:05:11: aber ich habe dann im Laufe meines Lebens gesehen dass wenn ich dann irgendwann so eine Downphase hatte oder wo ich das nicht mehr machen konnte wegen meinen Knieschmerzen und so dass das schon sehr an meinem Ego genagt hat und auch wenn dann Leute so Kommentare abgelassen haben wie Ich kann mich erinnern, dass ich in der Nationalmannschaft Schiebberg steigte.
00:05:35: Ich war ziemlich gut.
00:05:39: Da hatte ich immer so ein bedrückendes Gefühl im Hals und das hat mir so zugemacht.
00:05:47: Ich habe da total die Leistung nicht mehr bringen können.
00:05:50: und dann sagt mir einer, was ist mit dir los?
00:05:54: Gehst du jetzt nur mal spazieren!
00:05:56: Das waren dann Sätze Die haben mich total ... agh, getötet.
00:06:03: Dann haben wir den Power-Bust aktiviert oder eher gesagt so nee hier ohne mich jetzt ab sofort was macht das mit dir jetzt solche Sätze?
00:06:11: Ja es war sehr schwierig weil ich mich selber sehr viel über die Leistung definiert habe Und ich wollte immer stark sein, das war mir von Kind auf immer sehr wichtig.
00:06:23: Ich wollte nicht nur ausdauern stark sein sondern auch von der Kraft her stark.
00:06:27: Ich will mich immer mit den Jungs messen und deswegen waren diese Sätze für mich wirklich so ein Art Trauma oder Beginn eines Traumos.
00:06:37: also ich muss leisten damit mich die Menschheit lobt.
00:06:44: Deswegen War das immer sehr, sehr schwierig mein ganzes Leben.
00:06:48: Also schon einmal von meiner inneren Haltung her war ich ja selber immer leisten wollte.
00:06:53: und dann noch das zusätzlich dieser Druck von außen.
00:06:56: Ich muss das auch füllen!
00:06:57: Wie war es mit deinen Eltern?
00:06:59: Haben die versucht dich manchmal zu brennzen?
00:07:01: Waren sie besorgt oder waren die natürlich stolz und ansporn?
00:07:06: also wie sind deine Eltern mit deinem Ehre jetzt umgegangen?
00:07:11: Ich glaube, ich hatte mal einen riesen Glück diese Eltern zu haben.
00:07:15: Weil sie haben uns nie von Angst geredet.
00:07:19: also das hat mir die Mama vor einem Jahr noch einmal klar und deutlich gesagt hat sie gesagt Also mir war immer wichtig dass Wucht Angst nie in den Mund zu nehmen.
00:07:30: Und wenn ich auch Angst hatte vor irgendwas ich wollte es immer für euch Mädels irgendwie verstecken, weil ich nicht wollte dass ihr konditioniert aufwachst und ich glaube schon das ist sehr wichtig und mitentscheidend war wie wir drei Mädels unser Leben gestaltet haben.
00:07:53: Und sie haben mich nie gepusht.
00:07:55: also mir war es eher immer zu wenig.
00:07:57: Sie haben nie gesagt ja komm Tamara mach mal hier einen Radrennen mit oder Skitouren oder so.
00:08:02: Also es nie gedrängt.
00:08:04: eher das Gegenteil und ich musste immer hart kämpfen, dass ich zum Beispiel ... Ich hatte ja keine Führerscheine und wenn ich dann mit den Skitourenschienen irgendwo gehen musste, da musste ich mich organisieren mit dem Bus und dies und jenes.
00:08:15: Vielleicht war dadurch mein Wille noch viel stärker geworden?
00:08:20: Und natürlich, ich hatte sehr viele Daumphasen wegen meiner konstanten Schmerzen.
00:08:25: Mit dreizehn hatte ich eine Patella-Luxation und das ganze ... der ganze Chaos mit meinen Knien begonnen.
00:08:35: Also es folgt
00:08:36: mir auch so, das bringt ja wahrscheinlich Athrosen mit sich ne?
00:08:39: Wenn's in den Kiescheibe mal ihren Ort verlässt dann ...
00:08:42: Ja genau!
00:08:44: Und seit diesem Zeitpunkt bis zu Jahrzehntausendundzwanzig glaube ich kann ich meine Schmerzfreie Tage auf zwei Händen abzählen.
00:08:51: also diese Schmerzen waren immer mein Wegbegleiter, mein täglicher Wegbeleiter und ich hab' so viel geflent Ich wollte das einfach nicht akzeptieren, dass mein Körper mir nicht diese Dienste erweist, die ich von ihm gerne möchte.
00:09:08: Mein Kopf war so stark!
00:09:09: Ich wollte immer mit dem Kopf durch die Wand und mein Körper war das limitierende Glied.
00:09:15: Und dann hatte ich eigentlich immer einen Krieg gegen meinen Körper.
00:09:22: Das kann nicht sein, dass der nicht funktioniert wie ich will... Deswegen hatte ich natürlich auch sehr viele Down-Fasen, so depressive Phasen wo ich nur mehr zu Hause war und nur mehr rumgelegen bin weil die Ärzte gesagt haben jetzt einmal Stopp!
00:09:36: Und das nicht nur für einen Tag oder eine Woche.
00:09:39: Das sind Monate.
00:09:40: du musst schon mal diese Entzündung nochmal ein bisschen loswerden.
00:09:44: Für mich war das der Senderer Welt also für mich hat dann das Leben wirklich keinen Wert mehr.
00:09:51: Diese Phasend mit mir auszuhalten das war auch für meine Eltern glaube ich alles andere als einfach.
00:09:57: Und deswegen natürlich, sie haben immer versucht mir ja mich ein bisschen zu beruhigen und vielleicht in mir eine ein wenig eine Balance zu oder mir helfen eine Balance bekommen.
00:10:13: aber das hätte wäre auch immer auf der Welt sagen können Ich konnte das nicht weil mein Inneres oder dieser es war also während der Körper das klar ist von meinem Kopf.
00:10:25: Und ich hatte viele Sachen, wo ich auch wusste okay jetzt muss ich ins Krankenhaus.
00:10:31: zum Beispiel habe ich mich ja bin ich durch eine Tür gerannt und dann hab' ich mir hier die ganze Seite aufgeschnitten und dann hat der Doktor gesagt Ja jetzt musst du heute mal Ruhe geben und komm'n nach zehn Tagen da nehmen wir die Nähte raus und dann nach zehn Tage bin ich dahin.
00:10:48: und er hat gesagt aber jetzt tu langsam weil sonst geht das alles wieder auseinander, aber ich konnte das nicht.
00:10:56: Mein dieser Drang zu leisten war so groß und auch einmal oder ich hatte ziemlich oft Probleme mit meiner Achilleszene und ich habe oh jetzt fängt es wieder an dieses Knirschen da.
00:11:10: dann bin ich ins Krankenhaus hab gesagt ich will einen Gips weil sonst halte ich das nicht aus ohne Sport.
00:11:17: Dann haben sie mir den raufgemacht, aber nach einigen Tagen habe ich zu meiner Mama gesagt schneiden wir runter.
00:11:22: Weil ich glaube jetzt bin ich schon bereit dann hat sie mir runtergeschnitten und natürlich ist es gleich wieder losgegangen.
00:11:30: Und immer so einfach.
00:11:31: ein sehr sehr schwieriges Leben würde ich sagen
00:11:36: Also einen Kampf gegen den eigenen Körper der Wille Aber man spürt dann die Begrenzung.
00:11:42: also Ich komme aus Norddeutschland da ist das ja bekanntlich sehr flach Und der Anblick von Bergen, ja das löst bei mir schon Respekt aus.
00:11:50: Deswegen frage ich dich was sucht ein Mensch auf über acht tausend Metern?
00:11:55: Wo es keine Luft gibt kaum Luft Kälte Lebensgefahr Wind.
00:12:02: Ja für mich war das so die Königsdisziplin.
00:12:05: also wenn ich vor einem ganzen Bergsteigen und so mich ein bisschen interessiert habe dann war für mich achtausend die Königstisziplin weil's da nicht noch einen fitten Körper braucht.
00:12:19: Vor allem hier oben im Stübchen braucht es sehr viel Stärke, dann braucht das Glück mit dem Wetter, es braucht ein Supermaterial und ein Superteam.
00:12:31: Für mich war damals das Komplexeste was man am Berg machen kann.
00:12:36: Und genau deswegen wollte ich das haben!
00:12:39: Das ist so schwierig und besser.
00:12:41: Also viele sprechen ja von Adrenalin.
00:12:43: Aber bei dir, wenn wir so sprechen habe ich das Gefühl, bei dir geht es auch irgendwie um noch ein bisschen mehr?
00:12:50: Ja, es war kein Adrenalinn!
00:12:51: Weil... Es waren einfach diese Freude und ich kann mich erinnern, das erste Mal in Kumbo-Eis voll, oh, das hab' ich ja nur im Fernsehen gesehen.
00:12:59: und dann gehe ich da rein und dann sind da diese Leitern und ... Ich kam mir auch vor als wäre ich ein bisschen für Rüst geboren weil ich hab mich nie zurückgezogen von schweren Lasten oder so.
00:13:12: Meistens war es so, dass ich mehr getragen habe als die Männer.
00:13:16: Weil sie haben dann, oh nein!
00:13:17: Ich hab den Rucksack zu klein, geht das bei dir noch rein?
00:13:22: Aber ich hab mich einfach... Ja ja.
00:13:25: Aber ich hatte immer einen Stolz und ich wollte nie weniger sein als der Mann.
00:13:30: Und ich wusste auch, ich kann das selber leisten Ich kann dieselbe Verantwortung übernehmen, ich bin gleichfertig mit einem Mann am Berg und es war auch so.
00:13:42: Und da war einfach diese Leidenschaft, diese Liebe.
00:13:44: das war für mich das höchste dann da oben zu sein und in die Weite zu schauen und zu denken, boah, das sind nicht so viele vor allem im Winter.
00:13:55: Am Lager Barrow zum Beispiel aus dem Jahr zwei Tausend Sechzehn da war ich oben im Lager drei und wusste hier sind bis jetzt nur eine Handvoll Menschen gewesen im Winter und ich habe dieses Glück, jetzt auch hier zu sein.
00:14:10: Also für mich war das schon ein Geschenk von Gottes weil ich bin sehr gläubig und vielleicht auch diese Anbindung an die Höhe des Höhergehens da oben ist dann nichts mehr, nur mehr der Herrgott.
00:14:24: Das hat für mich schon auch eine Rolle gespielt Und er war auch sehr präsent da oben.
00:14:30: Ich meine Du hast viele Situationen erlebt, darüber sprechen wir gleich noch ein wenig genauer.
00:14:36: Aber verändert sich denn eigentlich die Wahrnehmung der extremen Höhe mit wenig Sauerstoff?
00:14:42: Also so auf normal Null sag ich mal denkst du dann klarer oder hast du Strategien entwickelt wie du deinen Körper einschätzen kannst?
00:14:52: oh Gott jetzt bin ich in einer extremen Situation und jetzt schalte ich auf Notprogramm.
00:14:58: Also mir ist ja nie passiert, dass ich irgendwelche Höhenkrankheiten hatte.
00:15:02: Weil da sagt man schon, dass man wirklich nicht mehr klar denken kann und einfach Dinge total falsch macht und ohne Hilfe von außen kommt man dann nicht mehr runter.
00:15:12: Aber ich war immer sehr präsent vor allem wenn es ein bisschen harig wurde also wenn's dann um die Wurst ging, da war ich noch klar und konnte noch besser auf meine Intuition hören.
00:15:27: Und das ist etwas sehr Wunderschönes, weil da oben ist einfach sonst nichts.
00:15:34: Da gibt es nur dieses Ziel und deinen Körper und deine mentale Kraft aber auch dieses Gespür.
00:15:42: okay was der Leitz noch?
00:15:45: Was geht sich noch aus?
00:15:47: Ist der nächste Schritt noch okay oder sollte ich besser schon zurückgehen?
00:15:51: Wie hast du dich entschieden am Nandor Parva?
00:15:55: Ja, in Nanga-Barbat habe ich mich eben siebzig Meter unter dem Gipfel entschieden das es jetzt Zeit ist abzusteigen weil ich einfach diese Eingewung bekommen habe wenn ich jetzt da rauf gehe.
00:16:05: Ich komme nie mehr nach Hause und das war es mir einfach nicht wert.
00:16:09: und dann bin ich abgestiegen sehr langsam sehr kontrolliert und sehr aufmerksam und konzentriert und ich bin dann trotzdem noch abgestürzt und dachte okay jetzt ist aus.
00:16:23: Aber ja, wie durch einen Wunder konnte ich mich retten und dann bin ich noch raufgestiegen.
00:16:29: Schreib einmal die Situation!
00:16:31: Also man ist natürlich fokussiert und extrem belastet und dann zählt jeder Schritt bist du ausgerutscht?
00:16:39: Bist du in die Tiefe gestürzt oder...
00:16:41: Da war eine Gletscherspalte und da musste ich drüber hüpfen.
00:16:44: Die war sehr tief und sehr wunderschön.
00:16:48: also wenn ich da davor gestanden habe dann oh das ist wundeschön wow dieses blaue und da unten wurde sie so groß und weiter, dann bin ich da einfach drüber gehüpft.
00:16:59: Und ich war ja schon sehr amande mit meinen Kräften weil ich den ganzen Tag nichts essen und nicht trinken konnte.
00:17:05: Ist alles wieder hochgekommen!
00:17:07: Und während diesem Sprung hat sich das schon ein bisschen komisch angefühlt.
00:17:13: und dann auf der anderen Seite beim Aufkommen habe ich mir einen Fuß verknackst Und dann bin ich so mit meinem Körper nach vorne.
00:17:21: Das ging wie in Zeitlupe und ich habe mir gedacht, hab' ich jetzt noch die Kraft nicht irgendwie abzufangen oder nicht?
00:17:28: In mir wusste ich nahe... Oder ich habe entschieden, keine Ahnung!
00:17:30: Ich hab sie nicht mehr.
00:17:32: Dann ist das nun mal nach vorne gegangen und wir auf einen Rutschbahn nach unten.
00:17:37: natürlich Winter alles Wind gepresst und gefroren und so war wirklich wie ein Rutschspaar.
00:17:44: Nicht in die Gletscher spalten sondern Hinter der Gletscher-Spalte weiter.
00:17:48: Genau, hinter
00:17:48: den Gletscherspalten in Berg runter und ich wusste okay jetzt erwarten mich dreitausend Höhenmeter Fels, Eis steile Wände unter Tod zerstückelt in viele Stücke Und ich habe noch probiert alles zu.
00:18:05: ja mit dem Bickel habe ich versucht mich zu noch zu halten.
00:18:08: dann hat es mir auch da einen Riss gegeben.
00:18:10: weil ich schon natürlich sehr schnell geworden bin habe ich auch in diesem Moment, aber obwohl ich sehr energielos war, war ich so klar und ich wusste, ich darf meine Steigeisen nicht nehmen.
00:18:25: Weil wenn ich die nehme dann hab' ich den Fuß gebrochen weil natürlich dann gibt's diese Hebelwirkung und der Drehdress schleudert mich raus oder ich breche mir die Beine und dann komme ich sowieso nicht mehr runter, weil Hubschrauber kommt hier mit keiner.
00:18:41: Und dann habe ich gesagt ja okay jetzt ist alles in gutes Hand Und für mich war ich eigentlich schon tot.
00:18:47: Mein Körper hat es gar nicht mehr gegeben, ich war im Kopf und ich habe noch sehr viel gedacht und das ist faszinierend!
00:18:58: Ich hab auf meine Eltern gedacht und mir gedacht zum Glück habe ich bis heute all das gemacht was ich wollte.
00:19:06: Dann bist du zum Stoffen gekommen?
00:19:08: Genau dann irgendwie bin ich in so einem einen Haufen ein bisschen weicheren Schnee gefallen und dann bin ich dort zu stehen gekommen.
00:19:18: Und ich habe rausgeschaut, da war dieser Sonnenuntergang und für mich war das nur meiner.
00:19:25: Also ich habe gedacht okay!
00:19:27: Ich habe jetzt noch eine Chance bekommen.
00:19:29: Jetzt klaub alle deine Kräfte zusammen und geh wieder nach hoch ins Lager Vier.
00:19:34: und ich wusste jetzt muss ich schnell sein?
00:19:37: In der Finsternis weiß ich es nicht mehr, wo dieses Zelt steht.
00:19:41: Also das musste ich noch sehen mit meinen Augen, sonst würde ich irgendwo erfrieren in der Nacht.
00:19:47: Ja niemand bei dir bei dem Sturz?
00:19:50: Nein, die anderen waren nach oben und deswegen hatte ich eine Schulter, hat mich verletzt.
00:19:54: dann hatte ich unten am natürlichen Knöchel habe ich mir einen Band gebrochen Und hier in den Bauchgängen, den Reißengang hab ich mir auch was verletzen den Fuß nur mehr sehr schwer nach vorne ziehen.
00:20:11: Ja,
00:20:12: aber ich wusste jetzt geht es um die Wurst.
00:20:14: Jetzt magst du alles draus tun was du noch hast und ich bin dann wirklich auch sehr schnell vorangekommen.
00:20:23: weil weil ich es musste und bin danach noch rechtzeitig zum Zelt gekommen und da auch natürlich alles wieder Gletscher spalten und deswegen ja ich hatte Glück das waren doch nicht die Stunde.
00:20:36: Und dann erzählt deine Mitbegleiter, die von all dem nichts mitbekommen haben.
00:20:43: Also musstest du dort bleiben und dich erst mal erholen?
00:20:46: Weil der Abstieg war ja kaum möglich mit den Verletzungen wie du hattest.
00:20:51: Ja wir haben noch eine Nacht verbracht und sie waren als Sie da zum Zelt gekommen sind.
00:20:57: das war für alle eine wirkliche Überlebens-Tag.
00:21:05: also alle waren total komplett fertig, Erfrierungen.
00:21:12: Niemand hat mehr geredet alle waren sehr still und für mich war es dann noch doppelt schwer weil ich wollte nicht in dieser Situation noch etwas draufladen und noch andere Besorgungsmisse draufbacken sondern dachte ich muss das jetzt mit mir raus machen.
00:21:29: Ich konnte ja nicht mehr mal aufsitzen vor lauter dass sich Schmerzen hatte in meiner Leistengegend.
00:21:38: Ich wusste, ich muss da morgen noch runterkommen von diesem Park.
00:21:43: Aber jetzt müsste ich das mit mir selbst ausmachen und das war dann auch noch schwierig.
00:21:48: Ich bin dann in meinen Schlaßsack gekocht und habe dann so für mich alleine geheult, dass es halt niemand mitbekommt.
00:21:56: Und am nächsten Tag ... ja, ich hab Ihnen natürlich erzählt, dass Sie irgendwas kopp haben und dann haben sie mir alle ein bisschen geholfen, Gewicht abgenommen und dann bin ich langsam, langsam die drei Tausend Höhenmeter runtergekommen.
00:22:13: Unglaublich!
00:22:13: Was ist denn eigentlich gefährlicher?
00:22:16: Angst zu haben oder keine Angst mehr zu haben am Berg?
00:22:19: Ich glaube mit Angst... Das ist für mich so der Maßstab wo ich weiß Ab jetzt wird es gefährlich, weil man ja nicht mehr so die Leichtigkeit in sich hat und auch die Bewegungen.
00:22:32: Also wenn man ohne Angst ist dann... Dann ist das so lockerlässig, man bewegt sich flüssig Und mit der Angst ist an der Körper schon angespannt und dann konzentriert man sich vielleicht auf das falsche und vielleicht ich darf keinen Fehler machen nicht Ich muss jetzt aufpassen.
00:22:54: Das ist für mich ein Zeichen, dass man einfach sagt, das passt nicht mehr und ich drehe um.
00:22:59: Ich kann es eigentlich gar nicht als Angst bezeichnen.
00:23:02: Das war bei mir so dieser Satz, diese Eingebung wenn du jetzt da rauf gehst dann kommst du morgen oder dann wirst du deine Familie nie wieder sehen.
00:23:13: Und das war dann schwierig, weil ... Das war da oben.
00:23:16: Das war so nahe und ich ... das war so ein großer Traum.
00:23:19: noch nie hat es eine Frau zuvor geschafft, eine Winterrechtsbegehung zu machen.
00:23:25: Ich hab mich lange auf das vorbereitet.
00:23:28: Es war wirklich ein großer Grau.
00:23:30: Dann musst du doch entscheiden was mach' ich?
00:23:32: Diese Entscheidung muss schnell sein!
00:23:34: Weil es ist kalt und grausig und du musst dich bewegen Und diese Entscheidung zu treffen, das ist sehr schwierig.
00:23:45: Du wirkst so reflektiert und auch in diesen Momenten jetzt auch in der Rückschau zu sagen ich mache es lieber mit mir aus Ich will die anderen nicht auch noch belasten.
00:23:56: Hast du das mal gelernt?
00:23:57: Oder ist das in dir drin?
00:24:01: Das ist in mir drin.
00:24:03: Also über die letzten Jahre habe ich mich das aufgefragt oder haben mich andere Leute das auch gefragt für eine Kurs gemacht habe, aber das ist einfach in mir angelegt.
00:24:14: und auch bei jetzt die letzten Jahre wo es wirklich was mir wirklich nicht gut gegangen ist.
00:24:22: Habe ich auch diese ganze Strategien mich da wieder raus zu kämpfen?
00:24:26: Das habe ich mir alles selbst durch die Intuition ist mir das gekommen!
00:24:31: In der Stille in dieser Bedeuttheit, wo ich eh nix machen konnte.
00:24:36: Ich hatte kein Ziel und keine Richtung.
00:24:39: Ich wusste nicht, wo meine Energie hinstecken.
00:24:43: Und das war so schmerzhaft!
00:24:45: Und ich war echt wie betäubt und so leblos lustlos.
00:24:50: aber dieses stillstehen, diese grausame Stille ertragen.
00:24:57: Das hat mich dann schlussendlich wieder zu den Lösungen gebracht Und es ist auch, glaube ich ... Es braucht diese Stille.
00:25:05: Auch wenn's uns vorkommt... Es ist ein Stillstand was es ja in Wirklichkeit eigentlich ist.
00:25:11: aber all das was wirklich eine Transformation herbeiführt geschieht in der Stille.
00:25:18: Du sprichst wahrscheinlich über die Ereignisse die du auch erlebt hast am Berg wo du diejenige warst die ganz ganz stark sein musste Jemanden verloren hast am Berg.
00:25:33: Magst du darüber sprechen, diese Torte
00:25:35: zu haben?
00:25:36: Ja das war eigentlich meine letzte Achttausendrexpedition K-II im Winter, zwanzig, einundzwanzig.
00:25:44: Damals der Letzte unbestiegene Achtdausendrem Winter.
00:25:47: und ich habe gesagt so dass ist jetzt meine letzte Chance.
00:25:50: Ich schaffe das weil ich hab ihn ja schon gemacht, zwei Tausendvierzehn ohne Sauerstoff, ohne Träger und das wollte ich wieder so machen.
00:25:58: Nur eben nicht mit meinem gewohnten Expeditionspartner Simone Moro, sondern ich habe mir dafür einen anderen ausgesucht.
00:26:06: Alex Gawann aus Rumänien und Ich hab ihn eben nicht so gut gekannt Und das war dann auch ein bisschen problematisch.
00:26:14: also schon in der Ex schon Zeit am Beginn der Expedition War es schwierig weil ich nicht ich sein durfte.
00:26:23: Warum?
00:26:24: Weil er erwartet hatte dass du Superwoman bist oder
00:26:29: Ja, ich weiß nicht ganz genau.
00:26:31: Wir waren praktisch ein Zweierteam in einem größeren Basislagerteam oder wir hatten den Service von einer Agentur, den wir mit anderen geteilt haben und deswegen waren wir natürlich auch so bisschen in der Gruppe unterwegs.
00:26:46: ja und ich weiß nichts war.
00:26:48: er hat ihm das nicht gepasst Keine Ahnung, jedenfalls.
00:26:52: Ich bin gerne lustig und mache gerne Scherze und lebe gerne leicht.
00:26:57: wenn ich jetzt im Stande bin Und vor allem in diesen Höhen ist es das A und O dass man einfach positiv bleibt und so Das hat für ihn dann was Negatives ausgelöst.
00:27:10: oder er hat gesagt du immer mit deinen Scherzen das bringt Negativität und ich weiß nicht hat er sich angegriffen gefühlt.
00:27:18: Jedenfalls war immer so eine Spannung und das war sehr schwierig.
00:27:24: Und auch am Berg dann, obwohl ich ihm gesagt habe du musst gut trainieren weil es ist nicht eine Expedition im Sommer.
00:27:31: Das ist was ganz anderes.
00:27:32: Es sind zwei Paar Schuhe und er hat mir gesagt ja jeden Tag Trainingsplan und und und aber zum Schluss war es dann wieder so dass ich immer alleine gegangen bin weil man muss da auch ein bisschen seine Geschwindigkeit haben, dass man nicht überfordert ist und nicht zu kalt bekommt.
00:27:51: Also sein Tempo gehen!
00:27:52: Und das war bei uns halt Welten unterschiedlich... ...und somit habe ich versucht mein Bestes in dieses Team zu stecken.
00:28:00: Das heißt Ich hab versucht das Notwendige was man mal braucht das Camp aufzustellen zum Beispiel Zelt und logisch meine Schlafsack und so weiter kochen dass ich das mitnehme und dann schon mal alles aufstelle, wenn er kommt, dass alles bereit ist.
00:28:19: Und ja, da war ich aber einfach nur besorgt.
00:28:23: Er ist stundenlang nicht gekommen.
00:28:26: Es wurde Finster.
00:28:27: Ich habe mir Sorgen gemacht weil Steinschlag sehr viel Stein schlag.
00:28:32: Und ich war auch schon im Zelt und es war dunkel und für mich war das ein wie eine wichtige Regel Nicht-Inner-Finsternis am draußen sein.
00:28:43: Also nur, wenn es unbedingt sein muss beim Gipfelanstieg.
00:28:47: Und das hat mich natürlich halt total verunsichert und ich war schon kurz davor wieder rauszugehen und abzusteigen ihn zu suchen... ...und dann ist er einfach gekommen und er hat dann getan wie als wäre ich seine Dienerin sozusagen?
00:29:01: Ja du kannst mir jetzt die Tür aufmachen!
00:29:06: Das war wirklich schlimm.
00:29:08: und dann habe ich gesagt so na Schluss aus, dass funktioniert nicht.
00:29:14: Und dann bin ich eben mit zwei anderen ins Gespräch gekommen, mit JP Moore von Chile und Serge Mingoti von Spanien.
00:29:25: Da bin ich an diesem Abend noch hin, obwohl es mich sehr viel Kraft gekostet hat da rauszugehen in die Kälte und dann in ihr Zelt zu gehen.
00:29:34: Das ist ja alles ist anstrengend jede Bewegung auch der Klogang!
00:29:41: Ich war dann umgeben von Menschen, die so drauf waren wie ich.
00:29:46: Positive Energie und ein bisschen Leichtigkeit.
00:29:50: Nicht nur noch ein bisschen viel Leichtigheit und schön einfach!
00:29:55: Und bei diesen zwei habe ich mich einfach so gut aufgehoben gefühlt seit Anpigen obwohl ich sie nicht gekannt habe davor.
00:30:04: Dann haben Sie gesagt Damar macht ihr keine Sorgen jetzt machst du diese Rotation fertig und dann gehst du mit uns.
00:30:10: Und so war man nach Plan.
00:30:13: Wir sind dann abgestiegen und dann war eben dieser erste tödliche Umfall von Sergio Mingote vom Spanier, an der in unseren Armen verstorben ist.
00:30:23: Das waren natürlich eine komplette Watschen ins Gesicht.
00:30:28: Ich wusste nicht okay wie geht es jetzt weiter?
00:30:31: aber für mich war Abhauen nie eine Option weil Ich weiß, irgendwann holte ich das trotzdem ein und diese Bilder und diese Emotionen und dieser Schock.
00:30:42: Also ich wollte das noch ein bisschen vor Ort verarbeiten.
00:30:46: Und dann ist soweit gekommen dass ich eben mit JP dann schlussendlich mit seinem Seilbachner aus Chile das versucht habe.
00:30:57: Mir war aber klar, dass ich immer sehr präsent sein muss und bei mir sein muss damit ich weiß, was verträgt und was nicht.
00:31:08: Natürlich ist es fein, du bist im Team, du verstehst dich gut.
00:31:13: Das ist auch eine Sicherheit.
00:31:15: aber ich muss bei mir bleiben weil niemand anders kennt meine Körper und fühlt meinen Körper.
00:31:21: deswegen.
00:31:22: das war mir das Wichtigste weil ich wusste ich will hier wieder nach Hause kommen
00:31:27: Wenn so ein Unglück passiert an man weiß man kann nicht einfach Eins, eins null rufen und jemand kommt und rettet ein.
00:31:35: Was macht man dann?
00:31:37: Lasst ihr den Körper zurück am Berg?
00:31:40: Wie geht man damit um?
00:31:42: Gibt es Situale oder etwas, wo ihr euch da ...
00:31:49: Ja zuerst einmal ist man nie bereit.
00:31:51: Man weiß dass das passieren kann.
00:31:52: aber wenn es so ist, dann ist man nicht bereit.
00:31:56: Wenn man das dann live miterlebt und du siehst, wie der da runterfällt.
00:32:00: Das zereist dich innerlich, dass er Adrenalin schießt überall raus.
00:32:04: Der Körper wird hart die Herzen, der Puls geht rauf Und es tut alles einfach nur weh.
00:32:12: und Du willst eigentlich nicht hinschauen.
00:32:14: aber du weißt ich muss weil Ich muss dann erst sofort dahin und schauen was ich noch tun kann und Dann diesen Menschen da liegen zu sehen Die Beine gebrochen, weiß nicht wie oft die Kopf aufgeschlagen.
00:32:28: Und dieses röchelnde Atmen und dann... Ich hatte total Schock!
00:32:33: Ich wusste nicht mal mehr die Vorwahl von Italien.
00:32:36: also ich war komplett unter Schock und wir haben aber versucht unser Bestes zu geben.
00:32:42: Ich wollte ihn auch nicht umdrehen.
00:32:43: Wir waren zuerst ja nur ich und Alex Gavan und ich habe gesagt na' ich kann das jetzt nicht weil wenn wir ihm dann die Wirbelsäule brechen und er stirbt, dann fühle ich mich auch noch verantwortlich für den Tod.
00:32:56: Deswegen müssen wir warten, dass noch Leute kommen und dann versuchen wir ihn umzudrehen.
00:33:01: Und dann sind ja noch andere Leute gekommen!
00:33:06: Das ist total ein Ausnahmezustand.
00:33:09: aber man isst so klar... Ich funktioniere in diesen Situationen immer wie eine Maschine.
00:33:13: Ich weiß ganz genau was es zu tun ... Wie sind die Schritte?
00:33:18: Das ist so klar Eigentlich erstaunlich.
00:33:21: Also keine Panik, sondern Klarheit, Emotionen sind ausgeschaltet also keine Träne und nix Und einfach funktionieren.
00:33:31: Aber hinterher musst du natürlich das dann erstmal verarbeiten.
00:33:35: aber
00:33:35: genau das muss man nachholen.
00:33:37: und da war es dann halt so dass wir haben alles versucht.
00:33:40: Wir haben probiert ihn dann anders zu lagen.
00:33:42: Wir haben versucht das mit dem Militär zu klären ob sie heute noch kommen Es waren schon drei Uhr Nachmittag sind die Fliegen also sehr vorsichtig.
00:33:54: Sie haben halt so ein bisschen limitierte Mittel in Pakistan und deswegen habe ich Simone Morro angerufen, er soll da Druck machen!
00:34:03: Die müssen kommen unbedingt, sonst stirbt er uns aber nach einer Stunde und fünfzehn Minuten hat Ergang seinen letzten Abendzug gemacht.
00:34:12: dann ist natürlich alles mal still und vorbei.
00:34:17: Dann sind eben andere Sherpas schon auch vor Ort gewesen.
00:34:22: Die Sherpas von einer kommerziellen Expedition damals und die haben dann gesagt, na lassen wir ihn jetzt hier gehen wir ins Basislager.
00:34:31: morgen kommen wir mit einer Trage.
00:34:33: ich hatte da so ein wie so ein Bettchen also so mit bisschen eine Erhöhung das auch so wie eine Trage fungieren kann.
00:34:43: und das habe ich ihnen dann gegeben.
00:34:45: dann sind sie hoch da raufgelegt und drunter getragen.
00:34:50: Und ja, dann war er da unten im Basislager und dann ist das Militär gekommen mit dem Hubschrauber und hat ihn dann aufgelegt und es war dann so okay eingepackt in diesen Schlafsack dieser leblose Körper.
00:35:04: Pah!
00:35:06: Krass.
00:35:07: Und dann alles eine Sachen zusammenbacken und auch natürlich mit den Angehörigen.
00:35:14: Das ist schwer... Ja Man hat da in vielen, in vielerlei Hinsicht zu kämpfen.
00:35:25: Einmal in sich wegen das was man erlebt hat dann die Angehörigen... ...das ganze Umfeld weil es waren wirklich Leute denn das hat mir so den Anschein gemacht als wäre es denen komplett scheißegal.
00:35:39: also die haben einfach normal weitergemacht als wäre nichts passiert
00:35:43: und da ist niemand da der einen coacht oder sagt, was zu tun ist, sondern man funktioniert und weiß.
00:35:50: diese Bilder begleiten einen dann ein Leben lang.
00:35:53: Hat es etwas geändert an deinen Zielen die du hast?
00:35:57: An deinem Plan Vorbereitung...
00:36:00: Also danach das was danach passiert hat er isst.
00:36:05: Das was danach basiert ist.
00:36:07: Madaoja!
00:36:09: Was danach passiert ist, hat mein ganzes Leben über den Haufen geworfen Und das war eben so, mit dem JP habe ich mich so gut verstanden.
00:36:21: Wir haben uns dort verliebt und wir haben schon Pläne gemacht.
00:36:24: Ah wie geht es?
00:36:25: Danach kommst du nach Chile!
00:36:27: Du musst meine Familie
00:36:28: kennenlernen.".
00:36:29: Das war alles so intensiv auch weil wir uns dann so unterstützt haben und gebraucht haben und wir waren halt für einander.
00:36:40: diese Gespräche die Tränen und das alles.
00:36:45: Und dann eben beim, bei unserem Gipfelversuch habe ich dann im Lager drei entschieden.
00:36:51: Ich gehe nicht weiter oder eigentlich schon vor Lager Drei weil es sich in meinem Körper nicht stimmig angefühlt hat und er hat gesagt Er geht!
00:37:00: Er muss niemanden was beweisen und er versucht einfach aber macht ihr keine Sorgen?
00:37:04: Ich geh da mit dir nochmal und ja und dann ist er nicht mehr zurückgekommen so wie zwei weitere die mit ihm hochgegangen sind und einer der beim Abstieg, weil die ganze kommerzielle Expedition ist dann schlussendlich nur ein bisschen rauf- und dann wieder runter.
00:37:22: Und dann beim Abstieg Richtung Basislau ist ein weiterer abgestürzt, thousandsechserhundert Meter.
00:37:32: Für mich war dann okay diesen Absturz war das nächste Opfer dass ich da live mitbekommen habe.
00:37:40: und dann bin ich abgestiegen Und erst nach zwei Tagen war mir klar, okay die kommen jetzt nicht mehr runter.
00:37:47: Da ist natürlich für mich die ganze Welt zusammengebrochen und ich habe mich auch nicht mehr gespürt.
00:37:54: Meine Körper hat es wieder nicht gegeben.
00:37:55: Ich hatte so Filmerisse.
00:37:57: Ich wusste nicht mehr wie sind wir aufgestiegen?
00:37:59: Wo haben wir geschlafen?
00:38:01: das war alles so schock.
00:38:03: Und dann war wieder seine Familie, nah die leben noch.
00:38:06: Die haben sich sicher eine Höhle gegraben und da sind sie sicher drinnen ihr müsst nochmal rauf und ihr müsst ihnen Essen bringen.
00:38:16: und das waren natürlich alles eine große Herausforderung mit dieser Trauer zu kämpfen.
00:38:23: Wieder mit dem Basislag.
00:38:25: wie gehen andere Leute damit um?
00:38:29: Das ist ja ein Trauma.
00:38:30: noch mal erleben und nur noch enger, noch persönlicher.
00:38:34: Genau, genau!
00:38:36: Und auch dann die Vorwürfe an mich.
00:38:38: hätte ich ihm gesagt er soll nicht gehen und wäre vielleicht noch länger oben geblieben dann hätte ich vielleicht ein bisschen aufsteigen können und hätte ihn gefunden oder so.
00:38:49: also dann habe ich mir diese ganze Filmgeschichte da vorgestellt und das einzige was mit mir damals geholfen hat, war die Köche.
00:39:03: Also ich bin morgens aufgewacht und habe am Vorabend gesagt okay wenn morgen in der Früh keine Neuigkeiten haben und sie sind noch nicht hergekommen.
00:39:12: dann weiß ich sie kommen nicht mehr runter und ich bin dann um sie Uhr habe ich so gelauscht war alles still ok?
00:39:21: Dann war es klar!
00:39:21: Und ich bin in Tränen ausgebrochen Und dann habe ich halt stundenlang geweint und bin dann irgendwann in die Küche gegangen.
00:39:29: Sie haben natürlich meine ganzen geschohlene Augen gesehen, und dann haben sie mich halt ein bisschen verwöhnt und kommt da Mario jetzt machen wir ihr einen Frühstück... Das war eigentlich so das was mir am meisten halt gegeben hat in dem Moment.
00:39:45: Oh Gott!
00:39:45: Unverstehbar?
00:39:47: Hat man die Körper gefunden jemals?
00:39:49: Ja.
00:39:51: In einem halben Jahr darauf hat man sie gefunden Und JP war wirklich Lager Vier, also kurz nach Lager IV ein bisschen höher als Achttausend und die anderen waren Achtdausend zweihundert und achttausand dreihundert ans Seil gefroren.
00:40:10: Also ich denke sie waren sicher am Gipfel weil... Ich habe mitbekommen das vor allem Alisa Bahrer, mit dem ich ja auch einen langen Barwart war im Winter.
00:40:19: der war dieses Jahr so Der musste das schaffen.
00:40:25: Das war so ein Druck auf seinen Schultern von ganz Pakistan, er ist doch Hero von Pakistan und das muss diese Ehre nach Hause bringen.
00:40:33: Und ich bin mir sicher, weil er hat auch mit seinem... Da muss ja immer so einen Officer mitgekommen für die Militäre halt, für die Sicherheit im Basislager.
00:40:46: Er hatte mit ihm noch einen Funkspruch vor dem Start.
00:40:53: Militärmensch da, der Professor.
00:40:57: Und er hat gesagt ja Ali hat gesagt so und morgen gehen wir auf den Gipfel weil sonst weiß ich nicht was passiert.
00:41:03: also er war so entschlossen das muss der gipfel sein und sonst nix.
00:41:08: und deswegen bin ich mir sicher sie waren am Gipfel aber der Nachmittag von diesem fünften Februar war eben nicht so super vom Wetter her.
00:41:18: dann hat es alles zugezogen Saukalt schon in der Nacht waren sicher minus fünfzig, minus sechszig Grad.
00:41:27: und dann diese körperliche Belastung die ganze Nacht den ganzen Tag mit wenig zu trinken, wenig zu essen.
00:41:35: Und immer diesen Wind auch ausgesetzt.
00:41:38: und deswegen denke ich einfach sie hatten dann ihre Kräfte alle und sind dann einfach irgendwann ans Seil gefroren.
00:41:46: JP war unten weiter unten so Sitzposition so zusammengekauert und er ist dann über die Zeit, bis man ihn dann gefunden hat war zur Seite gekippt.
00:42:01: Also er wird sich wahrscheinlich auch ausgeruht haben und ist dann einfach eingeschlafen.
00:42:12: Ja also da fehlen einem die Worte zu etwas erleben Und sicherlich bedicht das dann Lebenland begleiten.
00:42:23: Die Frage Hat es dann Blick auf Dinge verändert, diese Erlebnisse zu
00:42:30: haben?
00:42:30: Zuerst habe ich mich mal nur gefragt.
00:42:32: Warum muss mir das passieren?
00:42:34: Warum habe ich entschieden hierherzukommen?
00:42:36: Warum hab' ich mich da verliebt?
00:42:38: Warum?!
00:42:39: Warum!
00:42:40: Und natürlich hatte ich keine Antwort.
00:42:42: Es war einfach nur schmerzhaft.
00:42:44: Ich habe monatelang nur geheult und wollte nicht mehr... irgendwo hingehen, weil ich wollte nicht diese Fragen hören auch in Bezug auf die Liebe.
00:42:56: Das war alles nicht bekannt und ich wollte das einfach nicht hören.
00:43:06: Ich musste es einmal zuerst mit mir ein bisschen ins Reine bekommen oder ein bisschen verarbeiten sehr, sehr schwierig.
00:43:17: Also zuerst natürlich diese Traurphase und irgendwann habe ich gesagt naja, ich hab einfach zehn Kilo raufgefressen Und dann sage ich muss jetzt wieder den nächsten Schritt machen.
00:43:26: das kann so nicht weitergehen.
00:43:28: und Ich weiß noch da gab es diesen einen Tag und da habe ich entschieden heute Nächste Stritt Heute gehst du mal laufen und Dann ja das war schon ein erster Gewinn Ja okay Und dann aber... Es waren eigentlich zwei Verluste.
00:43:52: Ein Verlust war dieser Mensch und auch die anderen Personen natürlich, und dann war aber auch mein Verlüst meiner Passion und meine großen Leidenschaft, meine große Liebe wo ich immer gedacht habe ah das werde ich machen bis ans Ende meiner Tage!
00:44:07: Das hat mir so den Boden unter den Füßen weggezogen.
00:44:10: Ich wusste nicht mehr wer ich bin was ich bin.
00:44:15: Das war natürlich wieder verbunden mit Druck, weil man hat mich nicht gefragt wie geht es dir?
00:44:20: Man hat mich gefragt und was machst du als nächstes.
00:44:24: Und das war so... Ich habe wirklich verstanden die Leute sehe ich nur als die Bergsteigerin aber nicht als den Menschen.
00:44:33: Dann wurde mir auch bewusst dass das sehr viel meine Schuld war, weil nach außen habe ich immer so stark gewirkt und immer alles gegeben Und mir war es ja auch wichtig und ich habe mir selber den Wert nur über meine Leistung gegeben.
00:44:50: Und deswegen habe ich gesagt, okay jetzt musst du dich wieder aus diesem Schlamassel rausbringen wo du dich selber reingeritten hast!
00:45:00: Ich hatte tagelang nicht geschlafen weil ich nicht wusste wie soll das gehen?
00:45:04: Wie soll's
00:45:05: gehen?!
00:45:05: Ich hab schon mit dem Gedanken gespielt einfach unterzutauchen irgendwo Pakistan auszuwandern Telefon wegzuschmeißen Computer... Und einfach irgendwo ein anderes Leben anzufangen, weil das hat mich komplett fertig gemacht.
00:45:20: Also ich habe mich nutzlos gefühlt ob ich jetzt abkratze oder nicht.
00:45:24: scheiß keine Menschen.
00:45:25: So ist mir das vorgekommen und es war einfach nur schmerzhaft und traurig und ja... Keine Sinn!
00:45:36: Alles hat keinen Sinn mehr gegeben hatte ich eben diese schlaflosen Nächte und ich habe gesagt, wie komme ich aus dieser Scheiße wieder heraus.
00:45:45: Und dann sind mir diese Punkte eingefallen oder die Intuition hat mir dann die Lösungsansätze geschenkt.
00:45:54: Das war einfach Ehrlichkeit mit mir selber, diese Intuition auch hören was macht oder was ist mein Weg?
00:46:04: Was macht mich glücklich?
00:46:05: Weil ich wollte immer nur so Und wenn es nur eine kleine Flamme am Tag war, aber ich wollte wieder eine Freude in mir spüren.
00:46:14: Das hat's nicht mehr gegeben und dann die Ehrlichkeit zu den anderen Personen einfach zu sagen Schauk!
00:46:19: Die Situation ist so.
00:46:20: Zu meinem Sponsor mich interessiert das jetzt nicht mehr Ich weiß nicht wie es weitergeht Ist halt so.
00:46:27: Auch zu den Anderen Leuten Ja...ich will mal nicht auf die Berge Wer weiss ob ich jemals wieder gehe?
00:46:34: Und das hat mir schon viel Ballast abgeschmissen Und dann noch einfach meinen Weg zu gehen.
00:46:42: Da habe ich wirklich versucht, mir als Mensch den Wert zu geben und zu sagen niemand ist so wichtig wie ich für mich.
00:46:50: Jetzt mache ich genau das was ich für richtig halte ohne Rücksicht auf Verluste auch Sponsoren.
00:46:58: Ich muss jetzt meine Balance irgendwo wieder finden und alles andere ist mir total scheißegal Tag für Tag immer auf diesem Kurs zu bleiben, okay?
00:47:09: Noch ein bisschen in Licht und da noch ein bisschen an Licht.
00:47:11: Und dann auch wieder Freude!
00:47:14: Das hat sich dann immer stimmiger angefühlt.
00:47:16: Ich habe gewusst ich bin am richtigen Weg.
00:47:19: Da muss ich weitergehen und immer schön achtsam sein, hören welche Abzweigung ist die richtige.
00:47:28: So habe ich dann schlussendlich meine Todesangst, weil ich hatte ja vor allem Angst.
00:47:34: Ich konnte keine Sport mehr machen.
00:47:36: Ich habe überall den Tod gesehen bei jeder Sportart und auch das habe ich gesagt, na da will ich nicht leben!
00:47:43: Da ist es gescheitert, ich stürze mich irgendwo runter weil... Das hat's bei mir nie gegeben.
00:47:48: Ich war ein Mensch komplett frei von Ängsten und frei alles zu tun was ich will.
00:47:55: und dann war ich so eingeschränkt mit dieser Angst.
00:47:58: Panika Dacke meine Erste und ich habe ja das haben mir gedacht, Panik hat Dackel.
00:48:04: Die Leute reden davon, ihr soll das schon sein?
00:48:06: Ich
00:48:08: hab's auch noch nie erlebt.
00:48:10: Genau, dass es die Haltung ist.
00:48:11: Man denkt irgendwie ja ... ich weiß natürlich... Ja man kann nicht sagen reist dich doch zusammen oder denkt doch um kleine Schmetterlinge und Hundewelten sondern es ist dann glaube ich größer als man selbst in dem Moment.
00:48:25: Ja genau, das war komplett krass!
00:48:28: Und dann Alles Schritt für Schritt, kleinweise und natürlich wir Menschen wollen immer alles jetzt und sofort.
00:48:36: Und ich hätte so gern ein Ziel gehabt, ich hatte sogar eine Richtung gehabt oder etwas Klareres aber da war alles nur verschwommen und ich war auch so im Nichts.
00:48:46: Ich musste mir halt diese Zeit geben und das habe ich irgendwie ausgehalten.
00:48:52: und dann langsam, langsam haben sich die Teile wieder zusammengestellt und ich hab mich sehr in einen neuen Sportart reingehen oder gewidmet.
00:49:02: Paragleiten, Highcatfly...
00:49:04: Ach so!
00:49:05: Ja!
00:49:05: Achso!
00:49:06: Ja, paragleiden!
00:49:10: Ja weil mit diesem Sport habe ich eigentlich meine Angst bekämpft.
00:49:13: Ich hab gesagt wie bekäme ich jetzt diese Angst?
00:49:16: Ich muss die transformieren in irgendetwas besseres.
00:49:21: und dann okay welcher Sport macht mir aktuell am meisten Angst?
00:49:26: und dann bin ich alle durchgegangen.
00:49:28: Paragleiten.
00:49:30: Daraufhin habe ich mich dann sofort bei einigen Rennen angemeldet.
00:49:34: Es war scheiße, weil ich wollte es eigentlich gar nicht.
00:49:36: Aber ich musste das machen und dann war ich gezungen zu fliegen.
00:49:40: Und dann habe ich auch zeitgleich eine Traumotherapie gemacht.
00:49:45: Das hat über Monate gemerkt, okay, es wird immer besser.
00:49:48: Ich habe mehr Vertrauen.
00:49:50: Auch dieses Vertrauen ins Leben hatte ich total verloren.
00:49:53: Weil ich denke, es passiert für mich ... Ja, ich bekomme das was ich brauche um zu wachsen und das hatte ich total verloren auch wegen dieser Todesangst.
00:50:06: Und so ist langsam alles wieder irgendwie ein bisschen mehr ins Ruder gekommen und Ich habe ja auch einen Menschen an meiner Seite gehabt der mir sehr geholfen hat.
00:50:18: also ich weiß nicht was ohne ihn passiert wäre.
00:50:20: da war wieder.
00:50:22: Das ist jetzt mein Freund.
00:50:26: Ja, der war wirklich... Der hat selber Sportler.
00:50:29: Hat aber sein Ego komplett auf die Seite geschoben und war für mich da und war einfach eine Schulter an die ich mich anlehnen konnte wo ich heulen konnte, wo ich reden konnte, Wo ich einfach Ich seien durfte Und das war natürlich auch Eine sehr große Hilfe!
00:50:50: Dann war dann noch die Natur.
00:50:52: Die Natur, die ich zuerst meistens als mein Spielplatz angesehen habe, wo ich leisten konnte wurde dann zu etwas ganz anderem.
00:51:02: Also ich hab dann vielmehr meine Sinne genutzt und viel mehr was einfach gehört und den Geruch.
00:51:12: Ich habe einfach probiert mit dieser Natur irgendwie in Verbindung zu kommen Und das hat mir auch sehr geholfen.
00:51:20: Also nicht mehr die Natur als meine Laufbahn zu sehen oder mein Stadion, meine Schwimmbahn sondern als meine Heilung.
00:51:34: und weil ich ja als Teil von der Natur kommt alles wieder in Ordnung.
00:51:38: wir leben ja wenn auch wenn wir es meinen wir sind viel besser als die Natur.
00:51:43: aber eigentlich leben wir oder geschieht alles nach der Natur gesetzen.
00:51:48: Ich hab mir gesagt...
00:51:51: Ja, deswegen habe ich mir gesagt okay lass dich einfach auf das ein.
00:51:56: Ich weiß nicht genau wie funktioniert es, wirst du's schon spüren und probier einfach dich als Stil zu sehen und dann kommt die Ordnung auch wieder in dich
00:52:08: Und warst du mal wieder am Berg?
00:52:10: Aufachtausend nicht mehr.
00:52:12: na Aber ich bin dann.
00:52:14: Ein halbes Jahr nach diesem Unglück bin ich wieder zurück nach Pakistan ins Basislager.
00:52:19: Da haben wir so eine Art Beerdigung gefeiert und es war alles noch so gleich, also das Lager wo wir uns erzählt hatten – das waren auch genau gleich.
00:52:31: Ich wusste, wo mein Zelt gestanden hat, wo die Küche standen hat oder wo das Zelt von JP gestanden ist.
00:52:37: Und dann bin ich zu diesen Felsen, wo er das letzte Mal gebohlt wurde.
00:52:42: Wir sind vor dem Aufbruch zum Gipfel, da zu diesen Felsen hin und ich habe dazu ihm gesagt komm wir gehen jetzt zum Gilki Memorial.
00:52:51: das ist eben diese ja man kann sagen wie ein Friedhof wo sie auch zum Teil Kürborteile von Bergsteigern deponiert haben oder begraben haben mit so einer Plakette.
00:53:04: Und das sind dann eben alles gefallenen Leute vom K-II Broadbeak Gaschaum I und Kaschaum II Und das ist für mich so ein Platz, wo ich schon im Gipfel dorthin bin und habe einfach dort ein bisschen gebetet.
00:53:22: Ich habe gesagt ja ihr wart auch mit meinem Ziel hier mit diesem Traum.
00:53:29: Euer Schicksal war dieses.
00:53:31: aber bitte helft mir jetzt dass ich da mal rauf komme.
00:53:35: Für mich war es eine schöne Sache da rauf zu gehen und ich habe dann gesagt zu JP komm lass uns da rufgehen Wir holen uns noch ein bisschen Energie und gute Weibs.
00:53:47: Und er hat gesagt, ich will das nicht.
00:53:49: Ich will es nicht sehen.
00:53:52: Das mag ich nicht.
00:53:53: Und ich bin dann alleine drauf.
00:53:55: Und das Komische war dann wirklich ... dass sich da oben was wir seine Plakette angebracht haben.
00:54:05: Dann bin ich runter zu diesen Felsen Und dann habe ich diesen Felsen gestreichelt, wo er zum letzten Mal geboldert hat.
00:54:14: In diesem Moment ist mir vorgekommen so jetzt fällt schon ein bisschen Ballast ab.
00:54:18: Es ist einfach so.
00:54:20: Ich kann nichts ändern und ich muss jetzt nach vorne schauen und auch einfach dankbar sein dass ich diesen Menschen kennenlernen durfte Dass sich diese Liebe spüren durfte Das ich diese strahlen Naugen und dieses schöne Lächeln sehen durfte Und auch wenn ich damals die Antwort noch nicht gekonnt habe, warum das alles passiert ist.
00:54:44: Aber jetzt kenne ich sie und manchmal komme mir vor, dass kannst du ja nicht einmal laut sagen.
00:54:52: aber es ist einfach so, dass ich ohne diese Tragödie hätte ich nie den Mut noch die Kraft gehabt meinen Prozess zu starten, den ich jetzt in die letzten vier fünf Jahre gegangen bin.
00:55:07: Und deswegen muss ich ihm eigentlich ein Danke sagen.
00:55:10: Danke für diese wundervolle, intensive Zeit!
00:55:17: Ja es war halt... Ich musste halt dorthin kommen dass ich genau diese Intensität an Trauer und an Schmerz fühle damit ich endlich mal eine Handbremse in mein Leben ziehe.
00:55:30: Weil ein Jahr zuvor bei einer anderen Windrexpedition war auch schon wieder dem Tod so nah.
00:55:37: Ich bin dann zu einem Heiler gegangen und der hatte da so eine Frau bei sich aus Frankreich, ein Medium.
00:55:46: Eine sehr sensible Frau und die hat zu mir gesagt du bist ein Mann!
00:55:51: Und ich habe gesagt ja in diesem Sport sehe mich eigentlich auch fast gleich aber halt natürlich bin ich keiner oder die will auch keiner sein und sieht naja du bist Und ich gehe nur noch ein Jahr zum Leben, wenn du deine weibliche Energie nicht akzeptierst.
00:56:11: Ja und das war dann auch so... Deswegen habe ich auch beim K-II dann gesagt okay Ich muss auf meine Intuition hören Das ist für mich diese weiblichen Energie Und das wird mir wahrscheinlich mein Leben gerettet haben Und das war auch ein schwerer Prozess, diese Energie anzunehmen.
00:56:40: Das hat mich in ein tiefes Loch gezogen nach diesem Spaltensturz-Zweißen, mit Simone Moro, wo wir fast nicht mehr nach Hause gekommen wären und ich bin da... danach waren natürlich Lockdowns und ich habe mir bewusst eine Entscheidung getroffen so und jetzt akzeptierst du dein Frau sein.
00:57:04: Und da habe ich auch wieder einen Prozess durchgemacht, ich wusste nicht wie das geht.
00:57:08: aber irgendwie habe ich es geschafft und ich konnte dann irgendwann meine Intuition als etwas Schönes ansehen weil zuerst habe ich sie gehasst.
00:57:17: Ich hab ja in meinem Leben das schon immer so diese Zeichen gespürt und so.
00:57:22: Aber ich wollte das nie haben!
00:57:24: Ich habe immer gesagt bleib du wo du bist?
00:57:26: Ich will leisten.
00:57:27: Das hindert mich an meiner Leistung.
00:57:29: will ich nicht sehen, will ich nichts hören.
00:57:31: Und so habe ich das Ganze immer gemeistert bis an Nanga Barbat wo mich diese Intuition eigentlich das erste Mal vom Tod gerettet hat.
00:57:43: und dann wenn mir das die Frau gesagt hat okay ja vielleicht hat sie recht Ich hab mich zurück erinnert wie habe ich mich am Berg verhalten?
00:57:53: Wie hat sich Simone verhalten?
00:57:55: und es war tatsächlich so dass ich mehr Mann war als er.
00:57:57: Er war immer so Hat alles angenommen, ja schauen wir mal.
00:58:02: Machen wir das was ihr könnt.
00:58:03: und ich war... Auf geht's!
00:58:06: Heute Lager eins, morgen Lager zwei.
00:58:09: Und dann habe ich verschworen oh je du musst jetzt wirklich diese Energie annehmen.
00:58:14: Und dass dieser Step war dann glaube ich die Voraussetzung für meinen K-II Winter.
00:58:21: Step
00:58:23: wo ich mir dann wirklich den Tod erspart habe.
00:58:29: Das ist tatsächlich eine Stärke, denn du warst ja vorbereitet.
00:58:32: Du hattest dieses Ziel mehr als ein Ziel diesen Traum und diesem Berg zu besteigen und dann auf dem
00:58:37: Körper
00:58:37: zu hören und auf die Intuition und zu sagen, ne leider heute nicht diesmal nicht lebensrettend!
00:58:45: Und das aber als Geschenk in der Situation zu empfinden.
00:58:49: des braucht es glaube ich, des braucht Zeit.
00:58:52: Du hast vorhin angedeutet dein heutiges Leben, das Leben der letzten vier fünf Jahre.
00:58:56: Nimm uns mit, was machst du heute und was treibt dich heute an?
00:59:01: Ich mein oberstes Gebot folge deiner Intuition, folge dem, was dir Spaß macht.
00:59:07: Ohne Rücksicht da Verluste!
00:59:10: Gibt ihr einen Wert als Mensch?
00:59:12: Das bin ich auch schon, da bin ich mittlerweile auch schon angekommen.
00:59:17: Ja es sind jetzt viele Dinge die mich freuen, sagen wir mal eigentlich sehr im Flug-Sport drinnen.
00:59:24: Das gibt mir Freude, ist körperlich herausfordernd aber auch diese Intuition.
00:59:28: man muss immer wieder neu entscheiden okay bleibe ich noch hier, bleibe in der Thermik, fliege ich hierhin oder dorthin das ist alles sehr intuitiv.
00:59:37: deswegen ein schöner Sport der mir viel Ausgleich gibt.
00:59:42: zwischen körperlichen physisch und mental höre ich viel mehr auf meinen Körper, ich will ihn nicht mehr zerstören.
00:59:52: Ich möchte eine Einheit haben die für mich arbeitet, Körpergeistzähle und nicht der ich den Kampf ansage.
01:00:01: Deswegen haben sich auch meine Schmerzen ziemlich verchüsst.
01:00:06: also das hat sich auch gebessert und es spannende ist nur... Diese Theorien ja alle schon vor zehn, zwanzig und mehr Jahren gewusst.
01:00:16: Ich habe mir damals schon gedacht okay, wie kann ich diese Schmerzen loswerden?
01:00:21: Und ich hab dann diese Bücher gelesen von Coaches
01:00:24: usw.,
01:00:25: die Selbstliebe und die Dankbarkeit.
01:00:27: Und ich wusste die Theorie aber in diesen letzten vier Jahren verstanden dass das nicht genug ist.
01:00:33: man musste es wirklich fühlen.
01:00:35: Sonst geht da gar nichts weiter.
01:00:37: Ich kann schon sagen, ja, ja Knie ich habe dich schon gerne aber jetzt funktionier mal Das das geht halt nicht.
01:00:43: du musst einfach wirklich diese Dankbarkeit spüren.
01:00:47: und wenn ich dann im Stande war auch meinem schmerzenden knie eine dankbarkeit zu schenken Und wir sind an die tränen gekommen.
01:00:56: es war so ein schönes gefühl Zu sehen.
01:01:00: okay auch wenn ich nicht das machen kann was ich vielleicht jetzt gerne möchte aber Dieser Körper trägt mich durch mein Leben, in dem ich so viel erfahren kann.
01:01:10: So viel Schönes gesehen habe und auch Schlimmes.
01:01:14: Aber das macht mich eben zu den Menschen der Ich Bin.
01:01:17: Deswegen Ich Möchte Mich nicht vor Den schlimmen Erfahrungen Irgendwie zurückziehen oder so.
01:01:23: Das ist halt der lauf des Lebens es geht auf und ab Und das möchte ich so haben.
01:01:30: das möchte Ich mit all meinen Szenen spüren Auch wenn Es mich fast zereist weil ich weiß, nach dem Tal kommt immer wieder ein Berg.
01:01:38: Und es genügt eine Entscheidung!
01:01:41: Weil wenn ich dann Menschen sehe die an irgendetwas zerbrechen, dann fast ärgert es mich, weil ich denke ja das ist ja nicht möglich, triffe eine Entscheidung geh vor der Tür mach einen Spaziergang aber man bekommt die Leute nicht an diesem Punkt und deswegen möchte auch hier eine Message rauslassen.
01:02:04: Das alles geht, also man muss sich nur dafür entscheiden und sagen so ich schenke mich nicht der Traurigkeit!
01:02:12: Ich werfe nicht mein Leben weg, ich habe nur das hier auf dieser Erde in dieser Form wie jetzt bin.
01:02:18: vielleicht gibt es danach ein neues.
01:02:19: aber ich muss das nutzen und das ist meine Verantwortung dass ich meine Talente nutze weil... Es gibt mich nur einmal.
01:02:28: ich bin einzigartig.
01:02:30: So wie ich bin, kann ich der Menschheit irgendwas schenken.
01:02:33: Irgendwas Gutes tun und das ist meine Verantwortung, das rauszufinden!
01:02:37: Und da kann ich mich nicht zu Hause verkriechen und unter der Bettdecke heulen.
01:02:42: Raus aus den Federn und einfach so... Ich suche jetzt mein Talent.
01:02:47: Ich such' jetzt das was mich glücklich macht konzentriere mich auf die kleinen Dinge.
01:02:53: Das kann sein eine schöne Blume, das kann sein ein Lächeln von einer Person!
01:02:59: Das kann einfach sein wenn ich eine grantige Verkäuferin im Laden einfach nur freundlich anschaue und sage Ich wünsche dir einen schönen Tag und diese Person dann ihren Humor ändert oder den Gesichtsausdruck?
01:03:12: Dann ist es schon Wow!
01:03:14: Das habe ich gemacht und kostet nichts.
01:03:18: Also diese kleine Dinge ein Kompliment machen oder sich etwas Gutes tun.
01:03:26: Keine Ahnung, einfach nur sitzen und lauschen oder riechen oder was auch immer... Aber das geht!
01:03:33: Und natürlich manchmal sind es sehr schwere Schicksalsschläge.
01:03:39: aber wie man so schön sagt die Zeit heilt alle Wunden und wenn man es will dann geht alles.
01:03:47: ob das jetzt weiß Gott, wie viel Geld kostet.
01:03:50: Ob das unmöglich scheint?
01:03:52: Aber es geht einfach alles.
01:03:54: und das habe ich dank meiner Gläubigkeit wahrscheinlich auch verstanden weil ich schon als Kind habe immer gebetet bitte Herrgott ich will das und dass Ich würde gerne dieses Rennen gewinnen und so.
01:04:06: und das hat immer funktioniert bei meiner ersten Expedition.
01:04:10: Herrgotte ich habe dieses Geld nicht.
01:04:12: schick mir das von irgendwo her ich will da unbedingt hin Und ich hab's gehabt das Geld Da habe ich gewusst, auch einige Mal im Ampert, wo ich gesagt habe heute ist nicht der Tag zu sterben.
01:04:24: Pass auf mich auf!
01:04:25: Und dann bin ich knapp da Eislerwien entkommen und das waren alles so Zeichen wo ich gesehen hab den gibt es irgendeine große Kraft gibt's da oben und er wird mir alles ermöglichen was ich mir von ganzen Herzen wünsche mit meinen ganzen Zellen meines Körpers.
01:04:45: Ich darf nur nicht daran zweifeln, das muss ich einfach diese Freude spüren und dann fühlt sich alles.
01:04:52: Natürlich!
01:04:53: Die Fügung heißt nicht dass es immer super schön ist und immer erfolgreich.
01:04:58: Es braucht eben den Berg- und auch der Stahl damit wir die Natur gesetzen gerecht werden.
01:05:05: aber wenn man schon weiß nach jedem Tiefpunkt wieder ein Höhepunkt kommt kann man den Tiefpunkt eigentlich schon viel besser aushalten.
01:05:14: Tamara, ich könnte ewig weiter sprechen mit dir.
01:05:17: Ich find das so inspirierend und mein Respekt vor dir und deinem Weg ist wirklich sehr immens.
01:05:23: also Hutab davor und vielleicht geht es auch unseren Hörern so dass sie sich an ganz vielen Punkten abgeholt fühlen und auch von dir inspiriert wurden und ganz viel Mitnehmen aus dieser Folge.
01:05:36: Ja, ich wünsche's mir!
01:05:38: Ich wünsch' es mir!
01:05:39: Und ich wünsche da allen da draußen das Beste mögliche Leben, dass sie sich vorstellen können.
01:05:46: Und das geht!
01:05:47: Man muss nur daran glauben.
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